XIII
Eines Abends fehlen bei der Vorstellung die bunten Offiziere, die Menschen reden lauter und kargen mit Beifall. Und mitten in der Nacht, da alles schon schläft, werden plötzlich in allen Zeltställen die Lichter angedreht, alle Pferde werden in die Arena geführt, und Offiziere suchen die stärksten und schönsten aus und stellen sie zu Paaren.
Wie Dauphin sieht, daß auch Wallenstein mit ausgemustert ist, läuft er zu ihm hin.
Ein Offizier aber schlägt ihm verächtlich auf die Backen, sagt: „Na Kleiner, dich wollen wir hier lassen,” und zerrt ihn weg. Dauphin aber möchte bei Wallenstein bleiben! Und wie die Pferde mit den Offizieren fortziehen, läuft er nochmals zu Wallenstein hin und wird wieder fortgejagt.
„Fort zurück, ihr da, in den Stall!” ruft der Direktor, und Dauphin geht in seinen Stall. Die Löwen brüllen in den Käfigen, die Affen kratzen an ihren Holzwänden, auf dem Pflaster der Straße vorm Eingang zum Zirkus tuten und schollern Automobile, und Pferde trappeln in endlosen Prozessionen durch die Nacht. Das Getrappel foltert den kleinen Dauphin.
Morgens fand keine Probe statt. Wenn die Sacktür des Stalles sich hob, sah Dauphin den blauen Wohnwagen des Direktors stehen. Künstler fütterten, Künstler halfen das große Zelt abschlagen, Künstlerinnen trugen die Schürzen der Wärter.
Wenn Dauphin sich die übriggebliebenen sieben Pferde ansah, ward er traurig: Keiner von ihnen wußte anzugeben, etwa wie alt er sei, wieviel Uhr es sei, keiner konnte auf den Hinterbeinen laufen; es waren simple, halbstarke Reitpferde für Akrobatinnen, Sklavenpferde, Sklaven samt und sonders! Der kleine, überaus hellweiße Schimmel, dessen Fußhaare über die Hufe gekräuselt herabhingen, der äußerst oberflächlich in Kunst und Wissenschaft war, konnte wenigstens durch einen Reif springen! Dauphin war sehr traurig.
Was mochte nur los sein? Warum durfte Dauphin nicht dabei sein?
Dauphin wurde mit seinen sieben Genossen zu zweimal Vieren zusammengekoppelt und gleich einer Kinderschule ausgeführt. Alle Straßen der Stadt und alle Straßen außer der Stadt waren voller Soldaten; Regimenter marschierten dahin und dorthin und sangen, Automobile, mit dem roten Kreuz geschmückt, rasten, hundert hintereinander, die Hauptstraße hin, Pferde und immer wieder Pferde, mehr Pferde als Menschen!
Auf der Brückenrampe sah Dauphin seinen Freund Wallenstein, der mit fünf dicken Gäulen eine riesige Kanone die Rampe hinaufzog. Als Wallenstein Dauphin sah, wieherte er, schlug einen leichten Trab an und zog ganz mörderisch an seinen Strängen. Welch eine Wonne mußte das sein für ihn!
Wie gern hätte Dauphin geholfen, mit der Kraft seiner Muskeln die Kanone ziehen, — er hatte in der Arena schon manche Kanone gezogen —, aber er war an den schäbigen Rest der einstigen Zirkusherrlichkeit gefesselt und konnte sich nicht befreien. Seine Augen wölbten sich und bettelten: „Wallenstein!! Komm, Großer, Starker, hilf, hilf doch deinem kleinen Freunde!” Aber der hatte keine Zeit, und Dauphin mußte zurück, heimzu, hinter seine Sacktür.
Täglich wurden die Acht ausgeführt. Die Sieben foppten Dauphin, rissen, wenn er außen ging, die Koppel nach links, daß er mit den Hinterbeinen aus dem Glied treten mußte und vom Wärter einen Schlag bekam. Wenn er innen ging, zerrten sie sich nach den Seiten von ihm weg, daß die Wärter meinen mußten, er, Dauphin, sei der Störenfried, der seine Nachbarn belästige. Ging er im vorderen Glied, so wurde er gekitzelt, ging er im hinteren, so flog ihm irgendein Pferdeschweif über die Augen. Es geschah selbst, daß der oberflächliche Schimmel, nur um dem Wärter darzutun, er sei belästigt worden, aufs Geratewohl nach hinten gegen Dauphin ausfeuerte und zurücksah, und der Wärter, der seine Pferde nicht kannte — und besonders Dauphin nicht kannte —, sah seitab nach den lauten Dingen der Straße, und hieb ohne weiteres immer auf Dauphin ein. Oh, wenn Wallenstein dabei gewesen wäre!
Eines Tages kam ein Offizier mit breiten, roten Streifen an den Beinkleidern. Er hielt eine Zeitung in der Hand und sagte:
„Wo ist Dauphin?”
Dauphin wurde losgebunden und aus dem Stall geführt, und die sieben Gesellen mußten zurückbleiben. Der Offizier strich ihm über die Ohren und sagte:
„Stark genug ist er schon!”
„Er hat Qualitäten und steht auf dem Höhepunkt seiner Kraft,” entgegnete der Direktor, und Dauphin, der die Stunde der Befreiung, die Stunde seiner Tauglichkeit ahnte, nickte lebhaft mit dem Kopfe und scharrte mit dem linken Vorderbein, spürte fast den stolzen Husarenbusch, den er seit Wochen nicht mehr getragen, zwischen seinen Ohren schwanken und streckte die Nüstern gegen des Befreiers braunbekleidete Hand.
„Wie alt bist du, Dauphin?” fragte der Offizier freundlich, und der Direktor machte sein Geheimzeichen und sprach:
„Na, sag's dem Herrn General, wie alt du bist!”
Und Dauphin nickte siebenmal mit dem Kopfe.
Dann sah er von der Straße her zwei Buben am blauen Wohnwagen vorbei herzulaufen. Die Buben riefen schon von weitem:
„Der Dauphin, der Dauphin!” und schwangen die Mützen und kamen herbei, und Dauphin reckte den Kopf längs zu ihnen hin und zeigte seine Zähne.
Der eine konnte Dauphin die weiße Blesse streicheln, den anderen mußte der General heben, daß er es auch tun konnte.
Der Große zog seine Uhr aus dem Matrosenblüslein, hielt sie Dauphin hin und sagte:
„Na, wieviel?”
„Können Sie bis zwanzig zählen, Dauphin?” fragte der Kleine.
„Geduld, Jungens!” sagte der General, und der Direktor ließ Dauphin bis zwanzig zählen und ließ ihn die Uhr ablesen, und der Große beobachtete genau das Geheimzeichen des Direktors.
Dann mußte Dauphin mit den Buben übern Platz laufen, rundum, so schnell er konnte, und dann lief er noch lange allein, da die Buben schon müde waren und auf den im Erdboden steckengebliebenen Zeltpfählen hockten.
Der General hob nunmehr die Sacktür, und Dauphin schlüpfte in den Stall. Der General kam, der Direktor, der Wärter und die Buben kamen; aber Dauphin wurde angebunden, und alle gingen wieder fort.
Dauernd sah Dauphin nach der Sacktür, und alle seine Gefährten sahen hin und machten große, glotzige Augen wie Kühe.
Und siehe, gegen Abend — Dauphin war ganz allein im Stalle — schlüpften die Generalsbuben herein, banden sich Dauphin los und stürmten mit ihm, der stets zu tollen Streichen aufgelegt war, übern Platz an den Wohnwagen, und am Wohnwagen hob ein Soldat aus einem zweiräderigen, gelbgestrichenen Kastenwägelchen ein Kummet und schob es Dauphin übern Kopf. In die Schere ward Dauphin eingeschoben, die Buben sprangen auf, der Soldat sprang auf — Dauphin hatte in der Arena schon allerhand Wagen gezogen und sogar schon Kanonen — und husch gings übern Platz hin und her und rundum und dann hopp, hopp, übers Pflaster in die Stadt hinein durch alle Straßen hin, an hunderttausend Menschen vorbei und zur Stadt hinaus an den Fluß. Eine Wonne war's, mit eigener Muskelkraft solche Dinge zu vollbringen! Dauphin achtete, ob nicht der weiße Husarenbüschel an seine Ohren wedele, ob nicht seine goldverbrämte Purpurdecke ihn jucke oder sonstwie sich bemerkbar mache.
Eine winzige Kaserne war in die Erde gebaut, und nur die Seite, wo Drilchsoldaten Pfeife rauchten, war zu sehen. Ueber dem Portale stand dick in schwarzen Lettern: Fort Großherzog von Hessen! Der größere Preußenbub bog sich zum Soldaten und sagte:
„Nach Fort fehlt ein Komma oder ein Ausrufezeichen!”
„Oho!” entgegnete der Soldat, „das werd' ich aber Madame sagen, daß du nicht weißt, was ein Fort ist, und daß du gar einen gekrönten Fürsten aus seinem Reich vertreiben willst!”
Draußen am Fluß stellten sich die Buben im Wagen auf und nahmen Leine und Peitsche, und der Soldat blieb sitzen. Sie schlugen Dauphin an die Lenden, aber das tat nicht weh! Dauphin lief wie noch nie in seinem Leben, und sein Herz flog vor ihm her.
Drüben im Schatten trottelte die verwahrloste Kleinkinderschule. Als Dauphin sie kaum gesehen, war sie schon hinter ihm. Dauphin wieherte laut, was heißen konnte:
„Schreit doch, ihr Generalsbuben, lacht doch, schlagt mich doch, tobt euch doch aus an mir, ich bin auf dem Höhepunkt meiner physischen Kraft!”
Ein großer Sandplatz schob sich in den Wald hinein zu beiden Seiten der Straße. Ein Flieger stieg hinten auf, ließ Leuchtkugeln rudelweise in die Dämmerung fallen; Kanonen, die auf Wällen standen, richteten ihre Rohre nach ihm, und Kommandos erschallten weithin. Infanteristen gingen, ausgeschwärmt, durch die Gräben über die Straße, rasselten an den Schlössern ihrer Gewehre, und viele verloren, weil sie vor dem rasenden Dauphin förmlich flüchten mußten, in der Eile etliche ihrer Patronenhülsen.
Tausend Gäule — war nicht Wallenstein dabei? — trabten am Waldrand, indeß Kanoniere, an langen Seilen geschultert, schwere Geschütze durch den Sand zogen. Hinterm Wall aus dem Wald kam heftiges Geknatter, und Dauphins Fußeisen knatterten nicht minder heftig auf der Steinstraße.
Plötzlich stand der General da mitten auf der Straße, Dauphins Befreier!
Dauphin rannte zu ihm hin und blieb halten. Aus seinen Nüstern stieß sich sein Atem, sein ganzer Körper dampfte, die Adern am Kopf waren fingerdick geschwollen: Das war die Kraft, die in ihm stak, die sich freimachte und ihn so beglückte, so überaus beglückte! Doch plötzlich senken sich die Lider über die jungfrohen Augen und Dauphin bricht zusammen, kugelt auf den Rücken und streckt die vier Beine zum Himmel.
Als er daheim im Stall wieder erwachte, fühlte er sich so von allem Physischen befreit, daß seine Seele wie in Gedankenanflügen sich ergehen konnte. Er, Dauphin, gehörte doch gleich Wallenstein unter die Soldaten, in die Menge, in die körperliche Arbeit, zu den Strapazen! Was ist Kunst, und was ist Wissenschaft, was ist selbst der Kuß einer Königin?
Dauphin hielt die Augen noch geschlossen, aber er sah mit diesen seinen Augen! Er sah Soldaten schiefgebuckelt um Kanonen rennen, sah einen Berg voller Soldaten! Ein Gebirge war statt mit Bäumen mit Soldaten bewachsen, Soldaten sah er aus dem Erdboden aufwachsen; Pferde schoben sich, wo sonst Wasser hinströmte, unendlich hin, und es war ihm, als sähe er Wallenstein neben sich im Straßengraben liegen, Wallenstein, den mächtigsten von allen. Ja wirklich, Wallenstein reckte die vier Beine zum Himmel auf, und aus seiner Stirn, dort, wo Dauphin von der Königin geküßt worden war, floß rotes Blut.
Dauphin hörte deutlich schießen und tat die Augen auf.
Der Direktor stand da bei ihm in dem fremden Stall, der Wärter rieb mit Stroh an seinem Leib herum, der General stand da und die Buben mit den Schulranzen, und der Kleine hatte den Daumen im Mund.
Dauphin sprang auf, nickte, beschnupperte der Buben fröhliche Haarbüschel und wieherte schon wieder vor Freude. Aber dann wurde er vom Wärter fortgeführt, und es ging nicht etwa auf den Exerzierplatz, sondern wieder zurück am blauen Wagen vorbei, durch die Sacktür in den Stall zu den Sieben.
Die Sieben wurden wieder spazieren geführt, und Dauphin blieb daheim. Und Dauphin sah, solange er allein war, nach der Sacktür, ob nicht der General käme, oder der Soldat, oder sonst ein Soldat, und niemand kam. Der Wind wehte an der Sacktür herum, und manchmal sah Dauphin den blauen Wohnwagen stehen.
Die Sieben kamen zurück, und am nächsten Tage mußte Dauphin mit ins Freie spazieren, und die Qual begann wieder und dauerte — der Direktor ließ sich auch nicht mehr sehen — viele Tage lang.
Bis wieder einmal ein Soldat in den Stall kam, der alle Pferde mit Namen kannte und Dauphin besonders liebkoste und alles so tat, wie's ehedem der Direktor getan hatte. Und wie er Dauphin ein Stück Zucker hinhielt, erkannte Dauphin, daß der Soldat niemand anders war als der Direktor selber. Da freute sich Dauphin über die Maßen und riß an seiner Kette. Der geliebte Direktor redet in seltsam langgezogenem, klagendem Tone allerhand mit Dauphin, was Dauphin zwar nicht ganz verstand, was aber dennoch sehr schön und gut war, und zog dann seinen Säbel aus der Scheide und hielt ihn Dauphin an die Augen.
Und Dauphin bekam ein bißchen Angst vor dem blanken Stahl, wie Isaak vor seinem Vater Abraham, streckte den Kopf ganz wagrecht vor, hob die Nüstern und beschnupperte, freundlich aus den Augen zu ihm lächelnd, daß der Direktor doch nicht etwa ..., dessen Hand.
Der Direktor nahm Dauphins Kopf untern Arm und sagte:
„Unser buntgekleidetes Künstlertum ist zu Ende, mein Lieber, und die Kunst schlechthin wird stark angerannt werden! Aber du lieber Himmel, was ist denn auch die Kunst, was sind denn unsere Kunststückchen, was steckt denn dahinter? Du hast es ja durchgemacht unter meiner Peitsche, Dauphin! Ich habe dich gepeinigt, ich habe dir die Lenden verhauen, einmal — ich weiß das nur zu genau — da habe ich dich, da du hilflos am Boden lagst und mit dem Erdball nicht spielen wolltest oder nicht spielen konntest vor Müdigkeit, da habe ich dir mit meinen Füßen die Weichen zertreten, nicht anders als wie der Töpfer seinen Ton tritt, auf daß er weich werde und sich der formenden Hand füge! Nicht anders, Dauphin! Die Schmerzen, die du unter meiner Peitsche erduldet hast, das sind so recht die Schmerzen aller Künstler, wenn ich, mich zu entschuldigen, so sagen darf. Ich weiß: auch bei den anderen Künstlern ist es so! Sie gucken zwar mit Verachtung auf unsere Kunst, auf unsere Kunststücke herab, aber sie sollten es nicht einmal tun! Wir leiden, bis wir unsere Bocksprünge richtig vollbringen können, nicht viel weniger als sie, die mehr begnadet sind als wir, aber wir leiden! Und leiden muß versöhnen und muß zu Brüdern machen! Herrjeh, bringt nicht der Dichter gleich uns sein Herz zu Markt, um gleich uns seinen Mitmenschen eine frohe Stunde zu bereiten? Leidet er etwa weniger, als du gelitten hast, Dauphin? Ha, sie sind schlau wie immer, und sagen: was sind körperliche Leiden verglichen mit den Leiden der Seele? Als ob wir keine Seele hätten, Dauphin, als ob du keine Seele hättest! Als ob deine Seele drinnen an der Krippe zurückbleibe wie dein Halfter, das neben am Nagel hängt! Wer wüßt' besser als ich, Dauphin, daß du eine Seele habest! Ich habe sie malträtiert! Ich habe den Geist, der in dir kreist, den heiligen Geist, nicht wahr, Dauphin, den heiligen Geist in dir vergewaltigt, und das muß sich naturgemäß und übernaturgemäß rächen! Nun stehe ich vor dir: der Sklave eines anderen Zirkusdirektors, der mich in seine qualvolle Arena spannt! Laß gut sein, Dauphin, laß gut sein! Oft und immer wieder habe ich mich der Einsicht verschlossen, unsere Verrenkungen, unsere Bocksprünge seien keine Vergewaltigungen der Natur, seien keine Widernatürlichkeiten, die sie doch sind ... Dauphin, die sie doch sind! Geh, frage auch die anderen Künstler, die von der hohen Fakultät, meine ich, ob sie dir nicht recht geben? Ob sie, so frage sie, ob sie nicht lieber das Leben, das sie so glücklich vorzutäuschen vermögen, wirklich und in Wahrheit leben würden, leben würden, anstatt gleich uns die Maske zu tragen, zu gestalten, was sie nicht sind, zu erfreuen, da sie freudlos sind? ... Was soll ich mich länger noch dieser Einsicht verschließen, jetzt, am Ende der buntgekleideten Herrlichkeit, da über uns die Wahrheit hereinbricht, die dem größeren Direktor noch verschleiert zu sein scheint? Menschen soll ich töten gehen! Sieh dir den Stahl an, er soll Menschen töten! Dauphin, Dauphin: wenn das Leben ein Zirkus wäre, so würde ich mir hier und jetzt den Stahl in die Brust stoßen! Liebes Tierchen, leb' wohl! Ich weiß — so heftig fühle ich es —, ich weiß, daß ich nicht zurückkehren werde aus dieser Narrenarena! Ich fürchte, diejenigen, die den Krieg hätten verhüten können, sind nur Zirkusdirektoren, Dauphin, sind auch nur Zirkusdirektoren und versündigen sich am heiligen Geist! Aber das Leben ist ja kein Zirkus, ist ja kein Zirkus!”
Der Direktor küßte Dauphin auf die Blesse und stürzte zum Stall hinaus. Dauphin riß an seiner Kette! Umsonst riß Dauphin an seiner Kette!
Den ganzen Tag und die ganze Nacht schurfte Dauphin in seinem Verschlag umher und strebte hinaus, irgendwohin, wo Leben pochte, mochte es Leben sein, welcher Art es wollte.
Regentropfen prasselten auf die Zeltdecke des Stalles, unausgesetzt strömte der Regen hernieder. Die Sieben lagen ausgestreckt in ihren Abteilen und schliefen, und Dauphin allein wachte und hörte den Rieselregen an. Neben seiner Krippe tropfte Wasser von der Decke hernieder; die Tropfen zersprühten, da sie aufklatschten, und bespritzten Dauphin. Ihn fror. Nach einigen Stunden aber hörte das Gesumm des Regens auf, und die Sonne schnitt durch das Löchlein der Zeltdecke, sichtbar wirbelte sich feiner Staub in den Sonnenstreifen, und auf dem Rücken eines kleinen Schimmels lag ein greller Lichtfleck.