Fußnoten:
[1] In Bezug auf diese Bitte erwähnen wir eine Stelle im Kosmos, Bd. II. erste Aufl., pag. 62: „Als sich die Comödie der Spanier bis zu einer hohen Vollendung ausgearbeitet hatte“ — sagt der tiefste Forscher aller dramatischen Litteratur, mein edler Freund Ludwig Tieck — „finden wir oft beim Calderon und bei seinen Zeitgenossen, in romanzen- und canzonen-artigen Sylbenmaßen, blendend schöne Schilderungen vom Meere, von Gebirgen, Gärten und waldigen Thälern: doch fast immer mit allegorischen Beziehungen, und mit einem künstlichen Glanz übergossen, der uns nicht sowohl die freie Luft der Natur, die Wahrheit des Gebirges, die Schatten der Thäler fühlen läßt, als daß in harmonischen, wohlklingenden Versen eine geistvolle Beschreibung gegeben wird, die mit kleinen Nüancen immer wiederkehrt.“ — —
In dem Schauspiel: das Leben ein Traum (la vida es sueño) läßt Calderon den Prinzen Sigismund (Act. I., Sc. II.) das Unglück seiner Gefangenschaft in anmuthigen Gegensätzen mit der Freiheit der ganzen organischen Natur beklagen. Es werden geschildert die Sitten der Vögel, „die im weiten Himmelsraume sich in raschen Flügen regen,“ die Fische, „welche kaum aus Laich und Schlamm entsprossen, schon das weite Meer suchen, dessen Unendlichkeit ihnen bei ihren kecken Zügen nicht zu genügen scheint.“ Selbst dem Bache, „der im Ringelgange zwischen Blüthen hingleitet, gewährt die Flur einen freien Pfad.“ Und ich, ruft Sigismund verzweiflungsvoll aus, der mehr Leben hat, soll bei freierem Geiste mich in mindre Freiheit fügen!
[2] Der Titel des von H. hier citirten Romans ist aus seiner Handschrift um so weniger zu entziffern, als es ein Familienname zu sein scheint. Es kann Bambibre heißen sollen?
Über Enrique Gil verdanken wir der Gefälligkeit des Herrn Dr. Max Karow, Cust. an der k. Univ.-Bibliothek in Breslau, nachstehende Notiz:
„„E. Gil ist Verfasser der Dichtungen „La gota de rocio“ — „La niebla“ — „A Polonia“ — und war Hauptmitarbeiter des Journals „El labirinto,“ in welchem er höchst anmuthig seine Reise durch die Sierra de Leon beschrieb.““
[3] Diese „Gradheit“ ist es, die statt guter Früchte Zwietrachts-Äpfel getragen. Gehässige Insinuationen sogenannter Freunde haben das ihrige dazu gethan. Auch Tieck’s begeistert’ster Verehrer muß Iffland’s Urtheil über die Undarstellbarkeit jenes Operntextes billigen.
[4] Dieser Passus ist unverständlich, da wir zwölf oder elf Jahre früher Zeugen gewesen sind von der herzlichen und zuvorkommenden Aufnahme, welche der ganz jugendliche Immermann bei Tieck in Dresden gefunden.
[5] Mit Freude läßt sich aus dieser klugen und befriedigenden Vertheidigung entnehmen, daß Tieck, bei all’ seiner Werthschätzung Immermanns, und gerechtfertigten Vorliebe für den jüngeren Freund, die Anhänglichkeit für den älteren treu bewahrt, und dessen Parthei redlich ergriffen hat.
[6] Dorothea’s Tod.
[7] Beauregard Pandin (?).
[8] Siehe den unter N. befindlichen Brief nebst Beilage.
[9] Tieck las, nach Dresden zurückgekommen, am 2. März 1842 die Elektra wenigstens, aus dem noch nicht abgedruckten Manuskripte, in seinem Abendzirkel vor. In früheren Jahren hatte er die Antigone (1835) und des Euripides Iphigenia auf Tauris (1837) von Minckwitz vorgetragen.
Anmerkungen zur Transkription:
Der vorliegende Text wurde anhand der 1864 erschienenen Buchausgabe möglichst originalgetreu wiedergegeben. Die Zeichensetzung wurde stillschweigend korrigiert. Aufgrund der Vielfalt der persönlichern Schreibstile der verschiedenen Autoren wurden ungewöhnliche und inkonsistente Schreibweisen aber beibehalten.
Der Schmutztitel sowie die Buchwerbung vor der Titelseite wurden hier nicht wieder mit aufgenommen. Das Inhaltsverzeichnis wurde der Übersichtlichkeit halber an den Anfang des Textes verschoben.
Die folgenden offensichtlichen Druckfehler wurden korrigiert:
- S. 23: ‚theure Freund‘ → ‚[theurer Freund]‘
- S. 35: ‚die Wohnung‘ → ‚[in die Wohnung schreiben]‘
- S. 56: ‚vorkommend könnte‘ → ‚[vorkommen könnte]‘
- S. 106: ‚entgegeu‘ → ‚[entgegen]‘
- S. 116: ‚möge es Ihnen recht recht wohl ergehen‘: doppeltes ‚[recht]‘ als Steigerungsform beibehalten
- S. 126: ‚von ihm erschienen Buche‘ → ‚[von ihm erschienenen Buche]‘
- S. 129: ‚ich weiß nich‘ → ‚[ich weiß nicht]‘
- S. 131: ‚Wie oft traume ich‘ → ‚[Wie oft traume ich]‘
- S. 154: ‚langage‘ → ‚[language]‘
- S. 163: ‚be brought unter‘ → ‚[be brought under]‘
- S. 165: ‚ververzeih‘ → ‚[verzeih]‘
- S. 181: ‚Schulpforte‘ → ‚[Schulpforta]‘
- S. 184: ‚Mühlenfelschen‘ → ‚[Mühlenfelsschen]‘
- S. 204: ‚Hoffnung mochten.‘ → ‚[Hoffnung machten.]‘
- S. 217: ‚jenen kleine Wunden‘ → ‚[jenen kleine Wunden]‘
- S. 231: ‚den Chevalier‘ → ‚[dem Chevalier]‘
- S. 269: ‚meiner Natur noch‘ → ‚[meiner Natur nach]‘
- S. 280: ‚Mai 836‘ → ‚[Mai 1836]‘
- S. 326: ‚Ihres Herzens‘ → ‚[ihres Herzens]‘
- S. 342: ‚ohne zutäppisch zu werden‘ → ‚[ohne zu täppisch zu werden]‘
- S. 359: ‚Varnhagens‘ → ‚[Varnhagen’s]‘
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