Fußnoten

[1] Es ist das lokale Komitee der politischen Partei gemeint, zu der Jurii gehörte. Es galt als ein besonderes Verdienst, ihm anzugehören.

In Kürze erscheint im gleichen Verlage:

M. Artzibaschew

Millionen
und andere Novellen

Ein starker Band

Geh. Mk. 4.—, geb. Mk. 5.50

Tritt in Ssanin die Tendenz des Buches etwas zu sehr in den Vordergrund, so haben wir es hier in diesem Novellenbande mit novellistischen Meisterwerken zu tun, die Artzibaschew in die erste Reihe russischer Erzähler stellen.

Anna Croissant-Rust

Winkelquartett

Eine komische Kleinstadtgeschichte

Geh. Mk. 4.—, geb. Mk. 5.—

Gabriele Reuter schreibt über das Buch in einem 7spaltigen Feuilleton der Neuen Freien Presse in Wien vom 26. September 1908 unter dem Titel:

„Eine moderne Humoristin“

unter anderem:

„Zu diesen Lebenshumoristen mit der großen, freien menschlichen Seele und dem Mut zu jeder Entdeckung hat sich nun doch eine Frau gesellt. Trotz aller gegenteiligen Theorieen, welche ihr die Existenz eigentlich verbieten, hat sie sich hingesetzt und ein Buch geschrieben, das zu den wenigen, wirklich guten humoristischen Romanen der Jetztzeit gehört. Die Frau heißt Anna Croissant-Rust und ihr Buch ist das Winkelquartett. „Anna Croissant-Rust?“ fragt manch ein Leser zögernd, „kenne ich den Namen? Erinnere mich nicht — wird wohl ein Erstlingswerk sein.“ Verzeihung — nein! Ein solches Buch schreibt man nicht, wenn man jung ist, schreibt man nicht als Erstlingswerk. Dazu ist diese Menschenschilderung viel zu reif, dazu ist die künstlerische Luft viel zu klar und herbe, trotz aller blitzenden Sonnenlichter, die in Stil und Darstellungsart hin und wieder spiegeln. So souverain gelassen sieht man die Welt nur in ersten Septembertagen, wenn die schwülen Sommergewitter vorübergerauscht sind und alle Bäume fruchtbeladen winken. — — (Nun folgt eine eingehende Analyse des Inhalts, voll größter Bewunderung über das Buch und zum Schluß fährt Gabriele Reuter fort): Das Winkelquartett ist eine so durch und durch originelle Schöpfung, daß es betrübend für das Urteil des Publikums wäre, wenn sie nicht die ihr gebührende Beachtung fände.“

Im gleichen Verlage erschienen:

Otto Julius Bierbaum

Prinz Kuckuck

Leben, Taten, Meinungen und Höllenfahrt
eines Wollüstlings

In einem Zeitroman

3 Bde geh. Mk. 15.—, geb. Mk. 18.—, Luxusausgabe Mk. 30.—.

Fritz Engel im „Berliner Tageblatt“:

„Ein strotzendes Buch, aus dem das Leben wie in tausend Lichtern ins Auge des Beschauers zurückfällt. Der beste Erziehungsroman der letztjährigen Literatur und hocherhaben über alle die Götz Kraffts, die nun durch die Leihbibliotheken spuken. Ein Zeitroman, in dem sich der gehetzte, zwischen Totem und Werdendem hin und her gerissene Charakter der Gegenwart spiegelt ... So sage ich noch einmal: ein starkes, männliches, ernstes Buch, trotz aller Schelmereien. Reif wie es ist, möge es nicht in unreife Hände fallen. Es gehört in die Hände der Erzieher. Nicht in die der Mucker, die unreif bleiben selbst mit grauen Haaren. Sie würden an Bierbaum ein Ketzergericht vollziehen wollen, weil er auf gewisse Entartungen der Zeit mit ruhiger Sachlichkeit und — nebenbei bemerkt — mit stupender Darstellungskunst hinweist.“

Weitere Urteile über

Prinz Kuckuck

Leonhard Adelt in der „Neuen Hamburger Zeitung“:

„... Alles aber wird weit in den Schatten gestellt durch den einleitenden Abschnitt von der Mutter, der schon im Stil eine Novelle für sich bildet — eine Meisternovelle, graziös, mokant, geistreich, schillernd und sprühend, ein Stück Welt, gesehen durch eine originelle, dichterische Natur, in einem köstlichen, geschliffenen und verzierten Spiegel.“

Fritz Droop in der „Dortmunder Zeitung“:

„... Es ist ein reifes kraftvolles Buch, das nicht zuletzt dem Berufserzieher eine Fülle von Anregungen und manche ernste Lehre gibt ... Wer die wahren Schäden unserer Zeit kennt und sich nicht fürchtet, dieses zu bekennen, der wird Bierbaums neuen Roman mit noch größerer Freude begrüßen wie einst den Stilpe. Lest dieses Buch!“

Dr. Ludwig Finckh in den „Propyläen“:

„... Seid stille: Stilpe, der alte Stilpe, hat den Mund wieder aufgetan. Das ist ein Ereignis in Deutschland, denn wir haben alle seit Jahren eine Lustanwandlung und Sehnsucht danach gehabt, ihn wieder zu begrüßen. Der junge Stilpe heißt Prinz Kuckuck, seine Geschichte ist nicht bloß die eines einzelnen Menschen, sondern die einer ganzen Zeit mit ihren Ansätzen, Ausläufern und Entwicklungen ... Eins ist gewiß, keiner handhabt heute in Deutschland den galanten Roman so in aller Grazie wie Bierbaum; es ist sein wahres Element und er ist unübertroffen. Ein Buch voll Freude am schönen, am abenteuerlichen, lebendigen Leben, darin das Blut rauscht hin und her und seine Gefäße oft zu sprengen droht.“

„Als Ausströmung einer reichen Seele, als Dokument von Johannes Schlafs innerer Persönlichkeit ist dieser Roman ein ungewöhnliches und großenteils stark fesselndes Buch.“

(Kunstwart).

Willi Rath urteilt so an der Spitze einer langen Besprechung über

Johannes Schlaf

Der Prinz

Roman in zwei Bänden

Broschiert 8.— Mk., gebunden 10.— Mk.

und ähnlich und noch mehr anerkennend eine Reihe von maßgebenden Schriftstellern, z. B.

Professor Dr. Ludwig Geiger in „Die Zeit“:

„Ich erkläre es für das tüchtige Buch eines Denkers. Eines Denkers mehr als eines Dichters. Denn wenn auch der Dichter in einzelnen Episoden (Naturschilderungen, Liebesszenen) das Wort führt — auch der Humorist macht sich geltend in der Zeichnung eines kleinen Krämers aus Halle und der Figur eines Sonderlings, Traugott Taube, eines bemoosten Hauptes, der Zahnarzt werden will, der in allerlei Schrullen verfällt — das Hauptwort hat der Denker ... Das Werk ist gedankenreich, voll trefflicher Episoden, bietet eine ausgezeichnete Entwicklungsgeschichte, lebensvolle Zeichnungen von Menschen und Gegenden ...

Gegenüber den zahlreichen widerwärtigen und unerfreulichen Erscheinungen der modernen Romanliteratur ein erfreuliches Buch, das man nicht als Lesefutter bezeichnen, sondern als ein literarisches Werk anzusprechen und einzuordnen hat.“

Rudolf Huch

Die beiden Ritterhelm

Roman

Geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 5.—

In einer umfangreichen Kritik schreibt Willy Rath in der Täglichen Rundschau:

„Die beiden Ritterhelm“ sind ein sehr ernstes und doch heiter anmutendes Buch, ein Werk schönster Reife. Zwei, eigentlich drei Sprossen einer Patrizierfamilie werden mit kundiger Liebe und zugleich mit gelassener Sachlichkeit dargestellt ... In der Darstellung selbst und ebenso zwischen Darstellung und Stoff herrscht eine undurchbrochene Einheit, als sei das Ganze mühelos in einem Zuge heruntergeschrieben. Und der Einheit gesellt sich eine außerordentliche Feinheit, die in diskretester Form sehr bedeutsame psychologische und gesellschaftkritische Ausblicke eröffnet. „Die beiden Ritterhelm“ — so darf prophezeit werden — gehören im literarischen Heute zu dem wenigen, das bleiben wird.

Druck von Mänicke & Jahn, Rudolstadt

Anmerkungen zur Transkription

Fußnoten wurden am Ende des Buches gesammelt.

In den Materialien zum Verbot des Buches (Seiten VII-LXX) wird wiederholt auf Seiten im Vorwort des Übersetzers (Seiten LXXI-LXXVIII) verwiesen. Diese Verweise beziehen sich auf die Seitenzahlen in den Ausgaben vor dem Verbot, in denen sich das Vorwort auf den Seiten VII-XIV fand. Zu den entsprechenden Seitenangaben müssen also in der vorliegenden Ausgabe 64 hinzugezählt werden.

In der Druckvorlage auf [Seite 54] war die Zeile „[Jurii verfolgte ihn mit glänzenden Augen; er]“ mit der Zeile „[Jurii konnte sich noch immer nicht diesen]“ auf [Seite 62] vertauscht. Außerdem war die Zeile „[spazieren gegangen, hatte immer dieselben herrlichen]“ auf [Seite 401] an das Ende des vorhergehenden Absatzes verschoben.

In [Kapitel XVIII] setzt Ssanin Lyda auf eine „[Hecke]“, was unlogisch erscheint. Die richtige Übersetzung für den entsprechenden Ausdruck im russischen Original wäre aber „Flechtzaun“ oder einfach „Zaun“. Dies wurde hier dennoch beibehalten wie in der Buchvorlage.

Häufig fehlende Fragezeichen wurden nach Abgleich mit dem russischen Original ergänzt.

Andere offensichtliche Fehler wurden stillscheigend korrigert. Die variierende Transliteration häufig vorkommender russischer Personennamen wurde vereinheitlicht (nicht verwendete Formen in Klammern):

Anatoli (Anatol, Anatole)
Jurii (Juri)
Kusma (Kußma)
Pjotr (Peter)
Schawrow (Schaffrow)

Weitere Änderungen, teilweise unter Zuhilfenahme des russischen Originaltextes, sind hier aufgeführt (vorher/nachher):