Zu den Gedichten.

Die äusseren Ereignisse in Michelangelos Leben hatten für sein Dichten keine grosse Bedeutung. Gelegenheitsgedichte finden sich nur in sehr geringer Zahl in seinem Canzoniere. Einige an Rom und Florenz, an den Papst, einige an Freunde, Dank oder Entgegnungen — und selbst von diesen scheinen mehrere langgetragene Gedanken zu enthalten, die nur bei einem bestimmten Anlass ihre Form fanden.

Ein tieferer Zusammenhang wird wohl zwischen seinen bildnerischen Werken und seinen Dichtungen bestehen, und es würde Gegenstand einer besonderen Untersuchung sein müssen, Parallelen in der Entwicklung von Gedanken und Form auf den verschiedenen Gebieten seines künstlerischen Schaffens aufzuzeigen.

Von grossem Einfluss für sein Dichten waren die Menschen, die er liebte: Die Unbekannten, an die er die Liebesgedichte vor und nach der Colonnazeit mit ihren wechselnden Stimmungen richtete, Febo di Poggio (vor 1534, als er Florenz für immer verliess), Cecchin Bracci, und vor allem jene beiden, die die schönsten seiner Gedichte werden liessen, Tommaso Cavalieri und Vittoria Colonna.

Zwischen und in den so entstehenden grossen Gruppen liegen einzelne Dichtungen von, man möchte sagen, objektiverem Charakter, soweit hiervon bei einem Michelangelo überhaupt die Rede sein kann. So der Gesang der Toten, die Epitaphien, die Stanzen auf Stadt und Land, die Sonette auf die Nacht und jene zwei auf Dante, in denen er wie mit Autorität über seinen grossen Landsmann spricht.

Für sich steht die lang vorbereitete Gruppe der letzten Jahre. Diese Gedichte sind zum grossen Teil an Christus gerichtet, und die Ideen der Schuld, der Reue, des Ringens nach Erlösung finden in ihnen oft wundervollen Ausdruck.

Die meisten seiner Dichtungen entstanden, indem lange in ihm arbeitende Gedanken sich endlich zur Formung durchrangen, oder es ihm unter dem Eindruck von Persönlichkeiten oder Ereignissen gelang, sich, sein Streben und Sehnen auszusprechen. Dann lösten sie sich aus diesem Zusammenhang los und wurden immer mehr Gegenstand rein künstlerischer, unermüdeter Arbeit. Mit Freunden wurden sie durchgesprochen, beurteilt, Version auf Version entstand, Zeile auf Zeile wurde variiert, bis der Dichter, befriedigt, vielleicht das Gedicht mit seiner schönen, malenden Schrift noch einmal abschrieb. Oder aber es wurde noch nach Jahren wieder hervorgeholt und umgearbeitet. Andere blieben Fragment; entweder war die Stimmung erschöpft, oder der Dichter vermochte ihr keine volle Form zu schaffen, liess das Begonnene liegen und versuchte es vielleicht in einem neuen Anlauf. —

Wenn nun hier die Gedichte unter bestimmte Adressen gesetzt sind, so will damit nicht gesagt sein, dass Michelangelo sie alle ausdrücklich an die betreffende Persönlichkeit gerichtet habe, sondern dass sie unter ihrem Einfluss entstanden und tatsächlich auch oft an sie gelangt seien. —

Wortschatz und Bilder nahm er aus der literarischen Sprache seiner Zeit. Besonders Petrarca und Dante, den er wohl wie kein zweiter mit kongenialem Geiste verstand, haben stark auf ihn gewirkt. Eben aus ihnen und durch den Verkehr mit den Gelehrten am Hofe Lorenzos wurden ihm auch die Gedanken der platonischen Philosophie vertraut. In ihnen fand er die Formeln für sein eigenes Suchen nach dem Ewiggültigen, und sie sind so tief durch sein Wesen gegangen, dass sie ganz als sein Eigentum gelten müssen. Vollends in jenen Dichtungen, in denen er die Bilder aus „seiner“ Kunst, der Plastik, nahm, schuf er völlig Neues. Und diese Bilder sind gerade da am häufigsten, wo er in vollendetster Form sein Sehnen nach der Vollkommenheit ausspricht, in den Gedichten an Vittoria. —

Der Gedankengang dieser Auswahl ist etwa dieser: einige Gedichte an Florenz, den Papst; Gelegenheitsgedichte; leichtere Liebesgedichte; Dank und Freundschaft; einige Dichtungen „objektiveren“ Inhalts; tiefere, persönlichere Liebesgedichte; Vittorias Tod; für Michelangelos Kunstauffassung bedeutsame Gedanken; Suchen nach ewiger Schönheit (Cavalieri); die Nacht, der Gesang der Toten; der Vollkommenheitsgedanke (Vittoria); endlich die geistlichen Dichtungen, Schuld, Reue, Tod, Erlösung.

Den Übersetzungen liegt der Text von Guasti zugrunde; es wird deshalb in den Anmerkungen auf ihn verwiesen (G. p. = Cesare Guasti, Le rime de Michelangelo Buonarroti … Firenze MDCCCLXIII, Seite … ). Sonst hätte die neuere Ausgabe von G. Frey, Die Dichtungen des Michelagniolo Buonarroti, Berlin 1897, angezogen werden müssen. Auf ihren sehr umfangreichen kritischen Apparat stützen sich hauptsächlich die Anmerkungen zu den Gedichten, ebenso die Zuweisung der Dichtungen an die betreffenden Adressaten. —

In den Übersetzungen von Sophie Hasenclever wurden einige kleine Änderungen da vorgenommen, wo das Original nicht sinngerecht wiedergegeben schien.

[1.]

G. p. 303. — Capitolo, Fragment, wahrscheinlich 1524–26, in Florenz. Die Auffassung des Gedichtes schliesst sich an die H. Grimms an. In jener Zeit arbeitete Michelangelo in Florenz an den Grabdenkmälern der Medici. Die Unbeständigkeit seines Auftraggebers, Clemens VII., der seine Arbeiten durch andere Pläne unterbrach und auch über die Ausführung der Gräber öfter seine Ansichten wechselte, Zwistigkeiten mit seiner Familie, Schwätzereien der Florentiner, Verdächtigungen und Intriguen seiner Feinde brachten ihn in diese Stimmung, in der ihm die Stadt wie eine grausame, spottlustige, launische Geliebte erschien. (Vgl. Grimm, „Fiorenza“, Pr. Jahrb. Bd. 47, p. 319ff.). — Frey hält das Capitolo für ein Liebesgedicht, eine von vier Versionen, die 1546 von Michelangelo zu einem Madrigal (G. p. 100) verarbeitet wurden.

[2.]

G. p. 3. — Epigramme, 1545. — 1492 war Lorenzo il Magnifico gestorben. Auf ihn folgte sein Sohn Piero II. 1494 zog Karl VIII. von Frankreich über die Alpen, um seine Ansprüche auf Neapel geltend zu machen. Nun hatte Piero mit Alfons II. von Neapel Beziehungen angeknüpft und war so dem Angriff des Franzosen ausgesetzt, zumal auch Lodovico il Moro Karl gegen Florenz hetzte. In der Gefahr verlor er alle Fassung und lieferte schon in den ersten Verhandlungen die Festungen des Landes aus. Die entrüsteten Florentiner vertrieben ihn bei seiner Rückkehr aus der Stadt, die nun in die Hände der Franzosen fiel. Es folgte die Zeit Savonarolas, der 1498 gestürzt wurde. Die 1495 eingerichtete republikanische Regierungsform musste wieder fallen, als 1512 Julius II. Giovanni und Giuliano de Medici, die Brüder Pieros II., in die Stadt zurückführte. Giovanni wurde 1513 als Leo X. Papst; auf ihn folgte Giuliano und dieser gab bald seine Herrschaft an Pieros Sohn Lorenzo II. Nach ihm Giulio, der 1523 als Clemens VII. den päpstlichen Thron bestieg, die Herrschaft über Florenz aber mitbehielt. Als 1527 Rom durch die kaiserlichen Truppen erobert und geplündert wurde, machten in Florenz die Republikaner den Versuch, die frühere Regierungsform wieder herzustellen, aber das vereinigte Heer der Kaiserlichen und des Papstes zwangen die Stadt nach zehnmonatlicher Belagerung (Michelangelo war bei der Befestigung tätig) zur Übergabe (1530). Zur Herrschaft kam Lorenzos II. natürlicher Sohn Alexander, der 1537 durch seinen Vetter Lorenzino ermordet wurde. Nun gelangte Cosimo, des ersten Cosimo Urenkel, zur Herzogswürde und wusste in geschickter Weise seine Herrschaft endgültig zu befestigen. — 1545, als für die aus Florenz geflüchteten Republikaner jede begründete Hoffnung auf Wiederherstellung der Republik geschwunden war, entstanden die Epigramme. Michelangelo antwortet in Rom auf einen Vierzeiler des Giovanni di Carlo Strozzi (1517–1570). Dieser lebte in Florenz humanistischen Studien und war Mitglied der Akademie.

[3.]

G. p. 25. — Madrigal, 1545–46. — Ein Zwiegespräch der verbannten Florentiner mit ihrer Heimatstadt.

[4.]

G. p. 156. — Sonett, wohl 1511, gegen Ende der Arbeiten an der Sixtinadecke (1508–12).

[5.]

G. p. 158. — Sonetto caudato oder ritornellato; das eigentliche Sonett schliessen 1–2 Ritornelle, Kehrreime. Etwa 1508–11. — Giovanni da Pistoja, vielleicht, was Frey bezweifelt, Kanzler der Florentiner Akademie. — Das Gedicht spricht von den Mühen der Arbeit an der Sixtinadecke.

[6.]

G. p. 338. — Stanzen, Fragment, etwa 1518–24. Ein Spottgedicht auf eine Unbekannte in Florenz.

[7.]

G. p. 68. — Madr., 1535–46. An eine Unbekannte.

[8.]

G. p. 58. — Madr., 1534–46. Nach Frey ist es an Vittoria Colonna in der ersten Zeit der Freundschaft gerichtet.

[9.]

G. p. 97. — Madr., 1546. An eine Unbekannte, die vielleicht mit der Adressatin von No. 33 und 34 identisch ist.

[10.]

G. p. 178. — Son., 1507–08, in Bologna, an ein unbekanntes Mädchen der Stadt.

[11.]

G. p. 29. — Madr., 1546. — Luigi del Riccio war Geschäftsträger der Strozzi in Florenz. Mit Michelangelo war er eng befreundet und leistete ihm wichtige Dienste. Er verfolgte mit besonderem Interesse die dichterische Tätigkeit des Meisters, mit feinem Verständnis beurteilend, besprechend. Er bemühte sich auch um eine Herausgabe der Gedichte und vereinigte deren 87 in der nach ihm benannten Ricciosammlung. — Auf ein unbekanntes Vorkommnis hin schrieb Michelangelo das Gedicht in seiner ersten Fassung. Riccio erwiderte mit folgendem Madrigal:

Es darf kein Liebesdienst

Des Freundes lästig sein

Dem Freunde, denn ein alter, weltbekannter Satz

Verlangt, dass jedes Gut

Und jegliches Geschick

Ihnen gemeinsam sei. Ja Kerker, Tod

Sah man schon einen für den andern leiden,

Und Gut und Ehr' und Leben tauschen sie.

Drum kann ein Streit uns beide nicht entzweien,

Denn alles zu verzeihn, ist Freundschaft stets bereit.

Darauf arbeitete Michelangelo sein Madrigal zu einer zweiten, längeren Fassung um, die hier gegeben ist.

[12.]

G. p. 167. — Son., 1551. — Giorgio Vasari lebte 1512–74 und betätigte sich als Maler, Architekt und Schriftsteller. Er stand beim Herzog von Florenz in grosser Gunst und hatte in Michelangelos späteren Jahren zwischen diesem und dem Herzog zu vermitteln (vgl. Brief 26. und 30). Mit dem Sonett dankt ihm der Meister für die Zusendung der „Vite degli artisti“.

[13.]

G. p. 164. — Son., 1555. Dank für Geschenke.

[14.]

G. p. 325–328. — Fragment einer Dichtung in Stanzen. Nach Frey würde dieser Teil in die Jahre 1536–40 fallen, während die Stanzengruppe, in denen der Dichter das Landleben preist und die übrigen Laster geisselt (G. p. 317–24), aus seinen letzten Jahren (1556) stammen, also zwei selbständige Dichtungen vorliegen würden. — Andere Deutungen für die Gestalten der Dichtung: der Gigant der Stolz, das Weib die Grausamkeit, oder Habsucht, oder der Geiz. Dazu Frey (a.a.O. 350): „All diese Interpretationen sind individueller Art und unverbindlich. Es muss gesagt werden, dass, so real Michelangelo diese Bilder ausgeführt hat, so unbestimmt ist gleichwohl für uns ihre Bedeutung gelassen, wohl weil auch dem Dichter während des Schöpfungsprozesses immer neue Gedanken, Vergleiche und Züge in den Sinn kamen, die die ursprüngliche Richtung abänderten. Gleichwohl lassen sich meiner Überzeugung nach doch Michelangelos Intentionen ahnen und deuten, wenn man, was durchaus nötig ist, mit den Stanzen das Sonett gegen die Pistojesen (G. p. 160) vereint. Dort die Pistojesen, die al ciel nemici, invidiosi, superbi; Söhne Kains hiessen sie, weil sie im Bruderkampfe sich gegenseitig totschlugen. Hier trägt das Weib das Kainszeichen; freut es sich und wächst del mal d'altrui, und die Pistojesen sind del danno loro amici. Wie zur Zeit Dantes Neri und Bianchi in Pistoja sich zerfleischten, so wieder zur Zeit der Revolution in Florenz. Und dann die Ermordung des Herzogs Alessandro (1537). Die città intera, die der Gigant mit dem Fusse deckt, wäre Pistoja, die montagne die dortigen Apenninen, die vielfach den Parteien ricovero boten wie dem Weibe le gran rocche. Besonders im Frühjahr 1537 waren die Wirren in Pistoja gross. … Man könnte annehmen, dass [Giovanni da Pistoja] … ausführlich von allen diesen Ereignissen Michelangelo unterhalten habe, und Schmerz und Zorn über das Gehörte hätten ihn zu Dichtungen veranlasst, die wohl niemals abgesandt worden sind.“

[15.]

G. p. 5–21, No. 2, 3, 4, 7, 8, 12, 18, 20, 23, 31, 38, Epitaphien, 1544. — Im Jahre 1544 starb in Rom Cecchino (Francesco) de Zanobi Bracci im Alter von 15 Jahren. Er war Riccios Neffe und wurde von diesem zärtlich geliebt. Seit 1534 lebte er als verbannter Florentiner in Rom, wegen seiner Schönheit allgemein bewundert. Sein Tod war für Riccio ein herber Verlust. Die Freunde, unter ihnen auch Michelangelo, bemühten sich, ihn zu trösten, und zu diesen Versuchen zählen auch die ersten dieser Vierzeiler. Die Abfassung der Gedichte war anfangs lebendig mit der Erinnerung an Cecchino verknüpft, löste sich aber bald davon los, und das Grab des Freundes wurde zum Ort, an dem der Dichter in stets neuen Beziehungen und knappster Fassung eigenartige Gedanken über Leben und Tod aussprach. Riccio ermunterte den Freund durch Bitten und Geschenke, durch Besprechung und Kritik zur Fortsetzung, und so entstand im Laufe des Jahres 1544 eine Reihe von 48 vierzeiligen Grabschriften. Kurze scherzhafte Bemerkungen unter den Gedichtmanuskripten, die Michelangelo dem Freunde zusandte, zeigen, wie sehr ihm dieser zusetzte. So zum Epitaph

12.

„Wenn Ihr keine mehr wollt, so schickt mir nichts mehr.“

16.

(nicht in dieser Auswahl) „Ich wollte es Euch eigentlich nicht schicken. Es ist ein gar zu plumpes Ding; aber die Forellen und Trüffeln würden selbst den Himmel bezwingen. Ich empfehle mich Euch.“

20.

„Für die gesalzenen Schwämme, wenn Ihr schon nichts weiter wollt!“

21.

(n. i. d. A.) „Dies plumpe Ding, schon tausendmal aufgetischt, für den Fenchel.“

23.

„Hier reden die Forellen, nicht ich; wenn Euch die Verse nicht gefallen, dann mariniert sie das nächste Mal nicht mehr ohne Pfeffer.“

33.

(n. i. d. A.) „Unbeholfene Sachen! Der Brunnen ist ausgetrocknet; man muss abwarten, bis es regnet. Ihr habt zu grosse Eile!“

36.

(n. i. d. A.) „Tolle Sachen! Wenn man aber von mir verlangt, ich soll sie zu Tausenden fabrizieren, so muss schon von jeder Sorte darunter sein!“

[16.]

G. p. 155. — Son., 1545. Zugleich mit No. 59 entstanden.

[17.]

G. p. 50. — Madr., Fragm., 1504/5–11. Adressat und Anlass unbekannt.

[18.]

G. p. 197. — Son., Zeit, Adressat ist fraglich. Vielleicht 1534–38 in Rom.

[19.]

G. p. 81. — Madr., Adressat unbekannt. Entstehungszeit etwa Beginn der 40er Jahre.

[20.]

G. p. 173. — Son., am Anfang der Freundschaft mit Vittoria Colonna entstanden, also in den nächsten Jahren nach 1536. — Vittoria wurde 1490 im Kastell Marino am Abhang der Albanerberge geboren. 1509 vermählte sie sich mit Ferrante Francesco d'Avalos, dem Markgrafen von Pescara. Während ihr Gemahl ein unstetes Kriegsleben führte, lebte Vittoria meist auf Ischia und unterhielt mit den bedeutendsten Geistern ihrer Zeit rege Beziehungen. Sie musste früh auf Mutterglück verzichten und wandte sich ganz geistigen Interessen zu. In das Jahr 1512 fällt das erste ihrer erhaltenen Gedichte und bald entfaltete sie ein reiches Schaffen, von ihrer Zeit als die bedeutendste Frau, „la diva Vittoria Colonna“, gefeiert. 1525 starb Francesco. Von nun an lebte sie immer eingezogener, obwohl stets in Beziehung mit der politischen und künstlerischen Welt, meist in Klöstern, wie San Silvestro in Capite in Rom, San Paolo in Orvieto, Santa Caterina in Viterbo (vgl. den vierten ihrer Briefe an Michelangelo). Infolge der politischen Verhältnisse änderte sie ihren Aufenthalt oft. 1534 kam sie durch die Berührung mit Bernardino Ochino in die religiösen Reformbewegungen des 4. und 5. Jahrzehnts und spielte in ihnen eine nicht unwichtige Rolle. 1534–40 hielt sie sich viel in Rom im Kloster San Silvestro auf, und in die frühere Zeit dieser Periode fällt wohl ihr erstes Zusammentreffen mit Michelangelo, mit dem sie besonders in den Jahren 1538–40 regen Verkehr unterhielt. Die nächste Zeit brachte ihr schweres Leid. In den Kämpfen mit Paul III., 1540–41, wurde die Macht der Colonna vernichtet. Sie zog sich nach Viterbo zurück und blieb dort bis 1544. 1544–47 war sie wieder in Rom, von körperlichen und seelischen Leiden heimgesucht, aber fortwährend in regem Austausch mit den bedeutendsten Persönlichkeiten und selbst literarisch tätig. Die tiefsten ihrer religiösen Dichtungen fallen in diese Zeit. 1547 starb sie im Kloster Sant' Anna de Funari, das ihr letzter Aufenthaltsort gewesen war.

[21.]

G. p. 46. — Madr., vielleicht um 1540/41.

[22.]

G. p. 169. — Son. Es liegt in 6 Versionen vor. Diese ist die zweite und wurde 1546 abgefasst. Die erste Fassung, die mit dem Brief 16. an Vittoria abgesandt wurde, fällt in die Jahre 1538–41 oder 1544–46. — Vittoria hatte dem Dichter öfter „Dinge“ (cose), vielleicht eigene Dichtungen, angeboten, und er hatte sich lange geweigert, sie anzunehmen, bevor er ihr nicht ein würdiges Gegengeschenk bieten könne.

[23.]

G. p. 80. — Madr., 1534–46.

[24.]

G. p. 199. — Son., in 8 Versionen überliefert; die hier übersetzte ist die Schlussfassung, 1542–46. Die Ausarbeitung der früheren liegt wohl um 10–20 Jahre zurück. Letztere sind an eine Frau, die gegebene Fassung ist an einen Mann (signor) gerichtet. (Die Übersetzung sagt allerdings „holde Fraue“.) Gemeint ist Tommaso Cavalieri. Über ihn siehe zu No. 38.

[25.]

G. p. 183. — Son., 1529–30 in Florenz, an eine Unbekannte.

[26.]

G. p. 74. — Madr., etwa 1544–46. Nach Frey an Vittoria, in den letzten Jahren ihres Lebens.

[27.]

G. p. 38. — Madr., Anfang der 40er Jahre.

[28.–31.]

G. p. 227, 229, 31, 226. — Sonette, No. 30 Madr., sämtlich 1547 entstanden, No. 28 als letzte von drei Versionen.

[32.]

G. p. 212. — Son., nicht lange nach Vittorias Tod (1547), als letzte von vier Versionen.

[33.]

G. p. 34. — Madr., 1540–44, an eine Unbekannte. Vgl. No. 9.

[34.]

G. p. 35. — Madr., wohl 1540–44, an eine Unbekannte. Vgl. No. 9.

[35.]

G. p. 253. — Son., Entstehungszeit und Adressat unbekannt.

[36.]

G. p. 175. — Son., 1546 als letzte von drei Versionen. Die früheren fallen wohl in die Jahre 1538–42.

[37.]

G. p. 36. — Madr., etwa 1542–44.

[38.]

G. p. 216. — Son., vor 1534. — Anfang der 30er Jahre begann Michelangelos Freundschaft mit Tommaso Cavalieri, einem jungen Römer, um bis zu seinem Tode, durch 32 Jahre, zu dauern. Was sie für den unablässig nach der Schönheit und dem sittlich Hohen ringenden Meister bedeutete, wie lauter er diese Beziehungen auffasste, zeigen besonders die Dichtungen der 40er Jahre.

[39.]

G. p. 188. — Son., 1533/34.

[40.]

G. p. 190. — 1532–33.

[41.]

G. p. 92. — Madr., vielleicht 1524 in Florenz, an eine unbekannte Adresse.

[42.]

G. p. 224. — Son., 1546, als Schlussfassung verschiedener, bis in die zweite Hälfte der 30er Jahre zurückgehender Versuche.

[43.]

G. p. 208. — Son., Florenz 1533.

[44.]

G. p. 250. — Son., in seiner späteren Lebenszeit.

[45.]

G. p. 176. — Son., nicht lange nach 1534.

[46.]

G. p. 223. — Son., in dieser Fassung 1546.

[47.]

G. p. 218. — Es liegen 7 Versionen und viele Varianten einzelner Verse vor. Die früheren Fassungen (1.–4.) fallen in die Jahre 1536–42, die hier gegebene fünfte 1546.

[48.]

G. p. 337. — Stanze, vielleicht 1536–38, an einen unbekannten Adressaten oder aber an Tommaso Cavalieri.

[49.–52.]

G. p. 202, 203, 205, 204. — Sonette, aus der Periode, während der Michelangelo am Jüngsten Gericht arbeitete, 1533–41. — Der Anordnung innerhalb der Gruppe folgt Frey a.a.O. 367: „Das erste gäbe das Thema an, das die übrigen weiter entwickelten, wobei die teilweise noch allgemeinen und unbestimmten Anschauungen zuletzt eine Steigerung und konkreteren Inhalt erhalten hätten.“

[53.]

G. p. 350. — Canzonenfragment. Frey lässt Spielraum vom 2. Jahrzehnt bis ins Alter des Dichters.

[54.]

G. p. 32. — Madr., 1541–44, während Vittoria zurückgezogen in Viterbo lebte.

[55.]

G. p. 83. — Madr., 1534–46.

[56.]

G. p. 214. — Son., nach 1534, in der späteren Zeit von Michelangelos Freundschaft mit Cavalieri.

[57.]

G. p. 33. — Madr., wohl 1534–42; vielleicht an Vittoria.

[58.]

G. p. 186. — Son., Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre.

[59.]

G. p. 153. — Son., 1545 als zweite von 5 Versionen. — Vgl. No. 16. — Zur Entstehung des Gedichtes vgl. Frey, a.a.O. 425; Michelangelo beschäftigte sich damals, nach Vollendung des Jüngsten Gerichts, besonders intensiv mit Dante.

[60.]

G. p. 27. — Madr., etwa 1544–46, nach einer wohl in den 30er Jahren entstandenen Urversion.

[61.]

G. p. 177. — Son., vor 1546; W. Robert-tornow (Die Gedichte des Michelangelo Buonarroti, Berlin 1896) fasst das Gedicht als an Christus gerichtet auf (p. 391). Freys Ansicht, der es den Cavalieri-Dichtungen zuordnet, scheint wahrscheinlicher.

[62.]

G. p. 37. — Madr., 1536–47.

[63.]

G. p. 30. — Madr., vielleicht 1538–41 oder 1545/6.

[64.]

G. p. 94. — Madr., vielleicht 1544/45.

[65.]

G. p. 172. — Son., die letzte von 5 Versionen, 1550. (Die früheren 1544/45 —.)

[66.]

G. p. 261. — Son., Fragm., etwa 1560.

[67.]

G. p. 141. — Madr., 1546.

[68.]

G. p. 128. — Madr., nach 1547.

[69.]

G. p. 274. — Son., Fragm., 1552–54.

[70.]

G. p. 259. — Son., Fragm., nach 1525; ebenso wie No. 71 aus vorübergehenden Stimmungen entstanden, Vorläufer der nach 50 häufig auftretenden Gemütsverfassungen des Dichters.

[71.]

G. p. 123. — Madr, die erste Fassung etwa 1536–42, die vorliegende 1545/46.

[72.]

G. p. 230. — Son., Frey, a.a.O. 486: „Vielleicht Michelangelos schönstes Gedicht, nicht nur der letzten Epoche, sondern seines Canzoniere überhaupt.“

[73.]

G. p. 279. — Son., Fragm., 1554.

[74.]

G. p. 232. — Son., 1554/55.

[75.]

G. p. 238. — Son., 1555.

[76.]

G. p. 244. — Son., 1550–54.

[77.]

G. p. 240. — Son., 1547–50.

[78.]

G. p. 245. — Son., 1555.

[79.]

G. p. 246. — Son., 1555.

[80.]

G. p. 241. — Son., 1555 oder später.


Zu den Briefen Michelangelos.

Der italienische Text nach Gaetano Milanesi, Le lettere di Michelangelo Buonarroti, Firenze MDCCCLXXV (Mil. l. = Milanesi, lettera No. …). Ebendaher stammt die Datierung der Briefe, die nicht von Michelangelo selbst herrührt. Leider konnte den Übersetzungen und Anmerkungen die in Aussicht stehende kritische Gesamtausgabe der Briefe von C. Frey nicht mehr zugrunde gelegt werden.

[1.]

Mil. l. CCCXLIII. — Giuliano da San Gallo 1443 (45) bis 1516 (17), aus Florenz, war Bildhauer und vor allem Architekt. Er baute in Rom für Lorenzo den Prächtigen, wurde später nach Neapel gerufen und arbeitete 2 Jahre für den Bischof von Ostia, den nachmaligen Papst Julius II. Unter Julius veranlasste er den Bau einer besonderen Grabkirche für das Denkmal, mit dessen Ausführung Michelangelo betraut war, unterlag er aber mit seinem Entwurf gegen Bramante und verliess Rom. Nach kurzer Zeit ernannte ihn der Papst zum Ingenieur, dann zum Architekten am Bau der neuen Peterskirche. — Durch seine Vermittlung war Michelangelo 1505 nach Rom gekommen. Über dessen Flucht folgendes: 1505 hatte er vom Papste den Auftrag erhalten, ihm ein Grabmonument zu errichten und war noch im April desselben Jahres nach Carrara gegangen. Dort leitete er bis zum Januar 1506 die Zurichtung der Blöcke und erwartete dann in Rom deren Ankunft. Unterdessen hatte aber Julius den Plan des Grabdenkmals fallen lassen und sich dem Neubau der Peterskirche zugewandt, für die, wie oben gesagt, Bramantes Pläne gesiegt hatten. Als Michelangelo an der veränderten Sachlage nicht mehr zweifeln konnte, floh er in seiner Enttäuschung nach Florenz. Der Papst bemühte sich, ihn zur Rückkehr zu bewegen, und veranlasste viele Freunde und Gönner des Meisters, ihm brieflich oder mündlich zuzureden. Auf einen solchen Vermittlungsbrief antwortet das vorliegende Schreiben.

[2.]

Mil. l. CXXVII. — Vgl. Anm. zu Br. 3. — Der alte Buonarroti hatte Michelangelo geschrieben, das Betragen seiner Söhne, besonders Giovansimones, mache ihm viel Kummer. In seiner Antwort (Mil. l. VII) verspricht ihm Michelangelo, diesem einen Brief zu schreiben „auf meine Art“ — eben den vorliegenden.

[3.]

Mil. l. X. — Lodovico di Leonardo di Buonarrota Simoni (1444–1534) trieb keinerlei Gewerbe, sondern lebte von dem geringen Ertrag seiner wenigen Güter und dem Gehalt einer Zollschreiberstelle. Michelangelo sorgte bis an sein Lebensende in aufopfernder Weise für seine Familie. Von seinen Brüdern werden in den Briefen genannt: Buonarroto, von dem das bis in unsere Zeit lebende Geschlecht der Buonarroti abstammt, 1477–1528, Giovan Simone 1479–1548, Gismondo 1481–1555. — Mona Cassandra, Lodovicos Schwägerin, hatte mit diesem nach dem Tode ihres Gatten einen Streit wegen ihrer Mitgift. — Michelangelo malte damals in der Sixtina.

[4.]

Mil. l. LXXX. — Lorenzo Strozzi besass in Florenz eine Wollwirkerei, in der Buonarroto beschäftigt war.

[5.]

Mil. l. XXII. — Michelangelo pflegte sein Geld der Spitalverwaltung von Santa Maria Nuova in Florenz anzuvertrauen. Der Spitalverwalter wird auch noch in späteren Briefen öfter erwähnt.

[6.]

Mil. l. XXXVI. — Vgl. Anm. zu Ged. No. 2. Als Julius II. mit kaiserlichen Truppen Giuliano de Medici nach Florenz zurückführte, wurde in den Tagen vom 29. August bis 19. September die Stadt Prato besetzt und in furchtbarer Weise geplündert.

[7.]

Mil. l. XCII. — Im fortgelassenen ersten Teil des Briefes gibt Michelangelo seinem Bruder den Auftrag, eine gewisse Summe im Namen von Michele di Piero da Settignano, eines seiner Steinmetzen, in Florenz auszuzahlen. — Die Arbeiten, über die er klagt, sind die für das Juliusdenkmal.

[8.]

Mil. l. XXXIX. — Michelangelo erhielt von den Erben Julius II. 1516 die Erlaubnis, nach Belieben in Rom, Florenz oder Carrara an dem Denkmal zu arbeiten. Tatsächlich ging er 1516 nach Carrara, um Material zu beschaffen, und war auch einige Zeit in Florenz. Von hier aus schrieb er an seinen Vater, der sich in Settignano, einem kleinen Ort nahe bei Florenz, aufhielt, den Brief. Siehe auch Br. 9.

[9.]

Mil. l. CXII.

[10.]

Mil. l. CCCLXXXI. — 1520 wurde Michelangelo vom Kardinal Giulio de Medici beauftragt, für die Mediceer in Florenz ein Familiengrab zu bauen. 1521 erhielt er eine Anzahlung und schloss mit einigen Steinmetzgewerkschaften in Carrara Verträge auf Lieferung grosser Marmormengen. Bald machte ihm aber der unbeständige Kardinal, der zudem durch die politischen Wirren (die Kämpfe Karls V. mit Franz I.) in Geldnöte geraten war, Schwierigkeiten. Er erklärte sich nicht bestimmt über die Art der Ausführung und zögerte mit den Zahlungen. Die Arbeiten ruhten, his Giulio 1523 als Clemens VII. den päpstlichen Thron bestieg. 1524 begann der Bau der Kapelle (nuova sagrestia di San Lorenzo) und war bald zu Ende geführt. Über die letzten Arbeiten, Laterne und Goldkugel, berichtet der Brief. Der Papst, der wohl wissen musste, dass es Michelangelos Charakter unmöglich war, die Leitung einer Arbeit mit einem anderen zu teilen, versprach doch Andrea Sansovino die Teilnahme an dem Werke. Im vorliegenden Brief verwahrt sich Michelangelo dagegen. — Über seine Stimmung während dieser Arbeiten vgl. Ged. No. 1 und Br. No. 11.

[11.]

Mil. l. CCCXCVII. — Sebastiano del Piombo (1485–1547) gehörte in Rom zur Partei Michelangelos gegen Raffael. — In dem am Schluss des Briefes erwähnten Porträt vermutet Milanesi das wahrscheinlich verlorene Bildnis des Francesco degli Albizzi, das Sebastiano in jener Zeit vollendet und nach Florenz gesandt hatte.

[12.]

Mil. l. CXXIX. — Der 1532 mit den Erben Julius II. abgeschlossene Vertrag bestimmte, dass Michelangelo Zeit und Arbeit zwischen Rom und Florenz teilen dürfe. — Mona Margherita war eine nahe Verwandte. — Ser Giovan Francesco Fattucci war Kaplan von Santa Maria del Fiore in Florenz und mit Michelangelo sehr eng befreundet.

[13.]

Mil. l. CDXXIII. — Der „Abgott“, der wohl auch das Feuer entzündet hat, das Michelangelo verzehrt, ist Cecchin Bracci. — Der Dichter schickt seinem Freunde ein bereits umgearbeitetes Madrigal und spricht von einer Zusammenkunft am Sonntag. Bei solchen Gelegenheiten wurden die Gedichte durchgesprochen und gemeinsam ausgefeilt.

[14.]

Mil. l. CDXXXIX. — Monsignor di Todi, Federigo Cesi, später Kardinal von San Pancrazio. — Urbino, eigentlich Francesco di Bernardino degli Amatori, war Michelangelos Diener, Farbenreiber, Gehilfe, Schüler und auch Freund. Vgl. Br. 27.

[15.]

Mil. l. CDXLVII. — Der Brief begleitete eines der Epitaphien auf Cecchinos Tod (G. No. 8: das 5. der unter No. 15 der Auswahl zusammengestellten.). — Riccio hatte wohl am vorhergehenden Tage eine Ansicht ausgesprochen, die Brief und Gedicht widerlegen.

[16.]

Mil. l. CDLIV. — Die Datierung von Brief 16 und 17 ist die von Milanesi getroffene. Nach Frey besteht für sie ebenso wie für die von Ged. No. 22, das mit Br. 16 abgeschickt wurde, der Spielraum von 1538–41 oder 1544–46. (41–44 war Vittoria in Viterbo.) — Vgl. Anm. zu Ged. No. 22.

[17.]

Mil. l. CDLV. — Vgl. die Briefe Vittorias No. 1 und 2; der vorliegende Brief fällt wohl zwischen sie. — Die letzten Zeilen deuten vielleicht auf eine Absicht Michelangelos, die Zeichnung — den Cruzifixus — als Gemälde auszuführen. „Mein Plan ist misslungen“ übersetzt: „è stato guasto il mio disegno“ und würde auf eine Vereitelung dieser „Absicht“ anspielen, „disegno“ kann auch mit „Zeichnung“ übersetzt werden. „Meine Zeichnung ist misslungen.“ Der Sinn wäre wohl derselbe.

[18.]

Mil. l. CLXII. — Lionardo di Buonarroto Simoni, also ein Sohn von Buonarroto, dem Bruder Michelangelos. An ihn ist ein grosser Teil der Briefe gerichtet, etwa 200 von fast 500. — Michelangelo hatte in einem Briefe an Lionardo vom 16. Januar 1546 von einer Besitzung des Francesco Corboli gesprochen, der falliert hatte und zu verkaufen wünschte. Er hatte sich bereit erklärt, eine grössere Summe in einem derartigen Wertobjekt anzulegen, und seinen Neffen beauftragt, Erkundigungen einzuziehen. Seiner Familie in Florenz war daran gelegen, sich die Summe zu sichern, und so war die Antwort sehr rasch gekommen — zu rasch für den etwas misstrauischen Meister. — Der Trebbianer, ein süsser oberitalienischer Wein, war sein Lieblingsgetränk.

[19.]

Mil. l. CDLIX. — Franz I. von Frankreich schrieb im Februar 1546 den hier erwähnten Brief. Michelangelo wurde durch den bald danach erfolgten Tod des Königs (1547) von seinem Versprechen entbunden. — Zu jener Zeit arbeitete er an den Fresken der Capella Paolina in Rom (1542–49) im Auftrag von Paul III.

[20.]

Mil. l. CLXXXVII.

[21.]

Mil. l. CXCI.

[22.]

Mil. l. CDLXII. — Benedetto Varchi (1502–65), Historiker und Dichter, gehörte zu den durch die Medici Vertriebenen. Durch Cosimo I. wurde er zurückgerufen und schrieb in dessen Auftrag seine Geschichte von Florenz. Das hier genannte Buch, eine seiner vielen kleinen Schriften, behandelt die damals vielerörterte Frage, ob die Malerei oder die Skulptur den Vorrang verdiene. (Due lezioni di Messer Benedetto Varchi … Firenze appr. Lorenzo Torrentino … MDXLIX.) — Michelangelo war damals 74 Jahre alt.

[23.]

Mil. l. CCX. — Die Frage der Heirat Lionardos und der Wahl einer geeigneten Gattin wird im Briefwechsel seit Anfang 1547 erörtert. Dieser Brief ist typisch für die Stellung des Meisters zur Frage. Erst im Frühjahr 1553 (vgl. Br. 24) kam die Angelegenheit zum Abschluss, als Lionardo Cassandra di Donato Ridolfi heimführte.

[24.]

Mil. l. CCLXIII.

[25.]

Mil. l. CDLXXII. — Durch Vasari hatte Michelangelo die Nachricht von der Geburt seines Grossneffen Buonarroto di Lionardo Simoni erhalten.

[26.]

Mil. l. CDLXXV. — 1547 wurde Michelangelo, halb gegen seinen Willen, als Nachfolger von Antonio da Sangallo zum Architekten von Sankt Peter ernannt und widmete sich dieser Aufgabe bis an sein Lebensende. In diesem und anderen Briefen wehrt er sich gegen die Bemühungen Cosimos, ihn nach Florenz zu ziehen. Er hatte die Arbeit als eine ihm von Gott auferlegte heilige Pflicht auffassen gelernt und führt dies als einen Hauptgrund für sein Bleiben oft an.

[27.]

Mil. l. CDLXXVII. — Vgl. Anm. zu Br. 14. — Der am Schluss Genannte ist Benvenuto Cellini.

[28.]

Mil. I. CCXC. — Francesca war Michelangelos Nichte.

[29.]

Mil. l. CDLXXIX. — Cosimo Bartoli, Difesa della lingua fiorentina e di Dante … 1566. — 1556 unternahm Michelangelo eine Wallfahrt nach Loreto, wurde aber in Spoleto, wo er sich einige Zeit aufhielt, durch eine päpstliche Botschaft zurückgerufen.

[30.]

Mil. l. CCCIV.

[31.]

Mil. l. CCCXIV. — Der Kardinal Rodolfo Pio da Carpi.

[32.]

Mil. l. CCCXX.

[33.]

Mil. l. CCCXL.

[34.]

Mil. l. CCCXLI.