Hülsenfrüchte.
- No. 8. Phaseolus vulgaris L. Varietätengruppe subcompressus. 6 Varietäten die erst in der Kultur sicher bestimmt werden können. Eine davon ist neu. West-Ussui, August.
- No. 2. Phaseolus vulgaris L. var. Varietätengruppe subcompressus. Schweinfurth stellt sie zur Varietätengruppe ellipticus. Die eine von den zweien stellt er allerdings in die Mitte zwischen beiden Varietätengruppen. Beide sind auch bei No. 8. Uyogoma, West-Ussui, August.
- No. 34. Phaseolus Mungo. Urambo, Oktober.
- No. 1. Phaseolus lunatus var. microspermus Schweinf. Uyogoma, West-Ussui, August.
- No. 3. Vigna sinensis. Urundi, Randberge des Tanganyika, Oktober.
- No. 4. " " Ussui, 25. August.
- No. 9. " " Katoto.
- No. 5. Pisum sativum L. var. vulgatum Kcke. S.W.-Urundi, unweit der Quelle des Kagera-Nil. Es ist die auch in Deutschland gewöhnlich gebaute Erbse. Jedoch haben wir sehr viele Sorten dieser Varietät, die sich durch verschiedene Reifezeit, Grösse u. s. w. unterscheiden.
[[←]] III. Ueber die Molluskenfauna Centralafrikas.
Von Dr. Rudolf Sturany, Wien.
[Mit Tafel XXIV und XXV.]
Dr. Oscar Baumann hat auf seiner letzten Reise eine Anzahl Schnecken- und Muschelschalen gesammelt, welche hauptsächlich dem Tanganyika-, Victoria- und Manyara-See entstammen und über welche im Folgenden durch namentliche Aufzählung der Arten eingehend berichtet werden soll.
Bei der Durchsicht und dem Studium der sehr umfangreichen Literatur[27], welche ich zu Rathe ziehen musste, um die Bestimmungen durchführen zu können, ward mir bald klar, dass die Fauna des centralen Afrika trotz der wiederholten Aufsammlungen, die dort durch Reisende gemacht worden sind, noch immer unzulänglich bekannt ist; denn schon in der relativ geringen Ausbeute Dr. Baumann's befinden sich Formen, welche von den bisher bekannten Arten so abweichen, dass sie sich mit keiner von diesen gut vereinigen lassen. Ich halte es daher auch für gerathen, diese Formen besonders hervorzuheben, jedoch, — da sie meist nur in so geringer Anzahl vorliegen, dass strikte Diagnosen für diese vermuthlich neuen Arten nicht zu geben sind, — vorläufig bloss in der Weise, dass ich jede derselben unter ihrem unschwer festzustellenden Genus-Namen und einem hintangesetzten nov. sp.? anführe und abbilde; im Texte füge ich bloss noch Maassangaben bei und meine Ansicht über die Verwandtschaft der betreffenden Form. Sieht sich dann einmal ein Fachmann, der über ein grösseres Vergleichsmaterial verfügt, genöthigt, die von mir hier bekannt gegebenen »neuen« Formen aus guten Gründen (z. B. weil Uebergänge gefunden wurden u. dgl.) zu früher schon beschriebenen Arten einzuziehen, so wird mir damit nur die willkommene Aufklärung zu Theil. Die beigegebenen Abbildungen werden aber wohl auch dann noch ihren Werth zumindest für die Orientirung behalten.
Wo mir die Zugehörigkeit zu einer bereits bekannten Art über allen Zweifel erhaben schien, habe ich Abbildungen vermieden; im Uebrigen aber wurde mit Illustrationen nicht gespart, weil ich solche für das wichtigste Moment bei derartigen Publikationen halte.
[[←]] I. Formen aus dem Tanganyika-See.
Nachdem Bourguignat[51] im Jahre 1889 nicht weniger als 271 Arten aus dem Tanganyika-See aufgezählt und in seiner Iconographie[48] und Histoire malacologique[56] eine grosse Anzahl vorzüglicher Abbildungen und genauester Beschreibungen gegeben hat, musste ich der Meinung sein, dass sich die von Dr. Baumann am Nordende des Sees gesammelten Conchylien — es sind dies nicht viele Arten — unter Zuhilfenahme der obigen Hauptwerke mit Leichtigkeit bestimmen lassen würden, und dies umsomehr, als die zahlreichen Aufsammlungen, die im Laufe der Jahre im Tanganyika-See von Reisenden und Missionären (Speke, Thomson, E. Coode Hore, Dr. Kirk, Damon, Dr. Böhm, V. Giraud, L. Joubert, Guillemé, Leroy, Hauttecœur u. A.) gemacht worden sind, die Vermuthung gerechtfertigt erscheinen liessen, dass wenigstens alle an den Ufern des Sees vorkommenden (auffindbaren) Formen bekannt sind. Indess gelang es mir bei den Repräsentanten der Gattungen Rumella und Grandidieria nicht, sie mit voller Gewissheit mit schon beschriebenen Arten zu identificiren, obwohl sie mit mancher derselben grosse Aehnlichkeit besitzen. Die Schuld an diesem Umstande liegt wohl — abgesehen von dem Formenreichthum der Fauna und deren noch immer nicht erschöpften Erforschung — auch in dem Verfahren Bourguignat's, der, wie fast allgemein zugegeben wird, in jeder Localform (Varietät) eine neue Art vermuthet und beschrieben hat und dadurch den Determinator neuen Materiales förmlich zwingt, jede wenn auch schwach abweichende Form, und wenn sie auch mit dieser oder jener der bereits aufgestellten sogenannten Arten unstreitig nahe verwandt ist, wieder zu isoliren. Ich bin auch überzeugt, dass Bourguignat, wenn er noch lebte, die von mir hier abgebildeten Formen von Rumella und Grandidieria ohne Zögern als unbedingt neue Species beschreiben würde.
Die in diesem Kapitel nunmehr aufzuführenden 12 Arten hat Dr. Baumann sämmtlich am Nordende des Tanganyika-Sees, östlich von der Russisi-Mündung, gesammelt.
Planorbis Sudanicus v. Martens.
- 1870. Planorbis Sudanicus sp. n. v. Martens[15] Mal. Bl. S. 35.
- 1871. " " Martens in Pfeiffer's novit. conchol. (IV) S. 23, Taf. 114, Fig. 6-9.
- 1874. " " Jickeli[19] S. 215.
- 1874. " " v. Martens[20] Mal. Bl. S. 41.
- 1880. " " Smith[27] P. Z. S. p. 349.
- 1881. " " Crosse[29] J. d. Conch. p. 109.
- 1881. " " Crosse[30] J. d. Conch. p. 278.
- 1881. " " Smith[31] P. Z. S. p. 294.
- 1888. " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 1, Fig. 13-15.
- 1890. " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 15.
Von dieser Art liegen mir einige Exemplare vor, welche in der Grösse, wie folgt, verschieden sind:
| Höhe | 5,0 | 4,2 | 4,6 | 4,0 | |
| Durchmesser | 16,5 | 16,0 | 13,3 | 13,0 | mm u. s. w. |
| Anzahl | der Windungen 5½ bis 6. | ||||
Hier kann ich die Bemerkung nicht unterlassen, dass die Art Planorbis tanganikanus Bourg. (Iconogr.[48] pl. 1 Fig. 16-17 und Hist. mal.[56] p. 16) wohl zu der älteren Pl. Sudanicus v. Martens eingezogen werden könnte, da sie von dieser kaum zu unterscheiden ist.
Neothauma Tanganikanum Grand.
- 1880. Neothauma Tanganyicense Smith[27] P. Z. S. p. 349, pl. 31, Fig. 7a.
- 1881. " " Smith[31] P. Z. S. p. 293.
- 1883. " " E. Smith, v. Martens[33] S. 71 u. 72.
- 1885. " Tanganikanum Grandidier[38] p. 163.
- 1885. " " Grand. Bourguignat[39] p. 26.
- 1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 2. Fig. 1.
- 1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 26.
Bekanntlich hat Grandidier[38] die Smith'sche Art Tanganyicense[27] in Tanganikanum umgetauft und sie von Crosse's Tanganyicense (op. c. [29] J. d. Conch. p. 112 pl. 4. Fig. 1-1a und op. c. [30] J. d. Conch. p. 281) getrennt, welch' letzterer er, um Verwechselungen zu verhüten, den Speciesnamen Bridouxianum gab. Da nun die von Dr. O. Baumann am Nordende des Tanganyika-Sees ziemlich zahlreich gesammelten Exemplare fast durchgehends mehr mit der ersteren Form übereinstimmen, so habe ich den Grandidier'schen Namen für die Aufschrift gewählt; im Uebrigen theile ich die von E. Smith in einer jüngeren Schrift[52] ausgesprochene Ansicht, dass nämlich die von Bourguignat[51, 48, 56] unterschiedenen 8 Neothauma-Arten nur Varietäten einer einzigen guten Art sind.
Ampullaria ovata Oliv.
- 1804. Ampullaria ovata Olivier[1] Voyage emp. ottom. III. p. 39, Atlas pl. 31, Fig. 1.
- 1851. " " Oliv. Philippi, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 49, Taf. 14, Fig. 5.
- 1856. " " " Reeve, Monogr. pl. 14, Fig. 64.
- 1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. 1863, p. 79, pl. 10, Fig. 11.
- 1866. " " " Martens[10] Mal. Bl. XIII. p. 1.
- 1868. Ampullaria ovata Oliv. Morelet[14] p. 39, 40, 46, 94, pl. 9, Fig. 10.
- 1874. " " " Jickeli[19] S. 230.
- 1881. " " " Crosse[29] J. de Conch. p. 110.
- 1881. " " " Crosse[30] J. de Conch. p. 280.
- 1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 6, Fig. 1.
- 1889. " " " Bourguignat[50] p. 168.
- 1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 74.
- 1851. Ampullaria Kordofana Parreyss, Philippi, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 44, Taf. 13, Fig. 1.
- 1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. p. 78, pl. 11, Fig. 12, 13.
- 1868. " " " Morelet[14] p. 40.
- 1874. Ampullaria ovata Oliv. var. Kordofana Parr., v. Martens[20] p. 42.
- 1880. Ampullaria Kordofana Parr. = ovata Oliv., Smith[27] P. Z. S. p. 348.
- 1851. Ampullaria lucida Parr. Philippi, Monogr. (Conch. Cab. I. 20) S. 45, Taf. 13, Fig. 2 u. Taf. 14, Fig. 4.
- 1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 80.
- 1863. Ampullaria Raymondi, Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 76, pl. 9, Fig. 4.
Unter den Exemplaren vom Nordende des Sees befindet sich sowohl die schlankere, dem Typus der ovata Oliv. entsprechende Form als auch die mehr aufgeblasene, welche sich auf die vormals als Art betrachtete Kordofana Parr. bezieht.
Die Messungen ergaben:
| für | die | Höhe | der | Schale | 63 | 55 | 51 | 50½ | |
| " | " | Breite | " | " | 55 | 44 | 46 | 40½ | |
| " | " | Höhe | der | Mündung | 48 | 40 | 41 | 32 | |
| " | " | Breite | " | " | 33 | 28 | 28 | 27 | mm u. s. w. |
Paramelania nassa Woodw.
- 1859. Melania (Melanella) nassa. sp. n. Woodward[5] P. Z. S. p. 349, pl. 47, Fig. 4.
- 1860. Melania nassa Woodw., Reeve, Monogr. Melania pl. 32, Fig. 216.
- 1874. " " " Brot, Monogr. Melanidae (Conch. Cab. I. 24) S. 52, Taf. 6, Fig. 7.
- 1880. Melania (Melanella) nassa Woodw., Smith[27] P. Z. S. p. 348.
- 1881. Melania nassa Woodw., Crosse[29] p. 113, pl. IV., Fig. 3, 3a.
- 1881. Melania (Melanella) nassa Woodw., Smith[31] P. S. Z. p. 292, pl. 34, Fig. 26-26b.
- 1881. Paramelania (subg. nov.) nassa Woodw., Smith[32] P. Z. S. p. 559-561.
- 1881. Melania (Paramelania) nassa Woodw., Crosse[30] J. d. Conch. p. 284.
- 1885. Paramelania nassa Bourg., Bourguignat[39] p. 76.
- 1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 16, Fig. 7-8.
- 1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 227.
Dr. Baumann hat von dieser Art am Nordende des Sees bloss ein Exemplar gefunden (Höhe 13, Breite 8½ mm).
Rumella nov. sp.?
Fig. 19, 24.
Den Namen Rumella hat Bourguignat einer im Tanganyika-See vorkommenden Gattung gegeben, welche grosse Aehnlichkeit mit der im Meere lebenden Gattung Ruma (Natica) hat. Die verschiedenen Arten, 6 an der Zahl, hat Bourguignat in seiner Iconographie[48] abgebildet und in der Histoire malacologique[56] ausführlich beschrieben. Ein paar Dutzend leider zumeist schlecht erhaltener Repräsentanten dieses interessanten Genus, welche Dr. Baumann fand, weichen von den bekannten Arten unbedeutend, aber doch so ab, dass ich sie mit ruhigem Gewissen zu keiner derselben rechnen kann. Ich lasse vor Allem die Abbildungen sprechen (Fig. 19, 24), welche man mit den Bourguignat'schen vergleichen möge, und füge nur hinzu: Die Exemplare sind von blassgelber, gelbbrauner oder braungrauer Farbe; die Epidermis ist zumeist abgerieben, und nur wo dies nicht der Fall ist, werden 8-10, selten noch mehr orangerothe Längsstreifen sichtbar, welche parallel zu einander laufen. Diese sind dann entweder in gleichen Zwischenräumen von einander entfernt, oder es treten mehrere feinere zusammen, oder es wechseln dickere und dünnere, gröbere und feinere, mit einander ab. Die Anzahl der Umdrehungen ist 4-4½, die Naht schneidet tief ein.
Die Grösse ist sehr variabel, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Höhe des | Gehäuses | 6,3 | 6,1 | 6,6 | 6,6 | 6,3 | |
| Breite " | " | 5,0 | 5,0 | 5,1 | 5,1 | 5,0 | |
| Höhe der | Mündung | 5,1 | 5,1 | 5,5 | 5,1 | 5,0 | |
| Breite " | " (incl. Callus) | 4,6 | 4,6 | 4,0 | 4,5 | 4,0 | mm u. s. w. |
Das Gehäuse ist durchwegs schlanker, d. h. schmäler und dabei etwas höher, als bei Rumella globosa Bourg. (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 20-22 und Hist. mal.[56] p. 250).
Von Rumella Giraudi Bourg.[39] p. 90 (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 35-37 und Hist. mal.[45] p. 253), mit der die mir vorliegenden Exemplare viel Aehnlichkeit hätten, sind sie durch den feinen, nicht abgestumpften Apex unterschieden.
Genus Grandidieria.
Diese Lamellibranchiaten-Gattung ist im J. 1885 von Bourguignat[37] aufgestellt worden und zugleich hat der Autor sehr treffende Merkmale zur Unterscheidung von den Unioniden und Sphaeriiden angegeben. Im Jahre 1889 gibt Bourguignat[51] schon ein Verzeichniss von 23 Grandidieria-Arten, wovon freilich mehrere auf früher irrthümlich als Unio-Arten beschriebene Muscheln zurückzuführen sind.
Dr. O. Baumann nun hat mir vom Nordende des Sees eine bunte Mischung einzelner Grandidieria-Schalen (sozusagen halbe Exemplare) übergeben, welche in der Farbe[28], Grösse und Form so verschieden sind, dass es mir eine saure Arbeit schien, eine strikte Determination vorzunehmen, indem sich auch hier wieder der Gedanke aufdrängte, dass viele der Bourguignat'schen Arten durch Uebergänge mit einander verbunden sind.
In dieser Auflese Baumann's sind vertreten:
Grandidieria rotundata Bourg.
- 1885. Bourguignat[39] p. 98.
Grandidieria insignis Ancey.
- 1885. Bourguignat[41] p. 16.
Grandidieria Smithi Bourg.
- 1881. Unio Burtoni (non Woodward), Smith[31] P. Z. S. pl. 34. Fig. 33a.
- 1885. Grandidieria Smithi, Bourguignat[37] p. 7.
Grandidieria Tanganikana Bourg.
- 1880. Unio Tanganyicensis, Smith[27] P. Z. S. p. 351. pl. 31. Fig. 9, 9a.
- 1881. " " Crosse[29] J. de Conch. p. 154.
- 1881. " " Smith, Smith[31] P. Z. S. p. 298. pl. 34. Fig. 35.
- 1881. " " " Crosse[30] J. de Conch. p. 293.
- 1883. " " " v. Martens[33] p. 72.
- 1885. Grandidieria Tanganikana Bourg., Bourguignat[37] p. 7.
- 1885. " " " Bourguignat[29] p. 102.
Einige Schalen, auffallend durch besondere Gestalt oder Grösse, lassen sich mit keiner beschriebenen Art vereinigen, z. B. eine aussen blaugraue, innen perlmutterartig glänzende linke Schale, 28 mm lang, 18½ mm hoch und (in der Hälfte) 9 mm tief. Diese ist auffallend stark gewölbt und zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Wirbel nach vorne gerückt ist. Ich habe sie in Fig. 31 und 35 als Grandidieria nov. sp.? abgebildet.
Fig. 18 und 28 stellt das grösste Exemplar dar; diese (linke) Schale ist 33 mm lang, 24 mm hoch und 8½ mm tief, sie dürfte verwandt sein mit der schon oben angeführten Grandidieria insignis Ancey.
Cameronia Spekei (Woodw.) Bourg.
- 1859. Iridina (Pleiodon) Spekii n. sp., Woodward[5] P. Z. S. p. 448, pl. 47, Fig. 2.
- 1866. Pleiodon Spekii Woodw., Reeve, Monogr. Pleiodon, pl. 1, Fig. 2.
- 1876. Iridina Spekii Woodw., Küster-Clessin, Monogr. Anodonta etc. (Conch. Cab. IX, 1). S. 232, Taf. 70, Fig. 1.
- 1880. Pleiodon Spekii Woodw., Smith, [27] P. Z. S. p. 350.
- 1879. Cameronia Spekii, Bourguignat[24] p. 43.
- 1881. Pleiodon (Cameronia) Spekei Woodw., Crosse[29] p. 130.
- 1881. " " " " Crosse[30] p. 291.
- 1881. Pleiodon Spekei Woodw., Smith[31] P. Z. S. p. 296, pl. 34, Fig. 31, 31a.
- 1883. " " " v. Martens[33] p. 71.
- 1883. Cameronia Spekei, Bourguignat[34] p. 19.
- 1885. " " Bourguignat[39] p. 106.
- 1886. " " Bourguignat[42] p. 67.
Die alte Woodward'sche Iridina (Pleiodon) Spekii ist im Jahre 1879 von Bourguignat[24] als erster Vertreter einer neuen Gattung, genannt Cameronia, aufgestellt worden. Zu dieser Art gehören zweifellos ein vollständig erhaltenes und ein zertrümmertes Exemplar aus der Kollection Dr. Baumann's. Ersteres ist 118 mm lang, 54 mm hoch und 34½ mm dick.
Ein drittes Exemplar vom Nordende des Tanganyika-Sees stimmt überein mit
Cameronia admirabilis Bourg.
- 1886. Cameronia admirabilis, Bourguignat [42] p. 69.
- 1888. " " Bourguignat [48] Iconogr. pl. 34, Fig. 1.
Dies ist eine der 26 Arten, welche Bourguignat späterhin unterschied [42].
Das mir vorliegende Exemplar misst 140 mm in der Länge, 62½ mm in der Höhe und 48 mm in der Breite (Dicke). Die Epidermis ist stark abgerieben.
[[←]] II. Zur Fauna des Nilquellgebietes und hauptsächlich des Victoria-Sees.
Im Folgenden sind die Mollusken aufgezählt, welche Dr. O. Baumann im Kagera-Nilquellgebiete, im Grumeti-Bach und in den Bächen von Ngoroïne (d. s. östliche Zuflüsse des Victoria-Sees), sowie im Victoria-See selbst aufgefunden hat.
Das Material, welches im Laufe der letzten 3 Decennien von verdienstvollen Forschern wie Speke, Hauttecœur, Guillemé, Leroy, Dr. Fischer, Dr. Emin Pascha, Dr. Stuhlmann, Hannington, Gordon u. A. im Victoria-See gesammelt worden ist, wurde in einer Reihe von Abhandlungen nach und nach bekannt gemacht. [8, 25, 34, 38, 41, 46, 54, 58, 62].
Zuletzt hat E. Smith [65, 66] die Molluskenfauna dieses grossen Wasserbeckens zusammengestellt und unter kritischer Ausscheidung derjenigen Formen, deren Vorkommen im See wegen unverlässlicher Fundortsangaben zweifelhaft erschien (Koll. Speke [8]), im Ganzen 37 Arten angeführt. Hierzu kommen aber noch zwei von diesem Autor übersehene, von Dr. von Martens [54] beschriebene Arten, Paludina constricta und Spatha subaequilatera, und nun — nach Durchsicht des Baumann'schen Materiales — möchte ich dem Verzeichnisse noch drei Arten hinzufügen: 1) die Corbicula pusilla Phil. (s. unten!), 2) eine vermuthlich neue Mutela-Art (s. unten!) und 3) die alte Olivier'sche Paludina unicolor, welche sich in einer Varietät im Kagera-Nilquellgebiete findet und in jungen Exemplaren (?) auch aus dem Victoria-See selbst von Dr. Baumann gebracht wurde (Abbildung und Beschreibung der letzteren siehe unten!). Dohrn [8] hat zwar Anno 1864 Paludina unicolor Oliv. vom Victoria-See angeführt, Smith aber lässt in seinem Verzeichnisse diese Art absichtlich — aus dem oben genannten Grunde — aus.
Die Muscheln aus Ngoroïne und dem Grumetibache sind neue Spatha-Arten.
Paludina victoriae Smith.
Fig. 5.
- 1890. Paludina sp. n., Smith [58] Ann. Mag. p. 149.
- 1892. Viviparus victoriae, Smith [65] Ann. Mag. p. 124. pl. 12. fig. 8-10.
Das einzige mir vorliegende, vollständig gebleichte, in der Mündung etwas mangelhafte Exemplar aus dem Victoria-See misst 24,2 mm in der Höhe, 15,5 mm in der Breite. Die Mündung ist 10 mm hoch, 9 mm breit. Die Grössenverhältnisse würden also zu der von E. v. Martens beschriebenen Paludina constricta ([54] S. 56, Taf. 41, Fig. 7) auffallend stimmen, und auch Gestalt und Skulptur sind annähernd so, wie sie Prof. v. Martens in seiner Diagnose angiebt. Da aber der über der Naht stehende und bis zur Mündung reichende Kiel auffallend stark entwickelt ist und vortritt, und ferner über diesem, etwa in der Mitte des Umganges, ein zweiter, aber zarter Kielstreifen läuft, sehe ich mich veranlasst, das Baumann'sche Exemplar zu Smith's Viviparus victoriae zu rechnen und zwar speciell auf die in Smith's Abhandlung [65] in Fig. 10 abgebildete var. a zu beziehen, obwohl dieses Exemplar bedeutend niedriger ist. Sollte sich einmal herausstellen, dass die Arten victoriae und constricta zusammenfallen, so hätte der Martens'sche Name das Prioritätsrecht. Nahe verwandt damit scheinen mir auch die von E. v. Martens beschriebenen, aber noch nicht abgebildeten Arten phtinotropis und trochlearis zu sein (siehe Martens [62] S. 17-18).
Paludina (?) rubicunda v. Martens
Fig. 2, 3, 4.
- 1879. Paludina rubicunda n. sp. Martens [25] S. 104.
- 1888. Paludina unicolor var. Smith [47] P. Z. S. p. 53.
- 1892. Viviparus rubicunda Martens, Smith [65] P. Z. S. p. 123, pl. 12, Fig. 3.
Die 4 Exemplare, welche Dr. Baumann im Victoria-See gesammelt hat, und wovon hier die 3 grössten abgebildet sind, zeigen sehr verschiedene Proportionen, wie die folgende Uebersicht ergibt.
| Höhe des Gehäuses | 28,0 | 26,0 | 22,0 | 19,7 | |
| Breite des Gehäuses | 18,5 | 16,6 | 14,3 | 13,3 | |
| Höhe der Mündung | 12,7 | 10,4 | 10,0 | 10,4 | |
| Breite der Mündung | 10,0 | 9,0 | 8,2 | 8,2 | mm |
Durch das Fehlen jedweder Kante an den Umgängen des Gehäuses ist die Zugehörigkeit der Exemplare zu P. rubicunda sehr wahrscheinlich; aber auch der Paludina Abyssinica von Martens (siehe [10] Mal. Bl. XIII. S. 97, Taf. 3, Fig. 7) stehen sie nahe.
Paludina unicolor Oliv. (juv?)
Fig. 8, 9.
cf.
- 1804-1812. Cyclostoma unicolor, Olivier [1] Voyage emp. ott. II. p. 39, Ausg. 8° III p. 68, Atlas II. pl. 31, Fig. 9.
- 1852. Paludina unicolor, Olivier, Küster, Monogr. Paludina etc. (Conch. Cab. I. 21.) S. 21, Taf. 4, Fig. 12, 13.
- 1852. Paludina biangulata, Küster, Monogr. Paludina etc. (Conch. Cab. I. 21) S. 25, Taf. 5, Fig. 11, 12.
- 1865-1866. Paludina unicolor Oliv., Martens [10] Mal. Bl. XII. S. 202 und XIII. S. 97.
- 1874. Vivipara unicolor, Oliv., Jickeli [19] S. 235. Taf. 7. Fig. 30.
- 1883. Vivipara unicolor, Oliv., Bourguignat [35] p. 130
etc. etc.
TAFEL XXIV
Unter diesem Namen führe ich fünf Exemplare aus dem Victoria-See an, welche mir bei der Bestimmung besondere Schwierigkeiten bereiteten. Ihre Dimensionen sind die folgenden:
| Höhe des | Gehäuses | 18,1 | 12,6 | 14,5 | 14,2 | 12,6 | |
| Breite " | " | 13,2 | 10,0 | 11,1 | 11,1 | 10,1 | |
| Höhe der | Mündung | 9,3 | 7,0 | 8,3 | 7,7 | 7,3 | |
| Breite " | " | 7,3 | 5,7 | 6,3 | 6,0 | 5,7 | mm. |
| (Fig. 9) | (Fig. 8) |
Anfangs glaubte ich vermuthen zu müssen, dass E. v. Martens solche Exemplare wie diese vorgelegen sein mögen, als er Paludina capillata Frnfld. aus dem Victoria-See anführte (siehe [25] S. 104 »nur junge Exemplare mit zwei deutlichen Kanten«), aber ich kam bald von dieser Idee ab, indem ich fand, dass die Frauenfeld'sche Abbildung der Vivipara capillata aus dem Nyassa-See ([9], S. 533. Taf. 22) gar zu wenig auf die mir vorliegenden Exemplare passt; und zweitens sind nach Smith's Auslegung ([65] P. Z. S. p. 124) die Martens'schen jungen capillata-Exemplare zu victoriae Smith zu ziehen — und also müsste es auch mit den hier zu besprechenden Exemplaren geschehen, was mir aber wenig plausibel erscheint.
Viviparus jucundus Smith ([65] p. 124. pl. 12. Fig. 6) steht in der Abbildung wie in der angegebenen Grösse unseren Exemplaren sehr nahe, in der sonstigen Beschreibung jedoch wieder nicht. Mit der Küster'schen Art biangulata (Küster, Monogr. Paludina im Conch. Cab. I, 21. S. 25. Taf. 5. Fig. 11, 12) aber, welche von E. v. Martens ([10] Mal. Bl. XII. S. 203) für unicolor juv. erklärt worden ist, haben die von Dr. Baumann gesammelten Stücke unverkennbare Aehnlichkeit.
Paludina unicolor Oliv., nov. var?
Fig. 16, 27.
Dr. Baumann sammelte im Kagera-Nilquellgebiete 6 Stück einer zweifellos mit unicolor Oliv. verwandten, daher von mir vorläufig als eine Varietät von dieser bezeichneten Paludina-Form. Die Gehäuse sind leider stark gebleicht, besitzen einen engen, schwach gedeckten Nabel und setzen sich aus 6½, durch eine tiefe Naht getrennten Windungen zusammen. An der Oberseite der Umgänge läuft ein Kiel und unter diesem Spuren von 1-2 Längsrippen; nur an den Embryonalwindungen sowie an dem letzten Umgange, also vor der Mündung, fehlen diese Merkmale. Am deutlichsten sind die Rippen an der vierten Windung (vom Apex an gerechnet), d. h. hier bemerkt man eine Anzahl parallel laufender Längsstreifen.
| Kleinstes und grösstes Ex. | ||||
| Höhe des | Gehäuses | 21,0 | 26,0 | |
| Breite " | " | 16,0 | 20,5 | |
| Höhe der | Mündung | 11,5 | 13,2 | |
| Breite " | " | 9,2 | 10,3 | mm. |
Ampullaria Gordoni Smith.
Fig. 33.
- 1892. Smith [66] Ann. Mag. p. 382.
In der hier citirten Abhandlung beschreibt E. Smith zwei Ampullarien-Arten aus dem Victoria-See; die eine (Amp. nyanzae) ist eine Riesenform, indem sie 115 mm misst, und wurde von Rev. E. Cyril Gordon am Südende des Victoria-Sees gefunden; die andere, ebenfalls von Gordon gesammelt, jedoch nur in einem Exemplar, ist bedeutend kleiner (54 mm hoch) und unterscheidet sich von jener durch einen engeren Nabel und die weitere Mündung. Zu dieser letzteren Art, der Ampullaria Gordoni, gehören vermuthlich die 11 leider schlecht erhaltenen Stücke, welche Dr. Baumann vom Victoria-See gebracht hat. Eines von diesen ist 56 mm hoch und 48 mm breit und seine Mündung 45 mm hoch und 29 mm breit, die übrigen variiren in der Höhe zwischen 31 und 44 mm, in der Breite zwischen 26 und 35 mm. Die Höhe der Mündung ist in der Regel ungefähr gleich der Breite des Gehäuses. Der Nabel ist zur Hälfte von der Spindel bedeckt, die Farbe des Gehäuses aussen dunkelolivgrün, innen purpurroth bis braunroth; hauptsächlich am letzten Umgange laufen aussen zahlreiche dunkle Spiralbänder, welche entweder scharf getrennt von einander sind oder zu breiteren Bändern zusammenfliessen; dieselben scheinen nach innen durch.
Melania tuberculata Müller var.
- 1879. Melania tuberculata Müller var., Martens [25] S. 104.
- 1883. " " Mllr., Bourguignat [34] p. 4.
- 1892. " " Mllr. var., Smith [65] P. Z. S. p. 123.
Von dieser aus dem Victoria-See schon lange bekannten und immer schlechtweg als var. bezeichneten Lokalform der kosmopolitischen Melania tuberculata Mllr. brachte Dr. Baumann 10 Exemplare.
Corbicula pusilla Phil.
- Cyrena pusilla Parr. in collect.
- 1847. " " " , Philippi [2] Bd. II, S. 78. Taf. 1, Fig. 7.
- 1848. " Africana var. β. albida, Krauss [3] S. 9.
- 1866. " pusilla, Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 15.
- " " Phil., Reeve, Monogr. Cyrena. pl. 12, Fig. 57a, b.
- 1874. Corbicula pusilla, Jickeli [19] S. 288. Taf. 11, Fig. 11, 12.
- 1879. " albida Krss., Clessin, Monogr. Cycladeen (Conch. Cab. IX, 3) S. 156. Taf. 27, Fig. 25-26.
Diese Art ist bisher im Victoria-See nicht konstatirt worden. Die Exemplare, welche von Dr. Baumann von dort gebracht wurden, sind jedoch so ähnlich den in Jickeli's grossem Werk abgebildeten und beschriebenen Exemplaren, dass ich die obige Bestimmung ruhig hier publicire. In der Grösse variiren sie, wie folgt:
| Breite | der | Schale | 6,3 | 7,6 | 8,1 | 8,0 | 9,7 | |
| Höhe | " | " | 6,0 | 7,0 | 7,4 | 7,2 | 9,0 | |
| Dicke | " | " | 4,1 | 4,8 | 5,0 | 4,9 | 6,2 | mm. |
Die Farbe der Schalen ist aussen hell- oder dunkelgelb, innen weiss bis schwach violett. Die Rippen sind deutlich, die Wirbel stets abgerieben.
Das Verfahren von Prof. Krauss [3], diese Art mit der folgenden unter dem Namen Africana zu vereinigen, hat zwar später keinen Anklang gefunden, ist aber doch empfehlenswerth. Dr. Baumann hat, wie es scheint, die beiden Formen an einer Stelle des Victoria-Sees gesammelt.
Corbicula radiata Phil.
- Cyrena radiata Parreyss in collect.
- 1847. " " " , Philippi [2] Bd. 2, S. 78. Taf. 1, Fig. 8.
- 1848. " Africana var α. olivacea, Krauss [3] S. 8. Taf. 1, Fig. 8.
- 1866. " radiata Phil., Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 15.
- " " juv., Reeve, Monogr. Cyrena, pl. 13, Fig. 47c.
- 1873. Corbicula radiata Phil., Jickeli [17] Mal. Bl. XX, S. 111.
- 1874. " " " Jickeli [19] S. 287. Taf. 11, Fig. 10.
- 1879. " " Parr., Clessin, Monogr. Cycladeen (Conch. Cab. IX, 3) S. 162. Taf. 28, Fig. 16-18.
- 1879. Corbicula radiata Phil., v. Martens [25] S. 105.
- 1890. " " Parr., Smith [58] p. 149.
- 1892. " " " Smith [65] p. 126.
Es liegen mir aus dem Victoria-See bloss einzelne stark gebleichte Schalen vor, welche ihre Zugehörigkeit zu Corb. radiata Phil. (Parr.) durch den rosig angehauchten Wirbel und ihre intensivere violette Färbung im Innern verrathen.
Grössenproportionen für
| linke Schalen | 10,9 | 12,1 | mm breit | ||
| 9,7 | 11,1 | mm hoch | |||
| und für rechte Schalen | 10,8 | 12,1 | 14,0 | 12,8 | mm breit |
| 9,7 | 10,4 | 12,3 | 11,7 | mm hoch. | |
Unio Edwarsianus Bourg.
- 1883. Bourguignat [34] p. 12, Fig. 7-9.
Dr. Baumann brachte ein einziges Exemplar dieser Art aus dem Victoria-See. Dasselbe ist 22,6 mm lang, 14,4 mm hoch und 11 mm dick.
Unio Hauttecœuri Bourg.
- 1883. Bourguignat [34] p. 3, Fig. 1-3.
Von dieser — ebenso wie die vorige — bloss im Victoria-See vorkommenden, also für ihn charakteristischen Art liegen nur 3 Stücke vor, wovon das grösste 28,5 mm in der Länge, 21,2 mm in der Breite und 15 mm in der Dicke misst.
Mutela nov. sp.?
Fig. 30, 34.
Die hier zu besprechende linke Schale aus dem Victoria-See vermochte ich mit keiner der bisher bekannt gewordenen Arten aus dem genus Mutela, in dessen Formenkreis sie jedenfalls zu gehören scheint, zu identificiren. Vielleicht aber fällt sie mit M. diaphana (Bourguignat in sched. 1875) zusammen, einer Art, die leider weder schon beschrieben, noch irgendwo abgebildet ist, nach Bourguignat aber im ganzen Lauf des Nil vorkommt (op. c. [34] p. 5).
Die Schale ist 62,6 mm lang, 26,5 mm hoch und 8,5 mm dick; in der Wirbelgegend ist sie stark abgerieben, die Farbe von dunkelbraungrün gegen den Hinterrand in ein helles kastanienbraun übergehend; Jahresringe ziemlich deutlich; Innenseite dunkel perlmutterglänzend; hinterer Muskeleindruck schärfer als der vordere. Das Schloss ist eine lange, scharfe Kante. Ueber die allgemeine Gestalt mögen die Figuren Aufklärung geben.
Spatha Baumanni n. sp.
Fig. 38.
Das Exemplar, welches ich mit diesem Namen belege, wurde von Dr. Baumann am 4. März 1892 im Grumeti-Bach, welcher von der Ostseite des Victoria-Sees her in diesen einmündet, gesammelt. Es ist 107 mm lang, 58 mm breit und 32 mm dick. Die Farbe ist rings um den stark abgewetzten, weisslichen Wirbel gelbbraun und geht nach dem Rande hin allmählich in ein kastanienbraun über; innen ist die Muschel schön rosenroth (rosa) gefärbt. Indem der Vorderrand abgerundet ist und der Dorsalrand in den Hinterrand ohne stark merklichen Winkel und ohne zuerst aufwärts zu ziehen, übergeht, ferner die Rundung auch nach unten schön geschlossen und der Unterrand nicht eingebogen ist, weicht diese Form von der Spatha Hartmanni v. Martens ab (vgl. Jickeli [19] S. 263, Taf. 8, Fig. 2; Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 10; Conch. Cab. IX. 1, S. 190, Taf. 61, Fig. 2, 3).
Nach einer brieflichen Mittheilung des Herrn Prof. E. von Martens ist die hier kurz beschriebene Spatha-Art und die folgende von den bisher bekannten Formen so verschieden, dass es gerechtfertigt erscheint, beide mit neuen Namen zu belehnen.
Spatha Martensi n. sp.
Fig. 39.
Aus einem der Bäche von Ngoroïne, ebenfalls einem östlichen Zuflusse des Victoria-Sees, stammt eine einzige rechte Schale, welche, wie die Abbildung bekräftigen möge, zwischen Spatha Caillaudii v. Martens[29] und Spatha Hartmanni v. Martens steht.
Sie misst 137 mm in der Länge, 77 mm in der Höhe und 21 mm in der Tiefe und fällt durch den stark ausgezogenen und nach abwärts gekrümmten Hinterrand auf. Der Wirbel ist stark ausgefressen und auch im Uebrigen die Aussenseite durch Eindrücke, die wahrscheinlich von den Eingeborenen herrühren, verunziert. Die Farbe ist dunkelbraun.
Aetheria elliptica Lam.
- 1880. Aetheria elliptica, Lam. Annales du Mus. vol. X, p. 401, pl. 29 und pl. 31, Fig. 1.
- 1825. " " Lam., Blainville, Man. Malacol. p. 543, pl. 70 bis Fig. 2.
- " " Lam., Sowerby, Conch. Icon. Fig. 1a, 1b.
- 1880. " " Lam., Smith[27] P. Z. S. p. 352.
- 1881. " " Lam., Crosse[29] J. de Conch. p. 136.
- 1881. " " Lam., Crosse[30] J. de Conch. p. 295.
- 1882. " " Lam., Smith[66] p. 381.
Smith schreibt in seiner jüngsten Abhandlung[66] p. 381: »In addition to the above species Mr. Gordon also obtained the Aetheria elliptica from the Nile and the Ripon Falls. This species was found at the southern part of Lake Victoria by the late Bishop Hannington« und stellt damit das Vorkommen dieser interessanten »Süsswasserauster« auch im Victoria-See fest. 3 Exemplare, welche Dr. Baumann von dort gebracht hat, bestätigen diese Angabe. Sie messen 8-9 cm in der Länge und 6-7 cm in der Höhe. Innen an der Perlmutterschicht bemerkt man zahlreiche, oft geplatzte Blasen. Die Muskeleindrücke und der Mantelrand sind ziemlich deutlich, die ersteren aber nicht tief.
[[←]] III. Ueber die Fauna des Manyara-Sees.
Aus dem von Dr. Baumann entdeckten Manyara-See, der im südlichen Theil des grossen ostafrikanischen Grabens, westlich vom Kilimanjaro gelegen ist, liegen 5 Arten vor. Dieselben sind echte Süsswasserformen und ihr Vorkommen in dem stark salzigen Wasserbecken ist daher sehr auffallend. Einen Schluss auf die Herkunft der Manyara-Fauna aber, welcher für die Graben-Theorie interessant gewesen wäre, lässt das vorliegende Material nicht zu. Die hier gefundene Ampullaria ovata Oliv. z. B. ist eine im Nil- und Nilquellgebiet weitverbreitete Art, findet sich aber auch im Tanganyika-See; das Gleiche gilt von der Planorbis sudanicus v. Martens, welche im Manyara-See nur etwas grösser wird (var. magna s. unten).
Lanistes affinis Smith, zu der ich die Manyara-Form als Varietät stelle, ist ausserdem auch in den Landschaften südlich vom Victoria-See, in Unyamwesi verbreitet und kommt auch im Nyassa-See vor.
Von den 2 Paludina-Arten schliesslich, welche Dr. Baumann gefunden hat, ist die kleinere eine vermuthlich neue, für den See charakteristische Art. Die grössere lässt, wiewohl sie mit einer im Kagera-Nilquellgebiet vorkommenden auffallend ähnlich gestaltet ist, keinen sicheren Schluss auf die Provenienz zu, weil sie als Varietät einer sehr weit verbreiteten Art, der Paludina unicolor Oliv. oder wenigstens als sehr nahe mit dieser verwandt angesehen werden muss.
Ueber die hier im Voraus genannten 5 Arten des Manyara-Sees lasse ich nun die näheren Angaben folgen.
Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna mihi.
(Literatur über Planorbis Sudanicus v. Martens, siehe im Kapitel I.)
Die mir vorliegende Reihe aus dem Manyara-See enthält Exemplare von sehr wechselnder Grösse, wie die Beispiele hier zeigen sollen:
| Höhe des Gehäuses | 7,0 | 6,3 | 5,8 | 5,0 | 5,0 | 4,0 | |
| Breite (Diam.) des Gehäuses | 21,4 | 20,5 | 18,6 | 16,4 | 15,0 | 13,2 | mm. |
Anzahl der langsam und regelmässig anwachsenden, gerundeten Umgänge 5, 5½ oder 6.
Die Oberseite ist bei den grösseren Stücken weniger concav als bei den kleineren, die Unterseite aber meist stark ausgehöhlt. Farbe des Gehäuses blassgelb.
Von dem Typus von Sudanicus v. Mart. sind die Exemplare des Manyara-Sees also bloss durch die beträchtliche Grösse unterschieden.
Ampullaria ovata Oliv.
(Synonymie siehe im Kapitel I.)
Lauter gebleichte Exemplare, meist mit gebrochenem Mundrand.
| Höhe des | Gehäuses | 46 | 49 | 45 | 40 | |
| Breite " | " | 39 | 38 | 37 | 34½ | |
| Höhe der | Mündung | 33½ | 33 | 32 | 29 | |
| Breite " | " | 23½ | 24 | 22½ | 21 | mm u. s. w. |
Lanistes affinis Smith var. Manyarana mihi.
Fig. 32.
- confer.
- 1877. Lanistes affinis sp. nov. Smith [22] P. Z. S. p. 716, pl. 74, Fig. 7.
- 1881. " " Smith, Smith [31] P. Z. S. p. 290, pl. 34, Fig. 23.
- 1889. Meladomus affinis Bourguignat [50] p. 175.
- 1891. Lanistes affinis E. Smith v. Martens [59] S. 17.
Es ist wieder nur ein einziges Exemplar, welches ich bei der folgenden kurzen Beschreibung berücksichtigen kann. Dasselbe ist 32 mm hoch und 31 mm breit, seine Mündung 22 mm hoch und 18 mm breit. Die Breite des Gehäuses ist also nicht viel geringer als die Höhe. Die Umgänge, in der Fünfzahl vorhanden, nehmen allmählich an Breite zu. Die Mündung ist ohrförmig, die Columella schlägt sich schwach über den sonst weiten Nabel.
Die nahe Verwandtschaft des Exemplares mit Lanistes affinis Smith aus dem Nyassa-See mögen die oben citirten Abbildungen und Beschreibungen bezeugen. Leider lässt sich in Folge des gebleichten und abgeriebenen Zustandes weder mehr die Farbe (die charakteristische orangegelbe Binde unterhalb der Naht) noch die Skulptur genau erkennen.
Dr. von Martens ([59] S. 17) führt die Smith'sche Art affinis aus Unyamwesi an (leg. Dr. Stuhlmann und Emin Pascha) und seine Grössenangaben stimmen mit den Proportionen des Exemplares aus dem Manyara-See ziemlich genau überein.
Paludina unicolor Oliv. nov. var.?
(Literatur über Pal. unicolor Oliv. siehe in Kapitel II.)
Die hier zu besprechenden Exemplare aus dem Manyara-See sind auffallend ähnlich denen aus dem Kagera-Nilquellgebiete, welche ich bereits oben (in Kapitel II.) angeführt habe.
Die Farbe des Gehäuses ist verblasst, der Apex abgenagt, die Anzahl der Windungen daher nicht genau festzustellen. Ueber die Windungen läuft eine kielartige Rippe und unter dieser liegen noch 2 Rippenspuren, von denen jedoch die unterste in die Naht einbezogen ist, d. h. deren Begrenzung bildet. Im Uebrigen ist die Skulptur unkenntlich.
Maasse des grössten und kleinsten Exemplares:
| Höhe der | Schale | 23,0 | 16,5 | |
| Breite " | " | 18,5 | 13,4 | |
| Höhe der | Mündung | 13,0 | 9,5 | |
| Breite " | " | 10,0 | 7,4 | mm. |
Paludina nov. sp.?
Fig. 12, 17, 23, 25.
Diese zweite Paludina-Form aus dem Manyara-See, welche Dr. Baumann in einigen Exemplaren gesammelt hat, ist kleiner als die vorige und mehr vorn gespitzt, kegeliger Gestalt. An der Schale lassen sich mehr oder weniger deutliche Querstreifen und hier und da eine Spur eines oberen oder unteren Kielstreifens erkennen. Der Nabel ist ritzförmig, die Anzahl der Windungen beträgt 6½. Die Proportionen wechseln folgendermaassen:
| Höhe des | Gehäuses | 15,9 | 16,3 | 13,6 | |
| Breite " | " | 11,1 | 12,0 | 10,0 | |
| Höhe der | Mündung | 7,5 | 8,0 | 6,5 | |
| Breite " | " | 6,0 | 6,5 | 5,5 | mm. |
Es ist mir weder in der Literatur noch in dem Material des hiesigen Hofmuseums eine Paludina-Art untergekommen, mit welcher die hier beschriebene zu vergleichen wäre. Ich vermuthe also in dieser eine neue Art und habe nur wegen der geringen Anzahl und der relativ schlechten Konsistenz der vorliegenden Repräsentanten davon abgesehen, ihr einen definitiven Namen zu geben.
[[←]] IV. Landschnecken.
An dieser Stelle sind nur einige wenige Arten zu besprechen, darunter aber eine neue, Succinea Baumanni mihi.
Limicolaria Martensiana Smith.
- 1880. Achatina (Limicolaria) Martensiana sp. nov. Smith [27] P. Z. S. p. 345, pl. 31, Fig. 1, 1a.
- 1881. " " " Smith, Crosse [30] J. de Conch. p. 297.
- 1883. Limicolaria Martensiana Smith, v. Martens [33] S. 71.
- 1885. " " " Grandidier [38] p. 162.
- 1889. " " " Bourguignat [50] p. 104.
Dr. Baumann hat diese schöne Schnecke am Nordende des Tanganyika-Sees gesammelt. Es liegen mir mehr als ein Dutzend Schalen vor, von denen nur eine kleine Auswahl die lebhaft gescheckte Färbung aufweist, während die übrigen gebleicht sind.
Die Gehäuseproportionen bewegen sich in geringen Abweichungen um die von Smith [27] angegebenen Maasse. Das grösste Exemplar misst 44 mm in der Länge und 18,4 mm in der Breite, und seine Mündung ist 17,5 mm hoch und 9,5 mm breit.
Limicolaria rectistrigata Smith.
- 1880. Achatina (Limicolaria) rectistrigata, Smith [27] P. Z. S. p. 346, pl. 31, Fig. 2.
- 1881. " " " Smith [31] P. Z. S. p. 284, pl. 33, Fig. 14a (non 14!).
- 1885. Limicolaria rectistrigata, Grandidier [38] p. 160-162.
- 1885. " " Bourguignat [39] p. 23.
- 1889. " " Bourguignat [50] p. 103.
Grandidier ([33] p. 160) hat bekanntlich den von E. Smith [31] pl. 33, Fig. 14 u. 14a abgebildeten rectistrigata-Formen andere Artnamen beigelegt, sie nämlich Burtoniana (Fig. 14) und Bridouxi (Fig. 14a) genannt. Ich glaube nun, dass sich zwar Burtoniana Grand. von ihrem Vis-à-vis, der Bridouxi, wie von der »echten« rectistrigata (Smith [27] P. Z. S. pl. 31, Fig. 2) scharf trennen lässt, dass aber die beiden letzten, Bridouxi Grand. und rectistrigata Smith, Synonyme bleiben.
Die von Dr. Baumannn am Nordende des Tanganyika-Sees gesammelten Exemplare stehen, hauptsächlich was die Grössenverhältnisse (s. unten) anlangt, zwischen diesen beiden letztgenannten Arten, und ich wählte daher ungescheut den älteren Namen rectistrigata Smith für die Aufschrift.
| Höhe des | Gehäuses | 37,1 | 38,0 | 36,2 | |
| Breite " | " | 16,0 | 16,0 | 16,5 | |
| Höhe der | Mündung | 16,0 | 14,0 | 15,0 | |
| Breite " | " | 8,7 | 8,5 | 9,0 | mm u. s. w. |
Limicolaria rectistrigata Smith var. minor mihi.
(Fig. 36, 37.)
Diese kleine Form der rectistrigata liegt mir in einer grösseren Anzahl aus der Umgebung des Victoria-Sees vor. In Folge des gebleichten Zustandes sind bei den meisten Exemplaren von den Bändern nur mehr Spuren sichtbar. Die Grösse ist variabel:
| Höhe des | Gehäuses | 36,0 | 35,1 | 29,5 | 29,5 | 29,3 | 29,0 | |
| Breite " | " | 14,7 | 15,0 | 14,1 | 14,0 | 14,5 | 13,0 | |
| Höhe der | Mündung | 13,5 | 14,0 | 12,3 | 12,5 | 12,0 | 12,0 | |
| Breite " | " | 8,2 | 8,0 | 6,7 | 7,3 | 6,5 | 7,0 | mm |
| (inkl. Columellarausschlag). | ||||||||
Die Limicolarien aus der Nyarasa-Steppe, gesammelt von Dr. Baumann im Juni 1892, sind gänzlich gebleicht und dürften theils zu L. rectistrigata Smith theils zu L. Martensiana Smith gehören.
Die am Manyara-See gefundene Limicolarien, gleichfalls schlecht erhalten, erinnern an die Art Heugliní v. Martens (confer [10] Mal. Bl. XIII., S. 94, Taf. 4, Fig. 1-4).
Succinea Baumanni mihi.
(Fig. 1, 6, 11, 15, 20, 21, 26.)
Testa ovato-conica, solida, vix pellucida; anfractus 4-4½, sutura profunda separati, primi subtiliter striati, ultimus rugis et striis instructus; apertura ovalis, altitudinis ⅝ vel ⅔ aequans.
Alt. 13-21,4 mm, diam. 7,1-12,5 mm. Apert. 8,5-14,5 mm alta, 5-9 mm lata.
Mögen die beigegebenen Abbildungen, sowie die hier noch folgenden Bemerkungen dazu dienen, die vorstehende lateinische Diagnose zu ergänzen, und so eine vollständige Vorstellung der neuen Art ermöglichen.
Succinea Baumanni liegt mir von zwei Fundorten vor:
1) aus der Nyarasa-Steppe; in vielen Exemplaren im Juni 1892 gesammelt, davon etwa 2 Dutzend gut erhalten (die Farbe ist allerdings bei allen gebleicht).
Hinsichtlich der Gestalt, respektive der Grössenverhältnisse lassen sich diese Exemplare in zwei Reihen stellen.
In die erste Reihe, welche relativ breite Exemplare umfasst, gehören beispielsweise die Stücke folgender Dimensionen:
| Höhe des | Gehäuses | 18,0 | 17,0 | 16,3 | 16,0 | 15,5 | 15,1 | 14,0 | 13,5 | |
| Breite " | " | 11,0 | 10,4 | 9,4 | 9,5 | 9,2 | 8,5 | 8,4 | 7,9 | |
| Höhe der | Mündung | 12,3 | 11,2 | 10,6 | 11,0 | 10,0 | 10,0 | 8,8 | 8,4 | |
| Breite " | " | 7,8 | 7,0 | 6,8 | 6,4 | 6,0 | 6,0 | 5,8 | 5,0 | mm. |
Dividirt man das Maass der Höhe durch das Maass der Breite, so erhält man eine Verhältnisszahl, welche hier 1,6-1,7 beträgt.
In die zweite Reihe, zu den relativ schmäleren Exemplaren, gehören die folgenden, im Allgemeinen grösseren:
| Höhe des | Gehäuses | 21,2 | 19,3 | 18,4 | 18,2 | 17,6 | 17,0 | 17,3 | 14,2 | 14,0 | |
| Breite " | " | 11,3 | 10,3 | 9,6 | 10,0 | 10,0 | 10,0 | 10,1 | 7,3 | 8,4 | |
| Höhe der | Mündung | 12,7 | 12,0 | 11,5 | 11,5 | 11,1 | 11,2 | 11,1 | 9,0 | 8,8 | |
| Breite " | " | 7,5 | 7,0 | 6,5 | 6,5 | 6,5 | 6,5 | 6,8 | 5,0 | 5,8 | mm. |
| Fig. 6, 20. | Fig. 11, 21. | ||||||||||
Hier erhält man als Verhältnisszahl (Höhe:Breite) 1,7-1,9.
In Fig. 1 ist ein Exemplar mit ausnahmsweise hoher Mündung abgebildet (Höhe der Grösse 21,4, Breite 12,5 mm; Höhe der Mündung 14,5, Breite derselben 9 mm).
2) aus dem Kagera-Nilquellgebiet; Exemplare in geringer Anzahl und schlechtem Zustande.
| Höhe des | Gehäuses | 19,3 | 17,2 | 16,4 | 16,0 | |
| Breite " | " | 11,0 | 9,0 | 9,2 | 9,3 | |
| Höhe der | Mündung | 12,4 | 11,5 | 11,0 | 11,1 | |
| Breite " | " | 7,5 | 6,5 | 6,4 | 6,7 | mm |
| Fig. 15, 26. | ||||||
Diese Exemplare sind ähnlich denen der zweiten Reihe aus der Nyarasa-Steppe.
Succinea Baumanni ist mit der von Prof. Krauss[3] S. 73 vom Limpopo-Fluss angegebenen Succinea amphibia Drap. var. Africana (= Succinea Africana Bourg. [4] Amen. I, p. 136) nahe verwandt. Leider existirt von dieser keine Abbildung und keine ausreichende Beschreibung.
Aus einigen der eingetrockneten Exemplare Dr. Baumann's war es mir noch möglich, die Radula und die Kieferplatte herauszupräpariren. Diese letztere ähnelt sehr auffallend dem Kiefer von S. elegans (vide Hazay, Molluskenfauna von Budapest, Taf. 6, Fig. 12, 13, 16 und Taf. 9, Fig. 8).
[[←]] Uebersicht der von Dr. Baumann gesammelten Mollusken.
a) Süsswasser-Mollusken.
| 1. | Planorbis Sudanicus v. Martens | Nordende des Tanganyika-Sees. |
| 2. | Neothauma Tanganikum Grand | " " |
| 3. | Ampullaria ovata Oliv. | " " |
| 4. | Paramelania nassa Woodw. | " " |
| 5. | Rumella nov. sp.? (aff. globosa Bgt. et Giraudi Bgt.) | " " |
| 6. | Grandidieria rotundata Bourg. | " " |
| 7. | " insignis Ancey. | " " |
| 8. | " Smithi Bourg. | " " |
| 9. | " Tanganikana Bgt. | " " |
| 10. | " nov. sp.? | " " |
| 11. | Cameronia Spekei (Woodw.) Bgt. | " " |
| 12. | " admirabilis Bourg. | " " |
| 13. | Paludina victoriae Smith | Victoria-See. |
| 14. | (?) " rubicunda v. Martens | " |
| 15. | " unicolor Oliv. juv. (?) | " |
| 16. | Ampullaria Gordoni Smith | " |
| 17. | Melania tuberculata Mllr. var. | " |
| 18. | Corbicula pusilla Phil. | " |
| 19. | " radiata Phil. | " |
| 20. | Unio Edwardsianus Bourg. | " |
| 21. | " Hauttecœuri Bourg. | " |
| 22. | Mutela nov. sp.? | " |
| 23. | Aetheria elliptica Lam. | " |
| (ad 15) | Paludina unicolor Oliv. nov. var.? | Kagera-Nilquellgebiet. |
| 24. | Spatha Baumanni Stur. | Grumeti-Bach. |
| 25. | Spatha Martensi Stur. | Ngoroïne-Bach. |
| (ad 1) | Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna Stur. | Manyara-See. |
| (ad 3) | Ampullaria ovata Oliv. | " |
| 26. | Lanistes affinis Smith var. Manyarana Stur. | " |
| (ad 15) | Paludina unicolor Oliv. nov. var.? | " |
| 27. | Paludina nov. sp.? | " |
b) Land-Mollusken.
| 28. | Limicolaria Martensiana Smith | Nordende des Tanganyika-Sees. |
| 29. | " rectistrigata Smith | " " |
| (ad 29) | " " Smith var. minor Stur. | Umgebung des Victoria-Sees. |
| 30. | Succinea Baumanni Stur. | Nyarasa-Steppe und Kagera-Nilquellgebiet. |
[[←]] Verzeichniss der benutzten einschlägigen Literatur[30].
| Material gesammelt von: | |||
| [1] | 1804- 12. | Olivier, G. A.: Voyage dans l'empire ottoman, l'Egypte et la Perse. Tome III et Atlas. | |
| [2] | 1842- 51. | Philippi, Dr. R. A.: Abbildungen und Beschreibungen neuer oder wenig gekannter Conchylien. Bd. I-III. Mit vielen Tafeln. 4°. (Cassel, Fischer.) | |
| [3] | 1848. | Krauss, Ferdinand: Die südafrikanischen Mollusken. (Stuttgart, Ebner & Seubert.) 4°. 140 S. 6 Taf. | |
| [4] | 1856- 60. | Bourguignat, J. R.: Amenités malacologiques. Tome I et II. 8°. (Paris, Baillière.) [Rev. et Mag. de Zool. 1853-1860.] | |
| † [5] | 1859. | Woodward, S. P.: On some new Freshwater Shells from Central Africa. [Proc. Zool. Sec. London part XXVII, p. 348-350, pl. XLVII.] | Capt. Speke. |
| [6] | 1859. | Martens, E. v.: Verzeichniss der von Prof. Peters in Mossambique gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Mal. Blätter, 6. Band, S. 211-221.] | |
| [7] | 1864. | Lea, Isaac: Descriptions of six new species of Unionidae from Lake Nyassa, Central Africa etc. [Proc. Acad. Nat. sc. Philadelphia 1864, p. 108-109.] | Dr. John Kirk. |
| ๐ [8] | 1864. | Dohrn, H.: List of the shells collected by Captain Speke during his second journey through Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London 1864, p. 116-118.] | Speke. |
| [9] | 1865. | Frauenfeld, Georg R. v.: Zoologische Miscellen V. [Verh. zool. bot. Ges. Wien Bd. XV, S. 525-536. Taf. VIII-XI und XXII.] | Vivipara- Arten aus dem Nyassasee, leg. Dr. Kirk. |
| [10] | 1865- 66. | Martens, Ed. v.: Uebersicht der Land- und Süsswasser-Mollusken des Nil-Gebietes. [Mal. Blätter XII, S. 177-207; XIII, S. 1-21 und S. 91-102] | |
| [11] | 1866. | Lea, Isaac: New Unionidae, Melanidae etc. chiefly of the United States. [Journ. Acad. Nat. sc. Philadelphia VI, p. 5-65, pl. 1-21.] | |
| [12] | 1866. | Adams, Henry: List of the shells collected by Samuel White Baker Esq. during his recent explorations in Central Africa. [Proc. Zool. Soc. p. 375-376.] | Baker. |
| [13] | 1867. | Martens, E. v.: Ueber einige Muscheln des oberen Nilgebietes. [Mal. Blätter XIV, S. 17-20] | |
| [14] | 1868. | Morelet, Arthur: Mollusques terrestres et fluviatiles (Voyage du Dr. Friedrich Welwitsch dans les royaumes d'Angola et de Benguella, Afr. équinoxiale). 4°. 102 p. 9 pl. (Paris, Baillière et fils.) | |
| [15] | 1870. | Martens, E. v.: Conchylien aus dem oberen Nilgebiet (Gazellenfluss). [Mal. Blätter XVII, S. 32-36.] | Dr. Schwein- furth. |
| [16] | 1872. | Morelet, Arthur: Notice sur les coquilles terrestres et d'eau douce recueillies sur les côtes de l'Abyssinie. [Ann. Mus. Civ. Stor. Nat. Genova III, 1872.] | |
| [17] | 1873- 74. | Jickeli, C. F.: Reisebericht. [Mal. Blätter XX, S. 1-20, S. 109-151; XXI, S. 81-109.] | |
| [18] | 1873. | Jickeli, C.F.: Diagnosen neuer Mollusken meiner Reiseausbeute. [Mal. Blätter XX, S. 99-108.] | |
| [19] | 1874. | Jickeli, Carl F.: Fauna der Land- und Süsswasser-Mollusken Nord-Ost-Afrikas. [Verh. kais. Leop.-Carol. D. Akad. Naturf. Dresden, Band 37, S. 1-350. Taf. 1-11.] | |
| [20] | 1874. | Martens, Ed. v.: Zusammenstellung der von Dr. Georg Schweinfurth in Afrika gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien. [Mal. Blätter XXI, S. 37-46.] | |
| [21] | 1876. | Martens, E. v.: Die von Prof. Dr. R. Buchholz in Westafrika gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1876, S. 253-274. 5 Tafeln.] | |
| [22] | 1877. | Smith, Edgar A.: On the shells of Lake Nyassa and on a few marine species from Mozambique. [Proc. Zool. Soc. London 1877, p. 712-721, pl. 74, 75.] | F. A. Simons. |
| [23] | 1878. | Martens. E. von: Uebersicht der von Herrn J. M. Hildebrandt während seiner letzten mit Unterstützung der Akademie in Ostafrika ausgeführten Reise gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1878, S. 288-299. 2 Tafeln.] | |
| † [24] | 1879. | Bourguignat, M. J. R.: Description de diverses espèces terrestres et fluviatiles et de différents genres de Mollusques de l'Egypte, de l'Abyssinie, de Zanzibar, du Sénégal et du centre de l'Afrique. 8°. 54 p. (Paris, Tremblay.) | |
| ๐ [25] | 1879. | v. Martens: Mehrerlei ausländische Conchylienarten, (3. Recente Conchylien von Bagamoyo, leg. Fischer. 4. Recente Conchylien aus dem Victoria-Nyansa, leg. Emin Effendi 1877.) [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 99(102)-105.] | |
| [26] | 1879. | v. Martens: Uebersicht der von Peters von 1843-1847 in Mossambique gesammelten Mollusca. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1879, S. 727-749.] | |
| † [27] | 1880. | Smith, Edgar A.: On the shells of Lake Tanganyika and of the neighbourhood of Ujiji, Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 344-352, pl. 31.] | E. Coode Hore. |
| † [28] | 1880. | Smith, Edgar A.: Diagnoses of new shells from Lake Tanganyika and East Africa. [Ann. and Mag. of Nat. Hist. London. Vol. VI. (5. ser.) — No. XXXVI. — p. 425-430.] | J. Thomson, E. Coode Hore, Dr. J. Kirk. |
| † [29] | 1881. | Crosse, H.: Faune malacologique du Lac Tanganyika. [Journ. de Conch. XXIX. p. 105-139, pl. IV.] | |
| † [30] | 1881. | Crosse, H.: Supplément à la Faune malacologique du Lac Tanganyika. [Journ. de Conch. XXIX. p. 277-306] | |
| † [31] | 1881. | Smith, Edgar A.: On a collection of shells from Lakes Tanganyika and Nyassa and other localities in East Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 276-300, pl. 32-34] | J. Thomson. |
| † [32] | 1881. | Smith, Edgar A.: Descriptions of two new species of shells from Lake Tanganyika. [Proc. Zool. Soc. London, p. 558-561, 2 Figs.] | Damon. |
| † [33] | 1883. | v. Martens: Einige centralafrikanische Conchylien, welche theils von Dr. R. Böhm aus dem Tanganyika eingesandt, theils von Lieutenant Wissmann von seiner Reise quer durch den südlichen Theil von Afrika mitgebracht worden sind. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 71-74] | |
| ๐†[34] | 1883. | Bourguignat, M. J. R.: Mollusques fluviatilis du Nyanza Oukéréwé (Victoria-Nyanza), suivis d'une note sur les genres Cameronia et Burtonia du Tanganika. — 8° — 23 p., 1 pl. (Paris, Imp. Tremblay). | Missionar Hauttecœur. |
| [35] | 1883. | Bourguignat, M. J. R.: Histoire malacologique de l'Abyssinie. [Ann. des sc. nat. Paris VI. ser., tome XV., p. 47-162, pls. 7-11] | Achille Raffray. |
| [36] | 1885. | Martens, E. von: Afrikanische Binnenmollusken. [Conchol. Mittheilungen, Kassel, II. Bd., 1881-1885, S. 188-190, Taf. 34]. | v. Mechow (Loango- Küste), Wissmann (Nyangwe). |
| † [37] | 1885. | Bourguignat, M. J. R.: Monographie d'un nouveau genre d'Acéphale du Lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France, Juillet 1885, II. p. 1-12, pl. 1] | |
| ๐†[38] | 1885. | Grandidier, Alfred: Descriptions de quelques espèces nouvelles et observations critiques sur divers mollusques du centre de l'Afrique. [Bull. Soc. Malac. de France, Juillet 1885, II. p. 157-164, pl. 7] | |
| † [39] | 1885. | Bourguignat, M. J. R.: Notice prodromique sur les mollusques terrestres et fluviatiles recueillis par M. Victor Giraud dans la région méridionale du lac Tanganika. — 8° — 110 p. (Paris. Imp. Tremblay) | |
| [40] | 1885. | Martens, E. v.: Einige Landschnecken, welche Prof. G. Schweinfurth auf seiner letzten Reise an der arabischen Seite Egyptens von Kairo bis Koseir gesammelt hat. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 87-89] | |
| ๐†[41] | 1885. | Bourguignat, M. J. R.: Espèces nouvelles et genres nouveaux découverts par les rév. pères missionaires dans les grands lacs africains Oukéréwé et Tanganika. 8°, 39 p. (Paris, Imp. Tremblay) | Rév. Pères Guillemé, Leroy, Hauttecœur. |
| † [42] | 1886. | Bourguignat, M. J. R.: Nouveautés Malacologiques, 1. Unionidae et Iridinidae du Lac Tanganika. — 8° — 93 p. (Paris, Imp. Tremblay). | Leopold Joubert etc. |
| † [43] | 1886. | Bourguignat, M. J. R.: Des Tiphobies du Lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France III. Juillet 1886, p. 141-150, pl. VI.] | Leopold Joubert etc. |
| [44] | 1886. | v. Martens: Subfossile Süsswasser-Conchylien aus Egypten (Schweinfurth leg.) [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 126-129] | |
| [45] | 1887. | Grandidier, Alfred: Mollusques de l'Ousaghara, de l'Oukami etc. (Afrique Équatoriale). [Bull. Soc. Malac. de France IV. Juillet 1887, p. 185-194] | Rév. P. Leroy. |
| ๐ [46] | 1887. | Bourguignat, M. J. R.: Mollusques nouveaux de la région du Nyanza Oukéréwé (Victoria-Nyanza). [Bull. Soc. Malac. de France, IV. Juillet 1887, p. 267-272] | |
| [47] | 1888. | Smith, Edgar A.: On the shells of the Albert Nyanza, Central-Africa, obtained by Dr. Emin Pasha. [Proc. Zool. Soc. London, p. 52-56] | |
| † [48] | 1888. | Bourguignat, M. J. R.: Iconographie malacologique animaux mollusques fluviatiles du lac Tanganika. — 8° — 82 p., 35 plchs. (Corbeil, Impr. Crété) | |
| [49] | 1888-89. | Stuhlmann, Dr. Franz: Berichte über eine mit Unterstützung der Königlichen Akademie der Wissenschaften unternommene Reise nach Ost-Afrika, zur Untersuchung der Süsswasserfauna. [Mathem. naturw. Mitth. Sitzungsber. Kgl. preuss. Akad. Wiss. J. 1888, S. 801-815; J. 1889, S. 451-466.] | |
| † [50] | 1889. | Bourguignat, M. J. R.: Mollusques de l'Afrique équatoriale de Moguedouchou à Bagamoyo et de Bagamoyo an Tanganika. — 8° — 229 p., 8 pl. (Paris, Impr. Dumoulin) | |
| † [51] | 1889. | Bourguignat, M. J. R.: Melanidées du lac Nyassa, suivies d'un aperçu comparatif sur la faune malacologique de ce lac avec celle du grand lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France VI. Juni 1889, p. 1-66, pl. 1-2.] | Victor Giraud. |
| † [52] | 1889. | Smith, Edgar A.: Diagnoses of new shells from lake Tanganyika. [Ann. Mag. Nat. Hist. London. Vol. IV. (VI. ser.) No. XX., p. 173-175]. | Coode Hore. |
| [53] | 1889. | Martens, E. v.: Südafrikanische Landschnecken (leg. Dr. A. Schenck, 1884-87). [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin S. 160-165.] | |
| ๐ [54] | 1889. | Martens, E. v.: Concholog. Mittheilungen. [III. Band, 1.-2. Heft, S. 1-3, 8-9, 16-17, 18 und diverse Abbildungen.] | G. Schweinfurth, Dr. Fischer. |
| [55] | 1890. | Möbius (Dr. F. Stuhlmann): Mittheilungen über die Fauna von Ost-Afrika. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin. S. 181-184.] | |
| † [56] | 1890. | Bourguignat, M. J. R.: Histoire malacologique du lac Tanganika (Afrique équatoriale). [Ann. des sc. nat. Paris, VII. ser., tome X. p. 1-267, pls. I.-XVII][31] | |
| † [57] | 1890. | Smith, Edgar A.: On a new genus and some new species of shells from lake Tanganyika. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London. Vol. VI. (ser. VI.) No. XXXI., p. 93-96] | E. Coode Hore. |
| ๐ [58] | 1890. | Smith, Edgar A.: List of land- and freshwater-shells collected by Dr. Emin Pasha in Central Africa, with descriptions of new species. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London. Vol. VI. (ser. VI.) No. XXXII., p. 146-168, pl. V. & VI.] | Dr. Emin Pasha, Rev. J. L. Last, Bishop Hannington etc. |
| [59] | 1891. | v. Martens: Von Dr. F. Stuhlmann auf der Expedition Emin Pascha's in den Landschaften Ukwere, Ukami, Usagara und Ugogo gesammelte Land- und Süsswasser-Conchylien. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin. S. 13-18.] | |
| [60] | 1891. | Smith, E. A.: On the Mollusca of British Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 309-310.] | |
| † [61] | 1891. | Martens, E. von: Bericht über die Tanganyikaschnecken Bourguignat's. [Nachrichtenbl. d. d. mal. Ges. Bd. XXIII., S. 7-10 und 12-128.] | |
| ๐ [62] | 1892. | v. Martens: Einige neue Arten von Land- und Süsswasser-Mollusken aus Uganda und dem Victoria-Nyansa (leg. Emin Pascha et Dr. Stuhlmann. 1890-91). [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 15-19.] | |
| [63] | 1892. | v. Martens: Ueber die von Dr. Stuhlmann in Nordostafrika gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 174-181.] | |
| [64] | 1892. | v. Martens: Beschreibung vier neuer afrikanischer Conchylien-Arten. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 181-183.] | Dr. Preuss (Kamerun), Conradt (Usambára). |
| ๐ [65] | 1892. | Smith, Edgar A.: On the shells of the Victoria Nyanza or Lake Oukéréwé. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London (6. ser.) Vol X., No. LVI., p. 121-128, pl. XII., Figs. 3-6, 8-16.] | |
| ๐ [66] 1892. | Smith, Edgar A.: Additions to the | Rev. shell-fauna of the Victoria Nyanza or Lake Oukéréwé. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London (6. ser.) Vol. X., No. LIX., p. 380-383.] | E. Cyril Gordon. |
| † [67] | 1884. | Tausch, Dr. Leopold: Ueber einige Conchylien aus dem Tanganyika-See und deren fossile Verwandte. Mit 2 Tafeln. [Sitzungsber. Akad. d. Wissensch. XC. Bd. S. 56] | |
| ๐ [68] | 1894. | Stuhlmann, Dr. Franz: Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika. (Berlin, Dietrich Reimer). S. 731 ff. [Notiz von Prof. Dr. E. von Martens über die Vertheilung der Süsswasser-Mollusken in Centralafrika] |
Ausser diesen hier angeführten Abhandlungen benutzte ich noch vielfach die Reeve'schen Monographien, das Küster'sche Conchylien-Kabinet, Pfeiffer's »Novitates conchologicae«, die verschiedenen Handbücher der Conchyliologie u. A.
TAFEL XXV
[[←]] Figuren-Erklärung zu Taf. XXIV und XXV.
| Fig. 1, 6, 11, 20, 21 | Succinea Baumanni Stur. (Nyarasa-Steppe.) |
| Fig. 2, 3, 4 | Paludina (?) rubicunda v. Martens. (Victoria-See.) |
| Fig. 5 | Paludina victoriae Smith. (Victoria-See.) |
| Fig. 7, 12, 22 | Paludina unicolor Oliv. nov. var.? (Manyara-See.) |
| Fig. 8, 9 | Paludina unicolor Oliv. juv. (?) (Victoria-See.) |
| Fig. 10, 14, 29 | Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna Stur. (Manyara-See.) |
| Fig. 13, 17, 23, 25 | Paludina nov. sp.? (Manyara-See.) |
| Fig. 15, 26 | Succinea Baumanni Stur. (Kagera-Nilquellgebiet.) |
| Fig. 16, 27 | Paludina unicolor Oliv. nov. var.? (Kagera-Nilquellgebiet.) |
| Fig. 18, 28 | Grandidieria insignis Ancey (?). (Tanganyika-See.) |
| Fig. 19, 24 | Rumella nov. sp.? (Tanganyika-See.) |
| Fig. 30, 34 | Mutela nov. sp.? (Victoria-See.) |
| Fig. 31, 35 | Grandidieria nov. sp.? (Tanganyika-See.) |
| Fig. 32 | Lanistes affinis Smith var. Manyarana Stur. (Manyara-See.) |
| Fig. 33 | Ampullaria Gordoni Smith. (Victoria-See.) |
| Fig. 36, 37 | Limicolaria rectistrigata Smith var. minor Stur. (Umgebung des Victoria-Sees.) |
| Fig. 38 | Spatha Hartmanni Stur. (Grumeti-Bach.) |
| Fig. 39 | Spatha Martensi Stur. (Ngoroïne-Bach.) |
[[←]] IV. Insekten aus Deutsch-Ostafrika.
[[←]] I. Lepidopteren.
Von H. Rebel und A. Rogenhofer.
Schon bei seinen früheren Expeditionen hatte Herr Dr. Baumann auf das Sammeln von Lepidopteren seine besondere Aufmerksamkeit gerichtet, welche diesmal noch dadurch eine Steigerung erfuhr, dass der Expeditions-Soldat Hamissi hadim Mirari und sein Schüler Katilfil hadim Munyikombo mit dem Fange von Schmetterlingen durch Dr. Baumann beauftragt wurden, und diesem Auftrage auch in reichem Maasse nachgekommen sind.
Die Anzahl der von dieser Expedition mitgebrachten Lepidopteren übersteigt demnach auch weitaus alle bisher in diesen Gebieten gemachten Ausbeuten, da mehr als 4000 Stücke vorliegen. Dieselben umfassen Formen aus allen nördlichen Küstengebieten von Deutsch-Ostafrika, dem Massailande, Unyamwesi und der Umgebung des Victoria- und Tanganyika-See.
Wenn trotz dieser beträchtlichen Stückzahl die Zahl der Arten in der Ausbeute eine relativ sehr geringe ist und erst nach Sicherstellung einiger zweifelhaft gebliebener Formen 200 übersteigen dürfte, so hat dies seinen Grund einerseits in der schon oft erwähnten faunistischen Gleichförmigkeit der ostafrikanischen Gebiete und andererseits in dem Umstande, dass regelmässig Eingeborne, also nicht Fach-Entomologen, als Sammler thätig sind. Immerhin bildet die vorliegende lepidopterologische Ausbeute aus den von Dr. Baumann betretenen Gebieten, worunter namentlich das Bergland Urundi und das Quellengebiet des Kagera-Nil die entomologisch meist versprechendsten zu sein scheinen, insbesondere auch durch die von Dr. Baumann persönlich beigesetzten genauen Fundortsangaben, einen sehr werthvollen Beitrag zur Lepidopterenfauna Ost-Afrika's und bestätigt bei vielen Arten neuerlich die grosse Uebereinstimmung, welche in der Fauna aller tropischen Theile Afrika's herrscht.
An neuerer lepidopterologischer Literatur für die afrikanischen Tropengegenden erwähnen wir:
- 1. Dr. Pagenstecher, Arnold: »Lepidopteren, gesammelt in Ostafrika 1888/89 von Dr. Franz Stuhlmann.« Mittheil. aus dem Naturh. Mus. in Hamburg X, 1892, p. 1-56. (Jahrb. der Hamb. Wiss. Anst. X, p. 207-262.)
- 2. Dr. Karsch, F.: Tagfalter — Lepidoptera Rhopalocera — von Adeli (Hinterland von Togo, Westafrika). Berl. ent. Zeitschr. 38. Bd., 1893, p. 167-266, Taf. V, VI.
- 3. Oberthür, Charles. Etud. d'Entom. 17. Livr., 1893. Lepidopt. d'Afrique, p. 17-33, pl. I-III.
- 4. Trimen, Roland: »On Butterfl. collect. in Tropic. South-west Africa by Mr. A. W. Eriksson.« Proc. Zool. S., Lond. 1891, p. 59-107, pl. VIII, IX.
Auf die beiden erst genannten Publikationen haben wir mit Rücksicht auf die darin enthaltenen zahlreichen Literaturangaben in dem nachfolgenden Verzeichnisse thunlichst Bezug genommen.
Wien, im Dezember 1893.
Rhopalocera. — Papilionidae.
- 1. Papilio Leonidas F. Trim. South Afr. B. III, p. 211; Karsch l. c. p. 238.
- Mehrere Exemplare von Usega, Unyamwesi, Iguri, Ussongo, Tabora.
- 2. Papilio Pelopidas Oberth. Etud. IV, pl. V, Fig. 1.
- Nur ein Exemplar aus der Umba Nyika.
- 3. Papilio Philonoë Ward. Mouth. Mg. X (1873), p. 152.
- Ein ♂ aus der Umba Nyika (Leon).
- 4. Papilio Jacksoni Sharpe. Pr. Z. S., Lond. 1891, p. 188, pl. XVII, Fig. 1 (♂), 2 (♀).
- Zwei ♂ von den Missosi ya Mwesi bei Imbo Urundi stimmen vollständig mit Jacksoni Sharpe und unterscheiden sich von der Abbildung des Echerioides Trim. (Trans. Ent. Soc., Lond. 1868, pl. VI, Fig. 1) durch die schmälere Fleckenbinde der Vrdfl. und die bedeutend weiter wurzelwärts gerückte Fleckenreihe vor dem Saume der Hntfl. Zoroastes Druce (Monthl. Mag. XIV, p. 226), welche Art vielleicht mit Homeyeri Plötz (Stett. ent. Z. 1880, p. 306) zusammenfällt, hat eine andere Stellung der Apicalflecken in der Vrdflbinde.
- 5. Papilio spec. bei Cynorta F.
- Ein auffallend kleines ♂ von Mutyek mit nur 67 mm Exp. kann zufolge der sehr schmalen Fleckenbinde der Vrdfl. und der auf der Unterseite der Hntfl. braun verdusterten Mittelbinde nicht mit Cynorta vereint werden.
- 6. Papilio Constantinus Ward. Oberth., Etud. III, pl. 1, Fig. 1.
- Vier Exemplare von Ussure und Umba.
- 7. Papilio Cenea Stoll. Trim., South. Afr. B. III, p. 243.
- Zwei ♂ von Balangda und Imbo Urundi; letzteres stimmt vollständig mit Tibullus Butl. (Aid f. ident. II, pl. 139, Fig. 1) überein.
- Von zwei ♀ gehört das eine von Balangda der Form Merope Doubl. (Trim., Trans. Linn. Soc. XXVI, pl. 43, Fig. 1), das andere von Ussuri der Form Trophonius Westw. (Trim. l. c., Fig. 5) an.
- 8. Papilio Demoleus L. Pagenst. l. c., p. 8; Karsch l. c., p. 239, N. 169.
- In grösserer Zahl, wie es scheint, auf allen Stationen angetroffen.
- 9. Papilio Nireus L. Karsch l. c., pag. 239, N. 171.
- In geringer Anzahl von Mutyek, Iraku.
- 10. Papilio Phorcas Cr.
- Nur 2 ♂ von Ngoroïne und Mutyek.
- 11. Papilio Antheus Cr. Trim., South Afr., B. III, p. 205.
- In Mehrzahl von Usegua, Ussure, und W.-Unyamwesi.
- 12. Papilio Porthaon Hew. Exot. Butt. III, pl. 2, Fig. 21, 22; Trim., South Afr., B. III, p. 207.
- Eine geringe Anzahl nur theilweise gut erhaltener Stücke von Usegua.
- 13. Papilio Colonna Ward. Trim., South Afr. Butt. III, pl. XI, Fig. 5, p. 209.
- Nur zwei Exemplare von Usegua.
- 14. Papilio Corrineus Bert. Corinneus Trim., South Afr., B. III, p. 217.
- Wie es scheint in fast ebenso weiter Verbreitung als Papilio Demoleus L.
Pieridae.
- 15. Eurema Senegalensis B. Pagenst. l. c., p. 12; Karsch l. c., p. 235, N. 157.
- In Anzahl über den grössten Theil des besuchten Gebietes verbreitet.
- 16. Eurema Floricola B. Mab. Faun. Madag., pl. 31, Fig. 5.
- Unter der vorigen Art einzeln vorkommend.
- 17. Eurema Pulchella B. Pagenst l. c. p. 13; Mab. l. c. pl. 31, Fig. 2; Rahel Snell Tijds. 1872, pl. I.
- In ziemlicher Anzahl namentlich von Katoto und Manyara. Einzelne Stücke stimmen vollkommen mit Caffra Feld. überein, welche kaum davon zu trennen ist.
- 18. Eurema Hapale Mab. Faun. Madag. pl. 32, Fig. 6, 7.
- Nur wenige Stücke von Usukuma und Usinja.
- 19. Eurema Brigitta Cr. Pagenst. l. c. p. 12.
- Eine Anzahl Stücke von Meatu, Ururi, Ruanda, Usukuma etc.
- 20. Pontia Alcesta Cr. Pagenst. l. c. p. 11; Xiphia Karsch l. c. p. 231.
- Nur wenige Exemplare von Usinja und Usige (Tanganyika).
- 21. Mylothris Agathina Cr.
- Eine Anzahl Stücke von Meatu, Katoto, Ussui, Usukuma. Die ♀ in Minderzahl.
- 22. Mylothris Mackenziana Sharpe Proc. Zool. Soc. Lond. 1891, p. 190, pl. XVI., Fig. 5.
- Eine Anzahl Stücke von Ussui, Uyogoma, Usinja und Urundi stimmen vollständig mit der Beschreibung und Abbildung dieser von Kavirondo bekannt gemachten Art überein.
- 23. Mylothris Orbona Hb.
- Einige wenige Stücke von Mutyek und Ussui weichen etwas ab.
- 24. Mylothris Saba F. var. Epaphia Mab. Fn. Madag. pl. 36, Fig. 5.
- Wenige Stücke von Balangda, Ikoma, Umba Nyika und Kisuani.
- 25. Mylothris Caere Feld.; Rghfr. Ann. k. k. Naturh. Hof-Mus. IV. Bd. p. 550 nota.
- Nur zwei ♂ von Ikoma stimmen mit der Type ganz überein.
- 26. Pieris Gidica God.
- In sehr grosser Zahl von fast allen besuchten Stationen.
- 27. Pieris Mesentina Cr.
- Ebenso zahlreich und verbreitet wie die vorige Art.
- 28. Pieris Severina Cr.; Pagenst. l. c. p. 10.
- Abermals in grosser Zahl von fast allen Stationen. Sehr variabel.
- 29. Pieris Johnstoni Crowley. Trans. ent. Soc. Lond. 1887, p. 35, pl. III., Fig. 2.
- Eine Anzahl von Exemplaren von Sirwa, Serengeti, Urundi, Ngorongoro und S. Ruanda.
- 30. Belenois Raffrayi Oberth. Etud. III., p. 17, pl. 1, Fig. 3.
- Sechs Exemplare von Mutyek stimmen gut mit der Abbildung und Beschreibung von Raffrayi überein, nur dass sie auf der Unterseite der Hntfl. am Ende des Costalrandes noch einen von Oberthür nicht erwähnten kleinen orangegelben Fleck zeigen. Letzteres Merkmal findet sich bei der gewiss sehr nahestehenden Margaritana Sharpe (Pr. Z. S. Lond. 1891, p. 191, pl. XVI., Fig. 4), welche vielleicht als kleineres und heller gefärbtes ♀ (Sharpe giebt wie gewöhnlich das Geschlecht nicht an) zu Raffrayi gehört.
- 31. Belenois Thysa Hopffr.
- Nur wenige aber typische ♂ von Kisuani und Usambára.
- 32. Belenois (Thysa Hpfr. var.) Balangensis nobis.
- Eine Reihe sehr gut erhaltener ♂ vom Balangda unterscheidet sich von den vorerwähnten typischen Stücken der Thysa Hpffr. durch geringere Grösse (47-54 mm Exp.), stärkere Ausbreitung des orangerothen Basalfleckes auf der Unterseite der Vrdfl., und namentlich durch den Mangel einer gelben Färbung des Apicaltheiles daselbst. Diese Form steht auch der westafrikanischen Welwitschii Rghfr. (Ann. d. k. k. Naturh. Hof-Mus. IV. Bd., p. 548, pl. 23, Fig. 2) sehr nahe, ist aber davon durch geringere Grösse, Mangel jeder dunklen Flecken-Zeichnung am Schlusse der Mittelzelle auf Ober- und Unterseite der Hntfl., durch lebhafter gelbe (zuweilen aber auch weisslich werdende) Unterseite der Hntfl. und besonders auch durch das Auftreten des lebhaft orangegelben Basalfleckes auf der Unterseite der Vrdfl. verschieden.
- 33. Callosune Jone God.
- In Anzahl von den meisten Stationen im männlichen Geschlechte, jedoch nur ein ♀ von Umba Nyika.
- 34. Callosune spec.
- In Mehrzahl im männlichen Geschlechte mit der vorigen vorkommend, durch die auf Ober- und Unterseite der sonst zeichnungslosen Hntfl. scharf schwarz gefärbten Rippen verschieden. Die Unsicherheit der Bestimmungen in dieser Art Gruppe ist sehr gross (cfr. Pagenst. l. c. p. 15).
- 35. Callosune Anax Butl.; Grose Smith & Kirby Rhop. Exot. I., Callosune 1 p. 2, pl. 1, Fig. 5-8.
- Ein schönes Pärchen, das ♂ aus der Kilimanjaro-Niederung, das ♀ von Umba Nyika.
- 36. Callosune Bacchus Butl. Grose Smith & Kirby l. c. p. 1, Fig. 1-8.
- Mehrere ♀ von Simangiro, Elmarau, Kisuani und Katoto.
- 37. Callosune Antevippe B. Pagenst. l. c. p. 15.
- In geringer Zahl von Serengeti, Ngoroïne, Umba, Elmarau.
- 38. Callosune Bisfasciata Sharpe. Aid to the identif. II., pl. 189, Fig. 2.
- Ein einzelnes ♀ von Umba Nyika.
- 39. Callosune Buxtoni Westw. (Oates pl. E., Fig. 7, 8.)
- Ein sehr grosses ♂ von Meatu kann nur fraglich hierher gezogen werden.
- 40. Callosune Celimene Luc.; Amina Hew., Stgr. Exot., Taf. 23.
- Ein halbes Dutzend Exemplare von Kiwaya und Meatu.
- 41. Callosune Pallene Hopffr.
- Eine Reihe von Stücken von Usukuma und Meatu scheinen hierher zu gehören.
- 42. Callosune Auxo Luc. (gelbe Form).
- Zahlreiche Stücke beiderlei Geschlechtes von fast allen Stationen.
- 43. Callosune Evarne Klug. (weisse Form).
- In geringerer Zahl als die vorige, namentlich aus den Kilimanjaro-Niederungen und von Meatu.
- 44. Callosune Hildebrandtii Stgr. Rghfr., Usambára 1891, p. 329 ♀.
- Eine geringe Zahl von Stücken beiderlei Geschlechts von Kisuani, Umbugwe, der Umba Nyika und Meatu.
- 45. Callosune Achine Cr.
- Ein einzelnes ♀ von Mwansa.
- 46. Callosune Miles Butl.
- In Anzahl aus den Kilimanjaro-Niederungen Elmarau, Balangda, Usukuma, Sogonoi und Meatu.
- 47. Callosune Gavisa Wallgr.
- Zwei ♀, eins aus den Kilimanjaro-Niederungen, das andere, bedeutend kleiner, von Katoto.
- 48. Callosune Trimeni Butl.
- Zwei ♂ vom Nyansa; ein wahrscheinlich hierher gehöriges ♀ aus den Kilimanjaro-Niederungen.
- 49. Callosune Omphale God.
- Wenige Stücke von Katoto und Simangiro.
- 50. Callosune Pseudacaste Butl.
- Ein ganz frisches ♂ von Usige.
- 51. Idmais Eris Klug. Aid to the ident. II, pl. 143, Fig. 3. ♀
- In Anzahl in beiden Geschlechtern namentlich von Meatu, Serengeti, Katoto, Elmarau und Kiwaya.
- 52. Idmais Protomedia Klug.
- Nur zwei Stücke aus den Kilimanjaro-Niederungen und von Kisuani.
- 53. Idmais Halymede Klug.
- Nur wenige Stücke von Ngoroïne, Kilimanjaro-Niederungen, Kisuani und Sogonoi.
- 54. Idmais Aurigineus Butl.
- In Anzahl von Kisuani, Umba Nyika, Simangiro, Manyara, Kilimanjaro-Niederungen.
- 55. Idmais Dynamene Klug.
- In geringerer Zahl von Katoto und Mwansa.
- 56. Idmais Vesta Reiche.
- Ein ♂ von Umba Nyika und ein ♀ von Kisuani.
- 57. Colias Electra L.
- Eine Anzahl Stücke von Mwansa, Katoto, Ngoroïne, Urundi (Nilquelle) und Serengeti. Darunter auch ein weisses ♀ von Ngoroïne.
- 58. Herpaenia Eriphia God. Stgr. Ex. Taf. 18. ♀.
- Eine Anzahl Stücke von Meatu, Balangda, Sogonoi, Manyara etc.
- 59. Eronia Leda Dbld.
- 60. Eronia Cleodora Hb. Pagenst. 1. c. p. 16.
- In grosser Zahl, abermals wie die Vorige besonders häufig von Meatu. Die Stücke gehören der grösseren Varietät Erxia Hew. an.
- 61. Eronia Buguetii B.
- In Mehrzahl von Elmarau, Nyarasa, Umba Nyika und aus den Kilimanjaro-Niederungen.
- 62. Catopsilia Florella F. Pagenst. 1. c. p. 13; Karsch 1. c. p. 223.
- Eine grosse Stückzahl dieser weit verbreiteten Art. Die ♀ in Minderzahl.
Danaidae.
- 63. Danaus Chrysippus L.
- In grosser Zahl von fast allen Stationen.
- 64. Danaus Dorippus Klg.
- Ebenfalls zahlreich, doch nur von wenigen Fundorten, namentlich Umbugwe.
- 65. Tirumala Petiverana Dbld. Karsch l. c. p. 201, N. 84; Pagenst. l. c. p. 17 (Danais Limniace Cr.).
- Nur drei Stücke von Umbugwe.
- 66. Amauris Haningtoni Butl.
- Ein Exemplar (♂) von Kisuani.
- 67. Amauris Gabunica Auriv. Ent. Tidskrift 1881, p. 39.
- Zwei ♂ von Sogonoi.
Nymphalidae.
- 68. Atella Phalanta Dru.
- In Mehrzahl von Umbugwe, Iraku, Ussui, N. Urundi.
- 69. Argynnis Baumanni nob., n. sp.
- Das Auffinden einer echten Argynnis-Art im ostafrikanischen Faunengebiete hat allerdings durch die bereits erfolgte Publikation der Argynnis Hanningtoni Elwes, (Trans. Ent. Soc. Lond. 1889, p. 558, Fig.) aus dem Kilimanjaro-Gebiet seine grosse Bedeutung für die bis dahin angenommene geographische Verbreitung dieser Gattung verloren, bleibt aber immerhin noch ein faunistisch höchst bemerkenswerthes Ereigniss.
- Die vorliegende Art, welche einen ganz palaearctischen Habitus zeigt, wurde auf den Missosi ya Mwesi im Imbo-Urundi-Gebiet im September 1892 in ca. 2500 m Seehöhe in 5 Exemplaren erbeutet, worunter sich ein gut erhaltenes Pärchen befindet. Wir erlauben uns, die Art nach Herrn Dr. Oscar Baumann zu benennen.
- Baumanni gehört zu den kleinsten Arten dieses Genus, steht jedoch mit keiner der Arten desselben in sehr naher Verwandtschaft. Der allgemeine Habitus, die stark aufgeblasenen Palpen, der Ursprung der zweiten Subcostalrippe (nach Schatz) genau am Schlusse der Mittelzelle der Vorderflügel, sowie die durch eine feine Querrippe geschlossene Mittelzelle der Hinterflügel sichern die Angehörigkeit der Art zum Genus Argynnis F., wo sie zu Folge des fehlenden Medianspornes der Vorderflügel in die Artgruppe »Brenthis Hb.«, und mit Rücksicht auf die stark gestutzte Form der Hinterflügel am besten zu Pales S. V. zu stellen wäre.
- Die Oberseite der kurz- und breitflügelig erscheinenden Art ist ziemlich hell und lebhaft rothgelb, der Basaltheil aller Flügel in schmaler Ausdehnung grüngrau bestäubt und nur kurz behaart. Die schwarze Zeichnung reduzirt sich auf den Vrdfl. auf fünf an den Subcostalrippen liegenden und den Anfang von Binden bezeichnenden Flecken längs des Vorderrandes, wovon nur der erste als Begrenzung des dunkeln Basaltheils gekrümmt ist, während die übrigen breiteren fast grade verlaufen. Unterhalb jedes dieser Vorderrandflecken liegt ein schwarzer Punktfleck, wodurch eine schräg gegen die Flügelspitze gerichtete Reihe solcher Punkte entsteht. Weiter findet sich noch ein solcher Punkt von gleicher Grösse zwischen Dorsale und letztem Medianast, welcher mit den beiden ersten Punkten der vorerwähnten Schrägreihe die Endpunkte eines fast gleichseitigen Dreieckes bezeichnet. Endlich ist noch eine aus 6 Punkten gebildete Querreihe vor dem Saume vorhanden. Auf dem Htfl. liegt eine Reihe grosser Punktflecke vor dem Saume (zwischen den Rippen) und finden sich nur noch im Discus die Spuren feiner (beim ♀ grösserer) schwarzer Punkte. Der Saum ist auf allen Flügeln breit schwarz bezeichnet, wodurch helle Fleckchen der Grundfarbe eingeschlossen werden, welche auf den Hinterflügeln länglich gestaltet sind. Die Rippen bleiben überall hell. Die Franzen gelblichweiss, auf den Rippenenden breit schwarz durchschnitten.
- Die blassrothgelbe Unterseite des Vdfl. zeigt am Vorderrande vor der Spitze einen blassgelben, dreieckig gestalteten Apicalfleck, welcher saumwärts rothbraun begrenzt ist, woselbst die beiden letzten Punkte der Saumreihe weiss und schwarz geringt erscheinen. Sonst ist die schwarze Zeichnung der Oberseite auch hier, wenn auch schwächer vorhanden; ebenso ist der lange Vorderrandsfleck, welcher den gelben Apicalfleck wurzelwärts begrenzt in vier Punkte aufgelöst. Die blassgelbe Unterseite der Hinterflügel zeigt nach der gelben Saumlinie eine Reihe von 6, wenig glänzenden, und beim ♀ flacher gestalteten Silberflecken, welche wurzelwärts gegen Innen- und Vorderwinkel an eine rothbraune Färbung stossen, innerhalb welcher die hier weissgekernte Punktreihe der Oberseite liegt. Danach folgt noch eine, der obenerwähnten Punktreihe parallel verlaufende Serie unbestimmt begrenzter, rundlicher Silberflecken. Der Basaltheil zeigt in der Mittelzelle einen auswärts scharf schwarz begrenzten rothbraunen Fleck, innerhalb dessen ein kleiner runder, schwarz umzogener Silberfleck liegt. Endlich findet sich noch ein keilförmiger, auswärts rothbraun begrenzter Silberfleck an der Basis zwischen der zweiten Dorsale und Mediana. In der Flügelmitte und an der Basis liegen noch einzelne schwarze Striche meist als Begrenzung der angegebenen rothbraunen Färbung.
- Fühler sammt Kolben einfarbig schwarz. Die hellgelben Palpen dicht schwarz behaart. Die Beine bräunlich. Der schwarze Körper namentlich am Thorax dicht grünlich behaart. Vdfl.-Länge ♂ 17, ♀ 16 mm, Exp. 30-32 mm.
- Das kleinere ♀ ist dunkler gefärbt und zeigt namentlich die schwarze Fleckenbildung der Oberseite stärker ausgeprägt.
- 70. Hipanartia Hippomene Hb.
- Ein Exemplar von Mutyek.
- 71. Pyrameis Abyssinica Feld.
- Ebenfalls nur ein Exemplar von Mutyek.
- 72. Pyrameis Cardui L.
- Zahlreich von verschiedenen Stationen.
- 73. Junonia Crebrene Trim. Pagenst. l. c., p. 22.
- In Anzahl von Umbugwe, Ngoroïne, Ussui und Kiwaya.
- 74. Junonia Clelia Cr. Pagenst. l. c., p. 22.
- In sehr grosser Zahl von fast allen Stationen.
- 75. Junonia Orithya L. Pagenst. l. c., p. 23.
- In Mehrzahl, var. Boopis Trim. von Ussui.
- 76. Precis Sophia F. Rghfr. Ann. Naturhist. Hof-Mus. VI, p. 460.
- In geringer Zahl von Uyogoma.
- 77. Precis Cloantha Cr. Karsch l. c., p. 176, N. 8; Rghfr., Usambára, p. 326.[32]
- Eine Reihe von Stücken von Usukuma, Katoto, Ngoroïne.
- 78. Precis Sesamus Trim. Rghfr. l. c., p. 460 (Amestris Drury).
- In sehr grosser Zahl mit fast ganz verdunkelter Hinterseite von Urundi, Ruanda, Usinja, Uha.
- 79. Precis Amestris Dru. Dewitz, Berl. ent. Z. 1885, Taf. II, Fig. 4, p. 142.
- Ein genau mit der citirten Abbildung übereinstimmendes ♀ von Nord-Urundi.
- 80. Precis Octavia Cr. Karsch l. c., p. 176, N. 7.
- Wenige Stücke von Umbugwe und Kisuani; zwei Stücke von Ussui gehören der var. Natalensis Stgr. an.
- Ein weiteres ♀ stimmt gut mit der Abbildung bei Trim., South Afr. I, pl. 4, Fig. 4, welches angeblich einen Hybrid vorstellen soll.
- 81. Precis Taveta l. c., p. 460, Taf. XV, Fig. 7.
- Ein halbes Dutzend Stücke aus den Kilimanjaro-Niederungen und vom Balangda.
- 82. Precis Pelasgis God.
- Einige Stücke von Ngoroïne, Süd-Ruanda, Uha und Usukuma.
- 83. Precis Kowara Ward.
- Wenige Stücke von Ruanda und Uha.
- 84. Precis Guruana Rghfr.
- Lebhaft gefärbte Stücke von Ngoroïne.
- 85. Precis Petersii Pagenst. (non Dewitz) l. c., p. 23, N. 42.
- Mehrere Exemplare von Umba Nyika, Usige, Katoto gehören zweifellos zu der von Pagenstecher unter Petersii verstandenen Form.
- 86. Precis Tugela Trim. South Afr., B. Vol. I, pl. 4, Fig. 5, p. 241.
- Zwei Pärchen von Süd-Ruanda, wovon die ♂ auf der Oberseite mit lebhafterer rother Binde als die ♀.
- 87. Precis Archesia Cr.
- Wenige Stücke von Nord-Urundi, Süd-Ruanda und Uyogoma.
- 88. Precis Artaxia Hew.
- Einige Stücke von Uha.
- 89. Precis Elgiva Hew.
- Von Ngoroïne, Ikoma, Sogonoi, aus den Kilimanjaro-Niederungen in grosser Zahl.
- 90. Precis Natalica Feld.
- Von Katoto, Urundi, Uha, Urambo.
- 91. Precis Monroviana Stgr.
- Eine Reihe von Stücken von Uha gehören wohl hierher.
- 92. Crenis Rosa Hew. Month. Mag. XIV, p. 82. Trim., South Afr. Butterfl. III, p. 403 (= Pechuelii Dewitz).
- Einige wenige Stücken von West-Unyamwesi und Ussui.
- 93. Crenis Concordia Hopffr.
- Nur zwei schlechte Stücke von Ussui.
- 94. Crenis Boisduvali Wallengr. Trim., South Afr. Butt. I, p. 252, Taf. 5, Fig. 2, 2a.
- Ein ♂ von Uyogoma, ein wahrscheinlich dazu gehöriges ♀ von Uha.
- 95. Palla Varanes Cr. Auriv., Ent. Tidskrift 1891, p. 216 (Vologeses Mab.).
- Wenige Stücke von Mwansa und Ufiomi.
- 96. Charaxes Pelias Cr. var. Saturnus Butl. Stgr., Ex. Tgfl., Taf. 58.
- Nur zwei ♂ von Ussui und Ussure.
- 97. Charaxes Pollux Cr.
- Abermals nur vier ♂ von Nord-Urundi.
- 98. Charaxes Neanthes Hew.
- Ein einzelnes ♂ von Serengeti.
- 99. Charaxes Gruderiana Dewitz.
- Wenige Stücke von Ussure und Sogonoi.
- 100. Charaxes Zoolina Dbl.
- Einige Stücke von Kisuani und Umbugwe.
- 101. Charaxes Eupale Dru. Karsch 1. c., p. 192, N. 61.
- Ein Exemplar von Nord-Urundi.
- 102. Charaxes Bohemanni Feld.
- Ein beschädigtes ♀ von Uha stimmt vollkommen mit der Abbildung bei Butl., Lep. Ex., Taf. 10, Fig. 3.
- 103. Hypolimnas Misippus L. Pagenst. 1. c., p. 25; Karsch 1. c., p. 179.
- In sehr grosser Zahl von fast allen Stationen.
- 104. Euphaedra Neophron Hopffr. Pagenst. 1. c., p. 25.
- Wenige Stücke von Umba Nyika und den Kilimanjaro-Niederungen.
- 105. Pseudacraea Colvillei Butl. Aid to the Identif. II, pl. 150, Fig. 1.
- Ein ♂ von Urambo stimmt mit der citirten Abbildung bis auf den Umstand überein, dass sich auch im grauen Apicaltheile der Vrdfl. eine röthliche Stelle findet.
- 106. Hamanumida Daedalus F. Pagenst. l. c., p. 26.
- In Mehrzahl von Umbugwe und Majita.
- 107. Aterica Theophane Hopffr. Pagenst. l. c., p. 26.
- Ein fraglich hierher gehöriges grosses ♀ mit brauner Hntfloberseite von Sogonoi.
- 108. Aterica Cupavia Cr. Stgr., Exot. Tgfl., Taf. 52.
- In Mehrzahl von Usinja.
- 109. Salamis Anacardii L.
- Wenige Stücke von Ussui, Kisuani und Usinja.
- 110. Salamis Duprei Vinson.
- Einige Stücke von Umbugwe und Kisuani.
- 111. Eurytela Ophione Cr.
- Einige Stücke von Ngoroïne und Ussui.
- 112. Eurytela Driope Cr.
- Eine Anzahl Stücke von Ngoroïne und Ruanda.
- 113. Neptis Agatha Cr. Pagenst. l. c., p. 24; Karsch l. c., p. 186.
- In Mehrzahl von Uha, Usinja, Majita, Katoto und Ruanda.
- 114. Neptis Marpessa Hopffr.
- Nur ein ♂ von Ngoroïne.
- 115. Hipanis Ilithyia Dru. Pagenst. l. c., p. 24; Karsch l. c., p. 178.
- In Anzahl von Sogonoi, Majita, Ngoroïne und Balangda.
- 116. Acraea Neobule Dbld. Karsch l. c. p. 197, N. 67; Rghf. l. c. p. 325.
- In sehr geringer Zahl von Kisuani und Meatu.
- 117. Acraea Doubledayi Guér. Pagenst. l. c. p. 18, N. 22.
- Einige Stücke von Kiwaya, Ussure, Iraku und Ussandaui.
- 118. Acraea Encedon L. Pagenst. l. c. p. 17, N. 21; Karsch l. c. p. 197, N. 66.
- In grosser Zahl beiderlei Geschlechtes von Umbugwe, Katoto, Ussui, Meatu, Ikoma. Die ♀ mit und ohne weisse Subapicalbinde.
- 119. Acraea Anemosa Hew. Pagenst. l. c. p. 18, N. 25.
- Eine Anzahl Exemplare nur von Kiwaya.
- 120. Acraea Caffra Feld.
- Ein ♀ von Kiwaya.
- 121. Acraea Egina Cr. Karsch l. c. p. 198, N. 70.
- Wenige Exemplare von Iraku und Imbo Urundi.
- 122. Acraea Serena F. Pagenst. l. c. p. 20, N. 32; Karsch l. c. p. 198, N. 72.
- In grösserer Zahl von Ngoroïne, Ururi, Uha.
- 123. Acraea Cabira Hopffr. Pagenst. l. c. p. 21, N. 23.
- Die ♂ in Anzahl von Usinja, ein ♀ von Usukuma.
- 124. Acraea Acerata Hew.
- In einiger Anzahl von Uha.
- 125. Acraea Bonasia F. (cfr. Holland, Ann. und Mag. 6. Dezember 1893, p. 247.)
- Einige Stücke von Imbo Urundi.
- 126. Acraea Nelusca Oberth. Etud. III., p. 25, pl. II., Fig. 3.
- Ein ♀ aus dem Vorlande (Usambára).
- 127. Acraea Oncea Hopffr.
- Ein ♂ von Ussandaui.
- 128. Acraea Esebria Hew. Stgr. Exot. Tgfr., Taf. 33, p. 85.
- Drei Exemplare von Mangi stimmen vollkommen mit Stgr.'s Abbildung.
- 129. Acraea Oreas Sharpe. Proc. Zool. Soc. Lond. 1891, p. 193, pl. XVII. Fig. 5.
- Ein Exemplar von Katoto, grösser als in Sharpe's Abbildung, aber vollkommen übereinstimmend.
- 130. Acraea Confusa Rghfr. (= Johnstoni Butl., non Godm.). Ann. d. naturh. Hof-Mus. VI., 1891, Taf. XV., Fig. 5.
- Nur ein ♀ von Iraku; Holland (Ann. und Mag. 6. Dezember 1893, p. 249) vereinigt eine Reihe nahestehender Formen unter Johnstoni Godm.
Satyridae.
- 131. Gnophodes Parmeno Dbld. Karsch l. c. p. 211, N. 102.
- Nur ein Exemplar von Usinja.
- 132. Melanitis Leda L.
- In Mehrzahl von Umba Nyika und Kisuani.
- 133. Melanitis Bankia F.
- Von Usinja, Katoto, S. Ruanda, Uha und Usige.
- 134. Dichothyris Kenia Rghfr.
- Wenige Stücke von Usinja. Das Genus Dichothyris wurde erst kürzlich von Karsch l. c. p. 203 aufgestellt. (cfr. Aurivill Tidsk. 1893, 271.)
- 135. Mycalesis Safitza Hew. Pagenst. l. c. p. 27, N. 55; Karsch l. c. p. 206, N. 90.
- In grosser Anzahl namentlich von Süd-Ruanda und Usinja. Die beiden Formen Eusirus Hopffr. und Evenus Hopffr. scheinen generationsweise zu alterniren.
- 136. Mycalesis Perspicua Trim.
- Eine Anzahl Exemplare nur aus den Kilimanjaro-Niederungen und von Kisuani.
- 137. Mycalesis Maevius Stgr. Exot. Tgf. p. 229, Taf. 82.
- Nur drei Stücke von Ussui ganz mit Stgr.'s Abbildung stimmend. Die Art ist der vorigen ähnlich aber kleiner, der helle Querstreifen der Unterseite fast ganz gerade, die Punktaugen der Hntfl. daselbst sehr klein.
- 138. Mycalesis Danckelmani Rghfr. Pagenst. l. c. p. 27, N. 56.
- In sehr geringer Zahl von Usinja.
- 139. Yphtima Asterope Klug. Pagenst. l. c. p. 26, N. 54; Karsch l. c. p. 211.
- In Mehrzahl von Elmarau, Ngoroïne, Majita, Katoto. Ein Exemplar ♂ von Ngoroïne weicht dadurch ab, dass die Unterseite der Hntfl. viel dunkler, das obere Auge des Innenwinkels, sowie jenes unter dem Costalrande bedeutend grösser ist, als bei syrischen Stücken.
- 140. Physcaeneura Leda Gerst. Pagenst. l. c. p. 28.
- In geringer Zahl von Ufiomi und aus dem Vorlande.
Lycaeniden.
- 141. Lycaena Jobates Hpffr.
- Nur ein kleines ♀ aus den Kilimanjaro-Niederungen.
- 142. Lycaena Asopus Hpffr. Pagenst. l. c. p. 28, Karsch l. c. p. 226.
- In Anzahl von Kiwaya und Ussui.
- 143. Lycaena Osiris Hpffr. Karsch l. c. p. 226, N. 133.
- Nur ein schönes ♂ von Ngoroïne.
- 144. Lycaena Baeticus L.
- Von Uha, Ussui und Usukuma.
- 145. Lycaena Telicanus Hb.
- In grosser Zahl aus dem Kilimanjaro-Vorlande, Uha und Ussui.
- 146. Lycaena Lingeus Cr. Karsch l. c. p. 276, N. 135.
- Nur wenige Stücke von Usinja.
- 147. Lycaena Jesous Guér.
- Einige wahrscheinlich hierher gehörige Stücke von Ussui.
- 148. Lycaena Artemenes Mab. Faun Madag. pl. 27, Fig. 3, 4, p. 209.
- Drei Exemplare von Mutyek.
- 149. Lycaena Cordatus Sharpe. Proc. Zool. S. Lond. 1891, p. 636, pl. 48, Fig. 4.
- Drei Exemplare von Sirwa, Mangati und Mutyek stimmen auf der Oberseite ganz mit der citirten Abbildung; die Unterseite ist dunkler und zeigt auf den Hntfl. die Flecken zu einer Binde vereint.
- 150. Hipolycaena Philippus F.
- Wenige Stücke von Kisuani.
- 151. Dipsas Antalus Hpffr.
- Von Ussui, Katoto und Mangati.
- 152. Zeritis spec. bei Molomo Trim.
- Ein einzelnes etwas beschädigtes ♀ von Ussandaui gehört wahrscheinlich einer unbeschriebenen Art bei Molomo Trim. und Damarensis Trim. (Proc. Z. S. 1891, p. 90, pl. IX., Fig. 17 ♂) an. Die gelbbraune Oberseite entbehrt bis auf eine sehr schmale Saumbinde jeder schwärzlichen Zeichnung. Die Hntfl. zeigen nach der Mitte des Vorderrandes einen gerundeten schwärzlichen Flecken. Die Unterseite scheint gut mit jener von Damarensis übereinzustimmen. Exp. 30 mm.
- 153. Chrysophanus Perion Cr.
- Je ein einzelnes ♂ von Mangati und Uha.
- 154. Alaena Caissa nob. nov. sp.
- Ein Pärchen einer Alaena Art, wovon namentlich das ♂ sehr gut erhalten ist, wurde im Hügellande bei Ngoroïne in circa 1500 m Seehöhe im Mai 1892 erbeutet, und lässt sich mit keiner der sechs bisher bekannt gemachten Alaena Species[33] vereinen.
- Die Vrdfl. gestreckt, beim kleineren ♂ mit schärferer Spitze und schrägerem Saume. Grundfarbe aller Flügel schwarzgrau. Zeichnung weiss. Letztere besteht auf den Vrdfl. in drei hintereinander liegenden Flecken der Mittelzelle, wovon der Basis zunächst befindliche keilförmig gestaltet und undeutlich ist, wogegen die beiden folgenden gerundet sind, und der an die Querader stossende Fleck am grössten und hellsten erscheint. Ferner tritt hinter der Mitte eine schmale, stark geschwungene Querbinde auf, welche wurzelwärts scharf begrenzt erscheint und überall durch die Adern schwarz durchschnitten wird. Sie tritt zwischen dem letzten Subcostalaste und den Radialästen am stärksten saumwärts vor, geht hierauf zwischen den Medianästen, wo sie breiter wird, wieder stark wurzelwärts zurück und reicht gegen den Innenrand zu nur bis zur Dorsale.
- Auf den Hntfl. ist nur eine weisse Mittelquerbinde vorhanden, welche dem Saume parallel verläuft, zwischen den Radialästen am breitesten ist, wurzelwärts sich in getrennte kleinere Flecken auflöst und gegen den Vorderrand (beim ♂) nur bis zum ersten Subcostalaste reicht.
- Das grössere ♀ zeigt auf der Oberseite eine etwas blassere Grundfarbe als das ♂, so dass gegen den Saum zu die helle Fleckenzeichnung der Unterseite durchscheint.
- Die helle Unterseite ist durch eine sehr nahe dem Saum der Vrdfl. verlaufende schwärzliche Querlinie und durch die fast gleichmässig gewürfelt erscheinenden Hntfl. des ♀ sehr ausgezeichnet.
- Beim ♂ ist auf den Vrdfl. der Vorderrand, die Mittelzelle, sowie ein unbestimmter Raum nach derselben (jedoch nicht der Apicaltheil), sowie eine Mittelbinde der Hntfl. gelblich. Beim ♀ bleibt die Grundfarbe der Unterseite weiss.
- Auf den Vrdfl. reiht sich an die drei weissen Flecken der Mittelzelle nach aussen zu noch ein vierter, gleichmässig schwarz umzogener Fleck an. Gegen Vorderrand und Saum zu sind die Rippen schwarz angelegt, unter der Spitze zieht sehr nahe und parallel dem Saume eine feine schwärzliche Querlinie, welche beim ♂ bereits auf der Mediana endigt, beim ♀ aber bis gegen den Innenrand deutlich bleibt. An der Basis der Hntfl. liegen drei Reihen unregelmässig geformter Würfelflecken, und vor dem Saume eine Doppelreihe solcher Flecken. Der schmale Raum zwischen Basal- und Saumflecken ist nur beim ♂ gelb ausgefüllt, bleibt jedoch beim ♀, welches die schwarze Zeichnung der Unterseite breiter zeigt, weiss. — Franzen weiss, auf den Rippenenden schwarz gefleckt. Körper und Fühler schwärzlich, letztere auf der Unterseite mit weisslichen Fleckchen. Die Palpen, Beine, sowie die Bauchseite des weisslich geringten Hinterleibes sind rostgelb. Ebenso gefärbt sind auch einige abstehende Haare im Nacken. — Vrdfllänge des ♂ 13,5, ♀ fast 16, Exp. 26 respektive 30 mm.
- Caissa unterscheidet sich wohl von sämmtlichen vorerwähnten Alaena-Arten durch die geringe Breite der weissen Mittelquerbinde. Die auch sonst entfernter stehenden Amazoula B. und Hauttecœuri Oberth. sind überdies im männlichen Geschlechte bräunlich gefärbt; Nyassa Hew. hat ungescheckte Franzen. Interposita Butl. und Major Oberth. sind grösser, erstere zeigt auch noch helle Flecken im Saumfeld.
- Am nächsten vorliegender Art kommt jedenfalls die nur sehr mangelhaft beschriebene Johanna Sharpe, bei welcher über das Aussehen der Unterseite und über das Geschlecht der Type kein Wort erwähnt ist. Caissa scheint sich auch von dieser Art durch die drei weissen Flecken (statt einer weissen Linie) der Mittelzelle der Vrdfl., und durch noch schmälere Mittelbinde, welche sich hier im Discus der Hntfl. erweitert, zu unterscheiden.
- Sowohl Trimen [South Afric. Butterfl. II. (1887) p. 222] als auch Schatz (Famil. und Gatt. der Tagf. p. 280, Taf. 50) weisen auf Grund selbstständig vorgenommener Untersuchungen dem Genus Alaena B. die Stellung in der Familie der Lycaeniden an.
Hesperidae.
- 155. Pyrgus Diomus Hpffr.
- Drei Exemplare von Sogonoi und Usinja.
- 156. Pamphila Mathias F., Pagenst. l. c. p. 31, N. 71.
- Einige Exemplare von Usukuma, Simangiro und Umba Nyika.
- 157. Ismene Forestan Cr. Pagenst l. c. p. 31, N. 73; Karsch l. c. p. 265, N. 217.
- Nur ein Exemplar (♂) von Serengeti.
- 158. Ismene Pisistratus F. Karsch l. c. p. 266, N. 218.
- Je ein Exemplar von Usukuma und Katoto.
- 159. Ismene Anchises Gerst.
- Nur drei Stücke aus der Kiwayasteppe und von Iraku.
- 160. Oxynetra Zambesiaca Westw.
- Nur ein Exemplar von Ussui.
- 161. Pterygospidea Morosa Rghfr. Ann. des k. k. naturhist. Hofmus. 1891, p. 463; Djaelalae Pagenst. l. c. p. 31, N. 72.
- Nur ein Exemplar von N. Urundi, mit der Type übereinstimmend. Nach den kurzen Angaben über die Unterseite bezieht sich Pagenstecher's Citat für Djaelalae auf diese Art.
- 162. Pterygospidea Jamesoni Sharpe. Ann. a. Mag. N. H. 6 ser Vol. VI, p. 348 (1890); Trim. Proc. Zool. Soc. Lond. 1891, p. 106, Pl. IX, Fig. 25.
- Drei ganz mit der citirten Abbildung übereinstimmende Exemplare von Unyamwesi.
- 163. Abantis Amneris nob., n. sp.
- Eine Reihe von Stücken beiderlei Geschlechts einer Abantis-Art aus der Kiwayasteppe und von Umbugwe hielten wir wegen der rein weissen Grundfarbe der nur schwarz gesäumten Flügel zu Levubu Wallgr. (Trim. South Afr. B. III, p. 345, pl. XII, Fig. 5) gehörig. Eine nähere Untersuchung ergab jedoch, dass hier eine andere, der Levubu allerdings sehr nahestehende Art vorliege, zu deren Kenntlichmachung es nur der Angabe der unterscheidenden Merkmale bedarf.
- Flügelspannung 35 mm. Der Grund aller Flügel ist auf Ober- und Unterseite rein weiss, ohne die schwarzen Adern von Levubu, nur die Submediana der Hinterflügel (Rippe 1b) ist schwarz und schliesst auf der Unterseite zwischen sich und der Innenrandsrippe (Rippe 1a) einen gegen die Basis schwarz gefärbten Raum ein.
- Weiter ist die schwarze Apicalzeichnung der Vorderflügel viel breiter, wodurch der bei Levubu abgeschnittene Theil der weissen Grundfarbe in kleine gerundete Flecken aufgelöst erscheint, wovon nur die drei ersten zusammenhängen, während die beiden kleinen Flecken unter dem Vorderrande von einander getrennt bleiben. Auch die Saumflecke selbst sind kleiner und gerundeter.
- Alles Uebrige, namentlich die Bildung und Färbung der Palpen, sowie die lebhaft gelbgefärbten Schulterdecken, scheint mit Levubu vollkommen übereinzustimmen.
- Letztere Art hat jedenfalls auch in (Sapaea) Lactea Plötz (Stett. e. Z. 1885, p. 36) eine nahe Verwandte, welche sich jedoch zu Folge der Beschreibung durch gelbgesäumte Abdominalsegmente, durch schmalen schwarzen Vorderrand der Vorderflügel und die auf der Unterseite geschwärzte Rippe 8 der Hinterflügel gewiss specifisch von Amneris trennt.
Heterocera. — Sphingidae.
- 164. Sphinx Couvolvuli L.
- Ein einzelnes kleines ♀ von Iraku.
Arctiidae.
- 165. Callimorpha Bellatrix Dalm.
- Ein Pärchen, das ♂ von Usinja, das sehr grosse ♀ von N. Urundi[34].
- 166. Diaphone Sylviana Stoll. Kirby Syn. Cat. p. 909; Eumela Pagenst. l. c. p. 33.
- Ein Exemplar von Ussui.
Nyctemeridae.
- 167. Nyctemera Antinorii Oberth. Kirby l. c. p. 422, N. 57.
- In einiger Zahl von Usinja.
Lithosidae.
- 168. Argina Leonina Wlk.
- Zwei Exemplare von Mwansa.
- 169. Deiopeia Pulchella L.
- Mehrere Exemplare von Ussongo und Uha.
Agaristidae.
- 170. Xanthospilopteryx Geryon F.
- Vier Exemplare von Mwansa, Katoto, Majita und Ussandaui.
- 171. Aegocera Menete Cr.
- Ein Exemplar von Iraku.
- 172. Charilina Amabilis Dru.
- Ein Exemplar von Ussandaui.
Hypsidae.
- 173. Aganais Aphidas Hopffr.
- Ein ♂ von Usegua stimmt vollständig mit der Abbildung bei Hopffer (Peter's Reise), Taf. 28, Fig. 8 (♀), überein.
- 174. Egybolis Vaillantina Stoll.
- Einige Exemplare von Imbo Urundi.
- Die systematische Stellung dieser Art bei den Castniiden, wohin sie Pagenstecher l. c. p. 32 nach dem Vorgange Wallengren's stellt, ist gewiss unrichtig, da die Raupe frei lebt und fast ophiusidenartigen Habitus zeigt (Trans. Ent. S. Lond. 1856, pl. 14, Fig. 3).
Notodontidae.
- 175. Heteranaphe Jacksoni Sharpe. Kirby Syn. Cat. p. 577 (Hyperanaphe).
- Nur vier ♂ dieser interessanten Art von Urundi und Uha.
Saturnidae.
- 176. Philosamia Antinorii Oberth. Kirby Syn. Cat. p. 749, N. 10.
- Ein beschädigtes, aber gewiss hierher gehöriges ♂ von Usukuma (Iraku).
- 177. Bunaea Alcinoe Stoll. Kirby Syn. Cat. p. 751, N. 6.
- Nur ein ♀ vom Manyara.
- 178. Tagoropsis Flavinata Wlk. Kirby l. c. p. 755, N. 2.
- Zwei Exemplare von Ussure und Ussandaui.
- 179. Antheraea Oubie Gúer. Kirby l. c. p. 757, N. 12.
- Ein ♂ von Mangati und zwei ♀ von Ngorongoro unterscheiden sich von der Abbildung bei Lefevre durch kleinere und dunklere Augenflecke der Vorderflügel und die auf Ober- und Unterseite weissen (nicht rosafarbenen) Querstreifen. Auch sind die Segmente des Hinterleibes auf der Unterseite schwarz geringt. Zaddachi Dewitz stellt wahrscheinlich die westafrikanische Form derselben Art dar.
- 180. Heniocha Terpsichore Maass.-Weym. Kirby l. c. p. 771, N. 8.
- Ein ♂ von Ussongo.
Hepialidae.
- 181. Gorgopis Libania Stoll. (? Miserabilis Stgr.)
- Zwei ♂ von Serengeti.
Plusiidae.
- 182. Plusia Chalcytes Esp. Pagenst. l. c. p. 43.
- Drei Exemplare von Ngorongoro, Simangiro und Ussandaui.
Ophideridae.
- 183. Ophideres Materna L.
- Mehrere Stücke von Umbugwe, Kiwaya und Ussongo.
- 184. Entomogramma Pardus Gn.
- Ein wahrscheinlich hierher gehöriges Exemplar von S. Ruanda.
Ommatophoridae.
- 185. Patula Walkeri Butl. Saalmüller, Fn. Mad. Taf. IX, Fig. 137; Macrops, Rghfr., Baum. Usambára p. 329, N. 106.
- Drei Stücke von Uha und den Umba Nyika-Niederungen.
- 186. Cyligramma Latona Cr.
- In Mehrzahl von Umbugwe und S. Ruanda.
- 187. Cyligramma Fluctuosa Dru.
- Nur ein Exemplar von den Umba-Niederungen.
Ophiusidae.
- 188. Sphingomorpha Chlorea Cr.
- Ein Exemplar von Katoto.
- 189. Ophiodes Hopei B. (Tettensis Hopffr.). Saalmüller Fn. Madag. p. 444.
- Ein schlechtes Exemplar aus den Kilimanjaro-Niederungen.
- 190. Achaea Chamaeleon Gn.
- Nur ein Exemplar von Mwansa.
- 191. Ophiusa Deliana Stoll. Taf. 36, Fig. 4. Anfractuosa B. Pagenst. l. c. p. 44.
- Ein Exemplar von Umba Nyika.
- 192. Ophiusa Torrida Gn.
- Ebendaher ein Exemplar.
- 193. Ophiusa Mahura Feld. u. Rghfr., Nov. Taf. 117, Fig. 13.
- Ein Exemplar von Majita.
- 194. Ophiusa Delta B. Pagenst. l. c. p. 44.
- Ein schlechtes Exemplar von Mwansa.
- 195. Grammodes Stolida F. Pagenst. l. c. p. 44.
- Ein ♂ vom Manyara.
- 196. Asymbata Gerst. (?Calesia Gn.) Roseiventris Gerst. Decken's Reisen in Ostafrika II, 1873, p. 378, Taf. XV, Fig. 8.
- Ein ♂ von Kisuani.
Remigidae.
- 197. Remigia Archesia Cr.
- Ein Exemplar von Ikoma.
[[←]] II. Coleoptera.
Bestimmt von Custos L. Ganglbauer.
Die Mehrzahl der Käfer gehört Arten an, die bereits von Professor Gerstäcker in den wissenschaftlichen Ergebnissen von Baron Carl Claus von der Decken's Reisen in Ostafrika (Dritter Band, zweite Abtheilung, 1873) aufgeführt oder beschrieben wurden. Einige Arten konnten nach Gerstäcker's Bearbeitung der von Dr. G. A. Fischer während seiner Reise nach dem Massai-Land gesammelten Coleopteren (Jahrb. Hamburg. Wissensch. Anstalten 1884, 40-63) und nach Léon Fairmaire: »Coléoptères des voyages de M. G. Revoil chez les Somâlis et dans l'intérieur du Zanguebar« (Ann. Soc. Ent. France 1887, 69-186, 277-367) eruirt werden, ein Theil blieb vorläufig ohne genauere Bestimmung. Unter den letzteren mögen sich wohl einige Nova befinden, doch bleibt deren Feststellung und Beschreibung besser künftigen Monographen der betreffenden Genera überlassen. Isolirte Beschreibungen einzelner neuer Arten aus heterogenen Gattungen erfordern sehr umständliche und zeitraubende Literaturstudien und sind überdies von sehr problematischem Werthe, wenn sie nicht auf grösserem Vergleichs-Materiale basiren.
Carabidae.
- 1. Carabus Deckeni Gerst. Claus v. d. Decken Reisen, III, 2, 56, T. IV, Fig. 2. — Ein ♀ aus dem Irangi-Gebiet. Gerstäcker beschrieb Carabus Deckeni nach einem einzelnen von Dr. Kersten auf dem Kilimanjaro in einer Höhe von 8000' aufgefundenen ♀, bei welchem ausser den Flügeldecken auch die Scheibe des Halsschildes braunroth gefärbt war. Das Stück vom Irangi-Gebiet ist bis auf die rothbraunen Flügeldecken ganz schwarz; im Uebrigen passt auf dasselbe die Beschreibung des C. Deckeni. Das Thier ist ungeflügelt, die Mandibeln sind wie bei allen Carabus nahezu glatt, die Fühler sind aber ähnlich wie bei Calosoma gebildet, d. h. ihr zweites und drittes Glied ist stark zusammengedrückt und hinten scharfkantig.
- 2. Anthia hexasticta Gerst. Claus v. d. Decken Reisen, III, 2, 57, T. IV, Fig. 3. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken am See Jipe gesammelt.
- 3. Anthia Fornasinii Bertoloni Illustr. rerum natur. Mozamb. Diss. I, 7, T. I, Fig. 1; Gerst. Peter's Reise Mossamb. V, 152. — Unyamwesi (1 Exempl.). — Mozambique.
- 4. Anthia Artemis Gerst. Jahrb. Hamburg. wissensch. Anst. I, 1884, 43. — Sogonoi, Manyara (2 Exempl.), Kiwaya-Steppe (3 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Von Dr. Fischer am Kilimanjaro, von Schiffslieutenant v. Höhnel am Stephanie-See gefunden.
- 5. Anthia limbipennis Chaud. Bull. Mosc. 1861, II, 561. — Irangi-Gebiet (2 Exempl.), Unyamwesi (2 Exempl.). — Mozambique.
- 6. Tefflus juvenilis Gerst. Claus v. d. Decken Reisen, III, 2, 67. — Massai (2 Exempl.). — Von R. Brenner zuerst in der Tula-Kolonie aufgefunden, von Dr. Hans Meyer nach Kolbe (Stett. Entom. Zeitg. 1891, 28) im Ugueno-Gebirge gesammelt.
- 7. Isotarsus eustalactus Gerst. Claus v. d. Decken Reisen, III, 2, 68, T. V, Fig. 6. — Oestl. Nyansa-Ufer (1 Exempl.). — Von Claus v. d. Decken am See Jipe gesammelt.
- 8. Trimerus Raffrayi Chaud. Rev. Mag. Zoolog. 1878, 92; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 96. — Kilimanjaro (3 Exempl.). — Von Raffray in den Gebirgen von Schimba, von Revoil bei Guélidi gesammelt.
Dytiscidae.
- 9. Cybister binotatus Klug Erm. Reise 1835, 28, Sharp Transact. R. Dublin Soc. Vol. II (sér. 2) 1880-82, 721. — Kagera-Nil (1 Exempl.). — Südl. Mittelmeergebiet, Senegal, Nyassa, Sansibar, Mauritius, Madagascar, Arabien.
Hydrophilidae.
- 10. Hydrous spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
Silphidae.
- 11. Silpha micans Fabr. Syst. El. I, 337, Boh. Ins. Caffr. I, 54. — Massai (6 Exempl.), Irangi-Geb. (1 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.), Sogonoi, Manyara (7 Exempl.), östl. Nyansa-Gebiet (2 Exempl.). — Von Egypten bis zum Kap verbreitet.
Histeridae.
- 12. Hister validus Erichs. Klug, Jahrb. I, 1834, 130; Mars. Mon. Ann. Soc. Ent. Fr. 1854, 171, pl. 6, Fig. 2. — Massai (1 Exempl.), Irangi-Gebiet (2 Exempl.). — Senegal, Abessinien, Mozambique, Caffrarien, Natal, Kap.
- 13. Saprinus splendens Payk. Mars. Mon. Ann. Soc. Ent. Fr. 1855, 380, pl. 16, Fig. 22. — Sogonoi, Manyara (4 Exempl.). — Ueber ganz Südafrika verbreitet.
Trogositidae.
- 14. Alindria grandis Serv. Encycl. Méthod. X, 719. — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.). — Senegal, Ostafrika.
Dermestidae.
- 15. Dermestes vulpinus Fabr. Spec. Ins. I, 64; Erichs. Naturg. Ins. Deutschl. III, 426. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Mit thierischen Häuten über die ganze Erde verbreitet.
Passalidae.
- 16. Eumelosomus sansibaricus Harold, Monatsber. Ak. Berlin 1880, 562. — Kiwayasteppe (1 Exempl.). — Sansibar.
Scarabaeidae.
- 17. Ateuchus Aegyptiorum Latr. var. purpurascens Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 121. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken bei Mombas gesammelt.
- 18. Ateuchus catenatus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 123, T. VII, Fig. 4. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken zwischen dem See Jipe und Aruscha und bei Endara gesammelt.
- 19. Ateuchus spec. — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.).
- 20. Anachalcos procerus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 127, T. VII, Fig. 3 u. 3a. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Nach Kolbe (Stett. Ent. Zeitg. 1891, 19) über Centralafrika bis zum Kongo verbreitet.
- 21. Gymnopleurus virens Erichs. Arch. Naturg. IX, 231, Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 126. — Sogonoi, Manyara (5 Exempl.). — Ueber das tropische Afrika sehr weit verbreitet.
- 22. Heliocopris Hamadryas Fabr. Syst. Entom. 22. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber Südafrika weit verbreitet.
- 23. Heliocopris spec. — Massai (1 Exempl.).
- 24. Catharsius spec. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 25. Copris spec. — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.).
- 26. Onthophagus catta Fabr. Mant. Ins. I, 12, Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 130. — Kilimanjaro (1 Exempl.), Unyamwesi (1 Exempl.). — Ueber das ganze tropische Afrika und über einen grossen Theil von Asien (von Arabien bis Bengalen und Ceylon) verbreitet.
- 27. Onthophagus spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 28. Trox baccatus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 118, Harold, Mon. 82, Fairm., Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 115. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Ueber Ostafrika weit verbreitet.
- 29. Coniopholis Elephas Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 113, T. VI. Fig. 9. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken bei Endara, von Schiffslieutenant v. Höhnel bei Taveta aufgefunden.
- 30. Popillia spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 31. Popillia spec. — Irangi-Gebiet (2 Exempl.).
- 32. Anomala spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 33. Oryctes Boas Fabr. Burm. Handb. Entom. V, 199. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.), Kagera-Nil (1 Exempl.), Sogonoi, Manyara (1 Exempl.), Kiwayasteppe (1 Exempl.), Unyamwesi (2 Exempl.). — Ueber Afrika weit verbreitet (Senegambien, Sierra Leona, Kap, Caffrarien, Mozambique).
- 34. Gnathocera spec. Der trivittata Swed. sehr nahe stehend. — Oestl. Nyansa-Gebiet (2 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.).
- 35. Leucocelis spec. Der L. haemorrhoidalis F. sehr nahe stehend. — Unyamwesi (1 Exempl.).
- 36. Pachnoda sobrina Gory et Perch. Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 101, var. a. — Irangi-Gebiet (5 Exempl.), Unyamwesi (1 Exempl.), Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber das östliche Afrika von Kordofan bis Mozambique verbreitet.
- 37. Pachnoda ephippiata Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 102, Taf. VI, Fig. 5. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Von Claus v. d. Decken bei Endara gefunden.
- 38. Diplognatha silicea Mac Leay Ill. Zool. South. Afr. III, 22; Fairm., Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 131; Kolbe, Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1892, 69. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.), Unyamwesi (1 Exempl.), Kiwayasteppe (1 Exempl.), Kagera-Nil (2 Exempl.). — Ueber Ost- und Südafrika weit verbreitet.
Buprestidae.
- 39. Sternocera Boucardi E. Saunders Cist. Entom. I, 1874, 219; Kerremans Ann. Soc. Ent. Belg. 1888, 79. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Abessinien, Massai, Mombas, Sansibar.
- 40. Sternocera Eschscholtzi J. Thoms. Ann. Soc. Ent. Fr. 1879, Bull. CLIV; Fairmaire ibid. 1887, 134; Hildebrandti Harold var. Eschscholtzi Kerremans Ann. Soc. Ent. Belg. 1888, 71. — Massai (1 Exempl.). — Ueber Ostafrika weit verbreitet.
- 41. Sternocera Gerstaeckeri Kerremans Ann. Soc. Ent. Belg. 1888, 78. — Massai (3 Exempl.). — Diese drei Exemplare von Massai differiren, sowie drei von Schiffslieutenant v. Höhnel am Stephanie-See gesammelte Exemplare von der typischen Gerstaeckeri (Fischeri Gerst. Jahrb. wissensch. Anstalt, Hamburg 1884, 51) von Klein-Aruscha durch das Vorhandensein von leuchtend orangegelb tomentirten Flecken oder Querbinden jederseits an der Basis der Ventralsegmente. Die Flügeldecken sind auf der vorderen Partie des Rückens dunkel bronzegrün oder schwärzlich; an den Seiten und nach hinten geht die dunkle Färbung in ein dunkles oder helles Kastanienbraun über. Die Flügeldecken zeigen bei den drei Stücken von Massai auf der hinteren Hälfte neben dem Seitenrand zwei oder drei kleine Tomentflecken, bei den Stücken vom Stephanie-See sind sie hinten ganz ungefleckt. Die Skulptur der Flügeldecken ist feiner als bei der sehr nahe verwandten castanea Ol. vom Senegal. Ebenso ist die Punktirung der Unterseite feiner und weitläufiger als bei dieser.
- 42. Sternocera pulchra Waterh. Transact. Ent. Soc., London 1879, 319, Kerreman's Ann. Soc. Ent. Belg. XXXII, 1888, 94 (Cambieri Preudh. de Borre). — Irangigebiet (1 Exempl.). — Abessinien, Ost- und Centralafrika.
- 43. Agelia Peteli Gory Mon. Buprest. IV, 51, pl. 10, Fig. 51. — Kilimanjaro (1 Exempl.), Kiwaya-Steppe (1 Exempl.) — Von Schiffslieutenant von Höhnel bei Taveta gefunden; Natal.
Elateridae.
- 44. Tetralobus flabellicornis L. Cand. Mon. Elat. Mém. Liège XII, 1857, 369, pl. 7, Fig. 5. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber das tropische Afrika weit verbreitet.
Lycidae.
- 45. Lycus (Acantholycus) constrictus Fåhr. Boh. Ins. Caffr. I, 2, 434, Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 154, Bourg. Ann. Mus. Civ. Genova XVIII, 1882, 627. — Kilimanjaro (1 Exempl.). — Ostafrika. Natal.
- 46. Lycus (Lopholycus) Raffrayi Bourg. Ann. Soc. Ent. Fr. 1877, 364, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII, 1882, 629. — Massai (1 Exempl.) — Abessinien, Bogos.
Apatidae.
- 47. Apate cornuta Oliv. Entom. IV, 77, pl. 1, Fig. 5. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber das tropische Afrika weit verbreitet.
Tenebrionidae.
- 48. Adesmia baccata Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 167, Taf. IX, Fig. 1. — Irangi-Gebiet (6 Exempl.) — Von Claus v. d. Decken am See Jipe aufgefunden.
- 49. Machla spec. — Massai (1 Exempl.).
- 50. Moluris spec. — Unyamwesi (1 Exempl.).
- 51. Moluris spec. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.).
- 52. Phrynocolus petrosus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 172, Taf. IX, Fig. 4. — Kilimanjaro (2 Exempl.). — Von Claus v. d. Decken am See Jipe, von Schiffslieutenant von Höhnel bei Taveta gesammelt.
- 53. Sepidium muscosum Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 175, Taf. IX, Fig. 2. — Unyamwesi (2 Exempl.). — Ueber Ostafrika weiter verbreitet.
- 54. Anomalipus heraldicus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 178, Taf. IX, Fig. 3. — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken am See Jipe aufgefunden.
- 55. Micrantereus femoratus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 193, Taf. IX, Fig. 8. — Kilimanjaro (3 Exempl.). — Von C. v. d. Decken bei Mbaramu und bei Endara gesammelt.
- 56. Selinus trivialis Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 177 (Opatrinus); Fairm., Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 284. — Kilimanjaro (3 Exempl.). — Massai, Mombas, Sansibar.
- 57. Pycnocerus Passerinii Bertoloni Illustr. rer. nat. Mozamb. II, 40, No. 30, Gerst. Peter's Reise nach Mossambique V, 291, Taf. XVII, Fig. 7. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber Ostafrika weiter verbreitet.
- 58. Catamerus Revoili Fairm. Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 290, pl. I, Fig. 12. — Kiwaya-Steppe (7 Exempl.), Massai (3 Exempl.), Unyamwesi (3 Exempl.), Irangi-Gebiet (4 Exempl.). — Von Revoil bei Mpouapoua gesammelt.
Cantharidae.
- 59. Horia cephalotes Oliv. Entom. III, 53 bis, No. 3, Taf. I, Fig. 3, Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 205. — Massai (1 ♀). — Guinea, Sansibar.
- 60. Mylabris praestans Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 206, Taf. X, Fig. 8. — Oestl. Nyansa-Gebiet (8 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.), Kiwaya-Steppe (3 Exempl.). — Ueber Ostafrika weiter verbreitet.
- 61. Mylabris bipartita Mars. Mon. des Mylabrides Mém. Soc. Roy. Sc. Belg., 2. Ser., III, 1873, 427. — Oestl. Nyansa-Gebiet (33 Exempl.), Irangi-Gebiet (13 Exempl.), Kiwaya-Steppe (1 Exempl.). — Caffranirien, Chartum, Isle de France.
- 62. Mylabris bizonata Gerst. Peter's Reise nach Mossambique V, 298, Taf. XVII, Fig. 13. — Kagera-Nil (17 Exempl.). — Mozambique.
- 63. Epicauta spec. — Kilimanjaro (1 Exempl.)
Curculionidae.
- 64. Chaunoderus stupidus Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 225, Taf. IX, Fig. 5. — Kilimanjaro (♂, ♀). — Von C. v. d. Decken bei Endara, von Dr. Hans Meyer auf der Route vom Kilimanjaro nach Mombasa gesammelt.
- 65. Cleonus sannio Herbst, Erichs. Arch. Naturg. IX, 210. Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber das ganze tropische Afrika verbreitet.
- 66. Lixus spec. — Kagera-Nil (2 Exempl.).
Cerambycidae.
- 67. Macrotoma palmata Fabr. Entom. Syst. I, 2, 249, Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 252. — Irangi-Gebiet (2 Exempl.). — Guinea, Senegambien, Sennaar, Sansibar.
- 68. Phantasis gigantea Guér. Gerst. Peter's Reise nach Mossambique V, 331, Taf. XX, Fig. 3. — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber Süd- und Ostafrika weiter verbreitet.
- 69. Ceroplesis irregularis Harold Coleopt. Hefte XVI, 194, Fairm. Ann. Soc. Ent. France 1887, 341. — Massai (2 Exempl.), Oestl. Nyansa - Gebiet (2 Exempl.), Irangi-Gebiet (3 Exempl.), Kiwaya-Steppe (1 Exempl.), Sogonoi, Manyara (1 Exempl). — Ueber Ostafrika weiter verbreitet.
- 70. Ceroplesis spec. — Massai (4 Exempl.).
- 71. Sternotomis spec. — Kagera-Nil (9 Exempl.).
Chrysomelidae.
- 72. Clythra spec. — Unyamwesi (1 Exempl.).
- 73. Clythra spec. — Oestl. Nyansa (1 Exempl.).
- 74. Corynodes Dejeani Gerst. Peter's Reise nach Mossambique, 336. — Kiwaya-Steppe (1 Exempl.). — Ueber Ostafrika weiter verbreitet.
- 75. Chrysomela americana var. limbolata Reiche Voyage Abyss. 405, Taf. XXV, Fig. 8. — Kagera-Nil (2 Exempl.). — Abessinien, Leikipia. — Die typische Form ist über das ganze Mittelmeer-Gebiet verbreitet.
- 76. Adorium costatum Baly Transact. Ent. Soc., London 1881, 51; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 362. — Sogonoi, Manyara (4 Exempl.). — Nyassa, Taveta, Tabora.
- 77. Adorium palliatum Gerst. Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 279, Taf. XII, Fig. 11; Fairm., Ann. Soc. Ent. Fr. 1887, 362. — Massai (1 Exempl.). — Mombas, Mpouapoua, Sansibar.
- 78. Aspidomorpha punctata Fabr. Mant. I, 64, Boh. Mon. Cassid. II, 348. — Kagera-Nil (1 Exempl.). — Ueber Ost- und Südafrika verbreitet.
- 79. Cassida spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 80. Cassida spec. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.).
- 81. Cassida spec. — Massai (1 Exempl.).
Coccinellidae.
- 82. Alesia Aurora Gerst. C. v. d. Decken, Reisen III, 2, 294, Taf. XIII, Fig. 3. — Kagera-Nil (4 Exempl.), Massai (1 Exempl.). — Von C. v. d. Decken bei Uru gesammelt.
- 83. Alesia Olivieri Gerst. Peter's Reise nach Mossambique V, 347. — Kagera-Nil (1 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.), Oestl. Nyansa-Gebiet (2 Exempl.). — Mozambique, Caffrarien, Kap.
- 84. Cydonia lunata Fabr. Syst. Entom. 86, Muls. Spec. Col. Sécuripalp. 431, Gerst.; Claus v. d. Decken, Reisen III, 2, 295. — Kagera-Nil (1 Exempl.). — Ueber den grössten Theil von Afrika, Madagascar, Bourbon und Ostindien verbreitet.
- 85. Epilachna chrysomelina Fabr. Syst. Ent. 82, Muls. Sécuripalpes 195. — Oestl. Nyansa-Gebiet (1 Exempl.). — Ueber das ganze Mittelmeer-Gebiet, den grössten Theil von Afrika und über Arabien verbreitet.
[[←]] III. Orthoptera.
Bestimmt vom Hofrath Brunner von Wattenwyl.
Blattodea.
- 1. Deropeltis Wahlbergi Stål. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 2. Nauphoeta bivittata Brunn. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
Mantodea.
- 3. Lygdamia capitata Sauss. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 4. Hierodula spec. — Kilimanjaro (1 Larve).
- 5. Sphendale vincta Gerst. — Unyamwesi (1 Exempl.).
- 6. Hoplocorypha macra Stål (?). — Sogonoi, Manyara (1 Exempl.).
- 7. Miomantis spec. nov. — Massai (1 Exempl.).
Phasmodea.
- 8. Paraclonaria n. sp. — Umba-Nyika (2 Exempl.).
- 9. Palophus n. sp. — Kiwaya-Steppe (1 Exempl.).
Acridiodea.
Tettigidae.
- 10. Xerophyllum Servillei Fairm. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
Tryxalidae.
- 11. Tryxalis nasuta L. — Kagera-Nil (1 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 12. Paracinema bicolor Thunbg. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
Oedipodidae.
- 13. Cosmorrhyssa fasciata Thunbg. — Kilimanjaro (2 Exempl.).
- 14. Humbella tenuicornis Schaum. — Kilimanjaro (2 Exempl.).
- 15. Pachytylus cinerascens Fabr. — Massai (1 Exempl.).
Pyrgomorphidae.
- 16. Zonocerus elegans Thunberg. — Unyamwesi (2 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 17. Phymateus Stolli Sauss. — Unyamwesi (5 Exempl.), Kiwaya-Steppe (1 Exempl.), Kagera-Nil (1 Exempl.), Massai (3 Larven).
Pamphagidae.
- 18. Xiphocera cinerascens Stål. — Unyamwesi (2 Exempl.), Massai (1 Exempl.), Kagera-Nil (1 Exempl.), Irangi-Gebiet (1 Exempl.).
- 19. Xiphocera haploscelis Schaum. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
Acridiidae.
- 20. Ixalidium haematoscelis Gerst. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 21. Acridium aeruginosum Burm. — Kilimanjaro (3 Exempl.), Massai (2 Exempl.), Sogonoi, Manyara (1 Exempl.).
- 22. Acridium Deckeni Gerst. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 23. Acridium spec. nov. — Kiwayasteppe (1 Exempl.).
- 24. Acridium ruficorne Oliv. — Kagera-Nil (5 Exempl.).
- 25. Acridium spec. nov. Mit melanocorne Serv. verwandt. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 26. Acridium spec. nov. Mit tartaricum verwandt. — Unyamwesi (1 Exempl.), Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 27. Oxyrrhepes procera Burm. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 28. Euprepocnemis n. sp. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
- 29. Tylotropidius n. sp. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
Locustodea.
Pseudophyllidae.
- 30. Acauloplax exigua Karsch. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
Conocephalidae.
- 31. Conocephalus mandibularis Charp. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.), Sogonoi, Manyara (1 Exempl.).
Heterodidae.
- 32. Eugaster loricatus Gerst. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 33. Gymnoproctus n. sp. — Kilimanjaro (1 Exempl.), Irangi-Gebiet (2 Exempl.), Massai (3 Exempl.).
Gryllodea.
- 34. Liogryllus bimaculatus De Geer var. pallidus. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
- 35. Gryllodes n. sp. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
[[←]] IV. Hymenoptera.
- Apis caffra Lep. — Oestl. Nyansa-Gebiet.
- Xylocopa caffra Klg. — Kilimanjaro.
- Anthidium n. sp. (mit Nest).
- Pompilus solanus Kohl. (Hym. von Dr. Fr. Stuhlmann in Ostafrika gesammelt. — Jahrb. Hamburg. Wiss. Anst. X, 2, 1893.) — Oestl. Nyansa-Gebiet.
- Salius (Hemipepsis) n. sp.? (Leider in einem Zustande der die Beschreibung nicht gestattet.)
- Eumenes tinctor Christ (♂ ♀). — Kilimanjaro.
- Mutilla guineensis Fabr. — Kilimanjaro.
- Stilbum cyanurum Forst. — Ueberall verbreitet.
[[←]] V. Rhynchota.
Bestimmt von Anton Handlirsch.
- Sphaerocoris occellatus Klug. (Kaffernland, Abessinien.) — Kagera-Nil, Sogonoi, Manyara.
- Callidea Bohemanni Stål. (Kaffernland.) — Irangi-Gebiet.
- Graptocoris comes Fabr. (Guinea, Calabar.) — Kagera-Nil.
- Basicryptus costalis Germ. (Kaffernland.) — Irangi, Kagera-Nil, östl. Nyansa-Gebiet, Kilimanjaro.
- Aspongopus viduatus Fabr. (Syrien, Nubien, Guinea, Südafrika.) — Unyamwesi, Kagera-Nil.
- Atelocera caffra Stål. (Kaffernland.) — Oestl. Nyansa.
- Mictis scutellaris Dallas. (Kaffernland.) — Kagera-Nil.
- Nepa rapax Ferrari. (Chartum, Madagascar.) — Kilimanjaro.
- Nepa nigra Fabr. (Guinea.) — Kiwaya-Steppe.
[[←]] VI. Diptera.
Bestimmt von Professor Friedrich Brauer.
Tabanidae.
- Tabanus spec. — Kagera-Nil (1 Exempl.).
Bombylidae.
- Exoprosopa heros Wd. — Sogonoi (1 Exempl.).
Asilidae.
- Alcimus spec. — Kilimanjaro (1 Exempl.), Kisuani (1 Exempl.).
- Hyperechia spec. — Kilimanjaro (1 Exempl.).
Muscaria.
- Dichromyia caffra Loew. — Irangi-Gebiet (1 Exempl.).
[[←]] V. Das Watussi-Rind.
Von Dr. Leopold Adametz,
O. ö. Professor an der K. K. Universität in Krakau.
Auf seiner letzten Reise, in den Jahren 1891-1893 beobachtete Herr Dr. O. Baumann auf den 1500-2000 Meter hoch zwischen dem Tanganyika und Victoria-Nyansa gelegenen Plateau-Landschaften eine durch ungeheuere Hörnerentwickelung ausgezeichnete Rinderrasse. Dieselbe erweckte sein Interesse um so mehr, als östlich von dem geschlossenen Verbreitungsgebiete dieser Rasse durchaus nur die gewöhnlichen ostafrikanischen Zebus gehalten werden. Dr. Baumann fand diese Rasse namentlich in dem westlich von dem Victoria-Nyansa gelegenen Urundi und Ruanda, ferner in Ussui und Karagwe. Sie ist eine den Watussi- (Wahuma-) Stämmen charakteristische Rinderrasse.
Auf Grund der mir von Herrn Dr. O. Baumann freundlichst zur Verfügung gestellten Notizen, Photographien und eines wohlerhaltenen aus Urundi stammenden Stierschädels, liefere ich im Folgenden die Beschreibung dieser interessanten Rasse. Durch dies Material war ich in die Lage versetzt, ohne Schwierigkeit die Stellung dieser Rasse im zoologischen Systeme und die Zugehörigkeit derselben zur Sanga-Gruppe festzustellen.
Das Rind ist nach europäischen Begriffen von mittlerer Grösse, einfarbig röthlich bis dunkelbraun vorwiegend kastanienbraun und besitzt ein ähnlich dunkelpigmentirtes Flotzmaul. Desgleichen sind auch die übrigen, dem Auge zugänglichen Schleimhäute pigmentirt. Das Deckhaar ist kurz, ziemlich dicht gestellt und glänzend.
Der Höcker ist bei Kühen namentlich oft nur schwach entwickelt, wie dies auch die nach einer Photographie angefertigte Abbildung (pag. 85) erkennen lässt. Auf derselben ist der Höcker nach Dr. Baumann auffallend stark entwickelt, derselbe ist sonst oft kaum wahrnehmbar. Nur in gutem Ernährungszustande befindliche Stiere zeigen ihn.
Die feinknochigen Extremitäten zeigen nur mässige Muskelentwicklung und besonders die sogenannte Hosenparthie erscheint auffallend leer.
Am Brustkorb fallen die weiten Rippenzwischenräume auf. Das Euter der Kühe ist nur sehr mangelhaft entwickelt womit die äusserst geringe Milchergiebigkeit im Einklange steht.
Der charakteristischeste Theil des ganzen Thieres ist der selbst bei Kühen mit ungeheueren Hörnern versehene Kopf. Derselbe erscheint gegen die Schnauze zu schwach zugespitzt und zeigt eine mächtig entwickelte ziemlich breite Stirne, von welcher die gewaltigen Hörner ausgehen. Der Verlauf derselben ist zunächst nach seitwärts oben gerichtet, während die Spitzen nach rückwärts und gewöhnlich auch etwas nach innen gewendet endigen.
Nicht nur der Verlauf der Hörner, über welchen übrigens die Abbildung (pag. 239) die beste Auskunft giebt, sondern weit mehr noch ihre ungeheuere Dickenentwicklung bedingt das charakteristische Aussehen dieser Rinderrasse. Auch bei dem ungarischen Steppenrind findet man ja oft Hörner von nahezu 1 Meter Länge; stets bleiben diese jedoch verhältnissmässig dünn und schlank. Beim Watussi-Rinde hingegen beträgt der Umfang an der Hornbasis 40-50 cm. Diese charakteristische Beschaffenheit des Hornes findet man nur bei den in Abessinien und den Galla-Ländern verbreiteten Sanga- oder Senga-Rindern wieder, mit welchem das Watussi-Rind, wie speciell aus der weiter unten mitgetheilten vergleichend osteologischen Betrachtung seines Schädelgefüges hervorgeht, identisch ist.
Früher war man der Meinung, dass die reine grosshörnige Sanga[35]-Rasse nur in Abessinien und den Galla-Ländern vorkommt. Das grosse centralafrikanische Verbreitungsgebiet dieser Rasse erlangt daher besonderes Interesse, welches durch die von allen Reisenden beobachtete auffallende Aehnlichkeit erhöht wird, welche zwischen den Vieh züchtenden Watussi-Stämmen und den Abessiniern besteht.
Was die Hornentwicklung der echten abessinischen Sanga anbetrifft, welche ich des Vergleiches wegen anführe, so zeigt ein von Salt dem »Museum of the Surgeons« geschenktes Gehörn folgende Maasse:
| An der Aussenseite gemessen Hornlänge | 118,0 cm |
| Abstand der Spitzen von einander | 101,0 cm |
| Hornumfang | 38,0 cm. |
Thiere mit besonders grossen Hörnern sollen speciell die südlich von Endesta wohnenden Galla züchten und Salt berichtet über ein Gehörn, welches bei 120 cm Länge 53 cm Umfang an der Basis besass. — Jerom Lobo erwähnt sogar eines Sanga-Hornes, welches 11 Liter fasste.
In Anbetracht der ganz eigenartigen, bei keiner anderen Rinderrasse wiederzufindenden Hornentwicklung des Sanga-Rindes kann es füglich nicht Wunder nehmen, wenn dieselbe von manchen Reisenden als die Folge eines Krankheitsprozesses angesehen wurde. — So behauptete z. B. Bruce (citirt nach Vasey) die grossen Hörner seien die Folge einer durch die Weiden und das Klima bedingten, mit dem Tode des Thieres endigenden Krankheit. Nach dem Genannten treiben die Eingeborenen, welche die grossen Hörner sehr schätzen, jene Thiere, welche die ersten Symptome des Leidens zeigen, auf die besten und ruhigsten Weideplätze. Nichtsdestoweniger magerten dieselben allmählich derart ab, dass sie »kaum mehr Fleisch genug um ihre Knochen zu bedecken« besässen und schliesslich nicht mehr im Stande seien, den Kopf mit seinen gewichtigen Hörnern zu erheben, wonach sie endlich der Tod von ihren Leiden erlöse.
Dem früher bereits genannten Reisenden Salt, der die ersten Sanga in den Galla-Ländern sah, gebührt das Verdienst, die Unrichtigkeit dieser Behauptung festgestellt und bewiesen zu haben, dass die mächtige Hornentwicklung auf einem vollkommen normalen Vorgang beruhe und dieser Rasse eben eigenthümlich sei.
Immerhin wäre es eine äusserst interessante Aufgabe, an Ort und Stelle nach den Ursachen zu forschen, welche diese eigenartige, die Thiere entschieden häufig benachtheiligende Hornentwicklung veranlassen konnten, besonders, da wir sie als Folge künstlicher, von Seiten des Menschen ausgeübter Zuchtwahl nicht unbedingt ansehen dürfen, weil wir aus den Angaben Stanley's und Keller's wissen, dass die Hirten ihren Thieren in manchen Gegenden, wie in Nkole häufig die Hörner abbrennen oder stutzen, um ihnen ein leichteres Eindringen in die Dickichte zu ermöglichen. In den von Dr. Baumann besuchten Gebieten geschieht dies allerdings nirgends.
Der Schädel des Watussi-Rindes erscheint in Folge der stark entwickelten, allmählich in die mächtigen Hornzapfen übergehenden Stirne nach unten zu verschmälert. Zwischen dem stärker entwickelten Stirntheile und dem sich verschmälernden, schwächer entwickelten Gesichtstheile des Schädels besteht ein auffallender Unterschied. Von der Seite aus betrachtet (im Profil) erscheint der Schädel in Folge der gewölbten Stirnpartien schwach geramst.
Wenn wir mit den bei Betrachtung des Kopfes zu allererst in die Augen fallenden gewaltigen drehrunden Hornzapfen beginnen, welche dem Kopfe das charakteristische Aussehen verleihen, so wäre zu erwähnen, dass dieselben ohne eigentliche Stiele, vielmehr durch allmähliche Verjüngung der seitlich oberen Stirnpartien entstehen. — Tiefe, mächtig ausgeprägte Längsfurchen und zahlreiche Knochenwärzchen bedecken die Oberfläche der knöchernen Hornzapfen. Dennoch kommt es nicht zur Ausbildung jenes aus dichtgestellten Wärzchen bestehenden Kranzes an der Basis der Hörner, wie dies z. B. beim Bos primigenius (Thür) und seinen Abkömmlingen der Fall zu sein pflegt.
Die den knöchernen Hornzapfen entsprechenden, einen Meter Länge und darüber messenden Hornscheiden sind ebenfalls drehrund und mit Ausnahme der etwas dunkleren Spitze hornfarbig. — An dem vorliegenden Schädel zeigt die Hornsubstanz eine eigenthümlich faserige Beschaffenheit, ist rauh und besitzt die Neigung sich auszufransen. Diese Hornbeschaffenheit kommt nach Dr. Baumann's Beobachtungen der ganzen Watussi-Rasse normaler Weise zu.
Der obere Rand des Stirnwulstes verläuft nicht etwa mehr weniger horizontal, oder aber dachförmig, wie bei den europäischen Rinderrassen, sondern halbmondförmig; derartig, dass die horizontal gemessene Zwischenhornlinie mit diesem oberen Rande des Stirnwulstes ein Segment bildet.
Der Stirnwulst selbst, am vorliegenden Schädel 6 cm hoch, zeigt stets eine überaus starke Entwicklung.
Die Stirnplatte ist schwach nach aussen vorgewölbt, weist jedoch sonst keine wesentlicheren Unebenheiten auf. Namentlich fehlt hier die für viele Rinderrassen so charakteristische Aushöhlung im unteren Theile der Stirnplatte zwischen den Augenhöhlen. Desgleichen findet sich auch nicht die leiseste Andeutung eines Stirnbeinkammes. Die convergirend verlaufenden Supraorbitalrinnen sind oberhalb der oberen Augenlinie tief eingegraben; von da an beginnen sie seichter zu werden und reichen, nur mehr schwach kenntlich, bis zum Thränenbein. — Mit der Hinterhauptfläche bildet die Stirnbeinfläche nahezu einen rechten Winkel.
Die Thränenbeine sind ziemlich breit und zeichnen sich durch den fast in einer Geraden verlaufenden Rand aus. Die untere mediane Spitze der Thränenbeine befindet sich nahezu in der Mitte der Nasenbeinlänge. An jenem Punkte, in welchem das Thränenbein, Stirnbein und Nasenbein zusammenstossen, findet sich eine kleine Knochenlücke. Der Bau der Thränenbeine ähnelt somit ganz entschieden dem der europäischen Brachyceros-Rassen.
Schädel des Watussi-Rindes (Seitenansicht).
Die an ihrem Ursprunge breiten Nasenbeine verjüngen sich allmählich und endigen mit je zwei ganz kurzen Spitzen. Die auf diese Weise am vorderen Rande der Nasenbeine entstehende Bucht ist daher nur sehr seicht. Im Gegensatze zu anderen Rinderrassen weist der laterale Rand beider, nur eine flache Rinne bildender Nasenbeine, etwa in der halben Länge eines jeden eine starke Einbuchtung auf. — Am Wangenbeine fällt die starke Entwicklung des ziemlich deutlichen, eine dreiseitige Pyramide bildenden Wangenhöckers auf. — Die Nasenäste der Zwischenkiefer sind, was das Verhältniss ihrer Entwicklung zu den übrigen Schädelknochen (namentlich zur Gesammtkopflänge) anbelangt, ähnlich geartet wie bei den typischen Rassen der europäischen Brachyceros-Gruppe; sie sind nämlich äusserst kurz und reichen nicht nur bis an die Nasenbeine heran, sondern endigen im vorliegenden Falle sogar 2,1 cm unterhalb des seitlichen Nasenbeinrandes.
Die Augenhöhlen sind seitlich gestellt und ziemlich seicht; nie röhrenförmig. Die schmalen oberen Augenbögen liegen tiefer als der zwischen ihnen befindliche mittlere Theil des Stirnbeines. Legt man etwa in der Mitte der Augenbogengegend ein Stäbchen quer (senkrecht) zur Medianlinie des Schädels, so kommen die Augenbögen unter der so gebildeten Horizontalen zu liegen, d. h. wir finden in diesem Theile des Schädels ein ähnliches Verhältniss wieder, wie es für Bos primigenius und dessen reinblütigen Nachkommen, dem Steppenvieh, so charakteristisch ist.
Schädel des Watussi-Rindes (Vorderansicht).
Die Schläfengrube, am vorliegenden Schädel 5,5 cm tief, ist verhältnissmässig schmal. — Die Hinterhauptfläche ist ganz ähnlich wie bei den echten Primigenius-Rassen Europas verhältnissmässig niedrig; sie beträgt in Prozenten der Hinterhauptsenge ausgedrückt nur 106,8 pCt.
Der Unterkiefer, welcher ebenfalls grosse Bedeutung für die Lösung der Frage nach der Rassenzugehörigkeit gehabt hätte, stand leider nicht zur Verfügung, da er beim Transport zur Küste in Verlust gerathen war.
Für die Bestimmung und Beurtheilung der Rinderrassen ist bekanntlich eine eingehende Betrachtung des Zahnbaues von grosser Wichtigkeit. Dieselbe ergiebt, dass wir es beim Watussi-Rinde mit einer sehr einfachen Bauart des Schmelzgerüstes und der Marken der Zähne zu thun haben. Der Verlauf der Buchten und die Form der Marken ist verhältnissmässig wenig komplicirt und erinnert merkwürdigerweise in manchen Stücken sehr an jene der Brachyceros-Gruppe. Wie dort so findet man auch hier die an der Medianseite der Oberkieferbackzähne befindliche grosse Schmelzfalte nur schwach entwickelt und von sehr einfachem Verlaufe. Am dritten (d. i. letzten) Molar-Zahn des Oberkiefers des vorliegenden Stierschädels ist diese Falte sogar vollkommen verschwunden. Dort, wo sich dieselbe sonst von der Medianseite des Zahnes ablöst, findet sich eine schmale, ziemlich tief nach dem Inneren des Zahnes zu sich erstreckende Bucht; in Folge dieser Einschnürung erscheint der ganze Zahn deutlich in eine vordere und hintere Hälfte getheilt.
Als besonders auffallend wäre hier ferner zu erwähnen, dass, wenn man afrikanische Rinderrassen zum Vergleiche herbeizieht, der Zahnbau des Watussi-Rindes am vollkommensten mit dem des schwachgehörnten oder ganz hornlosen Somali-Rindes übereinstimmt. Diese nicht zu übersehende Aehnlichkeit des Zahnbaues zwischen diesen beiden afrikanischen Rinderrassen ist deshalb so bemerkenswerth, weil dieselben sonst hinsichtlich des Körperbaues etc. so ungeheuer von einander verschieden sind.[36]
Aus den mitgetheilten charakteristischen osteologischen Verhältnissen ist mit Bestimmtheit zu ersehen, dass das Watussi-Rind dem abessinischen Sanga-Rinde nahe verwandt ist. Sehr auffallend ist hierbei die Thatsache, dass in inniger Mischung am Schädel solche Formen auftreten, welche für unsere europäischen grosshörnigen zur Primigenius-Gruppe gehörigen Rinderrassen charakteristisch sind neben anderen, welche wieder nur bei typischen Brachyceros-Rassen vorkommen. Während z. B. der Schädeltheil des Kopfskelettes fast vollkommen die Merkmale echter Primigenius-Rassen besitzt, finden wir am Gesichtstheile derselben und ferner an den Zähnen diejenigen der Brachyceros-Gruppe auftreten.
Nach den Erfahrungen Baumann's, Stanley's und anderer ist der wirthschaftliche Nutzen dieser Rinderrasse kein besonders grosser.
Das Fleisch des Watussi-Rindes schmeckt nach Baumann schlechter als das des ostafrikanischen Zebus und soll ein eigenthümliches, offenbar durch grobfaserigen Bau und Armuth an intermuskulärem Bindegewebe bedingtes, als »schlüpfrig« bezeichnetes Gefühl beim Kauen hervorrufen.
Hinsichtlich der Milchleistung lauten die Erfahrungen ebenfalls sehr ungünstig. Nach Baumann's Beobachtungen beträgt der durchschnittliche tägliche Milchertrag einer Kuh höchstens einen Liter; desgleichen erwähnt auch Stanley, dass die Thiere namentlich in Anbetracht ihrer Grösse und der guten Weideverhältnisse nur recht wenig Milch liefern. Die Milch des Watussi-Rindes gilt jedoch für wohlschmeckender als jene der ebenfalls nicht viel besser melkenden ostafrikanischen Zebus.
Wie bei den meisten im halbwilden Zustande lebenden Rindern hält es auch bei dieser Rasse schwer, die Kühe zu melken, da dieselben unter gewöhnlichen Umständen die Milch zurückzuhalten pflegen. Nach Stanley pflegten Kavalli's Leute die Kühe in der Weise zu melken, dass sie den Thieren vorher die Hinterbeine zusammenbanden und das Kalb nach dem Kopfe der Mutter brachten.
Was die wirthschaftliche Leistung anbelangt, so hat es den Anschein, als ob fast alle mittelafrikanischen Rinderrassen mehr oder weniger ungünstig in dieser Beziehung sich verhielten. So erwähnt auch Schweinfurth[37] gelegentlich der Beschreibung des lang- und schlankhörnigen Buckelrindes der Dinkastämme, welches höchst wahrscheinlich ebenfalls in näheren Beziehungen zum Sangarinde stehen dürfte, die geradezu »miserablen« Milcherträge dieser Rasse, von denen die besten Kühe weniger Milch liefern, als bei uns mittelmässige Ziegen und ferner, dass zur Herstellung eines Pfundes Butter ganz erstaunliche Quantitäten von Milch nothwendig sind. Als ebenso interessant wie auch beachtungswerth erscheint hierbei die von Schweinfurth gemachte Bemerkung, wonach die trotz aller angewandten Sorgfalt und Pflege seitens der Dinka nicht zu verkennende Degeneration dieser Rasse theils eine Folge mangelnder Kreuzung, theils aber auch dessen sei, dass den Rindern niemals Kochsalz gereicht wird. Die von ihm selbst gemachte Erfahrung, nach welcher durch Kochsalzgaben den Thieren förmlich neues Leben und frische Kräfte eingeflösst und er hierdurch Kühe milchend und in gutem Ernährungszustande erhielt, sprechen wohl zu Gunsten der letzten Ansicht.
Als ein weiterer, für den Züchter höchst beachtenswerther Umstand muss endlich die relativ geringe Widerstandsfähigkeit des Watussi-Rindes gegenüber Schädlichkeiten klimatischer, wie auch anderer Natur hervorgehoben werden. Nimmt man das Watussi-Rind von seinen üppigen Hochweiden, so beginnt es zu kümmern und geht bald zu Grunde. In dieser Beziehung ist z. B. nach den Erfahrungen Baumann's, der Heerden sowohl des Watussi-Rindes, als auch des gewöhnlichen, kurzhörnigen ostafrikanischen Zeburindes auf seinen Reisen mit sich führte, letzteres ganz unvergleichlich widerstandsfähiger.
Dieser Umstand macht es erklärlich, dass überall dort, wo die Watussi-Stämme in engere Berührung mit Stämmen treten, welche das kleinere ostafrikanische Zebu züchten, dieselben theils freiwillig, theils unfreiwillig — wegen der die eigne Rasse in heftigerem Maasse heimsuchenden Seuchen — zu ersterem übergehen. Unterstützt wird dieser Prozess des Verschwindens der Watussi-Rasse noch dadurch, dass bei Kreuzungen diese sonst so charakteristische Rasse nur schwache Durchschlagskraft besitzen soll.
So erklärt sich denn ziemlich einfach die Thatsache, warum die nördlich vom Victoria-Nyansa und bis zum Ostufer des Albert-Nyansa wohnenden Watussi-Stämme nicht mehr die echte alte Rasse besitzen, sondern ein Kreuzungsrind, innerhalb dessen nur ab und zu grosshörnige Individuen als Produkte atavistischer Vorgänge auftreten.
Wissen wir doch nach Baumann bestimmt, dass z. B. die vor wenigen Decennien erst in die Umgebung von Tabora gezogenen Watussi bei ihrer Ankunft ihre typische Rasse mit sich führten, während sie heute bereits aus den eben angeführten Gründen fast ausschliesslich im Besitze der gewöhnlichen ostafrikanischen Zebu sich befinden.
Was die Verbreitung des Watussi-Rindes anbelangt, so findet sich dasselbe überall in den sogenannten Wahuma-Staaten. Es reicht im Süden bis Ujiji und wird auf den Hochplateaus von Urundi, Ruanda, Ussui, Karagwe und Mpororo gehalten. Stuhlmann fand es am Süd- und Westufer des Albert-Edward-Sees; auch am Westufer des Albert-Sees ist es verbreitet. Von Uganda aus macht sich das Vordringen der grossbuckeligen ostafrikanischen Zebu-Rasse bemerkbar, welche in den Ländern des Zwischenseengebietes, also vor allem in Unyoro, immer mehr an Boden gewinnt und zur Entstehung verschiedener Kreuzungsprodukte mit dem Watussi-Rinde Veranlassung giebt. Unter diesen treten, wie schon erwähnt, grosshörnige Exemplare als Produkte atavistischer Vorgänge nur vereinzelt auf. Das allmähliche Verschwinden dieser weniger widerstandsfähigen Rasse ist daher nicht unwahrscheinlich.
Nach Aussage aller Reisenden ist das Watussi-Rind, das dem abessinischen Sanga so nahesteht, für die hamitischen Wahuma-Stämme charakteristisch, deren Abkunft ebenfalls aus den Gallaländern hergeleitet wird. Die Herkunft der Hamiten überhaupt ist jedoch aus sprachlichen und anthropologischen Gründen unbedingt aus Asien herzuleiten.
Wenn wir nun auch bezüglich dieser Frage unsere Zuflucht zur vergleichenden Beobachtung des afrikanischen und speciell des Sanga-Watussi-Rindes und der indischen Zeburassen nehmen, so ergiebt sich die Thatsache, dass eines der edelsten indischen Zeburinder, nämlich die sogenannte Götterrasse, einen Schädelbau besitzt, der in aller und jeder Beziehung mit dem des Watussi-Sanga-Rindes übereinstimmt. Die Hörner sind ebenfalls mächtig, wennschon sie nicht ganz jene ungewöhnlichen Dimensionen erreichen, wie bei so vielen Individuen der letztgenannten afrikanischen Rasse. So z. B. messen die Hörner einer solchen Götterkuh, deren Schädel mir durch die Freundlichkeit des Herrn Professor C. Keller zur Verfügung stand, immerhin 50 cm in der Länge und 24 cm im Umfange an der Basis. — Die Art des charakteristischen Schädelbaues im Allgemeinen und im Speciellen und selbst der Hörner zeigten in jeder Beziehung die allergrösste, an Uebereinstimmung grenzende Aehnlichkeit mit dem des Watussi-Rindes, so dass trotz des als einzigen Unterschied zwischen beiden Rassen hervorzuhebenden etwas komplizirteren Zahnbaues beim indischen Zebu, die relativ nahe Verwandtschaft dieser Rinder unverkennbar ist.
Hieraus kann zwar nicht gefolgert werden, dass die Sanga-Rasse von jener erwähnten Varietät des indischen Zebus abstamme, sondern es ergiebt sich nur die Wahrscheinlichkeit, dass beide aus einer und derselben, früher verbreitet gewesenen Spielart ihren Ursprung nahmen und sich dann eventuell in Folge ähnlicher Daseinsbedingungen und sonstiger Umstände, trotz der sonst den Zebus im Allgemeinen zukommenden hochentwickelten Veränderungsfähigkeit, in ähnlicher Weise weiter entwickelten.
Wir wissen, dass das Wildrind, von welchem sämmtliche asiatischen Zeburassen abstammen, der Banteng, Bos soudaicus ist. Da in afrikanischer Erde bis zum heutigen Tage überhaupt keine fossilen Reste von Buckelrindern gefunden wurden (denn die in Algier aufgefundenen fossilen Rinderreste gehören dem Ur, Bos primigenius an, der mit der Gruppe der Höckerrinder in gar keinem Zusammenhange steht), so müssen wir uns zu der Annahme bequemen, dass die eben geschilderte Watussi-Rasse, sowie die afrikanischen Buckelochsen im Allgemeinen, ebenfalls vom asiatischen Banteng abstammen und von Asien aus erst nach Afrika gelangten.
Auch bezüglich dieser Frage sehen wir also völlige Uebereinstimmung herrschen zwischen den Folgerungen anthropologischer Forschung und den Resultaten der vergleichenden Hausthierkunde; beide weisen mit Bestimmtheit auf Asien hin als der ursprünglichen Heimath sowohl der hamitischen Hirtenvölker Centralafrika's, als auch der von ihnen gezüchteten Rinderrasse.
[[←]] VI. Untersuchung von acht Schädeln.
Von Prof. Dr. Zuckerkandl.
Mit 2 Tafeln (Tafel XXVI und XXVII).
Von den acht Schädeln sind fünf, No. 1-5 der Tabelle recent, No. 6 und 7 sind es nicht. Von den zwei Irakucranien konnte für anthropologische Zwecke nur der des Kindes verwerthet werden, da jener des Mannes in Folge von frühzeitiger Synostose der Pfeilnaht seine ursprüngliche Form eingebüsst hat.
Von den vier Watussi zeigen drei (No. 1-3) so ziemlich die gleiche Form; sie sind klein (siehe die Capacität), extrem dolichocephal und prognath, zwei auffallend chamaecephal, der dritte orthocephal, alle drei platyrrhin. Die Stirne ist niedrig und fliehend, ein Torus frontalis ziemlich gut ausgebildet. Der Nasenrücken ist schmal vorspringend und mit einer deutlichen sattelförmigen Vertiefung versehen, nur beim Kinde breit und flach. Der Zwischenkiefer zeigt eine schräge Lagerung. Der Unterkiefer, jener des Kindes ausgenommen, ist äusserst kräftig entwickelt, der aufsteigende Fortsatz von auffallender Breite, der Uebergang beider Aeste ineinander fast rechtwinklig. Die Prognathie der Unterkiefer gelangt in einer Vorbiegung des Alveolarfortsatzes im Bereiche der Schneide- und Eckzähne deutlich zum Ausdruck.
Die Profillinie des Gesichtes ist winkelig geknickt; es schneiden sich nämlich in der Mundregion die Profillinien des Ober- und des Unterkiefers unter einem stumpfen Winkel, dessen Knie nach vorne gerichtet ist. Die Mahlzähne sind kräftig und hinsichtlich der Zahl ihrer Höcker variant. Der vierte Watussischädel unterscheidet sich von den übrigen; er ist wohl auch dolichocephal, prognath, und chamaecephal, aber durch ungewöhnliche Grösse und Stärke ausgezeichnet. An dem durch besondere Länge auffallenden Gesichte tritt die Prognathie weniger hervor als an den anderen Watussischädeln.
TAFEL XXVI
Watussi-Schädel.
TAFEL XXVII
Massai-Schädel.
Die zwei Massaicranien (No. 5 und 6 der Tabelle) sind nicht gleich geformt. No. 5 stimmt seiner ganzen Architektur nach mit den drei ersten Watussischädeln überein. Das Cranium ist extrem dolicho- und chamaecephal, prognath, platyrrhin und chamäkonch. Seine Stirne ist niedrig und fliehend, der Torus frontalis gut ausgebildet, der Nasenrücken vorspringend und mit einer sattelförmigen Einschnürung versehen. Der Zwischenkiefer ist schräg gelagert und zu beiden Seiten der Spina nasalis inferior vertieft, der Unterkiefer sehr kräftig gebaut, sein aufsteigender Fortsatz ausnehmend breit, der Uebergang in den horizontalen Ast rechtwinklig. Der Aveolarfortsatz des Unterkiefers zeigt keine Prognathie, möglicherweise aus dem Grunde, weil die Alveolen der fehlenden Mittelschneidezähne verödet sind.
Dem anderen Massaischädel (No. 6 der Tabelle, Tafel XXVII) fehlt der Unterkiefer. Er ist dolicho-orthocephal, prognath, mesorrhin und hypsikonch. Die Prognathie fällt viel weniger auf, auch ist der Zwischenkiefer nicht schräg gelagert. Die Stirne ist gewölbt und senkrecht ansteigend, der Nasenrücken mässig vorspringend. Capacität beider Massaischädel gering.
Der Schädel des Irakukindes ist dolicho-orthocephal prognath, hyperplatyrrhin und hypsikonch. Die Stirne erscheint gut gewölbt, der Nasenrücken plattgedrückt, steil abfallend, der Zwischenkiefer schräg.
Resumé. Die geringe Anzahl der Cranien gestattet es nicht, sichere Schlüsse zu ziehen; ich beschränke mich deshalb auf nachstehende Bemerkungen: der Form nach stimmen die drei Watussischädel (1-3) und der Massaischädel No. 5 überein. Die Frage, ob diese vier Cranien dem Negerschädel an die Seite gestellt werden dürften, ist negativ zu beantworten. Watussischädel No. 4 und Massaischädel No. 5 weichen hinsichtlich ihrer Form von den vorigen wesentlich ab. Sie geben Typen wieder, wie solche auch bei uns angetroffen werden. Am meisten negerartig ist der Schädel des Irakukindes.
Hauptmaasse und Indices
| Herkunft, Geschlecht. | Watussi ♂ | Watussi ♂ | Watussi-Kind ♀ | Watussi ♂ | Massai ♂ | Massai ♂ | Iraku-Kind |
| Hirnschädel | |||||||
| Capacität | 1300 | 1250 | — | 1650 ap. | 1350 | 1240 | — |
| Länge | 185 | 180 | 165 | 197 | 190 | 184 | 169 |
| Breite | 129 | 131 | 114 | 143 | 139 | 125 | 124 |
| Stirnbreite | 112 | 126 | — | 128 | 114 | 102 | — |
| Höhe | 132 | 129 | 115 | 131 | 130 | 130 | 120 |
| Ohrhöhe | 102 | 104 | — | 105 | 115 | 101 | — |
| Länge Schädelbasis | 100 | 97 | 86 | 103 | 96 | 101 | — |
| Horizontalumfang | 506 | 502 | — | 552 | 525 | 507 | — |
| Sagittalumfang | 359 | 360 | — | 401 | 381 | — | — |
| Querumfang | 283 | 292 | — | 305 | 307 | 284 | — |
| Gesichtsschädel | |||||||
| Gesichtsbreite | 94 | 96 | 77 | 108 | 98 | 94 | 85 |
| Gesichtshöhe | 121 | 111 | 91 | 132 | 120 | — | — |
| Obergesichtshöhe | 71 | 62 | 56 | 75 | — | 76 | 59 |
| Jochbreite | 121 | 111 | 91 | 132 | 120 | — | — |
| Höhe der Nase | 54 | 46 | 43 | 58 | 53 | 55 | 44 |
| Breite der Nase | 28 | 25 | 22 | 29 | 28 | 26 | 28 |
| Höhe der Orbita | 45 | 41 | 37 | 44 | 43 | 39 | 37 |
| Breite der Orbita | 38 | 31 | 31 | 39 | 34 | 36 | 32 |
| Profilwinkel | 79,5 | 80,0 | 73,0 | 75,0 | 67,5 | 77,0 | 81,5 |
| Indices | |||||||
| Längenbreiten- | 69,7 | 72,8 | 69,1 | 12,5 | 73,8 | 67,9 | 73,4 |
| Längenhöhen- | 69,7 | 71,7 | 69,7 | 66,5 | 68,4 | 70,7 | 74,0 |
| Nasen- | 51,9 | 54,3 | 51,2 | 50,0 | 52,8 | 47,3 | 63,6 |
| Augenhöhlen- | 84,4 | 75,6 | 83,8 | 88,6 | 79,1 | 92,3 | 86,5 |
[[←]] VII. Sprachproben.
Von Dr. O. Baumann.
Da mir zu sprachlichen Studien nur wenig Zeit blieb, so beschränkte ich mich auf das Einsammeln kleiner Texte, die am ehesten geeignet sind, auf die linguistische Zugehörigkeit Licht zu werfen. Herr Prof. Dr. Leo Reinisch, welcher die Güte hatte, die Proben durchzusehen, konnte dieselbe auch in vielen Fällen vermuthen, nur die Sprache der Wassandaui bleibt unbestimmt. Leider konnten keine Interlinearversionen sondern nur Uebersetzungen erhalten werden, die jedoch ziemlich genau sein dürften. Als Orthographie wurde die Steer'sche Swahíli-Schreibart angewandt.