5. Küchwald-Wanderungen.
Der Küchwald liegt im Norden von Chemnitz und befindet sich im städtischen Besitze. Nadel- und Laubholz füllen seinen Bestand aus. Den Namen verdankt er dem Benediktinerkloster auf dem nahen Schloßberg, dessen Küche er mit Holz, wohl auch mit Wildbret versorgte. Gutgepflegte Wege und lauschige Ruheplätze, Anlagen für Sport und Spiel, eine anheimelnde Waldschänke machen ihn zu einem gern besuchten Park.
a) Schloßteich – Schloßplatz – Küchwald – Fischweg.
Ausgangspunkt: Markt.
Wanderzeit: zirka 1½ Std.
Vom Markt durch die innere Klosterstraße, den Theaterplatz überschreitend, durch die äußere Klosterstraße links umbiegend in die Hartmannstraße bis zur Promenadenstraße. Vor dem Verwaltungsgebäude der Sächs. Maschinenfabrik das Standbild Richard Hartmanns. Rechts der Promenadenstraße das Fortbildungsschulgebäude und die Reformschule. Nun rechts durch die Promenadenstraße zum Schloßteich.
Am Fuße des Klosterberges gelegen. Mächtige alte Bäume spiegeln sich in ihm und zahlreiche Wasservögel beleben seine Fläche. Segelboote und Kähne geben ein reizendes Bild. In alter Zeit war der Teich ein Fischweiher für das Kloster. Auf Veranlassung des Abtes Heinrich v. Schleinitz war er durch Stauung des Pleißbaches entstanden. 1860 gelangte der Schloßteich in den Besitz der Stadt. Bürgermeister Müller und Stadtrat Zipper nahmen sich besonders des schilfumgrenzten Gewässers an. Das Becken wurde vertieft und aus dem dabei gewonnenen Erdreich schuf man die Insel, die jetzt ein wahres Schmuckstück geworden ist. Sie trägt ein, den beiden Volksfreunden gewidmetes Denkmal, den Müller-Zipper-Brunnen, von Spieß-Chemnitz entworfen. Dahinter die Seerosenbucht. In der Mitte der Insel das große Rundbeet, von der Stadtgärtnerei aufs herrlichste geschaffen und gepflegt. Gern wird auch das Vogelhaus mit seinen munteren Insassen betrachtet.
Einen malerischen Hintergrund zu den Schloßteichanlagen gibt der Schloßberg mit dem Schloß (der ehemaligen Benediktinerabtei, jetzt der Stadt gehörig und gern besuchtes Gartenrestaurant mit schönem Blick auf den Teich) und der Schloßkirche.
Unser Weg führt uns über die Schloßteichinsel nach dem burgartig gebauten Eishaus der Schloßbrauerei. Dort links steil empor, über die Salzstraße weg. Der Schloßplatz bleibt links, nun in den Wald bis zu einem Rundteil. Von hier den »Saubornweg« links ab. Bei der folgenden Wegteilung links, nach einer Minute erneute Wegteilung, wir gehen geradeaus. Nach wenigen Minuten gelangen wir auf einen Fahrweg, auf dem wir links weitergehen. Er bringt uns auf die Leipziger Straße. Die Ringstraße läuft links neben unserem Weg. Wir gehen von der Leipziger Straße rechts ab auf die Ringstraße und zwar auf den linksseitigen Fußweg derselben. Die Ringstraße führt uns nun im großen Bogen durch die Waldesherrlichkeit, prächtige Blicke auf das anmutige Chemnitztal, die Glösaer Kirche, den Zeisigwald mit dem Beutenbergturm usw. Nach knapp einer halben Stunde biegt die Ringstraße scharf rechts. Wir behalten die vorherige Richtung bei und wandern auf einem Waldwege zur Steegerbuche. Wir nehmen nun die Richtung so, daß wir den Friedhof im Rücken haben und wandern auf dem Steegerbuchenweg hinab zum Fischweg. Auf diesem nach rechts, an der Sächsischen Webstuhlfabrik vorüber, später rechts über den Mühlgraben und Chemnitzfluß, durch die Eckstraße zur Straßenbahn und mit dieser ins Stadtinnere zurück.
b) Schloßteichinsel – Küchwald (Cottaschneise) – Bismarckturm.
Wanderzeit: zirka 1½ Std.
Ausgangspunkt: Markt.
Bis zum Rundteil am Eingang des Küchwaldes wie unter a. Nun geradeaus die Cottaschneise (führt ihren Namen zur Erinnerung an den Oberforstmeister Cotta, der einer bekannten sächsischen Forstfamilie angehörte, das Cottadenkmal, ein fossiler Baumstumpf mit Inschrift erinnert ebenfalls an ihn) bis zu ihrem Ende (Zaun) gehen und dann links auf dem Fußwege zur Leipziger Straße. Hier die Endstation der Straßenbahn. Wir gehen links einige Schritte zurück und gelangen zum Städtischen Schulgarten. (Zur Besichtigung geöffnet Sonntags von früh 6 bis abends 6 Uhr). Neue Obstbaumschule. An dem Zaun rechts auf das neue Chemnitzer Krankenhaus zu. Am Zaunende rechts den breiten Waldweg in den Crimmitschauer Wald. Überschreiten der Industriebahn. Links am Frischborn vorbei. Nach Verlassen des Waldes erblicken wir den Bismarckturm. Links am Walde aufwärts. Beim Rückwärtsblicken genießen wir eine schöne Aussicht auf die Stadt. Nach 30 Minuten (ab Leipziger Straße) haben wir den Bismarckturm erreicht.
Dieser 32 Meter hohe Aussichtsturm, ein Werk des Chemnitzer Bismarckvereins, wurde am 24. Mai 1906 eingeweiht, die Höhe des Hügels beträgt 375 m ü. M. Die Aussicht ist prächtig. Orientierungstafeln auf dem Turm geben die Einzelheiten an. Bei Abwesenheit des Turmwärters erhält man den Schlüssel im Bismarckschlößchen (10 Pfg., Kinder 5 Pfg.).
Man versäume nicht, auch die herrliche Aussicht vom Bismarckschlößchen zu betrachten. Man geht am Ende des Gartenlokals außen am Zaun nach links aufwärts. Unter uns das langausgedehnte Röhrsdorf, am Horizont Oberfrohna und Limbach. Nach links: die Forsten von Rabenstein und der Totenstein. Weiter die Rabensteiner Kirche und Reichenbrand, darüber das alte Schachtgebäude von Mittelbach. Weiter: Kohlenrevier von Lugau-Stollberg.
Von Röhrsdorf nach rechts: Leipziger Straße, Wittgensdorf, Rochlitzer Berg, Chemnitztal (rechts hinter der Bahn), die Sechs Ruten (Wald).
Vom Bismarckturm zurück zur Endstation der Straßenbahn Borna und zur Stadt.
c) Schloßteichinsel – Küchwald – Saubornweg – Bismarckturm – Endstation der Straßenbahn Borna.
Wanderzeit: 1 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Markt.
Bis zum Rundteil wie unter [a] und [b]. Nun den Saubornweg nach links ab. Über den Saubach (eine Anzahl kleiner Teiche). Wie unter [5 a] bis zur Leipziger Straße. Auf dieser nach rechts, am städtischen Schulgarten vorüber. Dorf Borna, oberer Teil. Am »Grünen Hof« vorbei, Straße führt stark aufwärts. Beim Wegweiser links ab zum Bismarckturm (siehe oben).
Von diesem nach der Endstation der Straßenbahn Borna und zur Stadt zurück.
d) Schloßteichinsel – Küchwald (½ Std.) – Borna (½ Std.) – Glösa (25 Min.) – Scheibe (25 Min.)
Bis zum Ende der Cottaschneise wie unter [5 b]. Nun am Stangenzaun wenige Schritte nach rechts, dann den Weg links auf die Fahrstraße. Diese hinab. In zirka 8 Minuten gelangen wir nach Borna. Am Gasthof »Bornaer Schmiede« vorbei. Unterhalb desselben Wegteilung. Wir folgen dem Wegweiser »Glösa«. Am Gasthaus »Blankenburg« und den großen Sandgruben vorbei. Die 9 m tiefen mächtigen Sandlager, aus Lehm, Kies und Sand geschichtet, liefern reichliches Material. Gasthaus Erholung. Dann über die Chemnitz-Brücke. Gasthof Blankenau. Dorf Glösa.
Glösa, Furth, Borna, Heinersdorf und Draisdorf bildeten bis zum Jahre 1829 den Ort Blankenau, an dessen Vorhandensein nur noch der Name des Gasthauses erinnert. Einen Anziehungspunkt, besonders für Maler, bildet die liebliche Glösaer Kirche, ein uraltes Gotteshaus, einst dem heiligen Jodokus geweiht.
Von der Pfarre, dem Ruhesitze des letzten Abtes des Chemnitzer Benediktinerklosters v. Schleinitz, reizende Ausblicke.
Vom Gasthause Blankenau links die Straße aufwärts nach Furth, an den Gasthäusern Weilburg und Schweizerhof vorüber bis zum Tiergarten Scheibe, Endstation der Straßenbahn. Mit dieser nach dem Stadtinnern zurück.
Ein anderer Rückweg vom Gasthaus Blankenau ist folgender: Zunächst die Fahrstraße nach links, bei der eisernen Brücke rechts, über die Chemnitz, immer in derselben Richtung bis zum Güterbahnhof Furth. (Nicht links über die Brücke!) Nach wenigen Schritten den Weg rechts einschlagen. Auf dem von rechts kommenden Weg einige Schritte links bis zum Teiche. Bei diesem nach rechts, durch die Bahnbrücke. Bei der Wegteilung links den Schaftreibeweg hinauf, Überschreiten der Ringstraße, zum Festplatz mit der Küchwaldschänke, an der Schloßschule vorbei, nach der Salzstraße, nun entweder den Schloßberg hinab zum Schloßteich und zur Hartmannstraße oder die Salzstraße nach rechts zur Leipziger Straße, an die Straßenbahn.
e) Burgstraße – Landesanstalt – Crimmitschauer Wald – Bismarckturm – Borna – Küchwald – Schloßteich.
Wanderzeit: 2 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Burgstraße. Haltestelle der Straßenbahn Friedhof-Altendorf.
Von der Limbacher Straße rechts ab, die Burgstraße hinauf. Vor uns die zahlreichen Gebäude der Landesanstalt für Blinde und Schwachsinnige. Beim Eingange zu derselben rechts, die Flemmingstraße hin. Hübsche Blicke auf Chemnitz und die, die Stadt umgebenden Höhen. Die »Kessellage« der Stadt tritt deutlich hervor. An der staatlichen Frauenklinik mit Mütter- und Säuglingsheim vorüber. Dahinter ein querkommender Weg. Diesen links, auf die Waldecke zu. An dieser geradeaus weiter. Rechts Kiefern und Birken. Wegteilung: links. In den Wald, bergab. Querkommenden Waldweg links. Wegkreuzung: Links. Weg biegt nach rechts. Über eine Brücke. Nicht links oder rechts abgehen. Rechts über einen Steg. Dahinter Wegteilung: links. Einige Stufen hinauf zum Teiche. An diesem nach links bis zur Teichecke, dann rechts am Teiche hin. Weg schlängelt sich. Wegteilung: links. Querkommenden Rasenweg überschreiten. Den wegweiserähnlichen Verbotstafeln »Reiten verboten« nach. Auf einen Promenadenweg. Diesen weiter. Nach Austritt aus dem Walde vor uns der Bismarckturm. Hübsche Blicke. Es folgt nun ein breiter Fahrweg nach links und dicht dahinter Straße. Wir gehen diese nach links. Die Straße macht eine Biegung, nach rechts auf den Turm zu, der in imposanter Größe vor uns steht. Vom Bismarckturm wandert man rechts hinab die Straße »Am Bismarckturm« nach Ober-Borna. Am Gasthof »Grüner Hof« links die Bornaer Straße ab. Durch das Dorf. Rechts die Straße aufwärts, an dem Gasthof »Bornaer Schmiede« vorbei. Immer in der Richtung bleiben. Durch den Küchwald nach dem Schloßplatz. Von hier aus entweder über den Schloßteich zur Hartmannstraße oder rechts auf einer Seitenstraße zur Leipziger Straße und somit zur Straßenbahn.
f) Furth-Glösa (20 Min.) – Auerswalde (60 Min.) – Wittgensdorf (50 Min.) – Heinersdorf (30 Min.) – Borna (25 Min.) – Küchwald (25 Min.).
Wanderzeit: 3½ Stunden.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Altchemnitz-Scheibe.
Bei Gasthaus Scheibe beginnt Furth. Wir gehen die Straße weiter. Rechts die Aktien-Spinnerei Furth (von J. Irmscher 1812 gegründet). Auf Kilometerstein 0,5 achten! Die Straße führt nun direkt nach Glösa. Wir gehen jedoch beim Kilometerstein 0,5 links ab über die Brücke des Mühlgrabens, weiter über die Chemnitzbrücke und das Bahngleis. Rechts der Güterbahnhof Furth. Nach Überschreiten der Brücke rechts, den Weg am Damm entlang. Nach Aufhören desselben etwas abwärts, über die eiserne Brücke, die Straße und den schmalen Weg zur Kirche hinauf. (Siehe Seite [24]). Nahe der Kirche das Kriegerdenkmal. Hier Wegteilung. Wir wandern am Zaun entlang, Richtung auf das Freigut Glösa. Nach 7 Minuten (ab Kirche) etwas rechts über den Dorfweg und die Brücke. Wegteilung. Links weiter. Das Freigut bleibt links. Rechts eine Sandgrube mit Abbau von Formsand für Gießereien. Unser Weg steigt allmählich an und wird breiter, ein Fußweg läuft nebenher. Auf der Höhe wird Nadelwald sichtbar, das Dach der Kinder-Walderholungsstätte schimmert halbrechts aus dem Walde hervor. Direkt an dem Walde, bei Pfahl 111, Wegteilung, halblinks weiter, bergab. Durch das Waldstück, »Sechs Ruten« genannt, über einen Bach, rechts ein Wasserbehälter. Nun eine Minute auf Fahrweg rechts, dann den Hohlweg links hinauf, der nach oben enger wird. Über die Höhe (Aussicht auf den Rochlitzer Berg mit Turm) Wegbiegung nach rechts, dann links schräg durch den Wald. Nach Verlassen des Waldes rechts im Bogen auf Fahrweg und auf diesem in gerader Richtung nach Auerswalde. Die einst der heiligen Ursula geweihte Kirche liegt ähnlich wie die Glösaer. Wir gehen das Dorf am Bache hinab. Links das im Besitz des Grafen Vitztum von Eckstädt befindliche Rittergut, rechts das Erbgericht. Die Dorfstraße bringt uns auf die Chemnitztalstraße, die wir in Furth verließen. Wir gehen die Landstraße links aufwärts. Im Tale rechts gewahren wir die weltberühmte Hermsdorf'sche Färberei-Fabrikanlage. Kurz vor Kilometerstein 5 gehen wir rechts von der Landstraße ab, über die Brücke. Nach Überschreiten derselben Wegteilung. Links weiter. Links die Haltestelle Unter-Wittgensdorf. Wir sind in Wittgensdorf angelangt. Die Dorfstraße aufwärts bis Haus Nr. 70 (rechts). Nun die Dorfstraße verlassen, halblinks über die Bachbrücke. Hinter dem Hause Nr. 58 links aufwärts (Pappeln). Von der Höhe aus hübsche Aussicht. Der Weg bringt uns bergab zu einem Teiche, geht wieder bergan und führt uns schließlich nach Heinersdorf.
Der frühere Name des Ortes war Heinrichsdorf. Hier soll die Burg Blankenau gestanden haben und zwar hoch am Chemnitzufer, am sogenannten Woal, einem wallähnlichen Orte. Die Burg soll 1307 bei der Belagerung von Chemnitz zerstört worden sein.
Vom Gasthof Heinersdorf wandern wir die Dorfstraße weiter: zuletzt über eine kleine Bachbrücke. Nach Überschreiten derselben den Weg rechts ab, unter der Eisenbahnbrücke weg zur Landstraße. Nun nach Borna, zum Gasthaus »Bornaer Schmiede«. Über die Bahnbrücke wenige Schritte nach rechts auf die Straße, dann den breiten Weg nach links. Er bringt uns an der Rückseite der Mühle vorbei auf einen breiten Feldweg. Diesen weiter bis zum Teich. An dessen Ende rechts hinauf, durch die Eisenbahn hindurch in den Küchwald. Es folgt eine vierfache Wegteilung. Wir gehen den breiten Weg hinauf, überschreiten die Ringstraße, gelangen schließlich an der Küchwaldschenke und dem Spielplatz vorüber zur Schloßkirche und hinab zum Schloßteich. Am Teich und an der Sächsischen Maschinenfabrik entlang zur Hartmannstraße und somit zur Straßenbahn.