5. Auftritt
Dieselben; Krugel, Schwochnew, vorsichtig eintretend.
Krugel. Wahrhaftig, ich fürchte, daß er uns hier antreffe.
Schwochnew. Tut nichts, Stepan Iwanowitsch wird ihn aufhalten. (Zu Alexej.) Geh, Lieber, man ruft dich. (Alexej ab. Schwochnew vorsichtig an Gawrjuschka herantretend.) Woher ist dein Herr?
Gawrjuschka. Jetzt kommt er aus Rjasán.
Schwochnew. Gutsbesitzer?
Gawrjuschka. Gutsbesitzer.
Schwochnew. Spielt?
Gawrjuschka. Spielt.
Schwochnew. Hier hast du einen Roten (gibt ihm das Papiergeld), erzähl mir alles.
Gawrjuschka. Werden Sie aber dem Herrn auch nichts sagen?
Beide. I wo, hab keine Angst.
Schwochnew. Wie, ist er jetzt bei Gewinn, was?
Gawrjuschka. Kennen Sie den Oberst Tschebotaróff?
Schwochnew. Nein! Warum?
Gawrjuschka. Vor drei Wochen haben wir ihm achtzig Tausend in Geld abgewonnen, einen Warschauer Wagen, eine Schatulle, einen Teppich und mehrere Paar goldene Epaulettes, an reinem Gold sechshundert Rubel.
Schwochnew (sieht Krugel bedeutungsvoll an). He! Achtzigtausend? (Krugel schüttelt den Kopf.) Glaubst du, es ist eine reine Sache? Das wollen wir gleich erfahren. Hör mal, Gawrjuschka, wenn dein Herr allein zu Hause bleibt, was macht er dann?
Gawrjuschka. Was heißt das: was macht er? Was soll er denn machen? Er ist ein Herr, er hält sich gut, er tut gar nichts.
Schwochnew. Du lügst; er läßt wohl die Karten nicht aus der Hand?
Gawrjuschka. Das kann ich nicht wissen. Ich reise erst zwei Wochen mit dem Herrn; früher reiste immer Pawluscha mit ihm. Wir haben auch Gerassim, den Lakai, noch mal Iwan, den Lakai, Iwan, den Hundeknecht, Iwan, den Musikanten, Dementij, den Kutscher, und neulich haben wir uns aus dem Dorfe noch einen geholt.
Schwochnew (zu Krugel). Was glaubst du? Ein Falschspieler?
Schwochnew. Na, probieren müssen wir’s doch.
(Beide schnell ab.)