9. Nach Schloß Lichtenwalde.

Von allen Ausflügen in die nähere Umgebung ist dem Chemnitzer der nach Lichtenwalde mit am geläufigsten. In Verbindung mit der Straßen- und Eisenbahn lassen sich alle Touren leicht ausführen und die Gegend ist wegen ihrer Anmut des Besuches würdig. Den Mittelpunkt bilden Park und Schloß Lichtenwalde. Das Schloß erhielt seinen Namen vermutlich von den Lichtsignalen, die früher zwischen den Schlössern Augustusburg, Sachsenburg und Lichtenwalde ausgetauscht wurden. Es erhebt sich auf den Grundmauern einer Burg, die im frühen Mittelalter vermutlich eine reichsfreie Königsburg mit dem Sitze eines Burgvogts gewesen ist. Urkundlich wird sie 1289 zuerst erwähnt. In diesem Jahre wurde sie von Markgraf Friedrich von Meißen an König Wenzislaus von Böhmen vertauscht. 1294 war ein Graf Philipp von Nassau Besitzer, der aber 1297 vom Markgrafen Friedrich von Meißen zur Herausgabe des Schlosses gezwungen wurde. 1439 war sie im Besitze Apel von Vitzthums. Im Bruderkriege nahm 1447 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Besitzung dem Ritter ab und gab sie an Hermann v. Harras. Aus diesem Geschlechte war Dittrich von Harras, der kühne Springer. 1450 ward die Burg von dem Landgrafen Wilhelm von Thüringen niedergebrannt. 1561 wurde nach dem Aussterben des Harras'schen Geschlechtes Lichtenwalde kurfürstliches Amt. Durch Tausch gegen Pillnitz gelangte es an die Familie v. Bünau; dann erwarben es nacheinander Heinrich Reuß III. (1603), die von Flemming (1719) und v. Watzdorf (1722); von letzterem kam es durch Erbschaft an die gräflich Vitzthum'sche Familie, die es noch jetzt besitzt. Der im Jahre 1722–1726 vom Reichsgrafen v. Watzdorf errichtete Bau brannte im Jahre 1905 ab, wurde aber in gleicher Gestalt wieder aufgebaut. Das Schloß besteht aus einem Mittelbau mit Turm und zwei angebauten Seitenflügeln, die den geräumigen Schloßhof umgeben. Herrlich ist der nach dem Muster von Versailles angelegte Park. Der Eintritt ins Schloß ist nur bei Abwesenheit der Herrschaften gestattet. Der Schloßpark kann jederzeit besichtigt werden.

Hinwege.

a) SchlachthofZeisigwaldschenke (½ Std.) – Lichtenwalde (1½ Std.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.

Vom Schlachthof links die Frankenberger Straße entlang, rechts die Gellertstraße weiter auf die Dresdner Straße. Diese nach links. Die Forststraße weiter bis zum Eingang in den Zeisigwald. Entweder direkt zur Waldschenke auf dem Promenadenwege neben der Forststraße oder auf einem der unter 8 angegebenen Wege.

Von der Waldschenke in bisheriger Richtung weiter. Bei der sechsfachen Wegteilung geradeaus, den weißen Marken folgend bis zum querkommenden Grenzweg, auf diesem nach links. Wegteilung: wir gehen nach links. Bei der nächsten Wegkreuzung: in bisheriger Richtung weiter bis auf die Landstraße. Diese einige Schritte rechts bis Kilometerstein 22,835. Nun von der Straße ab nach links. Bald eine Wegteilung, wir gehen nicht links hinab, sondern den breiten Weg fort. Es folgt rechts ein Steinbruch; nun links hinab bis zu Abteilungspfählen 69/70. Rechts, den ebenen Waldweg weiter. Nach ca. 4 Minuten Wegteilung, links weiter. Ueberschreiten zwei schmale Schneisen. Nach ca. 8 Minuten kommt ein Fahrweg von rechts. Bei einer Schneise Abteilungspfahl 67. Nach 4 Minuten Abteil. Nr. 65/66 (an Bäumen!). Hier Wegkreuzung, links im Walde abwärts. Nach ca. 5 Minuten ändert sich unser Weg in einen Fußweg und biegt nach rechts. Wir kommen an den Grenzsteinen 181–185 vorüber, über einen etwas feuchten Wiesenstreifen und kommen an Feld. An diesem rechts hin, an der Feldecke links hinauf. Die Telephonleitung gibt uns die Bahn an. Auf diese zu. Zwei Bahnwärterhäuschen. Zwischen beiden über die Bahn. Weg geht ins Tal hinab, über einen Bach. Wegteilung: rechts. Nach ca. 20 Minuten auf die Landstraße und diese nach rechts in ebenfalls 20 Minuten nach Dorf Lichtenwalde. (700 Einwohner.) Wir kommen am Kriegerdenkmal vorbei. Gutsgebäude des Rittergutes Lichtenwalde. Die Stallungen können gegen Abgabe eines Trinkgeldes besichtigt werden. Brauerei und Gasthaus Lichtenwalde links. (Weitere Einkehrgelegenheiten: Bienenstock, Kürschners Restaurant, Schloßmühle.)

Nun zum efeubekränzten Portal des Schloßparkes. Die Ahornallee führt direkt zur Westfront des Schlosses. Falls die rotweiße Barriere geschlossen ist, darf die Allee nicht begangen werden. Der herrliche Park mit seinen Statuen, Wasserkünsten, Schmuckplätzen, Alleen, ist nach dem Muster der Gärten in Versailles angelegt. Wir gehen zunächst auf der breiten Lindenallee, der »Großen Allee« nach links bis zum Ende. Der Ostflügel des Schlosses mit der Freitreppe und schönen Teppichbeeten zeigt sich. Ein Vorsprung gestattet herrliche Ausblicke auf die Augustusburg und das liebliche Braunsdorf.

20 Stufen hinunter. (Ein Zickzackweg führt links in 5 Minuten zur Schloßmühle hinab.) Wir gehen rechts weiter zum Konzertplatz. Hier finden in den Sommermonaten regelmäßig Sonntags- und Mittwochs-Konzerte statt. Weiter zum Schwanenteich, mit 2 Fontänen und chinesischem Schwanenhäuschen. Wir gelangen weiter zum Kastanienstück, inmitten eine antike Vase mit Steinbänken. Drei schmale Lichtungen (Durchhaue) bieten prächtige Aussicht. Dann zum »Englischen Stück«. Hübsche terrassenförmige Gartenanlage. Zuletzt bei den antiken Vasen das Parkende. Wir gehen einige Schritte vom Ende zurück und die Stufen hinab, links; dann rechts weiter zu den beiden Pavillons mit den Wasserkünsten hinab. Sieben Fontänen, die mittelste der »König« genannt und wasserspeiende Krokodile.

Die Wasserkünste spielen in der Regel an den Konzerttagen, gegen besondere Bezahlung werden sie auch an anderen Tagen in Tätigkeit gesetzt.

Nachdem man von den Pavillons schöne Blicke ins Zschopautal genossen hat – man verglich die Lage Lichtenwaldes mit der des Heidelberger Schlosses – gehen wir nach links, den schmalen Weg an der Mauer hin, 10 Stufen hinunter zum »Pilz«. Erneut schöner Ausblick ins Tal. Die Stufen wieder hinauf, nach links zurück und den Weg nach rechts, nun nach links zu einer Statue »Der gefesselte Flußgott«. Wir stellen uns mit dem Rücken gegen die Statue und wandern geradeaus wieder zurück zu dem Rundteil mit der Vase (Kastanienstück) und zum Konzertplatz.

b) HilbersdorfEbersdorf (1 Std.) – Brettmühle (½ Std.) – Lichtenwalde (25 Min.).

Wanderzeit: ca. 2 Std.

Ausgangspunkt: Haltestelle Margaretenstraße der Straßenbahn Altes Theater-Hilbersdorf.

Ecke Margaretenstraße verlassen wir die Straßenbahn. Nun die Zeppelin- oder Frankenberger Straße weiter, unter der Eisenbahnbrücke hinweg bis zum Gasthaus »Drei Rosen«. Nun die Landstraße allmählig ansteigend weiter bis zum Stadtteil Neu-Ebersdorf. Wegteilung: rechts weiter. Am Gasthof Ebersdorf vorbei. Links eine stattliche Linde. Hier verlassen wir die Landstraße nach links. Ein Bauernweg führt uns hinter den Gütern weg. Links ein Fußsteig hinab zur Dorfstraße von Ebersdorf. Diese rechts weiter. An der Schule vorbei. Endlich kommen wir zur Kirche, weitbekannt wegen ihrer Geschichte und Bauweise.

Ebersdorf, eine sehr alte Niederlassung, gewöhnlich Stift Ebersdorf genannt, war schon frühzeitig durch ein wundertätiges Marienbild zu einem besuchten Wallfahrtsorte geworden und besaß eine reichgeschmückte Kirche und eine Marienkapelle. Das Stift sieht noch heute recht stattlich aus. Die Lage auf der Anhöhe, das stattliche Pfarrhaus, das Tor mit dem Torturm, der turmartige Bau der ehemaligen Marienkapelle, die Kirche mit ihrem hochaufragenden Dache und Turme machen noch immer einen stattlichen Eindruck. Die ganze Kirchstätte war früher mit Befestigungen versehen, von denen jetzt noch Reste vorhanden sind. Der Altarplatz, von einem einfachen, aber guten Kreuzgewölbe überspannt, hegt ein kunstvolles Altarwerk.

Figuren und Bilder stammen aus dem Jahre 1513. Kanzel und Glasmalereien sind neueren Datums. Das Grabmal des kühnen Springers Dietrich von Harras ist unter der nördlichen Empore zu finden. Darüber an der Decke ein hölzernes Hufeisen mit der Jahreszahl 1499. Dieses soll das vergoldete, schmiedeeiserne ersetzen, das der Ritter nach Ausführung des kühnen Sprunges zum Danke gegen die Heiligen hier aufhängen ließ. Das Original ist gestohlen worden. Unter einem kleinen Kapellenanbau an der Nordseite eine Gruft mit steinernen und zinnernen Sarkophagen und Särgen von Mitgliedern der gräflich Watzdorfschen Familie, die im 17. Jahrhundert das Schloß Lichtenwalde besaß. Unter dem Orgelchor das bekannte Goldschiffchen. Die Sage erzählt, daß ein Ritter, vom Kreuzzuge heimkehrend, auf dem Meere in Lebensgefahr geriet. In der Todesnot gelobte er, der heiligen Maria in der Kirche zu Ebersdorf ein Schiffchen voll Gold zu stiften. Die Heilige half, und der Ritter Wolf von Lichtenwalde löste sein Gelübde ein. In der Kirche werden auch die Überbleibsel der Kleider der Prinzen Ernst und Albrecht, sowie des Köhlers aufbewahrt, die bei dem bekannten Prinzenraub 1455 eine Rolle spielten.

In einer empfehlenswerten Schrift »Die Stiftskirche zu Ebersdorf« von Lehrer Kretzschmar-Ebersdorf (Preis 40 Pfg.) erfährt man Weiteres über die interessante Stätte.

Die Besichtigung der Kirche ist fortwährend gestattet. Ein kleiner Betrag ist an den Kirchner zu entrichten.

Von der Kirche gehen wir die Dorfstraße weiter abwärts, an den Friedenseichen vorüber. Haus Nr. 39 (links) ist das Geburtshaus des 1892 in Dresden gestorbenen Orgelmeisters Karl August Fischer.

Wir gelangen schließlich auf die Chemnitz-Frankenberger Landstraße. Diese links abwärts in 2 Minuten zur Brettmühle (287 m hoch gelegen). Früher Sägemühle, jetzt Gasthaus. Aus dem Hause tretend links um die Ecke, hinab, durch das Gehöft und über die Brücke. Prächtige Wiesenflächen von Gebüsch umrahmt, die Tännichtwiesen genannt. Nach ca. 20 Minuten wieder bergan zur Schäferei des Rittergutes Lichtenwalde. Gleich hinter der Schäferei auf die Dorfstraße. Bei der Wegkreuzung kann man entweder rechts die Straße aufwärts zum Schloß und Park wandern oder man bleibt in derselben Richtung und geht am Bache abwärts, durch einen wunderschönen, leider kurzen Grund zur Schloßmühle und von dieser hinauf zum Parke. Wanderung im Park siehe [9 a].

c) NiederwiesaSchloß Lichtenwalde.

Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Niederwiesa. Hierher mit der Bahn.

Weg 1: Aus dem Bahnhof tretend einige Schritte nach links. Dann bei der Tafel »Brauhof« rechts ab zur Braunsdorfer Straße. Nun links bis zum Wegweiser »Abwärts im Walde«. Hinter der Brücke sogleich rechts. Links etwas verborgen im Walde das Friedrich-Denkmal, errichtet 1803 von der Gräfin Augusta Vitzthum von Eckstädt zur Erinnerung an glückliches Familienleben. Nun zum Hofewiesenweg an der Zschopau hin. Hinter der zweiten kleinen Brücke links Promenadenweg zum Park empor. (Wegtafel). Weiteres siehe [9 a].

Weg 2: Vom Bahnhof in der Richtung auf die Kirche nach links. Bei der Straßenkreuzung Richtung Chemnitz einschlagen. Durch den Viadukt. Zum Gasthaus Oberwiesa. Bei der Straßenteilung rechts fort. Rechts über die Bahnbrücke. Wir wandern immer auf der Landstraße. An einem großen Teiche vorüber, der vom Zapfenbache durchflossen wird. Bei Stein 1,8 halbrechts von der Landstraße ab. Ein hübscher von Lärchen eingefaßter Weg führt uns rechts weiter. Der Weg senkt sich und bringt uns in den Wald. In diesen hinab, durchqueren eine Wiese, die Hofewiese. Uferweg an der Zschopau bis zur Schloßmühle oder rechts zum Park empor.

d) BraunsdorfLichtenwalde.

Wanderzeit: ¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Braunsdorf. Hierher mit der Bahn.

Sehr bequeme Fußgänger wählen meist diese Tour. Braunsdorf liegt 267 m hoch und wird auch als Sommerfrische gern benutzt (Hotel und Restaurant Haus Flechsig). Von dort über die Zschopaubrücke (Brückengeld 3 Pfg.). An der Mühle vorbei und hinauf zum Schlosse.

Rückwege.

e) SchloßmühleHarraseiche (10 Min.) – Gunnersdorf (¾ Std.) – Thümers Kiefern (½ Std.) – Harrasfelsen (¼ Std.) – Braunsdorf (20 Min.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.

Von der Mühle den Fußweg am Mühlgraben abwärts. Der prächtige Uferweg bringt uns in 10 Minuten zur Harraseiche.

Ein mächtiger Baumriese von 7 m Umfang, zum Umspannen sind fünf erwachsene Personen nötig. Das Alter wird auf 500 Jahre geschätzt. Daneben das Harras-Denkmal mit dem Wappen des Ritters und der Inschrift: »Ritter von Harras, dem tapferen Springer«. An dieser Stelle soll er nach dem kühnen gräßlichen Sprung in die Zschopau gelandet sein. Gegenüber des Flusses droht der Harrasfelsen, von denen der Sprung erfolgte. Hier stand auch Körner und ließ sich von dem lebendigen Eindruck der Stätte der Sage zu der bekannten Ballade begeistern. Eine liebliche Wiese von Laubbäumen umgeben, rahmt Eiche und Denkmal ein.

Wir wandern unseren Fußweg weiter runter, immer am rechten Zschopauufer hin. Links von uns liegt Ortelsdorf. Nach halbstündiger Wanderung über die Ortelsdorfer Brücke nach Gunnersdorf. Gewerbfleißiger Vorort von Frankenberg. An der Brauerei vorüber zu Nerges Gasthaus. Nun um die Hausecke, geradeaus. Nach ca. 3 Minuten bei der Wegkreuzung rechts weiter. Wegweiser »Lichtenwalde-Braunsdorf«. Immer auf dem Wege bleiben. Beim Bahnwärterhaus über die Bahn. Dahinter sofort rechts. Immer in der Richtung des Bahndammes bleiben. Links ein Steinbruch, rechts Bahndurchgang. Der ziemlich breite Fußweg führt in 3 Minuten an Feld; an diesem hingehen, dann die Stufen hinauf in den Wald. 20 Schritte hinter einem Grenzstein rechts ab zu den nahen Thümers Kiefern. Hübsche Aussicht von diesem Rundteil mit Tischen und Bänken. Nun 4 Stufen hinauf, dann rechts ab auf unseren früheren Fußweg. Diesen nach rechts. Der Weg senkt sich und biegt nach links. Bei dem Steine 97 (rechts) noch ungefähr 1 Minute gehen, dann scharf nach rechts. Weg senkt sich wieder, bis zu einer Bank. Dahinter rechts hinab zum Gipfel des Harrasfelsens oder Hausteins. Prachtvoller Blick ins Zschopautal, auf die Lichtenwalder Mühle und das Schloß, rechts Gunnersdorf und links desselben Niederlichtenau. Ein hohes eisernes Kreuz prangt auf der Höhe. Inschrift: »Dem Sänger und Helden Theodor Körner. Von den Bewohnern von Frankenberg zur Erinnerung an den 26. August 1863.« (50jähr. Todestag Körners).

Die Sage berichtet über den Ort: Ritter Harras war mit seinen Knappen vom Schlosse Lichtenwalde zur Fehde ausgezogen. Doch seine Mannen unterlagen. Der Ritter sprengte durch Wald und Dickicht, um seinen Verfolgern zu entgehen. Da steht er plötzlich auf dem Haustein und erblickt gegenüber seine Burg. Die furchtbare Tiefe des Zschopautals trennt ihn von seinem sicheren Hort. Da spornt er das widerstrebende Roß und setzt hinab in die Fluten, das Roß versinkt zerschmettert, aber der Ritter erreicht wohlbehalten das rettende Ufer. Die Sage hat jedenfalls ihre Quelle im germanischen Mythos: »Wotan läßt sich im Sturmmantel auf die Erde nieder.« Die Sage wiederholt sich an verschiedenen Orten: Roßtrappe, Ludwig der Springer usw.

Vom Kreuz wandern wir ca. 2 Minuten zurück, den Stufenweg hinab ins Tal. Ueber den Bach, durch den Bahndurchgang und am Ufer der Zschopau aufwärts. An der Lichtenwalder Brücke vorüber, immer in derselben Richtung bleibend zum Bahnhof Braunsdorf.

f) SchloßmühleHarrasfelsen (½ Std.) – Gunnersdorf (½ Std.) – Frankenberg (1 Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.

Von der Mühle über die Zschopaubrücke aufs rechte Ufer. Die Bahn entlang, durch Gebüsche bis zur Bahnüberführung. Durch diese hindurch und steil hinauf zum Harrasfelsen (siehe [9 e]).

Die Bahn durchtunnelt den Felsen. Der Eingang des Tunnels wurde am Abend des 14. Dezember 1913 durch einen Felssturz verschüttet und brachte einen durchfahrenden Zug zur Entgleisung, wobei 8 Menschen ihr Leben verloren.

Vom Harrassprung dem Wegweiser folgend hinab zur Staatsstraße in Gunnersdorf. Man hält sich am besten etwas links. Von Gunnersdorf in ca. 1 Stunde nach Frankenberg und mit der Bahn nach Chemnitz zurück. Über Frankenberg siehe Wanderung 10.

g) HarrasfelsenAltenhainer MühleFlöha.

Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Harrasfelsen. Hierher wie in vorigen Wandervorschlägen.

Vom Felsen hinunter in den Grund, über das Bächlein und links auf den Altenhainer Weg. Er führt uns durch buschigen Wiesengrund nach Altenhain. Gegenüber dem getürmten Schulhaus den Fußweg rechts ab durch ein Bauerngut; hinter demselben an den rechts umbiegenden Fahrweg den Fußweg links ab. (Er führt auf ein hochgelegenes Gut zu, das aber links liegen bleibt.) Schöner Blick von der Höhe aus auf Lichtenwalde, die Ebersdorfer Kirche und Ebersdorf, Ober- und Niederlichtenau, Gunnersdorf und Frankenberg. Hinter Ebersdorf der Beutenberg mit Turm.

An einem Gebüsch vorüber, das die Altenhainer Höhe bekrönt. (Trigonom. Station 355 m ü. d. O.) Nach Ueberschreiten der Kuppe tut sich prächtige Aussicht auf Augustusburg auf. Man schneidet einen Fahrweg. (Links ein Porphyrsteinbruch). Auf dem Fußweg den bewaldeten Hang hinab auf die Talstraße. Zschopauwehr. Sie führt uns nach links auf die Frankenberg-Flöhaer Landstraße. Kurz vor der Kirche rechts ab, in 20 Minuten zum Bahnhof Flöha.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

h) SchloßmühleBraunsdorfFinkenmühleFlöha.

Wanderzeit: 1¼ Std.

Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.

Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke nach Station Braunsdorf. Die Bahn überschreiten durch Dorf Braunsdorf bis zur Mühle. Durch den Mühlhof am Zschopauhang hin. Zur Finkenmühle. Am Sandsteinbruch vorbei nach Flöha. Zum Bahnhof am Anfang des Dorfes noch ca. ½ Std.

i) SchloßmühleBraunsdorf.

Wanderzeit: ¼ Std.

Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke und rechts weiter direkt zur Station Braunsdorf.

k) SchloßmühleLandsknechtswinkelHofewieseNiederwiesa.

Wanderzeit: 1 Std.

Ausgangspunkt: Schloßmühle.

Schöner Uferweg am Zuflußgraben hin, am Wehr vorüber. Über eine Brücke. Hier mündet ein Waldbach, der den Landsknechtswinkel, einen reizenden Waldgrund, bildet. Weiter zur Hofewiese, von Wald umsäumt. Unser Weg führt immer an der Zschopau hin. Wegteilung. (Rechts führt ein vielbegangener Weg quer durch die Wiese, dann im Walde aufwärts, über die Höhe zur Ebersdorf-Niederwiesaer Landstraße und auf dieser abwärts nach Niederwiesa).

Schöner ist es, wenn wir den Hofewiesenweg weiter gehen. Er führt uns bald in den Wald. Schöner Fichtenbestand Der Weg steigt, fällt und führt dann wieder eben dahin. Ein schmaler Fußsteig bringt uns rechts zum Friedrichsdenkmal (siehe [9 c]). Der Weg biegt nun nach rechts und führt uns am Zapfenbach aufwärts.

Links ein Denkstein: O. v. T. 1818: 12. März 1898. Erinnert an Otto von Tschirschky, den Schwiegervater des gegenwärtigen Besitzers von Lichtenwalde.

Nach ca. 5 Minuten auf einen querkommenden Fahrweg. Nun links über die Augustabrücke. Der Weg geht bergauf, verläßt den Wald und erreicht nach knapp 5 Minuten den Kommunikationsweg Braunsdorf–Niederwiesa. Auf diesem nach rechts. In Niederwiesa angekommen links die König Albert-Straße abwärts. Über die Brücke und die Dorfstraße, geradeaus, hinaus zur Landstraße und zum Bahnhof.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.