Killinger, K. A. Freiherr von.
Geboren 1802 zu Heilbronn, Sohn eines früher beim Regiment Hohenlohe in Breslau gestandenen, nachmals (1809) als badischer Major auf dem Schlachtfelde gebliebenen Vaters, studirte Jurisprudenz, machte das Staatsexamen, — trat jedoch nicht in die Praxis, sondern widmete sich, in Karlsruhe lebend, den Wissenschaften ganz und gar; wobei er hauptsächlich neben dem Studium verschiedener Litteraturen, die englische sich auf’s Innigste vertraut machte. Unter dem Autornamen K. v. Kreling hat er sich und seinen Arbeiten im Inlande wie im Auslande hohe Achtung erworben. („Among the most intelligent of the Germans who had favoured us with their acquaintance at Carlsruhe, was Herr von K....... His mastery of our language was perfect; his knowledge of its modern literature greatly beyond that of most of my countrymen“ etc. New Monthly-Magazine, April 1855.)
Auf diesem mit Fleiß und Glück verfolgten Wege gewann Hr. v. K. auch Tieck’s Zuneigung und Achtung; jede Reise des Letzteren nach Baden-Baden gab Gelegenheit in Karlsruhe zu verweilen, und ihr freundschaftliches Verhältniß durch persönlichen Verkehr auffrischend zu beleben.
Englische Bibliothek, 6 Bde. (1834–38.) Diese bringt Bearbeitungen erzählenden, lebensgeschichtlichen, reisebeschreibenden Inhaltes, von ihm allein verfaßt. — Erin, 6 Bde. (1847–49) Lebensgeschichten irischer Schriftsteller, Erzählungen derselben u. s. w. Mährchen, Legenden und Sagen. (Zu dieser Sammlung, über welche Grimm im 3ten wissenschaftl. Theil der Kinder- und Hausmährchen pag. 393–95 redet, gab Herrn v. K.s naher Verwandter und vieljährig vertrauter Freund Ludw. Uhland die Anregung.) —
Harris’ Gesandtschaftsreise nach Schoa, 2 Bde. (1845.) mit wissenschaftl. Erläuterungen begleitet. — Ausgewählte Englische Synonymen, (1854.) — als Beigabe dazu: Englische Etymologieen; eigene Forschungen über die Ursprünge und Ableitungen der engl. Sprache. — Auch war Hr. v. K. thätiger Mitarbeiter am großen Hilpert’schen Deutsch-Engl. Wörterbuch und alleiniger Verfasser des „Nachtrags“ (1857) zu demselben; ebenso am Londoner Athenäum, und an andern Zeitschriften.