VII.
Berlin 15/11. 41.
Mein hochverehrter Gönner!
Es war mir gestern Vormittag weder möglich einen Platz in Ihrer Nähe zu erhalten, um jede leise Nuancirung Ihres Ausdruckes mir zu sichrem Gewinn zu machen, noch nachher auf schickliche Weise zu Ihnen zu gelangen, um meines Theiles Ihnen meinen Dank für diese Vorlesung abzustatten, die mir wieder eine Fülle der reichsten und wunderbarsten Anschauungen geboten hat. So war mir es auch nicht möglich, Ihnen verabredeter Maaßen meinen von Ihnen gewünschten schriftlichen Vorschlag über die Besetzung des Blaubart zu überreichen; ich theile Ihnen denselben also hier mit, Ihrem Dafürhalten eine jede Modification anheimgebend.
Möchte Ihre Anwesenheit dazu beitragen dies wunderbar fantastische Gedicht unsrer Bühne zu gewinnen, ich würde es, abgesehen davon, daß dadurch einer meiner Lieblingswünsche erfüllt würde, für einen entschiedenen Schritt zur Erweiterung unsrer Thätigkeit und des theatralischen Gesichtskreises mit Freuden begrüßen. In der Hoffnung vor Ihrer Abreise Sie noch einmal zu sehen, zeichne ich in Verehrung
Ihr
Eduard Devrient.