Gluthitze in Australien.

(In leisem Flüsterton zu lesen, wenn die Lichter gelöscht sind.)

Die Bombola schmachtet im Bowral Baum,

Wo Mullengudgerys Feuerbrand

Vom Hauch Coolgardies berührt wie im Traum

Gespenstisch noch glüht’, als der Tag verschwand.

Und Murriwillumbas Klagelied

Tönt in den Lauben von Woolloomooloo

Wollongong sehnt sich im öden Gebiet

Nach den wonnigen Gärten von Jamberoo.

Das Wallaby seufzt nach dem Murrumbidgee,

Nach dem samtweichen Rasen von Munno Parah,

Wo die heilenden Wasser von Muloowurtie

Vorüberfluten bei Yaranyacka.

Um Wolloway trauert des Koppios Herz,

Er sehnt sich heimlich nach Murrurundi.

Der Whangerou Wombat in bitterm Schmerz

Sieht sich verbannt aus Jerrilderie.

Der Teawamut Tumut vom Wirrega-Tal,

Die Nangkita Schwalbe, der Wallaroo Schwan,

Sie hoffen auf Timarus Schatten zumal,

Auf Mittagongs Duft und der Ruhe Nahn.

Der Keoringa Büffel verschmachtet schier,

Der Hauraki keucht in der Sonnenglut,

Der Kongorong floh ins Schattenrevier,

Doch im Todesschlaf der Goomaroo ruht.

Auf Moorooroos Flur in dem Höllenbrand

Stirbt, ach! der Yatala Wangary hin;

Und den Worrow Wanilla zum Waldesland

Von Woolgoolga sieht man verzweifelnd fliehn.

Nangwarry irrt einsam, Coonamble vergeht,

Tungkillo Kuitpo legt Trauerkleid an.

Kein rettender Windhauch aus Whangarei weht,

Kein West zieht aus Booleroo kühlend heran.

Myponga, Kapunda, o schlummert nicht mehr!

Yankalilla, Parawirra, erwacht!

Vernimm’s Killanoola – der Tod schleicht umher

Auf Penolas Warnung gib acht!

Schon sind Tongariro und Wakatipu,

Cootamundra, Kaikoura, verbrannt,

Von Onkaparinga bis Oamarou

Steht in Flammen Toowoombas Land.

Paramatta und Binnum, sie gingen zur Ruh’,

Mundoora Taroom ward ihr Grab.

Kawakama, Takee – der Rasen deckt zu,

Was es Schönstes auf Erden einst gab.

Narrandera trauert; dem liebenden Laut,

Gibt Camaroo Antwort nicht mehr;

Wo einst man Goolwa, Woolundunga erschaut,

Ist alles öde und leer.

Die Wörter sind für die Poesie wie geschaffen; bessere habe ich mein Lebtag nicht gehört. Die Liste umfaßt einundachtzig Stück, aber ich habe nicht alle gebraucht und mir nur vierundsechzig herausgegriffen. Mir scheint, das ist ein gehöriges Bündel für jemand, der nicht Dichter von Beruf ist. Vielleicht wäre es einem Hofpoeten besser gelungen, aber ein Hofpoet bezieht auch Gehalt. Wenn ich Verse mache, bekomme ich nichts dafür, im Gegenteil, es kostet mich oft noch Geld. Das beste Wort im ganzen Verzeichnis, das auch am melodischsten girrt und gluckst ist Woolloomooloo. So heißt ein Ort in der Nähe von Sydney, ein Lieblingsziel für Vergnügungsausflüge. Es sind nicht weniger als acht o in dem Namen.

Schluß der 1. Abteilung.