2. Hauptabteilung. Kryptógamae. Blütenlose oder Sporenpflanzen.
Pflanzen, die keine Blüten besitzen und deren Vermehrung (vorwiegend) durch Sporen erfolgt.
(Hier nur die Gefäß-Sporenpflanzen, Pteridophyten.)
1. Stengel gegliedert, oft gefurcht, einfach od. quirlig verzweigt; Blätt. quirlig gestellt, schuppenart., zu gezähnten, stengelumfassenden Scheiden verwachsen (Fig. [137]); Sporenkapseln auf der Unterseite schildf. Blätt., die am Ende des Stengels ährenart. gehäuft sind
Schachtelhalme, Equisétum [428]
— Stengel nicht gegliedert
2
2. Pfl. frei schwimmend; Blätt. in 2 Reihen gegenst., 2 schwimmende Blätt. bilden mit einem untergetauchten, wurzelähnl. Blatt einen Quirl; Sporenkapseln in kugeligen, erbsengroßen Hüllen (Fig. [122])
Salvínia [426]
— Pfl. im Boden wurzelnd
3
3. Blätt. langgestielt, 4zählig (kleeblattähnlich); Sporenkapseln zu 2–4 am Grunde des Blattstiels
Marsílea [426]
— Blätt. anders gestaltet
4
4. Stengel mit zahlreichen, linealischen od. schuppenf. Blätt. dicht besetzt, die entweder sperrig abstehen od. sich dachziegelart. decken; Sporenkapseln einzeln, blattachselst. od. in Ähren
12
— Stengel nicht dicht mit kleinen Blättchen besetzt
5
5. Blätt. fadenf. od. binsenf.
11
— Blätt. mit breiter Fläche
6
6. Sporenkapseln auf der unt. Seite od. auf dem Rande der gefied. od. fiederschnittigen (selten ungeteilten) Blätt. meist zu Häufchen vereinigt. Farne
10
— Sporenkapseln in endst. Rispen, Ähren od. Trauben
7
7. Stengel mit einem einzigen, ungeteilten Blatt; Sporenkapseln in endst. Ähre, die aus dem Blatt hervorgeht (Fig. [969])
Ophioglóssum [425]
— Blätt. gefied. od. fiedert.
8
8. Pfl. höchstens 20–25 cm hoch, mit nur einem gefied. oder fiederteil. Blatt; Sporenkapseln in einer zusammengesetzten Traube (Fig. [970])
Botrýchium [425]
— Pfl. 50–150 cm hoch
9
9. Unfruchtbare Blätt. umgeben trichterf. die viel kürzeren fruchtbaren, die ersteren doppelt fiedert., nach dem Grunde stark verschmälert, letztere gefiedert, bräunlich, straußenfederart.
Onocléa [422]
— Blätt. doppelt gefied., mit längl., ganzrand. Fiederchen, nicht trichterf. gestellt; Sporenkapseln in einer langen, reichverzweigten Rispe, oft noch die oberen Blätt. oben od. unten mit Frhäufchen besetzt (Fig. [971])
Osmúnda [425]
10. Frhäufchen einzeln, gestielt, auf dem Rande der fast durchscheinenden, gefiederten Blätt. (Fig. [965]) mit einem becherf. 2klappigen Schleier
Hymenophýllum [416]
Fig. 965.
— Frhäufchen stets auf der Unterseite der Blätt., zuweilen von dem umgerollten Rande bedeckt, aber nie auf demselben.
Farne, Polypodiáceae [416]
11. Stengel kriechend; Blätt. schmal binsenf, in der Jugend eingerollt (Fig. [966]); Sporenhüllen[58] kugelig, einzeln am Grunde der Blätt.
Pilulária [426]
Fig. 966.
— Stengel kurz, nicht verästelt; Blätt. steif aufrecht, gebüschelt; Sporenhülle von der verbreiterten Basis der Blätt. eingeschlossen (Fig. [972])
Isoétes [428]
12. Sporenkapseln alle gleich gestaltet
Lycopódium [426]
— Sporenkapseln verschieden gestaltet, die einen nierenf. oder rundl., die andern 3–4knopfig. Moosartige, fast nur im Gebirge vorkommende Pflänzchen (Fig. [978])
Selaginélla [427]
[1. Klasse. Filicínae, Farne.]
108. Familie. Hymenophylláceae, Hautfarne.
1. Hymenophýllum Smith, Hautfarn.
Blätt. fiederspalt., mit linealischen, scharf gesägten Zipfeln. 8. Feuchte Felsenschluchten, in der Sächsischen Schweiz (Uttewalder Grund)
H. tunbridgénse Smith
109. Familie. Polypodiáceae, Tüpfelfarne.[59]
1. Blätt. völlig ungeteilt, lang zungenf., zugespitzt (Fig. [973])
Scolopéndrium [423]
— Blätt. gefied. od. fiederschnittig od. (Fig. [993]) gegabelt
2
2. Fruchtbare Blätt.[60] von den unfruchtbaren auffallend verschieden (Fig. [977])
12
— Fruchtbare Blätt. von den unfruchtbaren nicht od. wenig verschieden.
3
3. Blätt. fiedert. (Fig. [975]), auf der Unterseite dicht mit rostroten Schuppen besetzt, die die längl. Frhäufchen anfangs ganz verdecken
Céterach [423]
— Blätt. unterseits nicht od. sehr wenig schuppig
4
4. Frhäufchen randst., saumart., in einer ununterbrochenen Linie, vom umgebogenen Rande bedeckt (Fig. [967]); Blätt. 2–4fach gefied., sehr groß (60–150 cm lang), lederart.; Blattstiel gelbl., im Querschnitt eine adlerähnliche Figur zeigend
Adlerfarn, Pterídium [425]
— Frhäufchen rundl. od. längl., freiliegend
4
5. Frhäufchen längl., linealisch, zuweilen haken- oder hufeisenf., später oft zusammenfließend; Schleier an der Seite der Frhäufchen angeheftet
11
— Frhäufchen rundlich (Fig. [985])
6
6. Unter den Frhäufchen eine tellerf. Hülle, die am Rande fransig zerschlitzt ist, so daß das Blatt am Rande der Frhäufchen lang behaart erscheint; Blätt. 3–15 cm lang, einfach gefied. mit fiedert. Fiedern. An Felsen
Wōōdsia [422]
— Frhäufchen am Rande ohne lange Wimpern
7
7. Schleier vorhanden
10
— Schleier fehlend od. verkümmert
8
8. Blätt. einfach fiedert.; Fiedern ganzrandig od. schwach gesägt (Fig. [974]); Frhäufchen groß; Blattstiel meist etwas kürzer als die Blattfläche
Polypódium [425]
— Blätt. mehrfach gefied. od. einfach gefied. mit fiedersp. Fiedern
9
9. Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche; Blätt. 60–160 cm lang, am Grunde meist verschmälert
Athýrium alpéstre [418]
— Blattstiel mindestens so lang als die Blattfläche; Blätt. höchstens 50 cm lang, am Grunde am breitesten (Phegópteris)
Aspídium [420]
10. Schleier nur an einer kleinen Stelle des Randes angewachsen, zart, zuletzt zurückgeschlagen, bald verschwindend; Blätt. 10–40 cm lg., zart, meist durchscheinend, 2–3fach gefied.; Fiederchen stumpf gezähnt; Blattstiel zerbrechlich, bis 2 mm dick
Cystópteris [418]
— Schleier im Mittelpunkte des Frhäufchens angewachsen, entwed. schildf., mit freiem Rande (Fig. [984]) od. nierenf., mit einer niedergedrückten Falte angeheftet (Fig. [985]); Fiederchen der meist großen und kräftigen Blätt. entweder ganzrandig oder stachelspitzig bis dornig gezähnt (Fig. [986]) oder mit kurz zugespitzten Zähnen. (Im letzten Falle die Blätt. einfach gefied. mit fiedersp. Fiedern, 30–140 cm lang.)
Aspídium [420]
Fig. 967.
11. Blätt. groß (30–160 cm lg.), 2–3fach gefied., kahl; Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, mit 2 bandart. Gefäßbündeln, die sich oberwärts hufeisenf. vereinigen, unten mit zarten, nicht gegitterten Spreuschuppen; Frhäufchen länglich oder hakenf. gekrümmt, zuweilen rundlich
Athýrium [418]
— Blätt. 5–40 cm lang; Blattstiel mit 1 od. 2 Gefäßbündeln, die auf dem Querschnitt nie die Hufeisenform zeigen; Spreuschuppen starr, gegittert; Frhäufchen längl. od. linealisch, nicht gekrümmt
Asplénium [423]
12. Blätt. 2–4fach gefied., aufrecht, 15–30 cm lang. Gebirgspfl.
Allosórus [425]
— Blätt. einfach fiedert. od. einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern
13
13. Unfruchtbare Blätt. niederliegend, die fruchtbaren aufrecht, meist viel länger, alle einfach fiederschnittig, mit ganzrand. Zipfeln (Fig. [977])
Blechnum [422]
— Alle Blätt. aufrecht, die unfruchtbaren gefied., mit fiederschnitt. Zipfeln; die fruchtbaren steif, einfach gefied. mit eingerollten Fiedern und dadurch straußenfederart., später dunkelbraun, innerhalb eines von den längeren unfruchtbaren Blätt. gebildeten Trichters stehend
Onocléa [422]
1. Athýrium Roth, Frauenfarn.
Schleier bleibend, gewimpert; Frhäufchen ansehnlich, längl. od. hakig, von den Buchten etwas entfernt; Fiederchen seltener nur einfach gesägt (var. dentátum Döll), meist fiederspaltig, am Grunde ungleichhälftig, nach vorn mit einem der Spindel parallelen Abschnitt (Fig. [968]), nach hinten schief gestutzt, letzte Abschnitte an der Spitze meist 2–3zähnig (var. físsidens Milde), seltener am ganzen Rande eingeschnitten gesägt (var. multidentátum Döll); Blattstiel unten mit schmal lanzettlichen Spreuschuppen. 7. 8. Schattige Wälder, Gebüsche, häufig
Wald-Fr., A. filix fémina Roth
Fig. 968.
Schleier verkümmert, sehr vergänglich; Frhäufchen klein, später kreisrund, an den Buchten zwischen 2 Abschnitten sitzend; Fiederchen fiedersp., mit gesägten Abschnitten; Blattstiel am Grunde mit breit lanzettlichen Spreuschuppen. 7–9. Schatt. Gebirgsabhänge, selt. Alpen-Fr.,
A. alpéstre Nylander
Fig. 969. [61]
Fig. 970.
Fig. 971.
Fig. 972.
Fig. 973.
Fig. 974.
Fig. 975.
Fig. 976.
Fig. 977.
Fig. 978.
Fig. 979.
Fig. 980.
Fig. 981.
Fig. 982.
2. Cystópteris Bernhardi, Blasenfarn.
1. Blätt. in Büscheln, meist 2fach gefied.; Blattfläche meist länger als der Stiel, im Umriß längl.; unterstes Fiedernpaar fast stets kürzer als die folgenden. 7. 8. Schattige Orte, Mauern, Hohlwege, zerstr., besonders im Gebirge
Zerbrechlicher Bl., C. frágilis Bernhardi
2 Unterarten: a) eufrágilis Aschs. u. Gr., letzte Nervenäste in die Spitze der meist ungeteilten Zähne auslaufend; Blätt. hellgrün. Ziemlich verbreitet; b) régia Bernoulli, Zähne an der stumpfen od. gestutzten Spitze meist ausgerandet od. eingeschnitten; letzte Nervenäste in die Buchten auslaufend. Felsspalten und Geröll der Alpen und Voralpen.
— Blätt. entfernt stehend, 2–4fach gefiedert; Blattfläche kürzer als der Stiel, 3eckig od. 3eckig-eif.; unterstes Fiedernpaar beträchtlich länger als die folgenden
2
2. Untere Fiedern sehr ungleichhälftig, das unterste, hintere Fiederchen länger als die folgenden, etwa der 3. od. 4. Blattfieder entsprechend; Blätt. 3eckig bis 3eckig-eif. 7. 8. Kalkige Gebirgswälder. Schwäbischer Jura, Alpen
Berg-Bl., C. montána Bernhardi
— Untere Fiedern weniger ungleichhälftig, das unterste, hintere Fiederchen nicht länger (meist kürzer) als die folgenden, etwa der 6. od. 7. Blattfieder gleich; Blätt. eif. od. 3eckig-eif. 7. 8. Östl. Sudeten
Sudeten-Bl., C. sudética A. Br.
3. Aspídium Swartz, Schildfarn.
1. Frhäufchen von einem Schleier bedeckt
4
— Frhäufchen ohne Schleier
2
2. Blätt. einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern, behaart, im Umriß lang 3eckig; unt. Fiedern sitzend, kaum größer als die folgenden, meist abwärts gerichtet. 6–8. Laubwälder, verbreitet (Phegópteris polypodioídes Fee)
Buchenfarn, A. phegópteris Baumgarten
— Blätt. doppelt gefied., kahl od. drüsig, im Umriß breit und kurz 3eckig; unt. Fiedern gestielt, weit größer als die folg.
3
3. Blätt. ganz kahl, zart, lebhaft grün, mit übergebogener Blattfläche; unterstes Fiedernpaar fast so groß als der übrige Teil des Blattes. 6–8. Wie vor. (Phegópteris dryópteris Fee)
Eichenfarn, A. dryópteris Baumgarten
— Blätt. unterseits mit kurzen Drüsen, derber, gelblichgrün, unterstes Fiedernpaar kleiner als der übrige Teil des Blattes. 7. 8. Felsritzen, Kalkfelsen, sehr zerstr. (Phegópteris robertiánum A. Br.)
Storchschnabelfarn, A. robertiánum Lürssen
4. Fiederchen (bei einfach gefied. Blätt. die Fiedern) deutlich gezähnt od. gesägt
6
— Fiederchen ganzrand. od. schwach gezähnelt od. ausgeschweift; Blattstiel mit 2 bandf. Gefäßbündeln; Schleier klein, nierenf., früh verschwindend; Blätt. hell od. gelbgrün, einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern
5
5. Blattstiel meist so lang als die Blattfläche, ohne Streuschuppen; Blätt. später unterseits drüsenlos; Fiedern etwas entfernt, die unt. nicht od. kaum kleiner; Fiederchen spitzlich, die sporentragenden am Rande umgerollt und dadurch 3eckig od. sichelf. (Fig. [983]). 7–9. Torfwiesen, Waldsümpfe, fast nur in der Ebene
Sumpf-Sch., A. thelýpteris Roth
Fig. 983.
— Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, sparsam braun beschuppt; Blätt. unterseits zerstr. gelbdrüsig; Fiedern ziemlich genähert, die unt. viel kleiner; Fiederchen stumpf, flach od. kaum eingerollt. 7–9. Trockene Wälder, besond. im Gebirge
Berg-Sch., A. montánum Roth
6. Schleier schildf., kreisrund, am Rande ringsum frei (Fig. [984]); Blätt. kurz gestielt, stachelig gesägt od. gezähnt
9
Fig. 984.
— Schleier nierenf., mit einer niedergedrückten Falte angeheftet (Fig. [985])
7
Fig. 985.
7. Blätt. bis fast zur Spitze 2–3fach gefied.; Fiedern zugespitzt, die untersten meist entfernt, ihre nach abwärts gerichtete Hälfte breiter als die obere, jederseits mit 10–15 Fiederchen; Fiederchen letzter Ordnung gesägt, mit stachelspitzigen Zähnen (Fig. [986]); Blattstiel ziemlich lang, meist dünn und zerbrechlich. 7–9. Wälder, Moore
Dorniger Sch., A. spinulósum Swartz
Fig. 986.
2 Unterarten: a) eu-spinulósum Aschrs., Blattstiel etwa so lang als die Fläche; Blätt. hellgrün, aufrecht, im Umriß längl., meist doppelt gefied.; Fiedern kurz zugespitzt., häufig; b) dilatátum Smith, Blattstiel kürzer als die Fläche; Blätt. dunkelgrün, meist übergebogen, im Umriß eif.-längl. bis 3eckig, am Grunde 3fach gefied.; Fiedern lang zugespitzt; Schleier drüsig. So besonders in höheren Gebirgen.
— Blätt. einfach-, selten am Grunde fast doppelt gefied.; Fiedern fiedert.
8
8. Blattstiel etwa halb so lang als die Blattfläche, dünn, tief rinnig, oberwärts nebst der Spindel spärlich spreuschuppig; Blätt. schmal längl., am Grunde wenig verschmälert; Fiedern jederseits 17–20, die untersten gestielt, entfernt, aus herzf. Grunde 3eckig, jederseits mit 5–7 sehr genäherten Fiederchen (Fig. [987]); die fruchtbaren meist senkrecht zur Blattfläche mit der Rückseite nach oben gedreht; Fiederchen rundl. bis rundl.-eif., nach der Spitze hin scharf gesägt. 7–9. Sümpfe, Moore, zerstreut
Kammförmiger Sch., A. cristátum Swartz
Fig. 987.
— Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, kräftig, schwach rinnig, nebst der Blattspindel dicht spreuschuppig; Blätt. lanzettl.; Fiedern jederseits 20–35, genähert, alle sehr kurz gestielt; Fiederchen längl., kerbig gesägt, mit nicht stachelspitzigen Zähnen (Fig. [988]). Ziemlich veränderlich. 7–9. Wälder, Gebüsche, meist häufig
Wurmfarn, A. filix mas Swartz
Fig. 988.
9. Blätt. einfach gefied., verlängert lanzettl. (größte Breite ca. 4–8 cm), starr; Fiedern ungeteilt, am Grunde spitz geöhrt, sichelf. aufwärts gekrümmt, fast dornig gezähnt (Fig. [976]). 8. 9. Gebirgsabhänge, besonders im Hochgebirge
Lanzen-Sch., A. lonchítis Swartz
— Blätt. doppelt gefiedert
10
10. Blätt. beiderseits spreuhaarig, dünn, weich, nach dem Grunde stark verschmälert, bis 60 cm lang, nicht überwinternd; unt. Fiedern stumpfl.; Fiederchen jederseits bis 15, fast rechtwinkl. abstehend, am Grunde stumpf geöhrt, stumpf, mit aufgesetzter Stachelborste. 7. 8. Gebirgswälder, wenig verbreitet
Braun's Sch., A. brāūnii Spenner
— Blätt. oberseits kahl, mehr od. weniger derb, bis 1 m lang, überwinternd; Fiedern zugespitzt; Fiederchen jederseits bis 20, am Grunde oft geöhrt. 7–10.
Stacheliger Sch., A. aculeátum Döll
Fig. 989.
2 Unterarten: a) lobátum Swartz, Blätt. derb lederart., am Grunde stark verschmälert, oberseits etwas glänzend, mit zerstreut spreuhaariger Spindel; Fiederchen spitz, bis 1½ cm lang, vorwärts geneigt, meist mit keilf. Grunde sitzend, fast nur die untersten geöhrt, das unterste vordere aufrecht, größer als das folgende (Fig. [989]); Schleier derb, bleibend. Gebirgswälder, steinige Abhänge, verbreitet; b) anguláre A. Br., Blätt. weniger derb, am Grunde wenig verschmälert, glanzlos, wie die Spindel dicht spreuhaarig; Fiederchen stumpf, mit aufgesetzter Stachelborste, bis 1 cm lang, rechtwinklig abstehend, deutlich gestielt, am Grunde geöhrt, das unterste vordere nicht od. kaum größer als das folgende (Fig. [990]); Schleier zart. Bergwälder, im Westen und Süden, wenig verbreitet.
Fig. 990.
Bastarde: A. cristatum × spinulosum; A. filix mas × spinulosum; A. braunii × lobatum; A. lobatum × lonchitis.
4. Onocléa L., Straußfarn.
Schattige Gebirgs- und Waldbäche, sehr zerstr., fehlt im Nordwesten
O. struthiópteris Hoffmann
5. Wōōdsia R. Br., Wimperfarn.
Blattstiel glänzend rotbraun; Blätt. nebst dem Blattstiel mit Spreuschuppen und gegliederten Haaren besetzt; untere Fiedern etwas entfernt
W. ilvénsis Babington
2 Unterarten: a) rufídula Aschrs., Blätt. oft bräunlich grün, auch später behaart und beschuppt; Fiedern jederseits mit 5–8 eif. abgerundeten Zipfeln, die besonders am vorderen Rande deutlich gekerbt sind; im Mittelgebirge, nicht sehr verbreitet; b) alpína Gray (W. hyperbórea R. Br.); Blätt. gelbgrün, weniger behaart, später oft kahl; Fiedern jederseits mit 1–4 (meist 1–2) ganzrand., am Grunde keilf. Zipfeln; Riesengebirge, am Basalt der kleinen Schneegrube) und im Gesenke (großer Kessel).
6. Blechnum L., Rippenfarn.
Fiedern der unfruchtbaren Blätt. kammart. genähert, schmal längl., die der fruchtbaren entfernt, sehr schmal (Fig. [977]). 7–9. Schattige Stellen, zerstr.
B. spicant Withering
7. Scolopéndrium Smith, Hirschzunge.
Blätt. am Grunde etwas herzf. (Fig. [973]), am Rande oft wellig; Frhäufchen linealisch. 7–9. Steinige Wälder, Mauern, Brunnen, häufiger im Rheinland, sonst sehr zerstr.
Sc. vulgáre Smith
8. Céterach Willd., Schuppenfarn.
Blätt. lederart., fiedert., mit längl. bis rundl., ganzrand. Fiedern. 7. 8. Felsen, alte Mauern, selten, am häufigsten in der Rheingegend
C. officinárum Willd.
9. Asplénium L., Streifenfarn.
1. Blattstiel etwa so lang od. länger als die Blattfläche[62]
6
— Blattstiel kürzer als die Blattfläche
2
2. Blätt. doppelt gefiedert
5
— Blätt. einfach gefied., linealisch od. linealisch-lanzettl.; Fiedern rundl. bis längl. (Fig. [980])
3
3. Blattstiel und Spindel schmal geflügelt, bis zur Spitze glänzend rot- bis schwarzbraun, elastisch; Fiedern meist in einer Ebene stehend, sehr kurz gestielt, zuletzt einzeln abfallend. unt. meist kleiner. 7. 8. Felsritzen, Mauern, besonders im Gebirge
Brauner Str., A. trichómanes L.
— Blattstiel und Spindel ungeflügelt, letztere wenigstens an der Spitze grün, unt. Fiedern kaum kleiner
4
4. Spindel nur im oberen Viertel grün und weich, sonst wie der Blattstiel rot- bis purpurbraun; Fiedern meist senkrecht zur Spindel gestellt, sehr kurz grün gestielt, zuletzt einzeln abfallend. 7. 8. Auf Serpentin, selten
Serpentin-Str., A. adulterínum Milde
— Spindel wie der obere Teil des Blattstiels grün und weich; Fiedern meist in einer Ebene liegend, deutlich gestielt (Fig. [980]), nicht abfallend, sondern mit der Spindel verwelkend, hellgrün. 7. 8. Felsen, waldige Bergabhänge, sehr zerstr.
Grüner Str., A. víride Hudson
5. Blattstiel nur am Grunde schwarzbraun, viel kürzer als die Fläche, 1 mm dick; Blätt. hellgrün, schmal lanzettl. (größte Breite bis ca. 1½ cm); unterste Fiedern entfernt, kleiner; Fiederchen gedrängt, eckig gezähnt; Frhäufchen dem Mittelnerven genähert. 7–9. Schattige Felsen. Nur an der »Jungfrau« bei Überkingen unweit Geislingen (Württemberg)
Schmaler Str., A. fontánum Bernhardi
— Blattstiel nebst dem unt. Teile der Spindel glänzend rotbraun, etwas kürzer als die Fläche, bis 2 mm dick; Blätt. dunkelgrün, längl. bis eif.-lanzettl. (größte Breite bis ca. 4 cm); unterste Fiedern entfernt, wenig kleiner; Frhäufchen dem Rande genähert. 7–9. Wie vor. Nur auf Vogesensandstein westlich von Weißenburg zwischen Fischbach und Steinbach
Lanzettlicher Str., A. lanceolátum Hudson
6. Blätt. gegabelt, mit 2–4 sehr schmalen Blättchen (Fig. [993]) od. (Fig. [981]) einfach gefiedert (höchstens am Grunde doppelt); Schleier ganzrand.
9
— Blätt. 2–4fach gefied. (od. doch nur die obersten Fied. ungeteilt)
7
7. Blattstiel dunkelbraun (od. nur unter der Blattfläche an der rinnigen Seite grün), bis 2 mm dick, am Grunde mit 2 Gefäßbündeln; Blätt. 15–40 cm l.; Schleier ganzrand. od. geschweift. 7. 8.
Schwarzer Str., A. adiántum nigrum L.
Fig. 991.
3 Unterarten: a) cuneifólium Viviani (A. serpentíni Tausch), Blätt. weich, glanzlos, meist 3eckig-eif., kurz zugespitzt, meist nicht überwinternd; Fiedern meist gerade abstehend, selten etwas aufwärts gekrümmt; Fiederchen letzter Ordnung keilf., vorn gestutzt od. rhombisch (Fig. [991]). Fast nur auf Serpentin. Fichtelgebirge, Sächs. Erzgebirge, Schlesien, besonders um Zobten und im Eulengebirge. b) nigrum Heufler, Blätt. mehr od. weniger lederart., glänzend, eif.- bis lanzettl., lang zugespitzt, überwinternd. Fiedern meist gerade absteh.; Fiederchen letzter Ordnung eif., am Grunde verschmälert (Fig. [992]). Felsen, Mauern, sehr zerstr. in Mittel- und Süddeutschland. c) oreópteris Heufler, Blätt. dick, lederart., glänzend, überwinternd; Fiedern meist aufwärts gekrümmt und zusammenneigend; Fiederchen mit verschmälertem, ganzrand. Grunde schmal längl. bis eif. Nur auf Serpentin in Schlesien (Zobtengebirge).
Fig. 992.
— Blattstiel höchstens bis zur Mitte dunkelbraun, 1 mm dick, auch am Grunde nur mit 1 Gefäßbündel; Schleier gefranst od. anfangs ganzrand., zuletzt unregelmäßig gekerbt
8
8. Blätt. zart, starr, zerbrechlich, sehr fein zerteilt, mit längl. bis lanzettl. (ca. 6–10 cm langer) Blattfläche, 3–4fach gefied., meist über 10 cm l.; Fiedern eif., stumpf, die unt. entfernt; letzte Fiederchen keilf., mit sehr schmalen, vorn gekerbten od. 2–3spalt. Zipfeln (Fig. [979]); Blattstiel meist bis einige cm über dem Grunde glänzend braun; Schleier zuerst ganz, später etwas gekerbt. 7. 8. Nur am Kienberg bei Ruhpolding unweit Traunstein (Bayern)
Zerteilter Str., A. fissum Kitaibel
— Blätt. derb, biegsam, graugrün, mit meist 3eckiger (ca. 1–4 cm langer) Blattfläche, 2–3fach gefiedert, meist nicht bis 10 cm lang; obere Fiedern ungeteilt; letzte Fiederchen rautenf. bis verkehrt-eif., am Grunde keilig, vorn gekerbt od. gezähnt (Fig. [982]); Blattstiel nur ganz am Grunde braun; Schleierrand gefranst. Sehr vielgestaltig. 7–10. Mauern, Felsen, besonders im Gebirge
Mauerraute, A. ruta murária L.
9. Blattstiel fast allmählich in die Blattfläche übergehend, nur ganz unten braun; Blätt. gegabelt, mit 2–4 keilf., an der Spitze ungleich gezähnten, ca. 1–2 mm br. Fiedern (Fig. [993]); Frhäufchen die ganze Unterseite der Blättchen bedeckend. 7. 8. Felsspalten, Mauern, verbreitet, im Norden selten
Nördlicher Str., A. septentrionále Hoffmann
Fig. 993.
— Blattstiel von der Fläche deutlich gesondert, bis zur Mitte glänzend braun; Blätt. hellgrün, glanzlos, einfach od. am Grunde doppelt gefied.; Fiedern jederseits 2–5, die unt. sehr entfernt; Fiederchen keilf., zuweilen sichelf. einwärts gekrümmt, die obersten zu einem fiedersp. Endblättchen zusammenfließend. 7–9. Felsspalten, Mauern, sehr zerstr.
A. trichomanes × septentrionale = A. germánicum Weis
10. Pterídium Gleditsch, Adlerfarn.
Wälder, Heiden, häufig. 7–9.
P. aquilínum Kuhn
11. Allosórus Bernhardi, Rollfarn.
Blätt. zart, gelbgrün, in Büscheln, die unfruchtbaren 3eckig-eif., mit keilf., verkehrt-eif. Fiederchen, die fruchtbaren eif.-längl., mit sehr schmalen, eingerollten Fiederchen. 7–9. Felsen der höheren Gebirge
A. crispus Bernhardi
12. Polypódium L., Tüpfelfarn, Engelsüß.
Mauern, Felsen, Baumstümpfe, schattige Abhänge, häufig. 8. 9.
P. vulgáre L.
110. Familie. Osmundáceae, Rispenfarne.
1. Osmúnda L., Königsfarn.
Heiden, Waldränder, Gebüsche, sehr zerstr. 6. 7.
O. regális L.
111. Familie. Ophioglossáceae, Natternfarne.
1. Ophioglóssum L., Natternfarn.
Wiesen, Triften, sehr zerstr. 6. 7.
O. vulgátum L.
2. Botrýchium Swartz, Rautenfarn.
1. Blätt. wenigstens in der Jugend behaart, im Umriß 3eckig, meist breiter als lang, 2–4fach gefiedert
4
— Blätt. stets kahl, meist länger als breit, nicht 3eckig
2
2. Blätt. im unt. Teile der Pfl. entspringend, gestielt, rundl. bis eif., abgerundet, stumpf, fiedert. od. 3teilig, seltener ungeteilt. 6. Grasige Triften, selten
Einfacher R., B. simplex Hitchcock
— Blätt. in od. über der Mitte der Pfl. entspringend, sitzend od. kurz gestielt
3
3. Blätt. etwa in der Mitte der Pfl. sitzend, längl., einfach gefied.; Fiedern halbmondf., sich meist deckend (Fig. [970]). 6. 7. Trockene Wiesen, zerstreut
Mondraute, B. lunária Swartz
— Blätt. über der Mitte der Pfl. sitzend, längl. od. eif., dick, fleischig, 1–2fach gefied.; Fiedern locker, längl.; Fiederchen längl., ganzrand. od. 2–3kerbig. 5. 6. Trockene Wälder, sonnige Hügel, sehr zerstr. (B. rutáceum Willd.)
Ästiger R., B. ramósum Aschrs.
4. Blätt. bis 6 cm lang gestielt, am Grunde der Pfl. entspringend, fleischig, doppelt gefied., 3zähl.; Fiederchen eif. od. rundlich. 7. 8. Lichte Wälder, sonnige Wiesen, selten
Kamillen-R., B. matricáriae Sprengel
— Blätt. fast sitzend, über der Mitte der Pfl. entspringend, dünn krautig, 2–4fach gefied.; Fiederchen längl., mehr od. weniger geteilt. 7. 8. Waldwiesen. Nur in Ostpreußen und am Steinberg bei Ramsau unweit Berchtesgaden
Virginischer R., B. virginiánum Swartz
112. Familie. Salviniáceae, Schwimmblattgewächse.
1. Salvínia Allioni, Schwimmblatt.
Stehende und langsam fließende Gewässer, zwischen Floßholz, selten. 6–8.
S. natans Allioni
113. Familie. Marsileáceae, Kleefarne.
1. Marsílea L., Kleefarn.
Stehende Gewässer, bei Rybnik in Schlesien und in Süddeutschland. 8–10.
M. quadrifólia L.
2. Pilulária Vaillant, Pillenfarn.
Sümpfe, Teiche, selten, besonders im nordwestl. Deutschland. 8. 9.
P. globulífera L.
[2. Klasse. Lycopódinae, Bärlappe.]
114. Familie. Lycopodiáceae, Bärlapp-Gewächse.
1. Lycopódium, Bärlapp.
1. Sporenkapseln nicht in deutl. abgesetzten Ähren, in den Achseln von Blätt., die den übrigen völlig gleich gestaltet sind; Steng. aufsteigend, meist gabelästig, mit gleichhohen, genäherten Ästen (Fig. [994]), die oft dichte Büschel bilden. Blätt. steif, meist aufrecht, dicht stehend, dunkelgrün. 7–10. Schattige Wälder, nicht häufig
Tannen-B., L. selágo L.
— Sporenkapseln in deutlich abgegrenzten Ähren (Fig. [995]); Blätt. der Sporenähre von den übrig. mehr od. weniger verschieden
2
2. Sporenähren zu 2–6 auf einem gemeinschaftl., oben gegabelten Stiele (Fig. [998]). (Der Stiel ist viel sparsamer und mit anders gestalteten Blätt. besetzt als wie das Stämmchen)
5
— Sporenähren einzeln, endst., sitzend (Fig. [995]). (Das die Ähre tragende Stück des Stengels ist nicht abweichend beblättert)
3
Fig. 994.
3. Blätt. dem Stengel angedrückt, die an den Kanten der zusammengedrückten, unten 2rinnigen Zweige sitzenden scharf gekielt; Sporenähre ca. 10–15 mm lang, ihre Blätt. allmählich in eine lange stumpfl. Spitze übergehend; Stengel bis 60 cm lang, meist oberirdisch kriechend. 8. 9. Grasige und steinige Gebirgstriften
Alpen-B., L. alpínum L.
— Blätt. vom Stengel mehr od. weniger abstehend, ungekielt; Sporenähre länger
4
4. Kriechender Stengel 2–10 cm lang, wenig verzweigt, meist nur ein aufrechter, ca. 4–8 cm hoher, die Sporenähre tragender Ast vorhanden; Blätt. der Sporenähre so lang od. länger als die übrigen, aus eif. Grunde in eine lange, abstehende Spitze verschmälert; Blätt. des kriechenden Stengels nach oben gerichtet, die des aufrechten allseitig abstehend (Fig. [995]), alle pfrieml.-linealisch, ganzrandig. 8–10. Moorige Stellen, zerstr.
Sumpf-B., L. inundátum L.
Fig. 995.
— Stengel weit kriechend (bis 1 m), wiederholt gabelästig, die aufrechten Äste bis 30 cm hoch; Blätt. der Sporenähre kürzer als die übrigen, rundl.-eif., kurz zugespitzt, am Rande trockenhäutig; Blätt. des Stengels sperrig abstehend od. zurückgebogen, fein gesägt, linealisch-lanzettlich. 8. 9. Schattige Wälder, zerstr.
Sprossender B., L. annótinum L.
5. Äste mehr od. weniger zusammengedrückt, 4reihig beblätt., die kantenst. Blätt. gekielt, die flächenst. ungekielt, alle spitz (ohne ein Borstenhaar); Blätt. der Sporenähre sehr breit, mit scharf abgesetzter, kurzer Spitze; Ährchen zu 2–6. 8. 9. Heiden, Wälder, besond. unter Kiefern, zerstr.
Flacher B., L. complanátum L.
Fig. 996.
2 Unterarten: a) anceps Wallroth, Pfl. grasgrün, die nicht sporentragenden Äste fächerf. verzweigt, bis 3 mm br., kantenst. Blätt. breiter als die flächenst., mit abstehender Spitze (Fig. [996]). b) chamaecyparíssias A. Br., Pfl. graugrün, d. nicht sporentrag. Äste dicht büschel., 1½ mm br., kantenst. Blätt. nicht breiter als die flächenst., angedrückt (Fig. [997]).
Fig. 997.
— Äste alle rund; Blätt. spiralig angeordnet, an den aufrechten Ästen in ein langes Borstenhaar auslaufend; Blätt. der Sporenähre eif., mit langer, farbloser Borste; Ährchen zu 2–3 (Fig. [998]). 7. 8. Heiden, Nadelwälder, verbreitet
Kolben-B., L. clavátum L.
Fig. 998.
115. Familie. Selaginelláceae, Mooskrautgewächse.
1. Selaginélla Spring, Mooskraut.
Blätt. spiralig angeordnet, gleich gestaltet, spitz, entfernt fransig gezähnt, dunkelgrün. 7. 8. Grasige, steinige Abhänge höherer Gebirge, sehr selten in der Ebene (Oberbayern)
Gezähntes M., S. selaginoídes Link
Blätt. 4reihig, paarweise ungleich, die seitl. wagerecht abstehend, die oberen kleiner, anliegend, alle ganzrand., glänzend grasgrün. 6–8. Alpen, Oberbayern, Fichtelgebirge, Schlesien (Jägerndorf, Troppau).
Schweizer M., S. helvética Link
116. Familie. Isoëtáceae, Brachsenkrautgewächse.
1. Isoëtes L., Brachsenkraut.
Blätt. dunkelgr., steif, kurz zugespitzt; Großsporen[63] dicht mit kleinen Höckern besetzt, selten fast glatt. 6–9. Auf dem Grunde von Seen und Teichen, sehr zerstr.
Sumpf-Br., I. lacústris L.
Blätt. hellgrün, biegsam, allmählich fein zugespitzt; Großsporen dicht mit dünnen, sehr zerbrechl. Stacheln besetzt. 7–9. Wie vor. In Westpreußen, Pommern, Holstein (Lockstedt), Schwarzwald
Stachelsporiges B., I. echinóspora Durieu
3. Klasse. Equisétinae, Schachtelhalme.
117. Familie. Equisetáceae, Schachtelhalmgewächse.
1. Equisétum L., Schachtelhalm.
1. Fruchtbare[64] und unfruchtbare Stengel gleich gestaltet, zu gleicher Zeit erscheinend, stets grün
5
— Fruchtbare und unfruchtbare Stengel verschieden gestaltet, erstere anfangs nicht grün
2
2. Pfl. zuerst (Frühjahr) bleiche, astlose, bald welkende fruchtbare und erst später grüne, verzweigte, unfruchtbare Stengel entwickelnd
4
— Pfl. zu gleicher Zeit mit fruchtbaren und unfruchtbaren Stengeln, erstere anfangs meist bleich, astlos, später grün und verzweigt
3
3. Scheiden der fruchtbaren Stengel groß (bis 2,5 cm l.), glockig, in der oberen Hälfte rotbraun, mit 3–6 stumpfen, rötl. od. bräunl. Zähnen; Äste des unfruchtbaren Stengels lang, dünn, 2mal quirlig verzweigt. 5. 6. Schattige Wälder, nicht selten
Wald-Sch., E. silváticum L.
— Scheiden der fruchtbaren Stengel trichterf., bläulichgrün, mit 12–20 spitzen, breit lanzettl. Zähnen; Äste der unfruchtbaren Stengel meist nicht verzweigt, graugrün. 5. 6. Wie vor., sehr zerstr.
Wiesen-Sch., E. praténse Ehrh.
4. Scheiden der fruchtbaren Stengel sehr genähert (teilweise zusammenstoßend), becherf., mit 20–40 haarfein zugespitzten Zähnen; unfruchtbare Stengel weiß, bis fingerdick, bis 150 cm hoch, ungefurcht; Äste meist unverzweigt, gefurcht. 4. 5. Feuchter Boden, Waldsümpfe, sehr zerstr. (E. telmatéja Ehrh.)
Riesen-Sch., E. máximum Lamarck
— Scheiden der fruchtbaren Stengel stets entfernt, mit 6–19 schwarzbraunen Zähnen; unfruchtbare Stengel grün, bis 3 mm dick und bis 50 cm hoch, gefurcht, Äste meist verzweigt. 3. 4. Äcker, Wege, gemein
Acker-Sch., E. arvénse L.
5. Sporenähre spitz; Stengel meist rauh und hart
7
— Sporenähre stumpf, bis zur Spitze mit »Sporenblätt.« besetzt; Stengel glatt od. etwas rauh
6
6. Stengel gefurcht, dünn (bis 4 mm dick), meist verzweigt, nebst den Ästen etwas rauh; Scheiden grün, mit 4–12 breit-weißhäutig berandeten Zähnen. 5. 6. Sumpfwiesen, Ufer, häufig
Sumpf-Sch., E. palústre L.
— Stengel ungefurcht, bis 8 mm dick, seltener verzweigt, sehr glatt; Scheiden glänzend grün, mit 10–30 schwarzen, sehr schmal häutig berandeten Zähnen. 5. 6. Gräben, Teiche, Sümpfe, meist gemein (E. limósum Willd.)
Teich-Sch., E. heleócharis Ehrh.
7. Stengel mit 6–16 gewölbten (nicht kantigen) Rippen, meist ästig, nicht sehr hart, überwinternd; Rippen mit Querbändern; Scheiden oberwärts erweitert, grün, unter den Zähnen mit deutlich 1–3furchigen Rippen; Zähne mit stehenbleibendem, 2eckigem, schwarzbraunem, meist weißberandetem Grundteil und langer, pfriemenf., weißer, zuletzt meist abfallender Spitze. 7. 8. Sandboden. Selten, meist nur an den Hauptströmen, fehlt im Nordwesten
Ästiger Sch., E. ramosíssimum Desfontaines
— Stengel mit kantigen Rippen, meist astlos, meist überwinternd
8
8. Rippen des Stengels flach od. mit wenig vertiefter Längsrinne, 15–25; Stengel sehr rauh; Scheiden eng anliegend, mit flachen od. undeutlich gefurchten Rippen, weiß od. rot, am Grunde und am Saum mit schwarzer Querbinde; Zähne schwarzbraun, weiß berandet, meist früh abfallend, und einen stumpf gekerbten Rand zurücklassend (Fig. [999]). (Ändert ab: var. mōōrii Aschs., Scheiden oberwärts abstehend; Zähne besonders an den ob. Scheiden bleibend; Stengel nicht überwinternd, mit 8–18 Rippen.) 7. 8. Wälder, sandige Abhänge, zerstr.
Winter-Sch., E. hiemále L.
Fig. 999.
— Rippen des Stengels mit deutlicher Längsrinne; Zähne bleibend od. nur die Spitze abfallend
9
9. Scheiden oberwärts glockig erweitert, am Saum mit schwarzer Querbinde, ihre Zähne mit 3eckigem Grunde und später abfallender, fadenf. Spitze; Stengel dünn (Fig. [1000a]), oft niederliegend, mit 4–12 Rippen. 7. 8. Sandige Orte, sehr selten
Bunter Sch., E. variegátum Schleicher
Fig. 1000.
— Scheiden eng anliegend, meist ganz schwarz, ihre Röhre mit 3furchigen Rippen, deren Mittelfurche sich auf die Zähne fortsetzt (Fig. [1000b]); Zähne meist sehr lange bleibend; Stengel sehr rauh, mit 7–14 Rippen. 4–8. Nur am Rhein von Straßburg bis Mainz
Rauher Sch., E. trachýodon Schleicher
Bastard; E. arvense × heleocharis (E. litorále Kühlewein).