19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau.
Die Erzeugnisse dieses Gebietes, die Spielwaren, sind jedenfalls bekannter als die Gegend selbst. Sehr zu Unrecht, denn seine herrlichen Täler können auch einen Weitgereisten befriedigen. Enge, steile Talwände, gewaltige senkrecht abstürzende Felsmassen geben den Tälern einen wildromantischen Anstrich. Mächtige Waldbestände locken den die Einsamkeit Suchenden an. Die Mischung von Laub- und Nadelwald macht die Gegend noch anziehender. Der Geologe wird den Hirtstein aufsuchen, der Freund der alten Baukunst und Volkskunde die alten Kirchen von Großrückerswalde und Lauterbach. Dem Chemnitzer wird die Neunzehnhainer Talsperre besonders interessant sein. Die Orte drängen sich nicht so zusammen wie in anderen Teilen des Gebirges, hier ist das am schwächsten bevölkerte Gebiet des ganzen Gebirges. Den Naturfreund wird dies aus verschiedenen Gründen nicht abhalten.
a) Leubsdorf – Grünhainichen (1¼ Std.) – Floßmühle – Reifland (1½ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Leubsdorf, Station der Linie Chemnitz–Flöha–Reitzenhain.
Leubsdorf, Dorf mit 2700 Einwohnern, 320 m hoch gelegen.
Vom Bahnhof hinab zur Flöhabrücke, über dieselbe und links den Fußweg im Tale aufwärts. Nach ca. 30 Minuten links die Brücke überschreiten, durch eine Holzschleiferei (rechts halten!) über die Bahn. Der angenehme Talweg bringt uns weiterhin durch die Grünhainichener Papierfabrik und nach Grünhainichen.
Gewerbefleißiges Dorf mit 2400 Einwohnern, 337 m hoch gelegen. Haupthandelsplatz für Spielwaren und Küchengeräte.
Wir überschreiten die Bahngeleise und wandern den Uferweg entlang. Durch die Schönherrsche Spinnerei. Im Hofe halbrechts. Über die Bahngeleise. Nach ca. ½ Stunde an ein Bahnwärterhaus. Nun den Fußweg hinunter, unter dem Viadukt weg, über den Drahtseilsteg. Rechts um die Holzschleiferei und Mühle. Zur Station Floßmühle (links). Unsern Uferweg weiter, an noch zwei Holzschleifereien vorüber, der Rotenbach mündet von links ein. Endlich zum Bahnhof Reifland.
Dorf mit 780 Einwohnern, 369 m hoch gelegen.
Mit der Bahn über Flöha nach Chemnitz zurück.
b) Reifland – Neunzehnhain (1¼ Std.) – Waldkirchen (1¾ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland (Linie Chemnitz–Reitzenhain).
Hierher mit der Bahn oder wie unter a. Vom Bahnhof über die Flöhabrücke. Den weiß-rot-weißen Marken folgend hinauf nach Wünschendorf. Beim Ausgang des Dorfes Wald. Links zeigt uns ein Wegweiser einen schönen Waldsteig nach Neunzehnhain.
Idyllisch am Lautenbach gelegenes Sommerfrischenörtchen von felsigen Gneishängen umfaßt, 60 Einwohner zählend. Oberhalb und unterhalb des Ortes befinden sich die Talsperren zur Wasserversorgung der Stadt Chemnitz. Die obere Talsperre wird gebildet durch eine 285 m lange, 35,5 m hohe Sperrmauer von 4,5 m oberer Stärke und soll 3⅓ Mille cbm Wasser fassen. Die untere, durch eine 150 m lange und 17 m hohe Sperrmauer von 4 m obere Stärke gebildet, faßt ½ Mille cbm Wasser. Das Stauwasser der oberen wird zur unteren geführt und von hier unterirdisch durch das Zschopautal zur Einsiedler Talsperre und von da nach Chemnitz weitergeleitet.
Wir wandern nun vom Gasthaus nach links, dann rechts den gelb-weiß bezeichneten Schulweg weiter. Nach 4 Minuten durch Wald links hinauf zur Lengefelder Landstraße. Auf dieser links weiter nach Börnichen. Beim Gasthof rechts die Landstraße weiter nach Waldkirchen. Durch das Dorf zum Bahnhof geht man über ½ Stunde!
Dorf mit 1800 Einwohnern, 316 m hoch am Hange des Zschopautales gelegen. Station der Linie Chemnitz–Annaberg–Weipert.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
c) Reifland – Rauenstein – Lengefeld (¾ Std.) – Heinzebank (1¾ Std.) – Wolkenstein (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland. (Siehe Wanderung a und b.)
Vom Bahnhof über die Flöhabrücke, dann links weiter. Über den Neunzehnhainer Bach. Im Walde Wegteilung: links, dem Wegweiser folgend auf prächtigem Waldweg an die v. Herdersche Schleiferei. Dann durch Laubwald. Wir kommen zum Gasthaus Rauenstein. An der rechten Hausecke den Fußweg hinauf, um die Straße ein Stück abzuschneiden. Durch das Schloß Rauenstein, der v. Herderschen Familie gehörig und in seiner alten, ursprünglichen Bauweise wiederhergestellt. Im Hofe zwei große Linden. Vom Gehöft in 20 Minuten bis zum Markt von Lengefeld.
Städtchen mit 3600 Einwohnern, 480 m hoch am Abhange des Adlersteins gelegen. Lengefeld ist bekannt durch seine Wurstfabrikation. Außerdem Weberei, Spielwarenfabrikation u. v. a.
Vom Markte die Wolkensteiner Straße hinaus; nach 20 Minuten in Johnsdorf, einem Ortsteil von Lengefeld. Von der Höhe genießt man eine schöne Aussicht. Hinter Johnsdorf in den Wald. Nach ca. ¼ Stunde zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Wir wandern geradeaus. Herrliches Waldbild. Rechts sehen wir den Bornwald mit dem Weißen Stein. Vor Stein 16,7 ein Marienbild. Hinter Stein 18,0 Straßenteilung: rechts aufwärts. Beim Stein 18,8 auf der Höhe sehr schöner Rückblick. Bei Stein 19,6 erreichen wir die Straßenhöhe. Wir verlassen den Wald. Links eine Wiese mit Teich. Wir gelangen zu Gut und dann Gasthaus zur Heinzebank. An der Kreuzung der Straßen Zschopau–Marienberg und Wolkenstein–Lengefeld gelegen. Heinrich der Fromme gab ihm den Namen, da er hier in seinem Jagdschlosse häufig wohnte. Vor Erbauung der Bahn ein Eldorado der Frachtfuhrleute.
Nun die Straße in südöstlicher Richtung weiter. Quer durch Hilmersdorf. Hier geht rechts eine Straße ab, die in 40 Minuten nach Warmbad oder in 50 Minuten über Warmbad nach Floßplatz (Haltestelle der Chemnitz-Annaberg-Buchholzer Bahn) führt. Von Hilmersdorf wandern wir nach Wolkenstein über Geringswalde in 1¼ Std. Über Wolkenstein und Warmbad siehe auch die Wanderung im oberen Zschopautal so wie [19 e].
Von Wolkenstein bez. Floßplatz-Warmbad mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
d) Rauenstein – Lengefeld (35 Minuten) – Adlerstein (¾ Std.) – Lauterbacher Knochen (½ Std.) – Lauterbach (20 Min.) – Ruine Lauterstein (¾ Std.) – Bahnhof Zöblitz (¼ Std.)
Wanderzeit: 3 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Rauenstein. Linie Chemnitz–Reitzenhain.
Über die Flöha, unter dem Schlosse Rauenstein hin, durch einen Tunnel nach Lengefeld.
Vom Markte durch die Wolkensteiner Straße nach den Ortsteil Johnsdorf. Dahinter in den Wald. Zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Schönes Waldbild. Wir verlassen die Straße und den Waldweg aufwärts. Nach kurzer Zeit rechts, den Marken nach, einen Abstecher zum Adlerstein. Triangulierungsstation. Mächtige Glimmerblöcke. Wieder zurück zu dem vorigen Waldweg und auf diesem weiter. Wegkreuzung: geradeaus. Nach 4 Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen links und schneiden sogleich einen Weg. Über Feld. Wir schneiden einen Feldweg. Wieder in den Wald, nach rechts. Wiederum über Feld. Nun auf das nächste Wäldchen zu, das den Lauterbacher Knochen bewächst. Es scheint als ob unser Weg zu weit nach links führe! Vom Waldrand an 35 Schritte, dann rechts auf dem Fußweg auf den Lauterbacher Knochen. 683 m hoch. Die Aussicht ist leider zum Teil verwachsen.
Von der Triangulierungssäule aus unsern Fußweg 1 Minute zurück, dann den Fußweg rechts abbiegen. Auf dem Feldwege rechts weiter. Wir gelangen nach Lauterbach.
Dorf mit wertvoller alter Kirche, die 1906 abgebrochen und auf dem hochgelegenen Friedhof als Begräbniskapelle wieder aufgebaut wurde. Sie ist einschiffig mit Holzdecke und Dachreiter. Der einspringende Chor öffnet sich im Spitzbogen, ist mit drei Seiten des Achteckes geschlossen und mit Strebepfeilern besetzt. Kirchenboden und Dachwerk ragen weit über die Umfassungsmauern hinaus. Auch das Kirchengerät ist künstlerisch und volkskundlich von großem Werte.
Von der Kirche aus auf der Niederlautersteiner Straße weiter. Wir schneiden die Rittersberg-Zöblitzer Straße und gelangen hinab zur Ruine Lauterstein und zur Schloßmühle (mit Restauration).
Die Burg soll 1315 durch die Burggrafen von Leisnig erbaut worden sein, die sie 1434 an den Freiberger Bürger Kaspar Berbisdorf verkauften. Dessen Nachkommen verkauften sie 1559 an den Kurfürsten August, der sie zur Amtmannswohnung bestimmte. Am 14. März 1639 wurde sie von 3 schwedischen Reitern niedergebrannt.
Nun auf der Steinbrücke über die Pockau. Rechts die Straße weiter. Nach 3 Minuten die Straße links ab, rot-blau-rot bezeichnet. Wir bleiben also rechts der Bahn! Wir überschreiten einen Mühlgraben. Wegteilung: links gelangt man in ½ Stunde in die Stadt Zöblitz; rechts zum bekannten Gasthaus zur Kniebreche und von hier in 4 Minuten zum Bahnhof Zöblitz.
Stadt mit 2400 Einwohnern, 600 m hoch gelegen. Schöne Lage inmitten von Laub- und Nadelwäldern. Fabrikation von Blechwaren, Trommeln und Spielwaren. Besonders sehenswert ist die Serpentinfabrikation. Die Fabrik liegt 5 Minuten vom Markt entfernt und kann nach Spende eines Betrags für die Arbeiterkasse besichtigt werden. Der Serpentinstein eignet sich wegen seiner verschiedenen Färbung und Weichheit in bergfeuchtem Zustande, die das Schleifen und Drechseln gestattet, vorzüglich zur Herstellung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen. Die Bearbeitung begann schon Anfang des 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert waren 29 Brüche im Gange. Neuerdings ist die Industrie unter fachmännischer Leitung und unter künstlerischer Mitwirkung wieder aufgeblüht. Besitzer der Brüche ist die Sächs. Serpentingesellschaft. Der Stein wird hauptsächlich zu Grabplatten, Denkmälern, Urnen, Dosen, Säulen, Gesimsen, Schreibzeugen, Schmucksachen und dergl. verwendet. In der Zöblitzer Kirche befinden sich schöne Arbeiten davon.
Vom Bahnhof zur Stadt ca. ½ Stunde, es verkehrt ein Postomnibus.
Von Zöblitz Bahnfahrt nach Chemnitz.
e) Zöblitz – Morgensternhöhe – Vogeltoffelfelsen – Teufelsmauer – Nonnenfelsen – Katzenstein (2 Std.) – Pobershau (½ Std.) – Marienberg (1¼ Std.)
Wanderzeit: ca. 4 Std.
Ausgangspunkt: Markt Zöblitz: 25 Min. vom Bahnhof. Linie Chemnitz–Reitzenhain.
Auf der Olbernhauer Straße den rot-weißen Marken nach bis zur Tafel Grenzbezirk. Nun bis zum Wegweiser Morgensternhöhe. 5 Minuten hinauf zur Höhe.
Hier sind vom Erzgebirgsverein Ursprung Fahnenmaste, Pilz und Ruhebänke aufgestellt worden. Die Aussicht ist prächtig, das Gelände sehr günstig für Wintersport. 707 m hoch.
Nun zum Wegweiser zurück. Den rot-weißen Marken folgen bis zu einem rechts abgehenden Weg. An einer Fichte ein Wegweiser. Auf diesem Wege geradefort in den Wald, in diesem nach rechts auf einem schmalen Wege zum Vogeltoffelfelsen.
Felsbastei 690 m hoch. Fahnenmast und Bank. Herrlicher Blick ins tiefe Tal der Pockau, über die westlichen Höhen und Marienberg.
Vom Vogeltoffelfelsen den rot-weißen Marken nach, durch den Bauernhof Hüttstadt, in dem neuerdings eine sehr besuchenswerte Jugendherberge eingerichtet worden ist, hinab ins Tal, links weiter in 10 Minuten zur Ringmauer; eine gewaltige Felswand, die mit Schwefelalgen überzogen ist und mit ihrer rötlichen Farbe in wirksamen Gegensatz zu dem dunklen Grün der Fichten tritt. Gegenüber liegt der Rabenberg, auf dessen Gipfel ein sagenhaftes Raubschloß gestanden haben soll. Wir wandern über die Brücke und stehen am Fuße des steilen Katzensteins. Wir gehen nun zunächst den Talweg noch ¼ Stunde weiter. Die Talwände verengern sich, mächtige Felsblöcke und schroffe Steinwände ragen empor. Rechts die gigantische Teufelsmauer, links der gewaltige Nonnenfelsen. Von einer Ruhebank, oberhalb des Weges, kann man die großartige Szenerie am eindrucksvollsten genießen.
Wir gehen nun ca. 3 Minuten zurück. Der erste Weg links hinauf ist mit Wegweiser versehen. Ihm folgen wir zur Höhe des Katzensteins.
706 m hoch. Auf dem Bergplateau befinden sich eine Verkaufsbude für alkoholfreie Getränke, Schutzhütten und Bänke. Einzigschöner Blick ins Tal der rauschenden Pockau, dem Rabenberg mit dem dahinter sich ausdehnenden Kriegwald. Eine tischähnliche Platte diente früher zuweilen fürstlichen Besuchern als Frühstückstisch.
Unser Weiterweg ist blau-gelb bezeichnet. Er führt zwischen die beiden Schutzhütten hindurch nach links auf einen Fahrweg und zum Grünen Graben, einem 14 km langen Kanal, der früher den Marienberger Bergwerken die Triebkraft lieferte. Am Graben nach rechts hin, dann ihn überschreiten und aus den Wald hinaus. Durch Felder nach Pobershau.
Ausgedehntes tief im Tal der Roten Pockau gelegenes Gebirgsdorf, in dem Schachteln und Bürstenhölzer gefertigt werden. Ehemals Zinnbergbau.
Hinter dem 1. Grundstück Wegteilung. Wir gehen geradeaus und den 1. Feldweg zur Dorfstraße hinunter. Diese kreuzen wir und gehen den »Stangenweg« aufwärts. Links das Gasthaus zur Linde. Auf der Höhe ein Stück durch Wald. Wir gelangen zu einzelnen Häusern des sehr zerstreut liegenden Dorfes Gebirge. Der Weg fällt. Wir sehen den Marienberger Kirchturm. Am Exerzierplatz der Unteroffizierschule vorüber und nach Marienberg.
Regelmäßige, nach dem Muster der ostdeutschen Kolonialstädte angelegte Stadt mit 7600 Einwohnern. Industrie: Holz- und Blechspielwaren, Metallknöpfe, Mosaikplatten, Holzstoff- und Pappenfabrikation.
Die Stadt wurde 1521 von Heinrich dem Frommen gegründet, sein Denkmal findet man auf dem Markte. Marienberg ist Sitz einer Unteroffizierschule. Früher reiche Bergerträgnisse. Im grauen Marienberger Gneis fanden sich Silber, Zinn, Kobalt und Nickel. Der 30jährige Krieg vernichtete den Bergbau, der nie wieder in Blüte kam. Im Rathaus wird das interessante Manuskript von Adam Rieses sogen. »Coß«-Algebra vom Jahre 1524 aufbewahrt. Die schöne Stadtkirche besitzt ein künstlerisch beachtenswertes Portal.
Marienberg ist Station der Linie Chemnitz–Reitzenhain.
Wer noch Kraft und Lust besitzt, kann noch eine Wanderung über die Dreibrüderhöhe und Warmbad Wolkenstein nach Station Floßplatz-Warmbad anschließen. Insgesamt 2¼ Stunde Wanderzeit.
Vom Marienberger Markte gehen wir die Wolkensteiner Straße hinaus, unser Weg ist blau-rot bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,7 gehen wir an der Straße rechts ab, folgen dem Feldweg. Der Weg teilt sich nacheinander zweimal, wir gehen beide Male links. Der Weg bietet prächtige Blicke, besonders auf den mächtig daliegenden Pöhlberg, links davor der Bärenstein, dann der Spitzberg und der Haßberg. Unser Weg führt uns am Waldrande aufwärts zur Dreibrüderhöhe.
688 m hoch. Eiserner Aussichtsturm und Gasthaus. Hervorragender Rundblick. Der Gebirgskamm bietet sich imposant dar. Von rechts nach links: Auersberg, Scheibenberg, Fichtelberg, Keilberg, Bärenstein, Pöhlberg, Spitzberg, Haßberg.
Unser blau-rot bezeichneter Weg führt uns weiter durch den Wald abwärts. Nach Verlassen des Waldes Wegkreuzung: geradeaus, den Rasenweg, nicht rechts und links abgehen, stets auf die Markierungssteine achtgeben! Der Weg wird schmäler und kommt auf einen Feldweg, auf diesem einige Schritte nach rechts, dann links dem Wegweiser nach, auf Rasenweg zum Dorf Gehringswalde. Die Straße ca. 100 Schritte aufwärts, dann den Weg nach links, zwischen zwei Gütern hindurch. Dahinter Wegteilung: links weiter. Bereits nach 2 Minuten teilt sich der Weg wiederum: rechts ab. An einer Steinhalde vorbei, in einen schönen Wiesengrund hinab. Endlich zum Warmbad Wolkenstein.
458 m hoch gelegen. Älteste und wärmste Mineralquelle Sachsens, alkalisch-erdiger Säuerling, Therme von 29° C, besonders gegen Gicht und Rheuma angewendet. Kurhaus mit schönen Anlagen. Logierhäuser. Die Quelle wird seit 1385 benutzt. Das Quellhaus kann gegen eingeholte Erlaubnis im Badebureau besichtigt werden (Trinkgeldbüchse!). Das Becken der Quelle ist 3,4 m tief, faßt 43 cbm und liefert 150 l pro Minute.
Nun durch den anmutigen Hüttengrund zur Hüttenmühle (blau-rot bezeichnet). Dann die Fahrstraße weiter abwärts, am Gasthaus Waldmühle und Speisebechers Papierfabrik vorbei ins Zschopautal. Über die Brücke zur Station Floßplatz-Warmbad. Linie Chemnitz–Annaberg.
f) Zöblitz – Katzenstein (2 Std.) – Grüner Graben – Kühnhaide (1¾ Std.) – Reitzenhain (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof, bez. Markt Zöblitz. Bis zum Katzenstein wie unter Wanderung [19 e].
Vom Katzensteinplateau gehen wir zwischen den beiden Schutzhütten durch links auf den Waldfahrweg zum Grünen Graben.
Dieser 14 km lange Kanal diente früher als Triebkraft den Marienberger Bergwerken, jetzt treibt sein Wasser die Sägewerke und Drechslereien von Pobershau. Er ist zum Teil zugedeckt.
Nun gehen wir nicht rechts, sondern am Graben hin, auf rot-weiß bezeichnetem Wege, dem Wasser entgegen. Nach 1¼stündiger Wanderung über die Steinerne Brücke links zur Talstraße. Auf dieser weiter in ½ Stunde nach Kühnhaide.
Sehr ausgedehntes 3 km langes Dorf mit 1200 Einwohnern. Die Pockau bildet den Grenzbach. Drüben liegt das böhmische Kienhaide. Unser Kühnhaide hängt fast mit Reitzenhain zusammen. Hinter dem Gasthaus »Wildshaus« an der Waldecke den Weg links ab, der am Zeuggraben entlang in ¼ Stunde nach Reitzenhain führt. (Seite [135].)
Von Reitzenhain mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
g) Reitzenhain – Kallich (1½ Std.) – Natzschungtal – Gabrielahütten – Olbernhau (4 Std.)
Wanderzeit: 5½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain.
Vergleiche auch Wanderung 18. 2. Tag.
Von Sächsisch-Reitzenhain nach Böhmisch-Reitzenhain. Am Gasthaus Malzhaus vorüber die Straße weiter bis zur Straßenteilung. Dem Wegweiser folgend links ab. Schöne Waldstraße. Nach Verlassen des Waldes der Ortsteil Natzschung. Am Gasthaus zum Stern teilt sich der Weg: rechts weiter. In ½ Stunde gelangen wir nach Kallich. Am Gasthaus zur Post links weiter. Nach 3 Minuten zur Zollbrücke. Davor rechts ab, im Tale abwärts. Über eine Brücke aufs linke Ufer der Natzschung. Auf die Landstraße nach Rübenau. Die Straße rechts hinab in ¼ Stunde zu Lauckners Gasthaus. Nun im herrlichen Natzschungtal weiter abwärts nach Gabrielahütten. Das Gasthaus zur Böhmischen Schweiz liegt am jenseitigen Ufer. Bei Tourentafel 244 (an der Straße). Den blau-weiß bezeichneten Weg weiter, der durch den Wald zu den hervorragendsten Punkten der Olbernhauer Umgebung führt, z. B. Stößerfelsen, Sophienstein, Bruchberg. Endlich nach Olbernhau. (Seite [132].)
Über Pockau–Lengefeld–Flöha nach Chemnitz zurück.
h) Olbernhau – Steindl (2½ Std.) – Kleinhan (¾ Std.) – Gabrielahütten (1½ Std.) – Natzschungtal – Olbernhau (1½ Std).
Wanderzeit: 6¼ Std.
Ausgangspunkt: Olbernhau.
Hierher von Chemnitz über Flöha, Pockau–Lengefeld.
Die Grünthaler Straße hinaus, in ¼ Stunde nach Grünthal. Weiter durch Böhmisch-Grünthal nach Brandau.
Sehr ausgedehntes Dorf mit 2000 Einwohnern. In der Nähe Anthrazitgruben.
Im Orte hinauf bis zur Schule. Gegenüber der Kirche rechts den Feldweg zum Forsthaus, am Waldesrande gelegen. Hier Wegteilung: links zum Walde hinauf. Der Weg biegt nach einigen Minuten scharf nach rechts. An der Biegung geht links ein schmaler Fahrweg ab, den wir aber nicht benutzen dürfen! Noch eine Minute weiter. Ein zweiter schmaler Waldfahrweg. Diesen gehen wir hinauf durch den Wald. Wegteilung: links! Unser Weg geht fast eben weiter. Er bringt uns zu einer querkommenden Schneise mit den Abteilungsnummern 4/5 und 8/9. Die Schneise rechts hinauf. Nach ca. 5 Minuten kommt eine neue schmale Schneise quer. Abteilungsnummern 7/8 und 5/6. Auf dieser nach links und hinauf zum Steindl.
838 m hoch. Bewachsener Basaltberg mit einer durch die Bewachsung etwas beschränkten, aber sonst herrlichen Aussicht. Die Waldtäler, Ahornberg, Schwartenberg, Wieselstein, Strobnitzkuppe, Milleschauer, Lobosch, Kletschen, Seiffen, Katharinenberg, Frauenstein, Sayda usw. sind zu sehen.
Die Schneise, auf der wir kamen, wandern wir weiter. Nach ¼ Stunde links ein Wildzaun. An ihm links den Fahrweg abwärts ca. 2 Minuten, dann rechts der Fußweg am Zaune weiter abwärts. Wo der Zaun nach rechts geht, wenden wir uns links, gehen auf einen Fahrweg und mit diesem abwärts. Wir kommen zur Brandau-Kleinhaner Straße. Diese nach rechts bis zum Forsthause, an der Katharinenberger Landstraße. Diese rechts nach Kleinhan hinauf.
Dörfchen, 820 m hoch, sehr zerstreut.
Von der Straße zur Kirche. Zwischen Kirche und Schule den Fußweg weiter. Den querkommenden Weg rechts. Dann Wegteilung: links zum Walde hinab. An der Waldecke teilt sich der Weg: den Fahrweg rechts weiter. Nach wenigen Minuten links den breiten Fußweg weiter. Er bringt uns wieder auf den Fahrweg. Diesen nach links. Im Tale angekommen, Fahrwegkreuzung. Ochsenbrücke. Nun rechts ab. Prächtige Waldwanderung. Der Fahrweg teilt sich: rechts weiter nach Gabrielahütten. Nach Olbernhau siehe [19 g].
i) Reitzenhain – Satzung (1 Std.) – Hirtstein (25 Min.) – Schmalzgrube (1 Std.) – Jöhstadt (1½ Std.) – Weißer Hirsch (¾ Std.) – Konduppelbachtal – Königswalde (1¼ Std.) – Annaberg (1 Std.).
Wanderzeit: 7 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain. Linie Chemnitz–Reitzenhain.
Aus dem Bahnhof tretend nach links, nach einigen Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen die Fahrstraße weiter bis zu einer zweiten Wegteilung. Hier links, am Gasthaus »Neue Welt« vorbei, durch Wald. Wir kommen an die ersten zu Satzung gehörigen Häuser. Die Straße macht eine Biegung nach links. Hier gehen wir rechts den »Mühlsteig« ab nach Satzung.
844 m hochgelegenes Dorf mit 1500 Einwohnern. Satzung ist das ausgesprochene Eldorado der Handelsleute. Besonders während des Sommers ist ein großer Teil der Männer auf dem Gänse-, Bettfedern- und Spitzenhandel unterwegs, hauptsächlich Mähren, Ungarn und Pommern werden bereist. Die Satzunger haben sich infolgedessen einen gewissen Grad von Weltbürgertum zu eigen gemacht. Auf der Kirche eine lustige Wetterfahne, Johannes den Täufer darstellend. Wenn er das Taufkännel dem Dorfe zukehrt, gibts Regenwetter.
Wir schlagen nun unterhalb des Schulhauses die Steinbacher Straße ein. Nach einer knappen Viertelstunde hinter Kilometerstein 19,8 die Waldstraße nach links weiter. Nach 8 Minuten sind wir auf dem Hirtstein angelangt.
Die mit einer trigonometrischen Stationssäule gekrönte Kuppe ist 889 m hoch ü. d. O. Die Aussicht ist sehr schön. Süden: Im Vordergrund Satzung, rechts dahinter der Haßberg. Weiter rechts der Preßnitzer Spitzberg, hinter demselben der Keilberg. Dann der Fichtelberg mit seinen zwei Kuppen. Weiter rechts die drei Riesengräber Bärenstein, Scheibenberg und Pöhlberg. Zwischen Scheibenberg und Pöhlberg etwas näher: Grumbach. Weiter rechts Preßnitz- und Zschopautal, bei günstiger Witterung auch die Augustusburg. Im Norden füllt Wald den Vordergrund aus. Dahinter die beiden Kühnhaide. Im Osten der Wald von Komotau und Rothenhaus. Links von Satzung Ulmbach und dahinter Sebastiansberg.
Hauptsächlich wird aber der Hirtstein als höchst interessantes geologisches Vorkommnis aufgesucht. Am Fuß der Kuppe der Basaltsteinbruch. Die meist fünfseitigen Säulen liegen horizontal und strahlen von einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt aus.
Wir gehen nun zum Waldrande hinab und an diesem, den blau-weißen Marken nach, bis zur Straße. Auf dieser nach rechts, den rot-gelben Marken folgend nach Schmalzgrube.
Dorf mit 280 Einwohnern, am Zusammenfluß der Preßnitz und des Schwarzwassers. 575 m hoch gelegen. Vielbesuchte Sommerfrische am Beginn des Kriegwaldes, der sich bis Jöhstadt hinzieht und seinen Namen von einem für Sachsen unglücklichen Gefecht aus der Hussitenzeit herleitet. Der Ort besaß früher Silberbergbau und Eisenwerk, auch Kalköfen.
Von der Haltestelle auf dem Fußwege im Schwarzwassertal aufwärts, den rot-gelben Marken nach, oder von der Lorenzmühle über die Preßnitzbrücke und die Jöhstädter Straße aufwärts. Sie führt durch den Kriegwald und bietet hübsche Blicke in das Schwarzwassertal. Nach ½ Stunde vereinigen sich beide Wege bei der Hainmühle. Die Straße bringt uns nach Schlössel, einem Ortsteil von Jöhstadt. Wir gehen über die Bahn, die Schlösselstraße weiter zur Stadt. Durch die Kirchstraße rechts zum Markt von Jöhstadt.
Hübsche Gebirgsstadt, 783 m hoch gelegen, mit 2300 Einwohnern. Industrie: Posamenten- und Spitzenfabrikation, Schatullen, Spritzen, künstliche Blumen. Vielbesuchte Sommerfrische.
Jöhstadt ist 1655 zur Stadt erhoben worden und gehört zu den Städten, die ihren Namen der heiligen Familie verdanken. (Marienberg, Annaberg, St. Joachimsthal). Auf dem Markte eine alte Postsäule aus dem Jahre 1730 mit dem kurfürstlich sächsischen und dem polnischen Wappen. Geburtsort des Kirchenliederdichters Joh. Andr. Cramer.
Nun wandern wir vom oberen Ende des Marktes die Weiperter Straße (links) hinaus. Links der prächtige Haßberg, geradeaus der Preßnitzer Spitzberg. Die Straße geht nach rechts. Die Höhen des Erzgebirgskammes werden sichtbar. Wir überschreiten die Straßenhöhe (812 m) und gelangen durch schönen Wald zum Weißen Hirsch, einem einsam gelegenen Gasthause, auch Sommerfrische. Auf der Straße noch einige Schritte weiter, dann geht rechts ein gelb-rot bezeichneter Weg ins Konduppelbachtal ab. Wir berühren den Zigeunerfelsen und wandern dann im engen Waldtale zur Oberförsterei und zum Dorf Königswalde.
Malerisch im Pöhlatale am Fuße des Pöhlberges inmitten grüner Gärten gelegen. 702 m hoch. 2900 Einwohner.
Durch das Dorf bis zur Kirche, dann die Straße nach links. Bei Müllers Restauration den sogenannten Marktsteig rechts ab, bei Kilometerstein 2,3. Nach 2 Minuten Wegteilung: links weiter durch ein Gut. Der Weg steigt fortwährend an. Sehr aussichtsreich. Links am Wege der Galgenbergturm.
693 m hoch. Sehr hübsche Rundsicht.
Dann über die Geleise der Industriebahn Annaberg–Königswalde. Endlich auf den Köselitzplatz. Dann durch die Große Kirchgasse auf den Markt der alten Bergstadt Annaberg.
Über Annaberg Ausführliches unter Wandervorschlag 23. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.