Fünfzehntes Kapitel.

Havelaars Vorgänger, der wohl das Gute wollte, doch zugleich die hohe Ungnade der Regierung einigermassen gefürchtet zu haben schien—der Mann hatte viele Kinder, und kein Vermögen—hatte also lieber mit dem Residenten »gesprochen« über das, was er »weitgehende« Missbräuche nannte, als dass er sie in einem offiziellen Bericht rundheraus beim Namen nannte. Er wusste, dass ein Resident nicht gern einen schriftlichen Rapport empfängt, der in seinem Archiv liegen bleibt und später als Beweis gelten kann, dass er zeitig auf diese oder jene Misslichkeit aufmerksam gemacht wurde, während eine mündliche Mitteilung ihm gefahrlos die Wahl lässt, einer Klage Gehör oder ihr nicht Gehör zu geben. Solche mündlichen Mitteilungen hatten gewöhnlich eine Unterhaltung mit dem Regenten zur Folge, der natürlich alles leugnete und auf Beweise drang. Dann wurden die Leute aufgerufen, die die Vermessenheit hatten, sich zu beklagen, und dem Adhipatti zu Füssen kriechend baten sie um Schonung. »Nein, der Büffel sei ihnen nicht abgenommen worden für nichts, sie glaubten ja, dass ein doppelter Preis dafür werde bezahlt werden.« »Nein, sie seien nicht von ihren Feldern abberufen worden, um ohne Bezahlung in den Sawahs des Regenten zu arbeiten; sie wüssten sehr gut, dass der Adhipatti sie später reichlich belohnt haben würde.« »Sie hätten ihre Anklage erhoben in einem Augenblick unbegründeten Frevelmuts ... sie seien wahnsinnig gewesen und fleheten, dass man sie strafen möge für so weitgetriebene Unehrerbietigkeit.«

Der Resident wusste dann wohl, was er von dieser Einziehung der Anklage zu halten hatte, doch das Einziehen gab ihm nichtsdestoweniger eine schöne Gelegenheit, den Regenten in Amt und Ehren zu stützen, und ihm selbst war die unangenehme Aufgabe erspart, die Regierung mit einem ungünstigen Bericht zu »belästigen«. Die ruchlosen Ankläger wurden mit Stockschlägen bestraft, der Regent hatte triumphiert, und der Resident kehrte nach dem Hauptplatz zurück mit dem angenehmen Bewusstsein, diese Sache schon wieder so gut »geschipperd« zu haben.

Doch was sollte nun der Assistent-Resident thun, wenn am folgenden Tage sich wieder andere Kläger bei ihm meldeten? Oder—und das geschah häufig—wenn dieselben Kläger zurückkehrten und ihre Einziehung einzogen? Sollte er wieder die Sache in seine private Nota eintragen, um wieder darüber mit dem Residenten zu sprechen, um wieder dieselbe Komödie spielen zu sehen, alles auf die Gefahr hin, für einen Menschen gehalten zu werden, der—dumm und bösartig vielleicht—so oft Beschuldigungen erhob, die jedesmal als unbegründet abgewiesen werden mussten? Was sollte da werden aus dem so notwendigen freundschaftlichen Verhältnis zwischen dem vornehmsten Inländischen Häuptling und dem ersten Europäischen Beamten, wenn dieser fortwährend falschen Anklagen gegen diesen Häuptling Gehör zu geben schien? Und vor allem, was wurde aus den armen Klägern, nachdem sie in ihr Dorf zurückgekehrt waren, wo sie wieder der Gewalt des Distrikts- oder Dorfhäuptlings unterstanden, den sie als Werkzeug von des Regenten Willkür angeklagt hatten?

Was aus den Klägern wurde? Wer flüchten konnte, flüchtete. Darum schweiften soviel Bantamer in den benachbarten Provinzen umher! Darum waren soviel Bewohner von Lebak unter den Aufständischen in den Lampongschen Distrikten! Darum hatte Havelaar in seiner Ansprache an die Häuptlinge gefragt: »Was ist dies, dass soviel Häuser leer stehen in den Dörfern, und warum ziehen viele den Schatten der Gebüsche anderswo der Kühle der Wälder von Bantan-Kidūl vor?«

Doch nicht jeder konnte flüchten. Der Mann, dessen Leichnam morgens den Fluss hinuntertrieb, nachdem er am Abend zuvor heimlich, zögernd, ängstlich beim Assistent-Residenten um Gehör ersucht hatte ... er war der Flucht enthoben. Vielleicht kann man es als human erachten, dass man ihn durch den Tod auf der Stelle einer nur noch kurzen Lebensdauer entzog. Ihm blieb die Misshandlung, der er bei Rückkehr in sein Dorf ausgesetzt war, und ihm blieben die Stockprügel erspart, die die Strafe sind für jeden, der einen Augenblick meinen mochte, dass er kein Tier sei, kein seelenloser Holzklotz oder ein Stein; die Strafe für den, der in einer Anwandlung von Narrheit geglaubt hatte, dass Recht im Lande sei, und dass der Assistent-Resident den Willen und die Macht habe, dieses Recht durchzusetzen ...

War es nicht wirklich besser, diesen Mann zu hindern, dass er am andern Morgen zum Assistent-Residenten zurückkehrte—wie dieser ihm abends sagen liess—und seine Klage in dem gelben Wasser des Tjiudjung zu ersticken, das ihn sanft nach der Mündung hinunterführen würde, gewohnt, Überbringer zu sein der brüderlichen Grussgeschenke der Haie im Binnenlande an die Haie in der See?

Und Havelaar wusste das alles! Empfindet der Leser, was in seinem Innern vorging, wenn er gedenken musste, dass er zum Rechtthun berufen und hierin einer höheren Macht verantwortlich sei als der Macht einer Regierung, die wohl dies Recht in ihren Gesetzen vorschrieb, doch nicht immer gleich gern deren Anwendung sah? Empfindet man, wie sehr ihn Zweifel plagen mussten, Unentschiedenheit darüber, nicht was ihm zu thun oblag, doch auf welche Weise er zu handeln hatte?

Er hatte begonnen mit Milde. Er hatte zum Adhipatti gesprochen als »älterer Bruder«, und wer meinen möchte, dass ich in Eingenommenheit für den Helden meiner Geschichte die Weise, in der er sprach, übermässig herauszustreichen suche, der höre, wie einmal nach solcher Unterhaltung der Adhipatti seinen Patteh zu ihm schickte, dass er ihm für seine wohlwollenden Worte Dank sage, und wie noch lange darnach dieser Patteh im Gespräch mit dem Kontrolleur Verbrugge—als Havelaar aufgehört hatte, Assistent-Resident von Lebak zu sein, als also von ihm weder irgendwas zu erhoffen noch zu fürchten war—wie dieser Patteh bei der Erinnerung an seine Worte begeistert ausrief: »Noch niemals hat irgend ein Herr gesprochen wie er!«

Ja, er wollte helfen, ins Gleise bringen, retten, nicht verderben! Er hatte Mitleid mit dem Regenten. Er, der wusste, wie Geldmangel drückend sein kann, vor allem wo er Schmach und Erniedrigung mit sich führt, suchte nach Gründen der Schonung. Der Regent war alt und das Haupt eines Geschlechts, das auf grossem Fusse lebte in benachbarten Provinzen, wo viel Kaffee geerntet wurde und also viel Emolumente erzielt wurden. War es nicht peinigend für ihn, in der Lebensweise so weit hinter seinen jüngeren Verwandten zurückstehen zu müssen? Obendrein meinte der Mann, von Schwärmerei ergriffen, mit dem Wachsen seiner Jahre das Heil seiner Seele durch Bezahlung von Wallfahrten nach Mekka und durch Almosen an gebetsingende Müssiggänger erkaufen zu können. Die Beamten, die Havelaar in Lebak voraufgegangen waren, hatten nicht immer gutes Beispiel gegeben. Und endlich machte die ausgedehnte Lebaksche Familie des Regenten, die ihm vollständig zur Last lag, die Rückkehr zum rechten Wege sehr schwierig.

So suchte Havelaar nach Gründen, alle Strenge auszuschliessen und noch einmal versuchen zu können, was sich erreichen liess mit Milde.

Und er ging noch über Milde hinaus. Mit einem Edelmut, der an die Fehler erinnerte, die ihn so arm gemacht hatten, schoss er dem Regenten fortwährend auf eigene Verantwortung Geld vor, damit nicht irgend ein Zwang allzu stark zum Vergehen dränge, und er vergass wie gewöhnlich sich selbst so weit, dass er bereit war, sich und die Seinen auf das durchaus Nötige zu beschränken, um dem Regenten mit dem Wenigen unter die Arme zu greifen, das er noch von seinem Einkommen würde ersparen können.

Wenn noch der Beweis nötig erscheinen möchte für die Sanftmut, mit der Havelaar seine schwierige Pflicht erfüllte, so würde er gefunden werden können in einer mündlichen Botschaft, die er dem Kontrolleur auftrug, als derselbe einmal nach Serang zu reisen hatte: »Sagen Sie dem Residenten, er möge, wenn er von den Missbräuchen hört, die hier vorkommen, nicht glauben, dass ich dem gleichgültig gegenüberstehe. Ich mache nicht sogleich offiziell Meldung davon, weil ich den Regenten, mit dem ich Mitleid fühle, vor allzu grosser Strenge bewahren möchte und erst versuchen will, ihn durch Milde zur Pflicht zu bringen.«

Havelaar blieb häufig mehrere Tage hintereinander aus. Wenn er zu Hause war, fand man ihn meistens in dem Zimmer, das wir auf unserem Grundriss als siebentes Fach dargestellt sehen. Da sass er gewöhnlich zu schreiben und empfing da die Personen, die um Gehör ersuchen liessen. Er hatte diese Stelle gewählt, weil er dort in der Nähe seiner Tine war, die sich gewöhnlich im nebenan gelegenen Zimmer aufhielt. Denn so innig waren sie verbunden, dass Max, auch wenn er mit einer Arbeit beschäftigt war, die Aufmerksamkeit und Mühe erforderte, stetig das Bedürfnis fühlte, sie zu sehen oder zu hören. Es war oft spasshaft, wie er auf einmal ein Wort an sie richtete, das in seinen Gedanken über die ihn beschäftigenden Dinge aufdämmerte, und wie schnell sie, ohne zu wissen, was gerade vorlag, den Sinn seiner Meinung zu erfassen wusste, die er ihr gewöhnlich gar nicht einmal auseinandersetzte, als sei es selbstverständlich, dass sie wüsste, worauf er hinaus wolle. Häufig auch, wenn er unzufrieden war über seine eigene Arbeit oder über einen soeben empfangenen verdriesslichen Bericht, sprang er auf und sprach ein unfreundliches Wort zu ihr ... die doch schuldlos war an seiner Unzufriedenheit! Doch das hörte sie gern, denn es war ihr ein Beweis mehr, wie sehr sie ihr Max mit sich selbst identifizierte. Und es war auch niemals die Rede von einem Bedauern über solche scheinbare Härte oder von Vergebung auf der andern Seite. Das wäre ihnen vorgekommen, als hätte jemand sich selbst um Verzeihung gebeten, dass er ärgerlich sich vor den eigenen Kopf geschlagen hatte.

Sie kannte ihn denn auch so gut, dass sie genau wusste, wann sie da sein musste, um ihm einen Augenblick Erholung zu verschaffen ... genau, wann er ihres Rates bedurfte, und nicht minder genau, wann sie ihn allein lassen musste.

In diesem Zimmer sass Havelaar eines Morgens, als der Kontrolleur bei ihm eintrat, mit einem soeben empfangenen Brief in der Hand.

—Das ist eine schwierige Sache, M’nheer Havelaar, sagte er eintretend. Sehr schwierig!

Wenn ich nun sage, dass dieser Brief einfach Havelaars Beauftragung enthielt, aufzuklären, warum eine Veränderung in den Preisen von Holzarbeiten und im Arbeitslohn eingetreten sei, so wird der Leser finden, dass der Kontrolleur Verbrugge schon sehr schnell etwas schwierig fand. Ich beeile mich also hinzuzufügen, dass viele andere ebensowohl Schwierigkeiten in der Beantwortung dieser einfachen Frage gefunden haben würden.

Vor einigen Jahren war zu Rangkas-Betung ein Gefängnis gebaut worden. Nun ist es allgemein bekannt, dass die Beamten in den Binnenländern von Java die Kunst verstehen, Gebäude zu errichten, die Tausende wert sind, ohne mehr als ebensoviel Hunderte dafür auszugeben. Man erwirbt sich dadurch den Ruf der Tüchtigkeit und des Eifers in der Bedienung des Landes. Der Unterschied zwischen den ausgegebenen Geldern und dem Werte des dafür Erhaltenen wird durch unbezahlte Lieferungen oder unbezahlte Arbeit erzielt. Seit einigen Jahren bestehen Vorschriften, die dies verbieten. Ob sie innegehalten werden, steht hier nicht zur Frage. Ebensowenig, ob die Regierung selbst will, dass sie innegehalten werden mit einer Genauigkeit, die belastend auf das Budget des Baudepartements wirken würde. Es wird wohl hiermit gehen wie mit vielen anderen Vorschriften, die so menschenfreundlich auf dem Papier aussehen.

Es mussten nun zu Rangkas-Betung noch viele andere Gebäude errichtet werden, und die Ingenieure, die mit dem Entwerfen der Pläne hierfür betraut waren, hatten Angaben von den örtlichen Preisen der Materialien und von der Höhe der Arbeitslöhne am Platze eingefordert. Havelaar hatte den Kontrolleur mit einer genauen Untersuchung diesbezüglich beauftragt und ihm anbefohlen, die Preise der Wahrheit gemäss anzugeben, ohne Rücksicht darauf, was früher geschah. Als Verbrugge diesem Auftrage gerecht geworden war, stellte es sich heraus, dass seine Preise nicht übereinstimmten mit den Angaben, die einige Jahre früher gemacht waren. Es wurde nun nach dem Grunde dieses Unterschiedes gefragt, und darin bestand für Verbrugge soviel Schwierigkeit. Havelaar, der sehr gut wusste, was hinter dieser scheinbar einfachen Sache verborgen war, antwortete, dass er seine Ansichten betreffs dieser Schwierigkeit schriftlich mitteilen würde. Ich finde nun auch unter den mir vorliegenden Schriftstücken eine Abschrift des Briefes, der auf diese Zusage hin geschrieben zu sein scheint.

Wenn der Leser klagen sollte, dass ich ihn mit einer Korrespondenz über die Preise von Holzarbeiten langweile, die ihn scheinbar nichts angeht, so muss ich ihn ersuchen, nicht unbeachtet zu lassen, dass hier eigentlich von ganz etwas anderem die Rede ist, von dem Zustande der amtlichen Indischen Haushaltung, und dass der Brief, den ich mitteile, nicht allein mehr Licht auf den künstlichen Optimismus wirft, von dem ich redete, sondern zugleich auch die Schwierigkeiten aufweist, mit denen jemand zu kämpfen hatte, der wie Havelaar geradeaus und ohne sich umzusehen seinen Weg gehen wollte.

»Nr. 114. Rangkas-Betung, den 15. März 1856.

An den Kontrolleur von Lebak.

Als ich den Brief des Direktors der Öffentlichen Arbeiten vom 16. Februar d. J., No. 271/354, Ihnen überwies, habe ich Sie ersucht, die darin enthaltenen Fragen nach Überlegung mit dem Regenten zu beantworten, und zwar unter Berücksichtigung dessen, was ich in meiner Missive vom 5. dieses, Nr. 97, schrieb.

Diese Missive enthielt einige allgemeine Winke bezüglich dessen, was als recht und billig anzusehen ist bei der Festsetzung der Preise von Materialien, die von der Bevölkerung an die Verwaltung und im Auftrag derselben zu liefern sind.

Mit Ihrer Missive vom 8. dieses, No. 6, haben Sie dem—und wie ich glaube, nach Ihrem besten Wissen—Folge gegeben, so dass ich, vertrauend auf Ihre lokale Kenntnis und die des Regenten, diese Angaben, so wie sie von Ihnen gemacht sind, dem Residenten unterbreitet habe.

Darauf folgte eine Missive von diesem Oberbeamten, vom 11. dieses, No. 326, durch welche um eine Erklärung ersucht wird bezüglich der Ursache des Unterschieds in den von mir angegebenen Preisen und denjenigen, die in den Jahren 1853 und 1854 bei dem Bau eines Gefängnisses gezahlt wurden.

Ich liess natürlich diesen Brief Ihnen zustellen und gab Ihnen mündlich den Auftrag, anjetzo Ihre Angaben zu rechtfertigen, was Ihnen um so weniger schwer fallen musste, als Sie sich auf die Vorschriften berufen konnten, die ich Ihnen in meinem Schreiben vom 5. dieses gab, und die wir auch mündlich mehrmals ausführlich besprachen.

Bis dahin ist alles einfach und in Ordnung.

Gestern aber kamen Sie mit dem Ihnen überwiesenen Briefe des Residenten in der Hand auf mein Bureau und begannen von der Schwierigkeit der Erledigung des darin Enthaltenen zu reden. Ich gewahrte bei Ihnen wiederum jene Scheu, die Dinge beim wahren Namen zu nennen, etwas, worauf ich schon mehrmals Ihre Aufmerksamkeit lenkte, unter anderem unlängst in Gegenwart des Residenten, etwas, das ich in Kürze Halbheit nenne und wovor ich Sie schon mehrfach freundschaftlich warnte.

Halbheit führt zu nichts. Halb-gut ist nicht gut. Halb-wahr ist unwahr.

Für vollen Sold, für vollen Rang, nach einem deutlichen, vollständigen Eide thue man seine volle Pflicht.

Ist zuweilen Mut nötig, um diese zu erfüllen: man besitze ihn.

Ich für mich würde den Mut nicht haben, dieses Mutes zu ermangeln. Denn, abgesehen von der Unzufriedenheit mit sich selbst, die eine Folge von Pflichtversäumnis und Lauheit ist, gebiert das Suchen nach bequemeren Umwegen, die Sucht, stets und überall einem Anstossen aus dem Wege zu gehen, die Begierde zu »schipperen« mehr Sorge und in der That mehr Gefahr, als man auf dem rechten Wege antreffen wird.

Während des Laufs einer sehr belangreichen Sache, die jetzt beim Gouvernement zur Erwägung steht und in die Sie eigentlich von Amts wegen einbezogen sein müssten, habe ich Sie stillschweigend sozusagen neutral gelassen, und nur lächelnd von Zeit zu Zeit darauf angespielt.

Als zum Beispiel unlängst Ihr Rapport über die Ursachen von Mangel und Hungersnot unter der Bevölkerung bei mir eingegangen war, und ich darauf schrieb: »Dieses alles möge Wahrheit sein, doch es ist nicht alle Wahrheit, noch die hauptsächlichste Wahrheit. Die Hauptursache sitzt tiefer«, stimmten Sie dem in vollem Umfange zu, und ich machte keinen Gebrauch von meinem Recht, zu fordern, dass Sie dann auch diese Hauptwahrheit nennen sollten.

Zu diesem Ihnen bequemen Verhalten hatte ich viele Gründe und unter anderm den, dass ich es für unbillig hielt, auf einmal von Ihnen etwas zu fordern, um das viele andere an Ihrer Stelle ebensowenig sich reissen würden, Sie zu zwingen, so auf einmal dem gewohnten Laufe der Zurückhaltung und Menschenfurcht Valet zu sagen, der nicht so sehr Ihnen als Schuld beizumessen ist, als wohl der Leitung, der Sie unterstanden. Ich wollte endlich erst Ihnen ein Beispiel geben, wieviel einfacher und gemächlicher es ist, eine Pflicht ganz zu thun, als halb.

Jetzt aber, wo ich die Ehre habe, Sie doch so viele Tage mehr unter meine Befehle gestellt zu sehen, und nachdem ich Ihnen wiederholt die Gelegenheit gab, Grundsätze kennen zu lernen, die—es sei denn, dass ich irre—zuguterletzt triumphieren werden—jetzt wünschte ich doch, dass Sie dieselben sich zu eigen machten, dass Sie sich die wohl nicht mangelnde, aber ausser Übung gekommene Kraft erwürben, die nötig scheint, um Sie stets nach Ihrem besten Wissen rundheraus sagen zu lassen, was zu sagen ist, und um Sie also ganz und gar jene unmännliche Furchtsamkeit verlieren zu lassen, die immer nur darauf aus ist, sich schnell und bequem aus der Affaire zu ziehen.

Ich erwarte also nun eine einfache, aber vollständige Angabe dessen, was Ihnen als Ursache des Preisunterschieds erscheint zwischen jetzt und den Jahren 1853 und 1854.

Ich hoffe ernstlich, dass Sie keinen einzigen Passus dieses Briefes aufnehmen werden als geschrieben in der Absicht, Sie zu kränken. Ich vertraue, dass Sie mich hinreichend kennen gelernt haben, um zu wissen, dass ich nicht mehr oder nicht weniger sage, als ich meine, und überdies gebe ich Ihnen noch zum Überfluss die Versicherung, dass meine Bemerkungen eigentlich weniger Sie betreffen, als die Schule, in der Sie zum Indischen Beamten erzogen wurden.

Diese circonstance atténuante würde jedoch hinfällig werden, wenn Sie, indem Sie noch länger mit mir verkehrten und dem Gouvernement unter meiner Leitung dienten, fortführen, dem Schlendrian zu folgen, gegen den ich mich auflehne.

Sie haben wahrgenommen, dass ich mich des »Euerwohledelgestrengen« begeben habe: es langweilte mich. Thun Sie es auch und lassen Sie unsere »Wohledelheit« und, wo es nötig ist, unsere »Gestrengheit« anderswo und vor allem anders erkennbar werden, als aus dieser langweilenden, sinnstörenden Titulatur.

Der Assistent-Resident von Lebak

Max Havelaar.«

Die Antwort auf diesen Brief erwies sich belastend für manchen von Havelaars Vorgängern, und sie bewies, dass er nicht so unrecht hatte, als er »die schlechten Beispiele früherer Zeit« mit unter die Gründe aufnahm, die für Schonung des Regenten sprechen konnten.

Ich bin mit der Mitteilung dieses Briefes der Zeit vorausgeeilt, um nun schon es klar werden zu lassen, wie wenig Hülfe Havelaar von dem Kontrolleur zu erwarten hatte, sobald ganz andere, wichtigere Dinge beim rechten Namen zu nennen waren, wenn schon diesem Beamten, der ohne Zweifel ein braver Mensch war, so zugeredet werden musste, dass er die Wahrheit sage, wo es sich doch nur um Angabe der Preise von Holz, Stein, Kalk und Arbeitslohn handelte. Man entnimmt also, dass er nicht allein mit der Macht der Personen zu kämpfen hatte, die aus unreellen Handlungen Vorteil zogen, sondern gleichzeitig auch mit der Furchtsamkeit derjenigen, die—wie sehr auch sie selbst diese unreellen Handlungen missbilligten—sich nicht berufen oder geeignet erachteten, hiergegen mit dem erforderlichen Mute aufzutreten.

Vielleicht wird man auch nach der Lektüre dieses Briefes einigermassen zurückkommen von der Geringschätzung der sklavischen Unterwürfigkeit des Javanen, der in Gegenwart seines Häuptlings die erhobene Beschuldigung, wie begründet immer sie sein mochte, feigherzig zurückzieht. Denn wenn man bedenkt, dass soviel Ursache zur Furcht vorhanden war selbst für den Europäischen Beamten, der doch wohl minder der Rache blossgestellt war, was wartete dann des armen Landbewohners, der, in einem Dorf fern vom Hauptplatz, ganz und gar der Macht seiner angeklagten Unterdrücker anheimfiel? Ist es ein Wunder, dass diese armen Menschen, erschreckt von den Folgen ihrer Keckheit, diesen Folgen zu entgehen oder sie durch demütige Unterwerfung zu mildern suchten?

Und es war nicht allein der Kontrolleur Verbrugge, der seine Pflicht mit einer ängstlichen Scheu that, die an Pflichtversäumnis grenzte. Auch der Djaksa, der Inländische Häuptling, der bei dem Landrat das Amt des öffentlichen Anklägers einnahm, betrat am liebsten abends, ungesehen und ohne Gefolge Havelaars Wohnung. Er, der dem Diebstahl entgegentreten musste, der den Auftrag hatte, den schleichenden Dieb zu überraschen, er schlich, als wäre er selbst der Dieb, der Überraschung fürchtete, mit leisem Tritt an der Hinterseite ins Haus hinein, nachdem er sich erst überzeugt hatte, dass kein Besuch da war, der ihn später als schuldig der Pflichterfüllung würde verraten können.

War es ein Wunder, dass Havelaars Seele betrübt war, und dass Tine mehr denn jemals es nötig fand, in sein Zimmer zu treten, um ihn aufzurichten, wenn sie ihn, das Haupt schwer auf die Hand gestützt, dasitzen sah?

Und doch lag ihm die grösste Schwierigkeit nicht in der Furchtsamkeit derer, die ihm zur Seite gestellt waren, noch in der mitschuldigen Feigherzigkeit derer, die seine Hülfe angerufen hatten. Nein, zur Not würde er ganz allein Recht thun, mit oder ohne Hülfe von andern, ja, gegen alle, und sei es selbst gegen den Willen derer, die dieses Rechtes bedürftig waren! Denn er wusste, welchen Einfluss auf das Volk er hatte, und wie—wenn einmal die armen Unterdrückten aufgerufen waren, um laut und vor Gericht zu wiederholen, was sie ihm abends und nachts in Einsamkeit zugeraunt hatten—er wusste, wie er die Macht hatte, auf ihre Gemüter zu wirken, und wie die Kraft seiner Worte stärker sein würde als die Angst vor der Rache von Distriktshäuptling oder Regent. Die Befürchtung, dass seine Schützlinge von ihrer eigenen Sache abfallen möchten, hielt ihn also nicht zurück. Aber es kostete ihn so viel, den alten Regenten anzuklagen: das war der Grund seines Zwiespalts! Andererseits mochte er auch nicht diesem Widerwillen nachgeben, da die ganze Bevölkerung, abgesehen von ihrem guten Recht, ebensosehr Anspruch auf Mitleid hatte.

Furcht vor eigenem Leiden hatte keinen Anteil an seinen Zweifeln. Denn wusste er auch, wie ungern im allgemeinen die Regierung einen Regenten angeklagt sieht, und wieviel leichter es manchem fällt, den Europäischen Beamten brotlos zu machen, als einen Inländischen Häuptling zu strafen, er hatte doch einen besonderen Grund, zu glauben, dass gerade in diesem Augenblick bei der Beurteilung der vorliegenden Sache andere Grundsätze als die gewohnten sich geltend machen würden. Es ist wahr, dass er auch ohne diese Meinung ebensowohl seine Pflicht gethan haben würde, ja, um so lieber, als er die Gefahr für sich und die Seinen grösser denn jemals erachtete. Es wurde schon gesagt, dass Schwierigkeiten eine Anziehung auf ihn ausübten und wie ihn dürstete nach Aufopferung. Doch er war der Ansicht, dass hier das Verlockende eines Selbstopfers nicht bestehe, und fürchtete, dass er—schliesslich gezwungen, zum ernsthaften Kampf gegen das Unrecht überzugehen—des ritterlichen Hochgefühls sich werde entschlagen müssen, diesen Kampf begonnen zu haben als der Schwächere.

Ja, das fürchtete er. Er war der Meinung, es stünde an der Spitze der Regierung ein Generalgouverneur, der sein Bundesgenosse sein würde, und es war wieder eine Eigentümlichkeit seines Charakters, dass diese Meinung ihn von strengen Massregeln zurückhielt, und zwar länger, als irgend etwas anderes ihn abgehalten haben würde, weil sein Wesen es nicht zuliess, das Unrecht in einem Augenblick anzugreifen, da er das Recht für stärker hielt denn gewöhnlich. Sagte ich nicht schon, als ich versuchte, sein Naturell zu beschreiben, dass er naiv war bei all seinem Scharfsinn?

Wir wollen sehen, wie Havelaar zu dieser Meinung gekommen war.


Es können sich sehr wenige europäische Leser eine rechte Vorstellung bilden von der Höhe, auf der ein Generalgouverneur als Mensch stehen muss, um nicht unter der Höhe seines Amtes zu bleiben, und man sehe es denn auch nicht als ein strenges Urteil an, wenn ich zu der Meinung neige, dass sehr wenige, niemand vielleicht, einer so schweren Forderung gerecht werden konnten. Um nun nicht all die Qualitäten des Kopfes wie des Herzens, die hierfür nötig sind, sich aufzählen zu lassen, erhebe man nur das Auge zu der schwindelerregenden Höhe, auf die so über Nacht der Mann erhoben wird, der, gestern noch einfacher Bürger, heute Macht hat über Millionen Unterthanen. Er, der vor kurzem noch in seiner Umgebung unterging, ohne durch Rang oder Macht über sie hinauszuragen, fühlt sich auf einmal, meist unerwartet, über eine Menge erhoben, die unendlich viel grösser ist als der kleine Kreis, der ihn früher dennoch ganz dem Auge verbarg, und ich glaube, dass ich nicht mit Unrecht die Höhe schwindelerregend nannte, denn sie lässt den Schwindel jemandes empfinden, der unerwartet einen Abgrund vor sich sieht, oder die Blindheit, die uns befällt, wenn wir aus tiefem Dunkel mit Schnelligkeit in scharfes Licht übergeführt werden. Solchen Übergängen sind die Nerven des Gesichts oder Gehirns nicht gewachsen, mögen sie selbst von aussergewöhnlicher Stärke sein.

Wenn also die Ernennung zum Generalgouverneur an sich schon meistens die Ursachen des Verderbs mit sich führt, des Verderbs selbst eines Menschen, der durch Verstand und Gemüt hervorragte, was ist dann wohl zu erwarten von Personen, die schon vor dieser Ernennung an vielen Gebrechen litten? Und nehmen wir immerhin einen Augenblick an, dass der König stets gut unterrichtet ist, wenn er seinen hohen Namen unter die Akte zeichnet, in der er sagt, dass er von der »guten Treu, dem Eifer und der Tauglichkeit« des ernannten Statthalters überzeugt sei, nehmen wir immer an, dass der neue Unterkönig eifrig, treu und tauglich ist, dann noch bleibt es die Frage, ob dieser Eifer, und vor allem, ob diese Tauglichkeit bei ihm in einem Masse vorhanden ist, hoch genug erhoben über Mittelmässigkeit, um den Ansprüchen seiner hohen Berufung zu genügen.

Denn es kann gar nicht die Frage sein, ob der Mann, der im Haag zum erstenmal als Generalgouverneur das Kabinett des Königs verlässt, in diesem Augenblick die Tauglichkeit besitzt, die für sein neues Amt nötig sein wird ... das ist unmöglich! Mit der Bezeugung des Vertrauens zu seiner Tauglichkeit kann nur die Meinung ausgesprochen sein, dass er in einem ganz neuen Wirkungskreise, in einem gegebenen Augenblick, durch Eingebung, wenn’s nicht anders ist, wissen werde, was er im Haag nicht gelernt haben kann. Mit andern Worten: dass er ein Genie ist, ein Genie, das mit einem Male kennen muss und können, was es weder kannte noch konnte. Solche Genies sind selten, sogar selten unter Personen, die bei Königen in Gunst stehen.

Wo ich hier von Genies spreche, wird es begreiflich sein, dass ich übergehen möchte, was über so manchen Landvogt zu sagen wäre. Es schiene mir auch nicht entsprechend, meinem Buche Blätter einzufügen, die den ernsthaften Zweck dieses Werkes durch den Verdacht des Skandalinteresses als fragwürdig erscheinen lassen würden. Ich lasse also die Besonderheiten, die auf bestimmte Personen entfallen würden, beiseite; aber als allgemeine Krankheitsgeschichte der Generalgouverneurs meine ich angeben zu können:

Erstes Stadium: Schwindel. Weihrauchtrunkenheit. Grössenwahn. Unmässiges Selbstvertrauen. Minderachtung anderer, vor allem der durch langen indischen Aufenthalt Eingebürgerten.

Zweites Stadium: Ermattung. Furcht. Mutlosigkeit. Neigung zu Schlaf und Ruhe. Übermässiges Vertrauen auf den Rat von Indien. Abhängigkeit vom Allgemeinen Sekretariat. Heimweh nach einem holländischen Landsitz.

Zwischen diesen beiden Stadien, als Übergang—vielleicht gar als Ursache dieses Übergangs—liegen dysenterische Bauchbeschwerden.

Ich vertraue, dass viele in Indien mir dankbar sein werden für diese Diagnose. Sie ist nutzbar zu verwerten, denn man kann als sicher annehmen, dass der Kranke, der durch Überspannung in der ersten Periode an einer Mücke ersticken würde, später—nach der Bauchkrankheit!—sonder Beschwer Kamele vertragen wird. Oder, um deutlicher zu reden, dass ein Beamter, der »Geschenke annimmt, nicht in der Absicht sich zu bereichern«—z. B. einen Büschel Bananen im Werte einiger Heller—mit Schmach und Schande wird fortgejagt werden in der ersten Periode der Krankheit, dass aber jemand, der die Geduld hat, den letzten Zeitabschnitt abzuwarten, sehr ruhig und ohne irgend welche Furcht vor Strafe sich zum Herrn des Gartens wird machen können, wo die Bananen wachsen, mit den Gärten, die daran liegen ... zum Herrn der Häuser, die in der Nachbarschaft liegen ... zum Herrn dessen, was in diesen Häusern ist ... und zum Herrn des einen und andern mehr, ad libitum.

Jeder benutze diesen pathologisch-philosophischen Hinweis zu seinem Vorteil und halte meinen Rat geheim, um allzugrosser Mitbewerbung vorzubeugen ...


Verflucht, dass Entrüstung und Betrübtheit so oft sich kleiden müssen in das Schelmenkleid der Satire! Verflucht, dass eine Thräne, um begriffen zu werden, von Grinsen begleitet sein muss! Oder liegt die Schuld an meiner Ungeschicktheit, dass ich, um ein Mass für die Tiefe der Wunde zu finden, die krebsartig an unserer Staatsverwaltung frisst, keine Worte finde, ohne meinen Stil bei Figaro oder Polichinel zu suchen?

Stil ... ja! Da vor mir liegen Schriftstücke, worin Stil ist! Stil, der verriet, dass ein Mensch in der Nähe war, ein Mensch, dem die Hand zu reichen der Mühe wert gewesen wäre! Und was hat dieser Stil dem armen Havelaar geholfen? Er übersetzte seine Thränen nicht in Gegrinse, er spottete nicht, er suchte nicht durch grelle Buntheit der Farben zu fesseln oder durch die tollen Spässe des Ausrufers vor der Jahrmarktsbude ... was hat es ihm geholfen?

Könnte ich schreiben wie er, ich würde anders schreiben als er.

Stil? Habt ihr gehört, wie er zu den Häuptlingen sprach? Was hat es ihm geholfen?

Könnte ich reden wie er, ich würde anders reden als er.

Fort mit der friedfertigen Sprache, fort mit Milde, Offenherzigkeit, Deutlichkeit, Einfalt, Gefühl! Fort mit allem, was erinnert an des Horatius »justum ac tenacem«! Trompeten hier etwa und scharfes Gellen von Beckenschlag und Gezisch von Raketen und Schrillen von falschen Saiten und hier und da ein wahres Wort, dass es mit einschlüpfe wie verbotene Ware unter Bedeckung von soviel Getrommel und Gepfeife!

Stil? Er hatte Stil! Er hatte zuviel Seele, um seine Gedanken zu ertränken in dem »ich habe die Ehre« und den »Edelgestrengheiten« und dem »ehrerbietig zur Erwägung geben«, wie es die Wollust der kleinen Welt ausmachte, in der er sich bewegte. Wenn er schrieb, durchdrang einen etwas beim Lesen, das liess verstehen, wie da Wolken trieben bei diesem Unwetter, und dass man da nicht das Poltern eines blechernen Theaterdonners hörte. Wenn er Feuer aus seinen Gedanken schlug, fühlte man die Glut von diesem Feuer, es sei denn, dass man geborene Schreiberseele war oder Generalgouverneur oder Verfasser des allerjämmerlichsten Berichts über »ruhige Ruhe«. Und was hat es ihm geholfen?

Wenn ich also gehört werden will—und verstanden vor allem!—muss ich anders schreiben als er. Aber wie dann?

Sieh, Leser, ich suche nach Antwort auf dieses »wie«, und darum hat mein Buch ein so scheckiges Aussehen. Es ist eine Musterkarte: triff deine Wahl. Nachher werde ich dir gelb oder blau oder rot geben, wie du es wünschest.


Havelaar hatte die Gouverneurskrankheit schon so häufig wahrgenommen, an soviel Patienten—und oft ‚in anima vili‘, denn es giebt analog Residenten-, Kontrolleurs- und Surnumerairskrankheiten, die sich zu der ersteren verhalten wie Masern zu Pocken, und endlich: er selbst hatte an dieser Krankheit gelitten!—schon so häufig hatte er das alles wahrgenommen, dass die bezüglichen Erscheinungen ihm ziemlich gut bekannt geworden waren. Er hatte den gegenwärtigen Generalgouverneur beim Beginn der Krankheit weniger schwindelig gefunden, als die meisten andern vor ihm, und glaubte hieraus schliessen zu dürfen, dass auch der fernere Lauf der Krankheit eine andere Richtung nehmen würde.

Da lag der Grund, dass er fürchtete, er werde der stärkere sein, wenn er schliesslich als Verteidiger des guten Rechts der Einwohner von Lebak würde auftreten müssen.