Vorwort.
Was ich hier von meiner Reise »Nach dem fernen Westen« und im nächsten Band »Im Gold- und Silberland« schildere, ist lediglich eine Erzählung persönlicher Erlebnisse und erhebt keinen Anspruch auf geschichtlichen Wert oder philosophische Tiefe. Trotzdem bieten diese Bücher einige Belehrung und zwar Belehrung über einen interessanten Abschnitt in der Geschichte des fernen Westens, über welchen bis jetzt noch niemand auf Grund eigener Anschauungen und Erlebnisse Bericht erstattet hat. Ich meine damit Entstehung, Wachstum und Höhepunkt des Silberfiebers in Nevada. Es ist dies eine in mancher Beziehung merkwürdige Erscheinung, die bis jetzt die einzige ihrer Art in jenem Lande geblieben ist und dies voraussichtlich auch für alle Zukunft bleiben wird.
Ja, alles in allem, enthalten diese Bücher sogar recht viel Belehrendes. Es thut mir dies herzlich leid, allein es läßt sich wirklich nicht ändern; die Belehrung dringt mir eben, wie es scheint, zu allen Poren heraus. Ich hätte oft gerne alles darum gegeben, meine Kenntnisse für mich behalten zu können, aber es geht nun einmal nicht. Je mehr ich die Quellen verstopfe, desto mehr Belehrung sickert durch. Deshalb kann ich vom Leser nur Nachsicht, keine Verzeihung erwarten.
Die Illustrationen zu »Nach dem fernen Westen« und dem V. Band: »Im Gold- und Silberland« sind von Albert Richter in Langebrück bei Dresden gezeichnet worden. Es dürfte kaum ein anderer deutscher Künstler so sehr befähigt gewesen sein, für die besondere Aufgabe, die diese Bände stellten, als Albert Richter. Richter war nicht nur bekannt mit Land und Leuten des »fernen Westens«, er besaß auch ein ganz besonderes Talent für die Darstellung der wilden und malerischen Romantik jener eigenartigen Welt, die Mark Twain hier schildert. Der geniale und liebenswürdige Künstler wurde in der Nacht vom 22. auf 23. Juni aus seinem Schaffen durch einen jähen Tod herausgerissen, nachdem er die Zeichnungen zum V. Band nahezu vollendet hatte. Das Bild des toten Reiters (siehe V. Band, »Ritters Geschichte«) war eines der letzten Bilder, die seine Hand geschaffen. Die wenigen Lücken, die der Meister hinterlassen, sind von H. Schrödter, dem Illustrator der übrigen Bände, ergänzt worden.
Stuttgart 1898.
Der Verleger.