4.
Schon von Hume (Essays 1, 3) ist, wie ich sehe, bemerkt, daß das von Alexander eroberte Persien nicht so beschaffen war, wie Macchiavelli es darstellt, und daß die Fortdauer der von Jenem gegründeten griechischen Herrschaft auf andern Ursachen beruht habe. An sich selbst aber ist das Raisonnement des Macchiavelli zutreffend und vollkommen auf die Geschichte des Mittelalters anwendbar, in welchem die Verfassungen sich gebildet hatten, die Macchiavelli vor Augen lagen. In den Verhältnissen, die er darstellt, war die Ursache des abwechselnden Erfolges der langen Kriege zu suchen, die Frankreich und Spanien mit einander führten. Unruhige Große, die fremde Feinde hereinriefen und von ihnen abfielen, sobald die Verblendung aufhörte, mit der sie erwarteten, diese würden nicht für sich selbst, sondern für sie kämpfen und erobern. Ludwig der Vierzehnte dämpfte diese Unruhen, indem er den Uebermuth der Vasallen, woraus der Factionsgeist Nahrung zog, demüthigte. Seit jener Zeit hat sich auch der türkische Staat verändert. Die Verhältnisse der Statthalter in den Provinzen zum Sultan sind nicht mehr ganz dieselben, und daher findet das Raisonnement des Macchiavelli keine genau zutreffende Anwendung in der neueren Geschichte von Europa.