Anhang.

Ballade.[13]

shairi la bwana Prinzi.

1. sasa ntawakhubiri

1. Ihr, die ihr noch nicht wißt,

khabari zilizojiri

Was hier sich zugetragen,

toka mwanzo na akheri

So wie’s die Wahrheit ist,

zote pia ntawambia.

Will ich euch alles sagen.

2. moyo umetanaffasi

2. Zwar ist mir herzlich bang,

wala sina wasiwasi

Ob mir dies wird gelingen

sifu za bwana Prinzi

Auf Prince einen Lobgesang

sasa ntawahadithia.

Will ich euch allen singen.

3. ntamsifu kwelikweli

3. Zu euch, die fern von hier,

hatta na walio mbali

Sein Lob auch Weg soll finden.

wayasikie makali

Drum lauschet alle mir,

yote nitayowambia.

Ich will sein Lob verkünden.

4. Prinzi ni mtu mwema

4. Prince ist ein guter Mann,

ana wingi wa heshima

Dem viele Ehr’ gebühret.

wala sipati kusema

Doch ich nicht sagen kann,

nanyi mnajionea.

Ob ihr davon erführet.

5. Prinzi mtu mkali

5. Prince ist ein tapf’rer Mann;

anayo nyingi akili

Verstand und Mut nicht fehlen.

tazameni na dalili

Seht als Beweis euch an

mamboye yatawelea.

Seine Taten, die alles erzählen.

6. Prinzi mtu thabiti

6. Prince ist der richt’ge Mann,

aogopwa barra Afriti

Ohn’ ihn es schlimm aussähe.

Wahehe na Wamafiti

Zur Ordnung hält er an

adabu zimewengia.

Mafiti und Wahehe.

7. aingiapo vitani

7. Er ist ganz umgetauscht,

hana akili kitwani

Wenn in den Kampf er zieht.

umthanni sakrani

Er scheint von Wein berauscht,

jinsi anavoghasia.

Und alles vor ihm flieht.

8. Mzungu huyu thabiti

8. Er ist Europas Zier.

wala hahofu mauti

Sein Mut läßt sich nicht beugen.

twamjua watu woti

Wir kennen ihn alle dafür

kweli nnayowambia.

Und können es allen bezeugen.

9. wala sineni uwongo

9. Die Wahrheit ich euch bring’,

thabiti wangu utungo

Nichts ist daran verkehret.

sifa za huyu Mzungu

Und Princes Lob ich sing’,

ote tumezisikia.

Wie wir es alle gehöret.

10. Mzungu huyu shujaa

10. Die Wahehe, Prince sei dafür Lob,

Wahehe walitaa

Sich ihm unterwerfen kamen.

imeondoka khadaa

Der Wahn ist geschwunden drob

kwa Wahehe ote pia.

Den Wahehe allen zusammen.

11. Prinzi ana bahati

11. Viel Geschick hat Prince, unser Herr,

wala kunena sipati

Euch brauch’ ich es kaum noch singen,

nawambiani kwa oti

Doch möcht’ ich es übers Meer

Ulaya jermania.

Nach Europa den Deutschen bringen.

12. maneno yangu ni kweli

12. Exzellenz v. Schele nur fragt

mwuzeni von Scheli

Wollt unwahr mein Wort ihr finden

atawapani dalili

Denselben Bericht er euch sagt;

na khabari yote pia.

Die Beweise wird er euch verkünden.

13. yafaa kuheshimiwa

13. Prince neue Würden erlang.

na daraja kuzitiwa

Er verdienet gar viele Ehren.

kupawa na umayoa

Er erhalte den höchsten Rang,

zama ataporejea.

Wenn nach Haus er zurück wird kehren.

14. ni hayo yangu maneno

14. Er hatte hier schwere Zeit,

eme toa bika kwa mno

Wie keiner in der Runde.

wala hapana mfano

Drum erklinget weit und breit

nami najimsifia.

Sein Lob aus jedem Munde.

15. tafathali bana Scheli

15. Mit ihm zum Herrscher zu geh’n,

sultani mkabili

Bitt’ ich dich, bana Schele;

mwenende wote wawili

Und alles, was wir geseh’n,

umweleze yote pia.

Du ihm getreulich erzähle.

16. umwambie mtu mwema

16. Sag’ ihm, wie tüchtig er sei,

amwongezee heshima

Daß neue Ehr’ er ihm baue.

ampe na nyumba njema

Er gab ihm ein Haus, schön und neu,

apate kufurahia.

Damit er sich daran erfreue.

17. mwambie bana Kaisa

17. Sag’ es dem Kaiser an,

kalla neno aliweza

Der geben kann nach Gefallen.

naye ni mtu aziza

Er ist ja ein mächtiger Mann,

sultani wetu pia.

Der Herrscher von uns allen.

18. tamati ntawakifu

18. Doch gekommen bin ich zum End’,

ya Prinzi kumsifu

Daß Princes Lob ich euch singe.

ni huo wake wasifu

Sein Verdienst, das jeder hier kennt,

ote nimesha wambia.

Ist wahr, so wie ich’s euch bringe.

19. nnakuaga kwa heri

19. Und nun sei der Abschied gemacht;

nasikia wasafiri

Ich höre, du willst verreisen.

nimetunga ushairi

Ich habe in Verse gebracht,

sifa zako zote pia.

Was wir alle hier an dir preisen.

20. wakatabahu hakiri

20. Der Dichter des Lied’s ist gering,

Baraka bin Shomari

Mbaraka, Sohn des Shamari.

ndio mtunga shairi

Ich euch allen das Lied hier sing’,

mwanzo hatta akhiria.

Von Anfang bis zu Ende.


E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW., Kochstr. 68–71.


Skizze der Reiseroute der Frau v. Prince in Deutsch-Ostafrika.

Lageplan von Sakkarani, des jetzigen Besitztums.

Verlag der Königl. Hofbuchhandlung E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW., Kochstr. 68–71.

[❏
GRÖSSERES BILD]


Fußnoten:

[1] Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage) Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika.

[2] Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.

[3] Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische Husarenuniform.

[4] Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4 m, kenne ich nur an der Ulanga-Niederung in größeren Partien.

[5] Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.

[6] Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht, was sie taten. — —“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.

[7] Kanzu = langes weißes Negerhemd.

[8] Seitdem an Malaria gestorben.

[9] Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet. Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.

[10] Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.

[11] Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.

[12] Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf einer Elefantenjagd.

[13] Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.