Herodes

Still! Was kreischest du denn immer? Du kreischest wie ein Raubvogel. Du mußt nicht so kreischen. Deine Stimme peinigt mich. Still, sag ich dir!... Salome, bedenke, was du tun willst. Es kann sein, daß der Mann von Gott gesandt ist. Er ist ein heiliger Mann. Der Finger Gottes hat ihn berührt. Gott hat schreckliche Worte in seinen Mund gelegt. Im Palast wie in der Wüste ist immer Gott bei ihm... Es kann wenigstens sein, daß er bei ihm ist. Man kann es nicht sagen, aber es ist möglich, daß Gott bei ihm ist und ihm beisteht. Wenn er daher stirbt, kann mich vielleicht ein Unheil treffen. Er hat wirklich gesagt, an dem Tage, da er stirbt, wird irgend jemanden Unheil treffen. Wen sollte es treffen, wenn nicht mich? Denk daran, ich trat in Blut, als ich hierher kam. Und hörte ich nicht auch in der Luft ein Rauschen von Flügeln, ein Rauschen von ungeheuren Flügeln? Das sind schlimme Zeichen. Und es war noch anderes da. Ich bin sicher, es war noch anderes da, ich habe es nur nicht gesehen. Du möchtest nicht, daß mich ein Unheil trifft, Salome? Hör jetzt auf mich.