Elftes Kapitel.
Der nächste Monat war für uns alle sehr traurig. Die arme Benny nahm sich zusammen, so gut sie konnte; auch Tom und ich trugen unser möglichstes zur allgemeinen Aufheiterung bei, aber das half wenig. Wir besuchten die alten Leute jeden Tag, was furchtbar trübselig war. Onkel Silas hatte meist schlaflose Nächte oder er wandelte im Schlaf; sein Aussehen war erbärmlich, auch nahm er körperlich und geistig so sehr ab, daß wir alle fürchteten, er würde vor Kummer krank werden und sterben.
Wenn wir ihm Mut zusprachen, schüttelte er nur den Kopf und meinte, wir wüßten nicht, welche Last es wäre, einen Mord auf der Seele zu tragen, sonst würden wir anders reden. Wie oft wir ihm auch wiederholten, daß es kein Mord, sondern fahrlässiger Todschlag wäre, er ließ sich nicht davon abbringen. Ja, als der Tag der Verhandlung näher rückte, war er ganz bereit einzugestehen, er habe den Mann mit Vorbedacht getötet. Das verschlimmerte die Sache natürlich hundertfach; Tante Sally und Benny verzehrten sich fast vor Angst. Doch nahmen wir Onkel das Versprechen ab, daß er im Beisein anderer keine Silbe von dem Mord sagen wolle und das war wenigstens ein Trost.
Den ganzen Monat über zerbrach sich Tom den Kopf, um einen Ausweg zu finden. Viele Nächte mußte ich mit ihm aufbleiben und Pläne schmieden, aber wir arbeiteten uns nur unnütz ab, es führte alles zu nichts. Ich war zuletzt so mutlos und niedergeschlagen, daß ich Tom riet es aufzugeben; doch er war anderer Meinung und ließ nicht nach, sich mit immer neuen Entwürfen das Hirn zu zermartern.
So kam Mitte Oktober der Tag der Gerichtsverhandlung. Wir waren alle da und der Saal natürlich gedrängt voll. Der arme alte Onkel Silas sah selbst fast aus wie ein Toter, so hohläugig, abgezehrt und jämmerlich. Benny und Tante Sally saßen ihm rechts und links zur Seite, tief verschleiert und gramerfüllt. Aber Tom saß bei unserm Verteidiger und redete in alles mit herein; der Anwalt ließ ihn gewähren und der Richter auch. Manchmal hielt er’s für besser, dem Verteidiger die Sache ganz aus der Hand zu nehmen, denn der war nur ein Winkeladvokat und verstand so gut wie gar nichts.
Die Vereidigung der Geschworenen war vorüber und der öffentliche Ankläger hielt seine Rede. Er sagte so schreckliche Dinge von Onkel Silas, daß Tante Sally und Benny zu weinen anfingen. Was er über den Mord berichtete, nahm uns fast den Atem, es war so ganz anders als Onkels Erzählung. Er sagte, er werde beweisen, daß zwei zuverlässige Zeugen gesehen hätten, wie Onkel Silas den Jupiter Dunlap umgebracht habe. Es sei mit Vorbedacht geschehen, denn er habe gerufen, er wolle ihn kalt machen, während er mit dem Knüttel zuschlug, dann habe er Jupiter ins Gebüsch geschleppt, der sei aber schon ganz tot gewesen. Später sei Onkel Silas wiedergekommen und habe die Leiche ins Tabakfeld geschafft, was zwei Männer bezeugen könnten. In der Nacht habe er sie dann begraben und sei auch dabei von jemand beobachtet worden.
Ich sagte mir, der arme alte Onkel müsse uns belogen haben, weil er sich darauf verließ, daß ihn niemand gesehen hätte und er Tante Sally und Benny nicht das Herz brechen wollte. Daran hatte er ganz recht gethan; jeder, der nur das geringste Gefühl im Leibe hatte, würde auch gelogen haben, um den beiden, die doch gar nichts dafür konnten, Kummer und Herzeleid zu ersparen. Unser Verteidiger machte ein bedenkliches Gesicht und auch Tom war einen Augenblick wie auf den Mund geschlagen, doch nahm er sich rasch wieder zusammen und that ganz zuversichtlich – aber es war ihm schlecht dabei zu Mute, das weiß ich. Unter den Zuhörern entstand eine furchtbare Aufregung während der Rede.
Als der Ankläger fertig war, setzte er sich und die Zeugen wurden aufgerufen. Zuerst kamen mehrere um zu beweisen, daß Onkel Silas dem Ermordeten feindlich gesinnt gewesen war. Sie sagten, sie hätten ihn öfters Drohungen gegen Jupiter ausstoßen hören; es sei zuletzt so schlimm geworden, daß alle Welt darüber gesprochen habe. Der Ermordete, dem um sein Leben bangte, habe gegen mehrere von ihnen geäußert, Onkel Silas würde ihn gewiß noch einmal umbringen.
Das Kreuzverhör, das Tom und unser Verteidiger mit diesen Zeugen anstellten, nützte nichts; sie beharrten bei ihrer Aussage.
Zunächst betrat Lem Beebe den Zeugenstand. Das rief mir den Tag unserer Ankunft ins Gedächtnis, wie Lem mit Jim Lane an uns vorbeigegangen war und gesagt hatte, er wollte sich einen Hund von Jupiter Dunlap borgen. Alles zog wieder an meiner Erinnerung vorüber: Bill und Hans Withers, die von einem Neger redeten, der Onkel Silas Korn gestohlen hatte, und unser Geist, der aus dem Ahornwäldchen kam und uns so erschreckte. Der saß jetzt leibhaftig vor mir und nahm als Taubstummer und Fremder obendrein einen besondern Stuhl innerhalb der Schranken ein; da konnte er gemütlich die Beine übereinander schlagen, während die übrigen Zuhörer so zusammengepfercht waren, daß sie kaum Platz zum Atemholen hatten.
Lem Beebe leistete den Eid und begann: »Am zweiten September gegen Sonnenuntergang ging ich mit Jim Lane am Zaun des Angeklagten vorbei. Da hörten wir lautes Reden und Streiten, ganz in unserer Nähe, nur das Haselgebüsch war dazwischen. Wir erkannten die Stimme des Angeklagten, welche rief: ›Ich hab’ dir’s oft gesagt, ich bringe dich noch um!‹ dann sahen wir einen Knüttel, der hoch emporgehoben wurde und wieder hinter dem Gebüsch verschwand; wir hörten einen dumpfen Schlag und gleich darauf ein Aechzen. Nun krochen wir leise näher und als wir durch den Zaun guckten, sahen wir Jupiter Dunlap tot am Boden liegen und neben ihm stand der Angeklagte mit dem Knüttel in der Hand. Er schleppte die Leiche fort, um sie zu verbergen; wir aber duckten uns, damit wir nicht gesehen würden und machten, daß wir wegkamen.«
Es war schrecklich. Den Zuhörern erstarrte fast das Blut in den Adern und im ganzen Saal herrschte lautlose Stille. Erst als der Zeuge fertig war, hörte man die Leute seufzen und stöhnen und sie sahen einander mit entsetzten Mienen an.
Am meisten mußte ich mich aber über Tom verwundern. Bei den ersten Zeugen hatte er aufgepaßt wie ein Schweißhund und sobald einer mit seiner Aussage zu Ende war, fuhr er drauf los und that alles, was er konnte, um ihn auf Unwahrheiten zu ertappen und sein Zeugnis zu entkräften. Auch jetzt, als Lem anfing und nichts davon sagte, daß er mit Jupiter gesprochen hatte und sich seinen Hund borgen wollte, glühte Tom vor Eifer und ich merkte, wie er nur darauf lauerte, Lem ins Kreuzverhör zu nehmen. Dann dachte ich, würden wir beide als Zeugen auftreten und erzählen, was wir aus Lems eigenem Munde gehört hatten. Ich sah wieder zu Tom hin, aber der war auf einmal wie ausgewechselt. Er hörte gar nicht mehr auf das, was Lem sagte, sondern saß ganz in sich versunken da, als schweiften seine Gedanken in weiter, weiter Ferne. Als Lem fertig war, stieß unser Verteidiger Tom mit dem Ellenbogen an; einen Augenblick sah er verwirrt auf und meinte: »Nehmen Sie den Zeugen ins Verhör, wenn Sie wollen; aber mich lassen Sie in Ruhe – ich muß nachdenken.«
Na, da hörte doch alles auf; es ging über meine Begriffe. Ich sah auch wie Benny und ihre Mutter den Schleier zurückschoben und mit angstvoller Miene nach Tom hinschauten, um seinem Blick zu begegnen, aber sie bemühten sich vergebens, er starrte immer nur auf einen Fleck. Der Winkeladvokat nahm zwar den Zeugen vor, brachte aber nichts heraus und verdarb die Geschichte noch vollends.
Dann wurde Jim Lane aufgerufen; er erzählte den Vorgang genau ebenso. Tom aber gab gar nicht acht; er saß noch immer in tiefen Gedanken da und merkte nicht, was um ihn her vorging. Der Verteidiger mußte wieder ganz allein fragen, und auch das Ergebnis war das gleiche. Nun schaute der öffentliche Ankläger sehr befriedigt drein, aber der Richter machte ein verdrießliches Gesicht, denn Tom versah fast die Stelle eines richtigen Advokaten. In Arkansas durfte der Angeklagte nämlich nach dem Gesetz wen er wollte, zum Beistand seines Verteidigers wählen. Tom hatte Onkel Silas überredet, ihm den Fall anzuvertrauen, und nun that er nichts zur Sache, was dem Richter natürlich unangenehm war.
Schließlich fragte der Verteidiger Lem und Jim: »Warum habt ihr nicht gleich angezeigt, was ihr gesehen hattet?«
»Wir fürchteten, selbst in die Sache verwickelt zu werden,« lautete die Antwort. »Als wir aber hörten, daß nach dem Leichnam gesucht wurde, sind wir gleich zu Brace Dunlap gegangen und haben ihm alles erzählt.«
»Wann war das?«
»Samstag abend, den 9. September.«
Hier ließ sich der Richter vernehmen:
»Sheriff,« sagte er, »verhaften Sie diese beiden Zeugen als Hehler des Mordes.«
»Herr Richter,« rief der Ankläger in großer Erregung, »ich erhebe Einspruch gegen dieses außergewöhnliche – –«
»Setzen Sie sich,« erwiderte der Richter und legte sein Dolchmesser vor sich auf den Tisch. »Ich bitte, daß Sie dem Gerichtshof die schuldige Achtung erweisen.«
Der nächste Zeuge war Bill Withers.
Nach seiner Vereidigung sagte er aus: »Ich kam am Samstag den 2. September gegen Sonnenuntergang mit meinem Bruder Hans am Feld des Gefangenen vorbei, da sahen wir einen Mann, der eine schwere Last auf dem Rücken trug. Wir konnten ihn nur undeutlich sehen, aber es schien, als schleppe er einen Menschen, dessen Glieder so schlaff herabhingen, daß wir meinten, er müsse wohl betrunken sein. Nach dem Gang des Mannes zu urteilen, war es Pastor Silas und wir dachten, er hätte vielleicht den Trunkenbold Sam Cooper, den er schon lange zu bessern versucht, im Straßengraben gefunden und schaffte ihn nun nach Hause.«
Den Leuten grauste, als sie sich vorstellten, wie der alte Onkel Silas den Ermordeten in seine Tabakpflanzung geschleppt hatte, wo der Hund hernach die Leiche aufwühlte. Viel Mitgefühl war aber nicht in den Gesichtern zu lesen, und einer sagte zu seinem Nachbar: »Schauderhaft, den Toten so herumzutragen und dann im Boden zu verscharren, wie das erste beste Tier – und so was kann ein Pastor thun!«
Auch diesen Zeugen mußte der Verteidiger allein vornehmen; Tom war wie blind und taub, er rührte sich nicht.
Nach Bill kam Hans Withers und wiederholte alles, was sein Bruder gesagt hatte.
Dann wurde Brace Dunlap aufgerufen. Der sah so kummervoll aus, als ob ihm das Weinen nahe wäre. Im Saal entstand eine große Bewegung; alle horchten auf, um ja kein Wort zu verlieren; die Weiber flüsterten: »Der arme Mensch!« und viele sah man sich die Augen trocknen.
Brace Dunlap leistete den Eid, dann sagte er:
»Ich war schon lange in Sorge um meinen armen Bruder, doch hoffte ich immer noch, die Sachen stünden nicht so schlimm wie er sie schilderte. Wie hätte ich auch denken sollen, daß es irgend jemand übers Herz bringen würde, einem so harmlosen Geschöpf ein Leid anzuthun. Und daß gar der Pastor ihm nach dem Leben trachtete, konnte mir gar nicht in den Sinn kommen. Aber nie, nie werde ich mir vergeben, daß ich der Sache nicht gleich ein Ende gemacht habe; hätte ich das gethan, so wäre mein armer unschuldiger Bruder heute noch am Leben, und nun liegt er dort drüben – grausam ermordet.« Die Rührung übermannte ihn; er mußte eine Weile warten, weil ihm die Stimme versagte. Von allen Seiten wurden teilnahmvolle Worte laut und die Weiber weinten. Dann entstand eine feierliche Stille; nur der arme alte Onkel Silas stöhnte aus tiefster Brust, so daß es jedermann hörte.
Brace fuhr fort: »Samstag den 2. September kam er nicht zum Nachtessen heim. Als es spät wurde, schickte ich einen meiner Neger nach der Wohnung des Angeklagten; aber dort war mein Bruder nicht. Meine Unruhe wuchs; zwar legte ich mich zu Bette, aber an Schlaf war nicht zu denken. In der Nacht stand ich noch einmal auf, ging nach dem Hause des Angeklagten und irrte da lange umher in der Hoffnung, meinen armen Bruder zu treffen. Ach, ich wußte ja nicht, daß er schon aus aller Not in ein besseres Jenseits entrückt war.« Wieder versagte ihm die Stimme und man hörte die Weiber schluchzen. Bald nahm Brace einen neuen Anlauf: »Das Warten war vergebens. Ich ging heim und legte mich nieder. Ein paar Tage später gerieten die Nachbarn auch in Sorge und fingen an, von den Drohungen zu reden, die der Angeklagte ausgestoßen hatte. Ihre Ansicht, daß mein Bruder ermordet sei, teilte ich nicht; aber das Gerücht verbreitete sich, man fing an, nach der Leiche zu suchen. Ich war der Meinung, mein Bruder habe sich irgendwohin geflüchtet, um etwas Ruhe zu haben und er werde über kurz oder lang zurückkehren. Da kamen am Samstag den 9. Lem Beebe und Jim Lane noch spät abends zu mir und erzählten mir alles – so erfuhr ich den gräßlichen Mord, der mir fast das Herz brach. Zugleich erinnerte ich mich an einen Umstand, auf den ich vorher kein großes Gewicht legte, weil ich gehört hatte, der Angeklagte sei ein Nachtwandler und thue im Schlaf allerlei, wovon er kein Bewußtsein habe. In jener schrecklichen Nacht, am Samstag nämlich, als ich voll Sorge und Kummer umherirrte, kam ich auch an die Tabakpflanzung des Angeklagten und hörte ein Geräusch, als ob der Boden aufgegraben würde. Ich schlich näher und sah durch die Hecke einen Mann, der Erde in ein Loch schaufelte, das schon fast zugefüllt war. Er stand mit dem Rücken nach mir, aber im Mondlicht erkannte ich den Angeklagten an seinem alten grünen Arbeitskittel mit dem weißen Flicken zwischen den Schultern, der aussieht, als hätte ihn jemand mit einem Schneeball geworfen. Er war gerade beschäftigt, den Mann, den er erschlagen hatte, im Boden zu verscharren.«
Weinend und schluchzend sank Brace auf seinen Stuhl nieder und durch den ganzen Saal ging ein Klagegestöhn. »Wie schauderhaft, wie gräßlich!« klang es von allen Seiten; die Unruhe nahm mit jeder Minute zu. Da auf einmal erhob sich der alte Onkel Silas; er sah so weiß aus, wie ein Tuch und rief:
»Es ist alles buchstäblich wahr – ich habe ihn mit kaltem Blute umgebracht!«
Die Leute waren erst starr vor Schrecken, dann entstand ein wilder Lärm. Jeder sprang von seinem Sitze auf und reckte den Hals, um besser sehen zu können. Der Richter schlug mit dem Hammer auf den Tisch und der Sheriff kreischte: »Ruhe und Ordnung im Gerichtssaal – Ruhe!«
Von alledem schien Tom Sawyer nicht das mindeste zu merken. Wahrhaftig, da saß er, starrte ins Leere und schaute auch nicht ein einzigesmal nach Onkel Silas hin.
Unterdessen stand der alte Mann noch immer hoch aufgerichtet, mit glühenden Blicken und an allen Gliedern bebend da. Er wehrte seine Frau und Tochter ab, die sich an ihn klammerten und flehten, er solle schweigen. Nein, er wollte das Verbrechen nicht mehr auf der Seele haben, er wollte die Last abwälzen, unter der er erliegen mußte, keine Stunde länger wollte er sie tragen. Und während alle Zuschauer ihn entsetzt anstarrten, während der Richter, die Geschworenen, die Anwälte nach Atem rangen, während Benny und Tante Sally schluchzten, daß es einen Stein erbarmen konnte, floß dem alten Mann sein grausiges Bekenntnis über die Lippen, wie ein Strom, der aus seinen Ufern bricht:
»Ich habe ihn umgebracht. Ich bin der Schuldige! Doch hatte ich noch nie im Leben daran gedacht, ihm Schaden oder Leid zuzufügen, bis zu dem Augenblick, als ich den Stock erhob. Daß ich ihm schon früher gedroht haben soll, ist nicht wahr. Ganz plötzlich ward es mir eiskalt ums Herz, alles Mitleid war verflogen, ich wollte ihn töten und schlug zu. In dem Moment kam mir alles zum Bewußtsein, was ich erlitten hatte, aller Schimpf, den mir der Mann und sein schurkischer Bruder dort angethan, die zusammen darauf ausgegangen waren, mich bei den Leuten in Verruf zu bringen, mir den guten Namen abzuschneiden und mich solange zu quälen, bis ich eine That beging, die mich und die Meinigen ins Verderben stürzte, während wir ihnen doch, weiß Gott, nie etwas zuleide gethan hatten. Es war nichts, als gemeine Rache von ihnen. Und wofür? – Bloß weil meine arme unschuldige Tochter hier den reichen, frechen und feigen Nichtsnutz, den Brace Dunlap, nicht heiraten wollte, der jetzt solchen Schmerz um seinen Bruder heuchelt, dem er sein Lebtag nichts Gutes gegönnt hat. – In jenem Augenblick vergaß ich mein Seelenheil und dachte nur an meinen bittern Groll – ich schlug zu, um meinen Feind zu töten – verzeih mir’s Gott! – Sofort that mir’s von Herzen leid, mich überfiel die Reue; doch dachte ich an die Meinigen und um ihretwillen wollte ich meine Missethat verbergen. Erst schleppte ich die Leiche ins Gebüsch und später in das Tabakfeld. Im nächtlichen Dunkel schlich ich mich dorthin und begrub den Erschlagenen – –«
Auf einmal schnellte Tom von seinem Sitz in die Höhe: »Jetzt hab’ ich’s,« rief er triumphierend und streckte die Hand mit förmlich hoheitsvoller Gebärde nach dem alten Mann aus.
»Setz’ dich, Onkel! Es ist zwar ein Mord verübt worden, aber du bist’s nicht gewesen, der ihn begangen hat.«
Im Nu wurde es totenstill im Saal. Der Alte sank verwirrt auf seinen Stuhl; Tante Sally und Benny starrten Tom mit offenem Munde an und auch die übrigen Anwesenden wußten kaum, wo ihnen der Kopf stand, vor maßlosem Staunen und unbeschreiblicher Ueberraschung.
»Darf ich reden, Herr Präsident?«
»Um Gottes willen ja – so sprich doch!« rief der Richter, der seinen Ohren nicht traute.
Tom stand und wartete noch ein paar Sekunden – um die Wirkung zu erhöhen, wie er es nennt – dann begann er mit größter Gelassenheit:
»Seit etwa zwei Wochen ist hier vorn am Gerichtshause eine Bekanntmachung angeschlagen, in der eine Belohnung von 2000 Dollars für Wiedererlangung von zwei großen Diamanten geboten wird, die in St. Louis gestohlen worden sind. Die Diamanten sind zwölftausend Dollars wert. Doch darauf komme ich später zurück. Jetzt will ich von dem Mord reden und sagen, wie es dazu kam, wer ihn begangen hat – und alle Einzelheiten.«
Nein, wie sie alle die Köpfe vorstreckten und horchten, damit ihnen kein Wort entginge! –
»Der Mann hier, der jetzt so um seinen toten Bruder jammert, für den er, solange er lebte, keinen Pfifferling gegeben hätte, wie ihr recht wohl wißt – dieser Brace Dunlap wollte das junge Mädchen dort heiraten, aber sie nahm ihn nicht. Da drohte er Onkel Silas, das sollte ihnen noch allen teuer zu stehen kommen. Onkel wußte, daß er gegen solchen Mann nichts auszurichten vermochte; das ängstigte ihn sehr und er that alles Erdenkliche, um ihn zu besänftigen und wieder zu versöhnen. Er nahm sogar seinen nichtsnutzigen Bruder Jupiter als Arbeiter auf die Farm und sparte sich und den Seinigen den Lohn, den er ihm zahlte, am eigenen Leibe ab. Jupiter aber that alles, was sein Bruder nur ersinnen konnte, um Onkel Silas zu beleidigen, zu ärgern und zu quälen, damit Onkel sich vom Zorn fortreißen ließe und so um seinen guten Ruf kam. Der Plan gelang. Alle wandten sich von Onkel ab und glaubten den ausgestreuten Verleumdungen. Das nahm sich der alte Mann so zu Herzen, daß er vor lauter Kummer und Trübsal oft gar nicht recht bei Sinnen war.
»An jenem schrecklichen Samstag nun, kamen die zwei Zeugen Lem Beebe und Jim Lane an dem Acker vorüber, wo Onkel Silas und Jupiter bei der Arbeit waren – so viel von ihrer Aussage ist wahr, das übrige sind lauter Lügen. Sie haben weder Onkel Silas sagen hören, daß er Jupiter umbringen wollte, noch haben sie ihn den Schlag führen sehen. Den Leichnam haben sie auch nicht erblickt und ebenso wenig, daß Onkel etwas im Gebüsch verborgen hat. – Seht sie nur an, wie sie jetzt dasitzen und wünschen, sie hätten ihre Zungen besser im Zaum gehalten. Sie werden noch ganz andere Gesichter machen, wenn ich alles erst ins reine gebracht habe.
»An dem nämlichen Samstag abend haben Bill und Hans Withers gesehen, wie ein Mann den andern auf der Schulter fortschleppte. Soweit haben sie die Wahrheit gesprochen, das andere ist erlogen. Zuerst glaubten sie, ein Neger hätte dem Onkel Silas Korn gestohlen. – Seht nur, wie verdutzt sie jetzt dreinschauen, weil sie erfahren, daß jemand sie das hat sagen hören. Später ist’s ihnen sonnenklar geworden, wer die Leiche fortgeschafft hat, und sie wissen recht gut, warum sie hier vor Gericht geschworen haben, sie hätten Onkel Silas am Gang erkannt. Er war’s aber doch nicht, und das wußten die meineidigen Zeugen ebenfalls.
»Es ist möglich, daß ein Mann beim Mondenschein gesehen hat, wie der Leichnam in der Tabakpflanzung vergraben wurde – aber Onkel Silas hat nichts damit zu thun gehabt. Der lag zu selbiger Zeit daheim in seinem Bett.
»Ehe ich weiter erzähle, möchte ich die Anwesenden noch daran erinnern, daß viele Menschen, wenn sie tief in Gedanken geraten oder innerlich erregt sind, die Gewohnheit haben, irgend etwas mit ihren Händen zu thun, ohne es zu wissen. Sie fassen sich ans Kinn oder an die Nase, drehen an einem Knopf oder ihrer Uhrkette, streichen sich übers Haar oder den Bart. Manche zeichnen sich auch mit dem Finger ein Bild oder einen Buchstaben ins Gesicht. Das ist meine Manier. Wenn mich etwas quält oder ärgert, oder wenn ich recht nachdenke, male ich mir immerfort ein großes V auf die Backe oder das Kinn und meistens merke ich selbst gar nichts davon.«
Komisch! Mir geht das ebenso. Nur mache ich ein O. Ich sah auch, wie die Leute im Saal einander anstießen und zunickten, was so viel heißen sollte, wie: Ja, so ist’s!
»Am selben Samstag – nein, es war am Abend vorher –« fuhr Tom fort, »lag ein Dampfboot an der Landungsbrücke vierzig Meilen flußaufwärts von hier; es stürmte und regnete, was nur vom Himmel wollte. An Bord war der Dieb, der die zwei großen Diamanten gestohlen hatte, von denen die Bekanntmachung hier am Gerichtshaus redet. Er schlich sich mit seinem Reisesack ans Land, ging in die dunkle Sturmnacht hinaus und hoffte, diese Stadt mit heiler Haut zu erreichen. Allein auf dem Dampfboot hielten sich auch zwei seiner Genossen verborgen, welche, wie er wußte, nur auf die Gelegenheit lauerten, ihn umzubringen, um die Diamanten zu bekommen. Die drei Spießgesellen hatten die Edelsteine nämlich miteinander gestohlen, jener erste Dieb aber hatte sie eingesteckt und sich damit aus dem Staube gemacht.
»Na, er war kaum zehn Minuten fort, als seine Genossen Lunte rochen. Sie sprangen ans Land und jagten hinter ihm drein. Wie sie seine Spur gefunden haben, weiß ich nicht, aber den ganzen Samstag über blieben sie ihm auf den Fersen und gaben dabei acht, daß er sie nicht zu Gesicht bekam. Gegen Sonnenuntergang erreichte er das Ahornwäldchen bei Onkel Silas’ Tabakpflanzung und schlich hinein, um die Verkleidung anzulegen, die er im Reisesack trug und in der er sich den Leuten zeigen wollte. – Das geschah ungefähr zur selben Zeit, als Onkel Silas den Jupiter Dunlap mit dem Knüttel schlug – denn, daß er ihn geschlagen hat, ist richtig.
»Kaum hatten aber die Verfolger ihren Diebsgenossen in das Wäldchen treten sehen, als sie aus dem Gebüsch sprangen und ihm nachliefen. Ohne Gnade und Barmherzigkeit fielen sie über ihn her und schlugen ihn tot, wie laut er auch heulte und schrie.
»Zwei Männer, die auf der Straße gelaufen kamen, hatten das Angstgeschrei gehört; sie drangen in das Wäldchen ein, – das ohnehin ihr Ziel gewesen war – verjagten die Mörder und verfolgten sie in atemloser Hast. Aber nur eine Strecke weit; dann kehrten die zwei Männer verstohlen nach dem Ahornwäldchen zurück.
»Was thaten sie aber dort? – Das will ich euch sagen: Sie fanden den Ermordeten samt dem Reisesack, der alles enthielt, was zu der Verkleidung gehörte. Die legte nun einer der Männer an, nachdem er seine eigenen Kleider ausgezogen hatte.«
Hier machte Tom eine kleine Pause – natürlich wegen der Wirkung – dann sagte er mit Nachdruck: »Der Mann, welcher die Verkleidung des Erschlagenen anlegte, war – Jupiter Dunlap!«
»Gerechter Himmel!« Ein Schrei der Ueberraschung ging durch den Saal und in Onkel Silas’ Gesicht spiegelte sich maßloses Erstaunen.
»Ja, es war Jupiter Dunlap, der folglich nicht tot sein konnte. Er zog dem Ermordeten die Stiefel aus und vertauschte sie gegen seine eigenen abgetragenen Schuhe; diese, sowie seine übrigen Sachen wurden der Leiche angelegt. Jupiter Dunlap blieb nun wo er war, der andere Mann aber schleppte den Leichnam im Dämmerlicht nach der Tabakpflanzung; um Mitternacht schlich er sich dann in Onkel Silas’ Haus, nahm den grünen Arbeitskittel von dem Nagel im Gang zwischen dem Haus und der Küche, wo er immer hängt, zog ihn an, holte die große Schaufel und ging damit nach dem Feld, wo er den Toten begrub.«
Jetzt stand Tom wohl eine Minute schweigend da. Dann fuhr er fort: »Wer aber glaubt ihr, daß der Ermordete war? – Kein anderer, als Jack Dunlap, der längst verschollene Einbrecher!«
»Gerechter Himmel!«
»Und der Mann, der ihn begraben hat, war sein Bruder – Brace Dunlap.«
»Gerechter Himmel!«
»Der Fremde dort aber, der jetzt ein so blödsinniges Gesicht macht und sich seit Wochen gestellt hat, als ob er taub und stumm wäre, das ist – Jupiter Dunlap!«
Solches Gebrüll, solcher Wirrwarr wie jetzt entstand, ist mir all mein Lebtag nicht vorgekommen. Tom sprang auf Jupiter zu, er riß ihm die Brille samt dem falschen Bart herunter und siehe, da stand der Ermordete leibhaftig da und war ganz und gar nicht tot. Tante Sally und Benny fielen Onkel Silas um den Hals und erstickten ihn fast mit ihren Küssen und Liebkosungen, so daß der alte Mann noch erstaunter und verwirrter dreinschaute, als je zuvor.
Nun aber fing die ganze Versammlung an zu schreien: »Tom Sawyer, Tom Sawyer! Er soll weiter reden! Stille! Stille! Tom Sawyer soll uns alles berichten!«
Na, das schmeichelte Tom nicht wenig. Ich weiß, ihm ist nichts lieber, als wenn er in der Oeffentlichkeit auftreten und eine Heldenrolle spielen kann, wie er’s nennt. Als sich der Lärm wieder gelegt hatte, sagte er:
»Der Rest ist bald erzählt. Es war dem Brace Dunlap gelungen, Onkel Silas durch seine Quälereien so zur Verzweiflung zu bringen, daß er fast von Sinnen kam und seinem nichtsnutzigen Bruder den Schlag versetzte. Nun lief Jupiter nach dem Wald, um sich da zu verstecken, und der Plan war vermutlich, daß er bei Nacht außer Landes gehen sollte. Dann konnte Brace das Gerücht verbreiten, Onkel Silas habe seinen Bruder umgebracht und die Leiche irgendwo versteckt. Dadurch war Onkel zu Grunde gerichtet; er mußte den Ort verlassen, ja er kam vielleicht an den Galgen. Als die beiden aber den Toten im Wäldchen fanden – ohne zu wissen, daß es ihr Bruder war, denn die Mörder hatten ihn arg zugerichtet – da änderten sie den Plan. Sie verkleideten alle beide, begruben Jack und als die Leiche aufgefunden wurde, hatte sie Jupiters Kleider an. Jim Lane und die andern Zeugen ließen sich bestechen, ein paar Lügen zu beschwören, die in Brace Dunlaps Kram paßten. Seht nur, wie übel ihnen jetzt zu Mute ist – ich hab’s ja vorausgesagt.
»Wir sind nämlich auf dem Dampfboot mit den Dieben flußabwärts gefahren, Huck Finn und ich. Da erzählte uns der Tote von den Diamanten und sagte, seine Genossen würden ihn umbringen, sobald sie könnten und wir versprachen ihm nach Kräften beizustehen. Eben wollten wir nach dem Ahornwäldchen, da hörten wir sein Todesgeschrei; als wir aber am frühen Morgen nach dem Gewitter wieder hinkamen, fanden wir keine Leiche und meinten, es wäre am Ende gar kein Mord begangen worden. Wir sahen Jupiter in derselben Verkleidung herumstolzieren, die Jack uns gezeigt hatte und die er anziehen wollte. Natürlich glaubten wir, es wäre Jack selbst, der sich taubstumm stellte, wie verabredet war.
»Nun suchten wir, Huck und ich, nach der Leiche, als die andern es aufgaben; wir fanden sie auch und waren zuerst stolz darauf. Aber Onkel Silas jagte uns einen furchtbaren Schreck ein mit der Behauptung, er hätte Jupiter totgeschlagen.
»Da der Leichnam durch uns ans Tageslicht gekommen war, fühlten wir uns verpflichtet, für Onkels Rettung zu sorgen; aber das war ein schweres Stück Arbeit, denn Onkel wollte sich nicht aus dem Gefängnis befreien lassen, wie damals unser alter Neger Jim.
»Den ganzen Monat lang dachte ich über ein Mittel nach, Onkel Silas loszukriegen, doch mir fiel nichts ein. Als ich heute zur Gerichtsverhandlung ging, wußte ich weder Rat noch Hilfe, mir kam kein rettender Gedanke. Nicht lange aber, da beobachtete ich etwas, nur eine winzige Kleinigkeit, aber sie brachte mich zum Nachdenken. Während ich nun scheinbar im Sinnen verloren dasaß, war ich fortwährend auf der Lauer und richtig, gerade als Onkel Silas uns all den Unsinn auftischte, wie er Jupiter Dunlap umgebracht hatte, sah ich das Ding wieder. Da sprang ich auf und unterbrach die Verhandlung, weil ich wußte, daß Jupiter Dunlap dort leibhaftig vor mir saß. Ich erkannte ihn an etwas, das er zu thun pflegte, als ich letztes Jahr hier war und das er jetzt wieder that.«
Tom wartete die Wirkung ein Weilchen ab, machte dann eine Bewegung, als ob er sich setzen wollte und sagte in gleichgültigem Ton: »Na, ich glaube, das ist alles!«
Ein Geschrei aus hundert Kehlen ging durch den Saal: »Was hat er gethan? Was war es, das du gesehen hast? Bleib’ stehen, du Teufelsjunge und sag’ es uns. Denkst du, wir lassen uns so abspeisen, nachdem du uns den Mund wässerig gemacht hast!«
»O, es war gar nicht viel. Ich sah, wie er immer ängstlicher und aufgeregter wurde, während sich Onkel Silas um den Hals redete, wegen eines Mordes, der gar nicht begangen worden war – auf einmal fuhr er mit den Händen hin und her, hob seine Linke in die Höhe und zeichnete sich mit dem Finger ein Kreuz auf die Backe – da war ich meiner Sache sicher.«
Nun begann ein Beifallklatschen, ein Stampfen und Hochrufen, bis Tom Sawyer sich kaum zu lassen wußte, vor lauter Stolz und Glück. Der Richter blickte über den Tisch nach ihm hin und sagte:
»Mein Sohn, hast du denn die verschiedenen Einzelheiten dieser seltsamen Verschwörung und Tragödie, die du uns schilderst, alle selbst gesehen?«
»Nein, Herr Präsident, gesehen habe ich nichts davon!«
»Nichts gesehen? – Aber du hast uns ja die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende erzählt, als ob du Augenzeuge gewesen wärest. Wie ist das möglich?«
»Ich habe nur die Thatsachen zusammengestellt, und dies und jenes daraus gefolgert,« erwiderte Tom leichthin. »Es war ein kleines Stück gewöhnliche Detektiv-Arbeit, die jedermann ausführen könnte.«
»Ganz und gar nicht! Unter Millionen hätten das nicht zwei fertig gebracht. Du bist wirklich ein merkwürdiger Junge!«
»Tom Sawyer hoch! Hurra Tom Sawyer!« klang es wieder durch den Saal, und Tom hätte den Triumph nicht für eine ganze Silbermine hergegeben. Dann sagte der Richter:
»Bist du denn aber auch sicher, daß sich die Geschichte ganz so verhält, wie du sagst?«
»Jawohl, Herr Richter. Da sitzen ja die Zeugen und niemand weiß ein Wort dagegen zu sagen, weder Brace Dunlap noch sein Bruder. Auch die andern, die sich ihre Lügen haben bezahlen lassen, sind jetzt muckstill. Falls aber Onkel Silas Widerspruch erheben sollte, so würde ich ihm nicht glauben und wenn er es eidlich versicherte.«
Das kam den Zuhörern sehr komisch vor; sogar der Richter gab seine würdevolle Haltung auf und lachte. Tom strahlte ordentlich vor Freude, und als alle sich wieder gefaßt hatten, sagte er:
»Herr Präsident, hier im Saal ist ein Dieb.«
»Was, ein Dieb?«
»Ja. Er hat die Diamanten für zwölftausend Dollars bei sich.«
»Wo – wo ist er? – Wer ist es? – Zeige ihn uns!« schrien alle durcheinander.
»Nenne ihn mir, mein Sohn, der Sheriff soll ihn festnehmen. Wer ist es?« sagte der Richter.
»Jupiter Dunlap, der Totgeglaubte.«
Wieder entstand die grenzenloseste Aufregung; aber Jupiter, der vorher schon ganz verdutzt gewesen war, schien jetzt förmlich versteinert vor Ueberraschung. Endlich rief er in weinerlichem Ton:
»Herr Präsident, das ist wirklich erlogen. Ich bin ja schon schlecht genug ohne das. Alles andere habe ich gethan und bereue es jetzt sehr. Brace hat mich dazu überredet und mir versprochen, er wollte mich über kurz oder lang zum reichen Manne machen. Aber die Diamanten habe ich nicht gestohlen. Gewiß und wahrhaftig, ich habe keine Diamanten, der Sheriff kann mich durchsuchen soviel er will.«
»Herr Präsident,« warf Tom ein, »es war vielleicht nicht richtig, daß ich ihn einen Dieb genannt habe. Er hat die Diamanten gestohlen, ohne es zu wissen. Sein Bruder Jack stahl sie den andern Dieben und Jupiter stahl sie seinem Bruder Jack, als er tot am Boden lag. Seit einem Monat läuft er mit den Zwölftausend-Dollar-Diamanten hier herum, als wenn er ein armer Mann wäre. Auch jetzt trägt er diesen ganzen Reichtum bei sich.«
»Durchsucht ihn, Sheriff,« sagte der Richter.
Der Sheriff durchsuchte ihn von Kopf bis zu Fuß: seinen Hut, die Socken, die Nähte seiner Kleider, die Stiefel, kurz, alles. Tom stand ruhig dabei und paßte auf den geeigneten Moment. Endlich gab es der Sheriff auf. Enttäuschung malte sich in allen Mienen und Jupiter sagte:
»Da seht ihr doch, daß ich recht hatte!«
»Diesmal hast du dich wohl geirrt, mein Sohn,« äußerte der Richter.
Tom nahm eine nachdenkliche Stellung an; er schien sich aus allen Kräften zu besinnen und kratzte sich verlegen den Kopf. Plötzlich machte er ein vergnügtes Gesicht.
»Jetzt hab’ ich’s,« sagte er aufschauend. »Ich hatte es bloß vergessen.«
Tom sprach nicht die Wahrheit, das wußte ich; doch er fuhr ruhig fort:
»Will jemand so gut sein mir einen kleinen Schraubenzieher zu leihen? In dem Reisesack Eures Bruders, den Ihr Euch angeeignet habt, Jupiter, ist einer gewesen, aber den habt Ihr wohl nicht mitgenommen?«
»Nein, ich konnte ihn nicht brauchen und hab’ ihn weggegeben.«
»Weil Ihr nicht wußtet, wozu er dienen sollte.«
Sobald Tom den Schraubenzieher bekam, forderte er Jupiter auf, der nach der Durchsuchung die Stiefel wieder angezogen hatte, einen Fuß auf den Stuhl zu stellen; dann kniete er nieder und schraubte das Plättchen vom Absatz ab. Als er den großen Diamanten zum Vorschein brachte und ihn im Sonnenschein funkeln ließ, waren die Leute ganz außer sich vor Verwunderung. Nun holte Tom auch den Diamanten aus dem andern Absatz und Jupiters Miene wurde immer trübseliger. Er mochte wohl denken, daß er hätte auf und davongehen und als ein reicher, gemachter Mann im Ausland leben können, wäre er klug genug gewesen, zu erraten, wozu der Schraubenzieher im Reisesack steckte. Jetzt erntete Tom Lob und Ruhm nach Herzenslust. Der Richter nahm die Diamanten an sich, stand auf, schob seine Brille in die Höhe, räusperte sich und sagte:
»Ich werde sie verwahren und dem Eigentümer Anzeige machen. Wenn er sie dann abholen läßt, wird es mir ein großes Vergnügen bereiten, dir, mein Sohn, die zweitausend Dollars Belohnung einzuhändigen. Du hast aber nicht nur dies Geld verdient, sondern auch den aufrichtigen Dank der ganzen Bürgerschaft. Durch dich ist eine unschuldige Familie vor Schmach und Verderben gerettet worden und ein ehrenwerter Mann vor dem Verbrechertode. Obendrein ist es dir gelungen, die Schändlichkeit eines grausamen, verruchten Schurken und seiner elenden Helfershelfer ans Licht zu ziehen und der Gerechtigkeit einen großen Dienst zu erweisen.«
Wäre nur noch ein Musikchor zur Stelle gewesen, um einen Tusch zu blasen, so hätte nach meiner Meinung die Sache gar keinen schöneren Abschluß finden können; darin stimmte Tom Sawyer ganz mit mir überein.
Der Sheriff nahm nun Brace Dunlap und seine Spießgesellen in Haft; einige Wochen später ward ihnen der Prozeß gemacht und sie erhielten ihre gerechte Strafe. Onkel Silas und die Seinigen aber standen von jetzt ab wieder in hohem Ansehen bei der Gemeinde; seine kleine alte Kirche war immer gedrängt voll und man erwies ihnen so viel Liebes und Gutes, als man nur konnte. Mit der Zeit kam der alte Mann auch wieder zu Verstande und seine Predigten waren nicht besser und nicht schlechter, als sie früher gewesen. So war denn die ganze Familie seelenvergnügt und Tom Sawyer wurde aus lauter Dankbarkeit gepflegt und verhätschelt, wie noch nie; ich aber auch, obgleich ich nichts gethan hatte. Als dann die zweitausend Dollars kamen, gab mir Tom die Hälfte ab und sagte keinem ein Wort davon, worüber ich mich gar nicht verwunderte, denn ich kannte ihn ja.
Verlag von Robert Lutz in Stuttgart.
Memoirenbibliothek
Bisher erschienen 24 Bände.
Jedes Werk ist einzeln käuflich.
Die hier angekündigten Memoirenwerke bergen
eine Fülle der besten Unterhaltungslektüre
für den Gebildeten.
Die »Kreuzzeitung« schrieb: »Solche Werke sind für gebildete Laien eine weit empfehlenswertere geistige Nahrung als die Mehrzahl aller Romane.«
Siehe die Urteile über die einzelnen Memoiren. – Die Werke von Boyen, Bourgogne, Macdonald, Marbot, Ryan, Genast und Helen Keller, eignen sich auch für die reifere Jugend.
Ausführliche Prospekte über jedes einzelne Werk stehen zur Verfügung.
General Marbot
Memoiren 1789–1815
Deutsche Ausgabe nach der 40. Auflage des Originals.
3 Bände, 70 Bg. m. Porträt, brosch. Mk. 13.50, geb. Mk. 16.50, in Halbfrz. Mk. 19.50.
I. Band: Genua – Austerlitz – Jena – Eylau.
II. Band: Madrid – Aspern – Torres-Vedras.
III. Band: Polozk – Beresina – Leipzig – Waterloo.
Es dürfte dem hochinteressanten Werke zur besonderen Empfehlung gereichen, dass es eine Lieblingslektüre des Fürsten Bismarck in seinen letzten Jahren gewesen ist.
Bohemia, Prag.
Marbots Aufzeichnungen in ihrer vorliegenden Verdeutschung halten sich von jeder Anstössigkeit frei, sei es der Tendenz nach, oder in sittlicher Beziehung, und sind dabei mit einem Elan geschrieben, der auf junge Leser unfehlbar seine Wirkung tun muss. Es ist so recht ein Buch, das auf den Weihnachtsgabentisch eines Soldaten in spe gehört.
Nordd. Allg. Ztg.
Ruhig muss man diese Memoiren geniessen, mit der frischen Empfänglichkeit der Jugend. Dann sind sie einfach bezaubernd. Französische Eleganz, gallischer Esprit, loyale Gesinnung auch gegen den Feind, Stimmungen vom lautersten Humor bis zur tiefernsten Rührung durchziehen das Ganze.
St. Galler Blätter.
… Wenn wir Marbots erfolgreiches Buch überschauen, müssen wir zugeben, dass keine anderen Memoiren aus jenen Tagen eine solche Fülle von Ereignissen umspannen … Niemand, der sich vom inneren Wesen jener Zeit ein Bild machen will, kann das Buch entbehren.
Carl Bleibtreu, Pester Lloyd.
Die Memoiren Marbots leuchten mit besonderer Klarheit in die Zeit des ersten Napoleon hinein, weil sie von einem ehrlichen und unbefangenen Manne geschrieben sind, der, von einem seltenen Glück begünstigt, Teilnehmer fast aller damaligen Feldzüge gewesen ist und fast alle entscheidenden Katastrophen miterlebte.
Ueber Land und Meer.
Feldmarschall Boyen
Denkwürdigkeiten und Erinnerungen 1771–1813
2 Bände, 49 Bog. m. Porträt. Preis brosch. Mk. 9.–, in Lwd. geb. Mk. 11.–, in Halbfrz. Mk. 13.–.
Zu den schönsten Memoirenwerken und überhaupt zu den Perlen der deutschen Literatur gehören die Denkwürdigkeiten des Feldmarschalls v. Boyen; sie geben ein mächtiges Bild von der Individualität des Verfassers und von dem Geiste seiner Zeit.
Preuss. Jahrbücher.
Beim Lesen der Memoiren wird jeder erkennen, dass ein grosser Geist mit offenem Auge und völliger Beherrschung der Verhältnisse dieselben geschrieben hat.
Histor. Monatsbl. f. Posen.
Diese Darstellung einer der wichtigsten Epochen der deutschen Geschichte ist wie wenige Bücher geeignet in der reiferen deutschen Jugend vaterländische Gesinnung und Opferfreudigkeit zu entfachen.
Südwestd. Schulblätter.
Wie ein ernstes, erhabenes Drama, dem es aber bei aller Härte doch auch an behaglichen und idyllischen Zügen nicht fehlt, lässt sich der Verfasser die Blumen- und Dornenkette seiner Tage durch die Erinnerung gleiten.
Westerm. Monatshefte.
Man wird in Zukunft Boyens Denkwürdigkeiten nicht ausser Acht lassen dürfen, wenn man sich über Persönlichkeiten, Stimmungen und Ereignisse der Befreiungskriege unterrichten will.
Allg. Schweizer Zeitg.
Man wird von Seite zu Seite aufs Neue gefesselt, und ehe man sich dessen versieht, hat man die 2 Bände von Anfang bis zu Ende durchgelesen.
Posener Zeitung.
Boyens Denkwürdigkeiten vereinigen jedenfalls eine Fülle von hochinteressanten Erlebnissen, die umso prägnanter wirken, als sie uns in der eleganten Darstellung eines hochgebildeten und scharfbeobachtenden Mannes entgegentreten.
Düna-Zeitung. Riga.
C. F. von Holten
Vom dänischen Hofe
Erinnerungen aus der Zeit Friedrichs VI.,
Christians VIII. und Friedrichs VII.
16 Bg. m. 4 Porträts. Preis brosch Mk. 4.50, in Lwd. geb. Mk. 5.50, Halbfranz Mk. 6.50.
Wir durchschreiten gewissermassen eines jener alten dänischen Königsschlösser, die träumerisch auf den grauen Sund hinausschauen, und betrachten die Porträts: die Herrscher und ihre Gemahlinnen, die fürstlichen Verwandten, den Hofstaat, die Grössen der Wissenschaft, der Kunst, der Politik, die sie umgeben – – – Holten hat eine charmante Art, das Charakteristische an den Personen herauszuheben und ergötzt oft durch humoristische Darstellung.
Kleines Journal, Berlin.
Sein Werk macht nicht den Anspruch, ein wissenschaftliches zu sein; es bringt uns in schlichtem Plauderton die Grossen der Welt näher und lässt uns mancherlei Blicke in ihr privates Leben tun. Viele werden gerne zu dem Buche greifen, und die Stunden nicht bereuen, welche sie bei der harmlosen Lektüre verbracht haben.
Nord-Ostsee-Zeitung.
Das Buch, das sich spannend wie ein Roman liest, ist voll von Anekdoten vielfach heiterer Natur: Eine Menge von Originalen zieht an uns vorüber; der Hofstaat dreier Könige, sie selbst nebst ihren Familien, darunter die vielgenannte Gräfin Danner. Bezaubernd ist der Freimut, mit dem der liebenswürdige Verfasser ungeniert über all diese internen Dinge zu plaudern weiss. Für jeden, der den dänischen Verhältnissen in den 30er Jahren und dem ganzen Zeitraum bis 1864 Interesse entgegenbringt, werden diese Memoiren lehrreich und amüsant sein.
Düna-Zeitung, Riga.
François Bourgogne
Sergeant der franz. Kaisergarde
Kriegserlebnisse 1812–13
Mit 16 Vollbildern von Faber du Faur und Yvon.
2. Aufl. (4.–5. Tausend.) 363 Seiten. Preis brosch. M. 6.–, in Lwd. geb. M. 7.50, in Halbfranz. M. 8.50.
Bourgognes Memoiren gehören zu den Büchern, bei denen der Leser die Schläge der Mitternachtsstunde überhört; und viele Scenen, wie die des brennenden Posthauses zwischen Moskau und Smolensk, die an den Lederstrumpf erinnernden Jagden der Kosaken vor der Beresina, die Uebergangsszenen, und die letzten Abenteuer bei Wilna und Kowno prägen sich dem Leser unverlöschlich ins Gedächtnis.
Literar. Echo.
Der spannendste Roman, die interessanteste Reiseschilderung kann kaum fesselnder sein, als hier das Buch des schlichten Sergeanten. Oft wenn er von den Schrecknissen des Winters, der fürchterlichen Kälte, die bis zu 28 Grad stieg, erzählt, bei der die todesmüden Krieger marschieren, kampieren und die grössten Entbehrungen erdulden mussten, wird man lebhaft an Nansens Wanderungen in Nacht und Eis erinnert.
Leipziger Tageblatt.
… Es sind erschütternde Bilder des Elends und tiefsten Jammers, die sich vor unsern Augen entrollen, aber auch echter Kameradschaft und Menschenliebe, die sich unvergänglich ins Herz graben.
Generalanzeiger, Hamburg.
Diese Schlichtheit und Ehrlichkeit gerade sichert seiner ganzen Darstellung die Glaubwürdigkeit und hebt Bourgognes so ungemein inhaltsreiches Buch über allen Verdacht romanhafter Erfindung hoch empor auf die Wertstufe weltgeschichtlicher Dokumente, wie es ihrer gleich ergreifende und erschütternde nur wenige gibt.
Westerm. Monatsh.
Die ausserordentliche Lebendigkeit und Anschaulichkeit der Darstellung dieser durch ihre Ursprünglichkeit sich auszeichnenden Denkwürdigkeiten wird noch unterstützt durch Reproduktionen der 15 charakteristischsten Blätter aus dem seltenen Illustrationswerk des württembergischen Offiziers Faber du Faur, der den russischen Feldzug von 1812 mitgemacht hat.
Ill. Zeitung, Leipzig.
Fürst Krapotkin
Memoiren eines Revolutionärs
Mit Vorwort von Georg Brandes. 3. Auflage.
2 Bände; 44 Bg. mit 3 Porträts.
Preis brosch. Mk. 9.–, in Lwd. geb. Mk. 11.–, in Halbfranz Mk. 13.–.
Die Schilderungen sind von einer Intimität und einem Stimmungsgehalt, die an Turgeniew erinnern. Ein Künstler ersten Ranges gibt hier seine Erlebnisse und Eindrücke wieder …
… Aus der Schlichtheit und Wahrhaftigkeit seiner Darstellung, aus dem Begreifen der russischen Volksseele, aus dem unerschöpflichen Reichtum einer gross und edel angelegten Natur entstand ein Buch mit Ewigkeitswerten …
Die Nation.
… Der Adel der Gesinnung, der aus den Memoiren spricht, ein Adel ohne jedes Pathos und ohne heroischen Aufputz, macht ihre Lektüre zum ungewöhnlichen Genuss, und wo die nüchterne Kritik nicht fehlt, auch zum ausserordentlichen Gewinn. Niemand soll es versäumen, diese geradezu klassisch geschriebenen Memoiren mit Andacht zu lesen.
Neue freie Presse.
Nicht der Nihilist und nicht der Anarchist stehen in erster Reihe, wenn diese Memoiren gewürdigt werden sollen, sondern der Mensch Krapotkin selbst. Die beiden Bände Memoiren verdienen dem modernen Plutarch angereiht zu werden.
Neues Wiener Tagblatt.
Dass er ein unermüdlicher Kämpfer für die Revolution, dass er ein bedeutender Gelehrter war und ist, wussten wir schon lange. Jetzt aber hat er uns bewiesen, dass er auch ein feinsinniger Künstler und ein edler guter Mensch ist, ein Mensch voll Milde und Herzlichkeit. – – Vor uns ersteht die Sittengeschichte jener Zeit, wie sie packender, treffender und plastischer kein Geschichtsforscher und kein Romancier gezeichnet hat.
Prager Tagblatt.
In der Memoirenliteratur kann das vorliegende Buch einen ganz hervorragenden Platz beanspruchen; denn der Verfasser hat wie kaum einer die Höhen und Tiefen des modernen Lebens, besonders in Russland, kennen gelernt.
… Das ganze russische Volk hat hier einen Darsteller ersten Ranges gefunden.
Kölnische Zeitung.
Henri Rochefort
Abenteuer meines Lebens
Autorisierte deutsche Bearbeitung von Heinr. Conrad.
2 Bände; 50 Bg. mit Porträt. Preis brosch. Mk. 10.–, in Lwd. geb. Mk. 12.–, in Halbfranz Mk. 14.–.
Es sind fesselnde, mit zahlreichen unterhaltenden und pikanten Einzelheiten durchwirkte Bilder aus dem öffentlichen und privaten Leben Frankreichs während der letzten 2 Drittel des vergangenen Jahrhunderts – Bilder von scharfer Einseitigkeit, gesehen und gezeichnet von der prononcierten Persönlichkeit eines hitzigen Draufgängers, und deshalb hinsichtlich ihrer vollen Wahrheit wohl mancher Korrektur bedürftig, aber in ihrer individuellen Beleuchtung in hohem Grade interessant.
St. Petersburger Zeitung.
Der Stil des Werkes ist äusserst lebendig, geistreich und epigrammatisch; ein richtiger Journalistenstil, der sich nur an Tatsachen hält, alles Ueberflüssige und allen Wortprunk verschmähend. Wer sich über die letzten 40 Jahre Zeitgeschichte in amüsanter Weise unterrichten will, der greife zu diesem Werke.
Elberfelder Zeitung.
Die Uebersetzung ist so mustergültig, dass es für jeden gebildeten Leser schon an und für sich ein hoher Genuss ist, hier der liebevollen und geistreichen Arbeit des Herausgebers zu folgen, der es verstanden hat, den eigenartigen, geist- und witzfunkelnden Stil Rocheforts stets sinngemäss und treffend wiederzugeben.
Dresdener Anzeiger.
Die Darstellung Rocheforts unterhält durch ihre ausserordentliche Farbigkeit und Beweglichkeit, sie ist unvergleichlich amüsant, und auch historisch nicht wertlos als ein grosses Stück erlebter Zeitgeschichte.
Vossische Zeitung.
Das Werk ist mit einer solchen Frische und Anschaulichkeit geschrieben, dass man bei der Lektüre glaubt, einen Roman vor sich zu haben. Die Szenen aus dem Gefängnisleben, die verschiedenen Fluchtversuche, und die endlich glücklich erreichte Befreiung aus Neu-Kaledonien stellen sich ähnlichen Kapiteln aus Dumas’schen oder Sue’schen Romanen würdig an die Seite.
Pester Lloyd.
D. Thiébault
Friedrich der Grosse
und sein Hof
Persönliche Erinnerungen an einen 20jährigen Aufenthalt in Berlin. Deutsche Bearbeitung von H. Conrad.
2 Bände, 49 Bogen mit 6 Porträts. Preis brosch. Mk. 9.–, in Lwd. geb. Mk. 11.–, in Halbfranz Mk. 13.–.
Diese Erinnerungen, in einer kritisch revidierten, abgekürzten Ausgabe, füllen zwei stattliche Bände, die aber durch ihre anziehende Darstellung nichts Ermüdendes haben und gewiss alsbald jene Popularität sich erwerben werden, die sie um ihres Gegenstandes und ihrer Form willen verdienen.
Es hat wohl nie einen moderneren Herrscher gegeben als diesen »aufgeklärten Despoten« aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Zuweilen glaubt man nicht von einem, der da war, sondern von einem, der da kommen wird, zu lesen. So reif, so vorschauend, so grossdenkend, so frei von Vorurteilen war dieser Monarch!
Neue freie Presse.
Ein Muster französischer Memoiren sind die Thiébaults über seinen Aufenthalt am Hofe Friedrichs des Grossen. Es mag einer noch so viele historische Werke über jene Zeit gelesen haben, Friedrich II. wird ihm ein genialer Feldherr, ein grosser König, ein merkwürdiger Mensch sein; er lese diese Memoiren, und der Feldherr, der König, der Mensch steht leibhaftig vor ihm mit all seinen Tugenden und Fehlern, in seiner Herrscherglorie und seiner menschlichen Schwäche.
Wiener Allg. Zeitung.
In der reichen französischen Memoirenliteratur gibt es nur wenige Werke, die für uns Deutsche ihrem ganzen Inhalte nach ein so hervorragendes historisches Interesse darbieten, wie die Denkwürdigkeiten D. Thiébaults.
Karl Witte, Berlin.
Das Buch ist von Anfang bis zu Ende in allen Einzelheiten fast gleich interessant. Ausserdem ist es durchweg in dem Ton des feinsinnigen, gebildeten Mannes gehalten, der auch delikate Dinge mit Geschmack und Anstand behandelt.
Hamb. Korrespondent.
General Gourgaud
Napoleons
Gedanken und Erinnerungen
St. Helena 1815–18
Deutsche Bearbeitung von H. Conrad. 3. Auflage. 25 Bg. m. 6 Porträts. Preis brosch. Mk. 5.50, geb. Mk. 6.50, in Halbfranz Mk. 7.50.
Man gewinnt ein höchst anschauliches Bild davon, wie das grösste militärische und administrative Genie, der hervorragendste Gesetzgeber und Finanzmann, den die neuere Geschichte kennt, sich nach Abschluss seiner meteorhaften Laufbahn den wenigen Getreuen gegenüber, die sein Exil teilten, gab und aussprach, wie er über seine Feldherren, ihre Vorzüge und Fehler, wie er über seine eigenen Taten und Untaten dachte, wie er seine Zeitgenossen und Gegner, wie er die Politik der Gegenwart und Zukunft beurteilte, wie er grollte und wie er scherzte.
Petersburger Zeitung.
Das Buch bringt eine Fülle der interessantesten, man kann sagen lehrreichsten Aussprüche des Kaisers über wichtige Ereignisse seines tatenreichen Lebens; es verbreitet Klarheit über viele Seiten seines Charakters, besonders über die dunkeln, beleuchtet mit grellem Licht seinen grenzenlosen Ehrgeiz, seine Verachtung des menschlichen Geschlechts und seine widerwärtige, man kann sagen niederträchtige Beurteilung der Frauen.
Monatsschr. f. Stadt u. Land.
Sind wir mit der Lektüre des Werkes fertig, so steigen Zweifel in uns auf in Bezug auf all die andern von uns gelesenen Werke über jene Epoche, und wir haben die Ueberzeugung gewonnen, dass dieses der Wahrheit, der ungeschminkten Wahrheit am nächsten kommt.
Lord Rosebery.
Abgesehen von den Erwägungen, zu denen Napoleons Gedanken und Erinnerungen Anlass geben, enthält das Buch eine solche Fülle der interessantesten Einzelheiten, dass wir uns kaum eine Lektüre denken können, die den Leser mehr fesseln und anregen würde, als Gourgauds Tagebuch in deutscher Bearbeitung.
Neue Zürcher Zeitung.
Dr. med. Ryan
Unter dem roten Halbmond
Erlebnisse eines Arztes b. d. türk. Armee i. Kriege 1877/78.
Autor. Übersetzung von H. von Natzmer. – 24 Bg. m. Portr. Osman Paschas. Preis brosch. Mk. 5.50, in Lwd. geb. Mk. 6.50, in Halbfranz Mk. 7.50.
… Beispiele heldenmütigster Aufopferung im Dienst edelster Menschlichkeit, sympathische Züge der Kameradschaft und des Edelmuts gegen den überwundenen Gegner treten uns hier mit dramatischer Lebendigkeit entgegen. … Aber mit diesen spannenden Schilderungen der Kriegsereignisse, mit den glänzenden Malereien des Schlachten- und Lagerlebens, die dem Buch unter den militärischen Schriften einen hervorragenden Rang sichern, sind die Vorzüge desselben keineswegs erschöpft …
Hamburger Neueste Nachrichten.
Ryan ist ein Erzähler ersten Ranges, dem man mit wahrem Vergnügen lauscht, mag er uns von seinen tollen Fahrten und lustigen Streichen berichten oder ergreifende Schilderungen von grenzenlosem Elend geben.
Reichs-Medizinal-Anzeiger.
Seinen eigentümlichen Reiz gewinnt das Buch dadurch, dass neben den erzählten ernsten Dingen eine fast erstaunliche Fülle von Humor platzgreift.
Hamburg. Correspondent.
Hier lernen wir wahres Heldentum kennen, Heldentum im mutigen Angriff, Heldentum im stummen Ertragen fürchterlicher Qualen, höchste Entsagungsfähigkeit und wahrhaft ideale Glaubenszuversicht. Aufregende Kampfesbilder aus der Zeit der glänzenden türkischen Ruhmestaten während der Belagerung von Plewna ziehen an dem Leser vorüber, so greifbar plastisch, als ob man all das Aufregende, Fürchterliche vor seinen Augen sich abspielen sähe … Das Ryan’sche Werk ist in ganz vorzüglicher Weise von H. v. Natzmer übersetzt.
Internat. Literaturberichte.
General Thiébault
Memoiren a. d. Zeit d. frz. Revolution u. des I. Kaiserreichs
Deutsche Bearbeitung von F. Mangold, Major a. D.
3 Bände m. 15 Porträts berühmter Männer d. Revolution u. d. Kaiserreichs. Brosch. Mk. 15.–, in Lwd. geb. Mk. 18.–, in Halbfranz Mk. 21.–.
Das Werk ist im höchsten Grade kulturgeschichtlich interessant, ist flott und elegant geschrieben und eignet sich daher in hohem Masse als Unterhaltungslektüre für Gebildete. Jedenfalls sind solche Werke für gebildete Laien eine weit empfehlenswertere geistige Nahrung als die Mehrzahl aller Romane.
Kreuzzeitung.
Das ebenso glänzend wie spannend geschriebene Werk bringt ein so reiches Material an Erlebnissen des Augenzeugen, dass man nicht müde wird, immer wieder darin zu lesen.
Das Werk umfasst alle Geschehnisse, alle Personen, und lässt sie wie in einem grossen Wandelpanorama an uns vorüberziehen. Oft liest sich das Werk wie ein gewaltiges Schlachtenbuch, oft wie ein spannender Roman über Hof- und Feldlager-Intrigue.
Neueste Nachrichten, Berlin.
… Die Zeit von 1789 bis 1815 hat selten eine so intensive Beleuchtung erfahren wie bei Thiébault, der nicht bloss hinter die Kulissen der Weltgeschichte, der mit psychologischem Scharfblick auch den Menschen, die die Fäden der Weltgeschichte zogen, in die Seele geblickt hat.
Westermanns Monatshefte.
Schicksale und Herzen haben in Thiébault einen Beobachter und Kenner gefunden, der seinesgleichen sucht.
Vossische Zeitung, Berlin.
Marschall Macdonald
Memoiren 1785–1825
Deutsche Bearb. nach der 7. Auflage des Originals von H. v. Natzmer, Generalmajor z. D.
22 Bg. m. Porträt. Brosch. Mk. 5.50, in Lwd. geb. Mk. 6.50, in Halbfranz Mk. 7.50.
Die Memoiren geben in festen, markigen Zügen das Bild einer geschichtlich stark bewegten Zeit wieder, und zeigen den Verfasser als eine voll ausgeprägte Persönlichkeit. Alle Soldatentugenden und unter dem Kanonendonner der Schlacht dennoch ein warm empfindendes Herz, bringen uns den Marschall nicht nur als Soldaten, sondern vor allem als Menschen nahe. Die Schilderung der Ereignisse ist von dramatischer Spannung und Beweglichkeit, jeder äussere Vorgang wird bei diesem Mann zum inneren Erlebnis. Und dies gerade macht das Buch so packend, so interessant.
Deutsche Zeitung.
Mit Genuss wird ein jeder, der dies Memoirenwerk einmal gelesen hat, es wieder und wieder zur Hand nehmen.
Leipz. Zeitung.
Ein ausgezeichnetes Werk, dem wir recht viele Leser wünschen. Eine von Anfang bis zu Ende fesselnde Lektüre.
Berner Bund.
Wir möchten das schön ausgestattete Buch noch besonders für die reifere Jugend, und zur Anschaffung für Schülerbibliotheken empfehlen.
Südwestd. Schulblätter.
Keine einzige Zeile ermüdet – keine ist da, die man nicht gern gelesen haben möchte.
Allg. Zeitung.
Die Memoiren lesen sich von Anfang bis zu Ende wie ein spannender Roman.
Hamb. Korresp.
Eduard Genast
Aus Weimars klassischer und nachklass. Zeit
Erinnerungen eines weimarischen Hofschauspielers
Neu herausgegeben von Rob. Kohlrausch.
3. Auflage. 24 Bg. m. 2 Porträts. Brosch. Mk. 4.50, in Lwd. geb. Mk. 5.50, in Halbfranz Mk. 6.50.
Wie Eckermanns »Gespräche mit Goethe« dürfte auch Genasts Buch in keiner Bibliothek der deutschen Leser fehlen.
Hamburger Nachrichten.
In seiner jetzigen Gestalt ist das Werk wie ein Zauberspiegel, in dem die längst schlafen gegangenen Gestalten unserer grossen Dichter wieder lebendig werden.
Das Erinnerungsbuch sollte seinen Platz in jeder Klassikerbibliothek finden.
Hamburger Fremdenblatt.
Eine Fundgrube von fesselnden Darstellungen aus dem literarischen und künstlerischen Leben Deutschlands der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts … Eines der wertvollsten Bücher, dem kein Gebildeter sein Interesse wird versagen können.
Kölnische Zeitung.
… So wird das Buch zu einem wertvollen Beitrage zur deutschen Literatur- und Musikgeschichte, aus dem wir, die Kinder einer späteren Zeit, zum Verständnis der geistigen Strömungen des verflossenen Jahrhunderts manchen bleibenden Gewinn schöpfen können.
Pustets Deutscher Hausschatz.
Es ist gar nicht daran zu zweifeln, dass Genasts Aufzeichnungen allen Literatur- und Theaterfreunden eine Quelle edelsten Genusses sind.
New-Yorker Staatszeitung.
Zu den interessantesten und belehrendsten Bänden der Memoirenbibliothek gehören zweifellos die Erinnerungen Eduard Genasts.
Tageblatt Altona.
Eines der interessantesten Bücher der Memoirenliteratur und ein treues Bild des weimarischen Theaterwesens zu Goethes Zeiten.
Wiesbadener Tageblatt.
Helen Keller
Die Geschichte meines Lebens
Autorisierte Deutsche Ausgabe.
23. Auflage. 23 Bg. mit 8 Bildern. Brosch. Mk. 5.50, in Lwd. geb. Mk. 6.50, in Halbfranz Mk. 7.50.
Erzieher und Eltern werden in dem Buche viele Anregungen finden. Aber nicht nur Erzieher und Eltern; jeder Mensch, der an Frischem und Klugem Gefallen hat, muss mit Freude das Buch der Helen Keller lesen. Dem Schriftsteller, dem Künstler, dem Gelehrten eröffnet es neue Aussichtspunkte. Leute, die in Krankheit und Trübsal am Leben verzweifeln wollen, richtet es auf: denn es zeigt ihnen, wie nichts so hoffnungslos ist, dass es nicht Trost und Linderung fände. Uebermütige lehrt es Demut, Leichtfertige Besinnung. Es ist ein Werk, das keiner vergessen kann, der es einmal gelesen hat.
Berliner Tageblatt.
… O, ich könnte das ganze Buch zitieren! Es ist voller Sonnenschein und Liebe und Glückseligkeit. Und Sonnenschein strahlt es in unsere müden Herzen.
Dr. M. Wilhelm Meyer.
… Das Buch enthält Schönheiten über Schönheiten, Wahrheiten tief wie ein Bergsee, Lichtquellen der Seele, die leuchten wie die Sonnen der Ewigkeit.
Ill. Sonntagszeitung.
Dieses Buch repräsentiert entschieden die originellste und interessanteste Autobiographie, die je geschrieben worden ist. … Wir haben es mit einem Interesse gelesen, wie selten ein anderes; diese Lektüre möchten wir einem jeden unserer Leser gönnen.
Alte u. Neue Welt (Einsiedeln).
Und mit dem erhebenden Bewusstsein, ein neues Stück menschlichen Heldenmuts in diesen beiden Frauen kennen gelernt zu haben, legt man diese, wohl in der ganzen Weltliteratur einzig dastehende Selbstbiographie aus der Hand.
Kölnische Zeitung.
Herbert Spencer
Eine Autobiographie
Autorisierte Deutsche Ausgabe von Prof. Dr. Ludwig und Helene Stein.
2 Bände. 47 Bg. Brosch. Mk. 14.–, in Lwd. geb. Mk. 16.–, in Halbfranz Mk. 18.–.
Ein autobiographisches Werk von der Wahrheit und Exaktheit des vorliegenden hat in der ganzen Weltliteratur nicht seines Gleichen, und es sollte auf dem Büchertisch keines Gebildeten fehlen.
Posen. Neueste Nachricht.
Ein deutscher Leser der Autobiographie schreibt: … Dann aber hat das Buch den immensen Vorzug, dass es den Philosophen in ihm kennen zu lernen gestattet, ohne dass man seine Werke zu lesen braucht.
Es ist zweifelhaft, ob je ein Denker von schöneren Anlagen unter unserem Volke aufgetreten ist. Wir sind überzeugt, dass die hübsch ausgestattete deutsche Ausgabe auch über den Kreis der eigentlichen Fachinteressenten hinaus eifrige Leser finden wird.
Hamb. Korrespondent.
… Doch genug des Nörgelns! Spencers nachgelassenes Werk bleibt trotz alledem eine der interessantesten und originellsten Selbstbiographien, die es in der Weltliteratur gibt.
Münchener Neueste Nachr.
Dies Buch ist ein Dutzend Bücher in einem. Dem Psychologen, dem Künstler, dem Romanschriftsteller, dem Moralisten, dem Lehrer, dem Prediger, dem Kritiker, dem Dichter, dem Philosophen – allen diesen bietet das Buch eine besondere Quelle des Genusses.
Chicago Herald.
W. Debogory-Mokriewitsch
Erinnerungen eines Nihilisten
(Ein Seitenstück zu Fürst Krapotkins Memoiren.)
Autorisierte Deutsche Ausgabe von Dr. H. Röhl. Mit Vorwort von Alex. Ular.
2. Auflage. 22 Bg. Brosch. Mk. 5.50, in Lwd. geb. Mk. 6.50, in Halbfranz Mk. 7.50.
Die vorliegenden »Erinnerungen eines Nihilisten« bieten in mehr als einer Hinsicht grosses Interesse. Schon als rein persönliche Erinnerungen genommen, bilden die Aufzeichnungen eine äusserst spannende Lektüre. Aber der Schwerpunkt der Erinnerungen liegt in der glänzenden Charakteristik der politischen Zustände und der revolutionären Bewegung unter Alexander II. und Alexander III.
Neue freie Presse.
Es ist zweifellos, dass das Werk in mannigfacher Weise Interesse, ja Aufsehen erregen wird … Als rein persönliche Erinnerungen genommen, geben diese Aufzeichnungen eine Lektüre, die den Leser zuweilen in fieberhafte Spannung versetzt, wie sie der kunstvollst aufgebaute Roman nicht zu erregen vermöchte.
Berliner Börsen-Courier.
… Dann kam die Flucht aus Sibirien. Hier häufen sich die aufregenden Momente des Buches zu einer wahren Seelenfolter für den Leser. Man zittert mit dem Flüchtigen bei den mannigfachsten Gefahren, und man glaubt, die Hetzjagd, welche von den Behörden auf Mokriewitsch gerichtet ist, gegen sich selbst ausgeführt zu empfinden.
Neues Wiener Journal.
Aus der Zeit der ernstlich beginnenden revolutionären Bewegung, die jetzt in Russland alle Dämme überflutet, weiss dieses Buch interessante Ereignisse und Erlebnisse zu erzählen.
Münchener Neueste Nachrichten.
Mark Twains
Ausgew. humoristische Schriften.
Inhalt:
| Bd. I. | Tom Sawyers Streiche und Abenteuer. |
| Bd. II. | Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn. |
| Bd. III. | Skizzenbuch. |
| Bd. IV. { | Leben auf dem Mississippi. |
| Nach dem fernen Westen. | |
| Bd. V. | Im Gold- und Silberland. |
| Bd. VI. | Reisebilder u. verschiedene Skizzen. |
Preis des einzelnen Bandes M. 2.50 gebunden.
Preis aller 6 Bände, zusammen bezogen, M. 13.50 gebunden.
Neue Folge:
| Bd. I. | Tom Sawyers Neue Abenteuer. |
| Bd. II. | Querkopf Wilson. |
| Bd. III./IV. | Meine Reise um die Welt. 2 Abt. |
| Bd. V. | Adams Tagebuch u. a. Erzähl. |
| Bd. VI. | Wie Hadleyburg verderbt wurde u. a. Erzähl. |
Preis des einzelnen Bandes M. 3.– gebunden.
Preis aller 6 Bände, zusammen bezogen, M. 17.– gebunden.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
Der Werbeteil ist im Original in Antiqua gesetzt, auf eine entsprechende Auszeichnung wurde verzichtet.