Emballage zurück.
47.
Da hätt ich selbst mir wiedersprochen?
Das Nichts und All sei ohne End;
Nun wärs vom Etwas unterbrochen,
Wo man doch End und Anfang kennt.
Fast dauern mich die armen Seelen,
Kurz ist der Menschen Unverstand.
Da haben sie trotz allem Zählen
Fünf Finger nur an jeder Hand.
Beim Kleinsten kaum den Anfang nommen,
Beim Daumen schon ans Ziel gekommen.
Quittung.
48.
Können sie nichts dawider, gar nichts dawider mir sagen
Was ich ihnen gesagt – tadeln sie, wie ich's gesagt.
49.
Ȇber das holprige Pflaster rasselt dein Distichonkarren;
Zwischen der Achse Geächz langhin hallet dein Hüh.«
50.
»Jämmerlich jeglichen Vers hackt die Zäsur in zwei Verse.
Freund! Deine Distichen sind triplex quadruplex gebaut.«
51.
Lest ihr so akkurat meiner Distichen Bauplan?
Freunde! wenn sie nun gar keine Distichen sind?
52.
Ja sie taumeln im Hipphopp, zweimal zwei Rummeldumhälften,
Griechisch, gallisch, germanisch, leider auch alliteriert.
53.
Hammerschläge ein Dutzend, knisternd sprühen die Funken.
Saust der Hammer hernieder, kläppert der glühende Stahl.
54.
Sekundieren am Ambos zwei Schmiedegesellen den Meister.
Viermal wechselt der Dreischlag – schnell mit dem Stahl ins Bad.
II.
Wohl schreitet die Sehnsucht brückendes Schrittes
Von Berg zu Berg übers Tal,
Von Stern zu Stern; die Spur ihres Trittes
Leuchtet im Weltenall.
Sie schreitet, schreitet auf glühenden Sohlen
Ewig im ewigen Raum;
Wo End und Anfang zeitlos rollen,
Schleift ihrer Schleppe Saum.
Sie schreitet, schreitet mit suchenden Füssen
Vom Vollen ins leerste Nichts;
Und wo sie hintritt, im Dunkel spriessen
Brennende Blumen des Lichts.
Und wo sie hintritt, im ewig Leeren
Urewige Fülle aufquillt;
Urewig des Endes Anfangbegehren
Des Anfangs Ende stillt.
So über die Weiten und über die Zeiten
Vom Nirgendwo zum Niemal
Mag wohl die Sehnsucht brückend schreiten
Von Berg zu Berg übers Tal.
Suh – suh – ein Ton in mir
Der schwillt und ebbt im All
Zur Weltenfuge Klanggewirr,
Zur Einheit Urchoral.
Ruh – Ruh – so singt der Ton
Der Seele Sehnsuchtslied,
So schreit die Möve sturmentflohn
Der übers Meer herzieht;
So heult der Sturm den Brausesang,
So brüllt das Meer im Grund,
Des Weltenwütens Sterbedrang,
Der Tod am Leben wund.
Weh – weh – ein Ton in mir
Zur Meeresbrandung schwillt,
Die aller Ufer Qualrevier
Mit bangem Schrei erfüllt.
Bis einst des Schweigens Abgrund weit
Den Mutterschooss auftut,
Und alles Leben, alles Leid
Erlöst im Tode ruht.
Im Gedränge
Der Menge
Urseiender Wahrheit
Zu sehen
Verstehen
Die werdende Klarheit;
Im kleinen
Erscheinen
Das grosse »An-sich«,
Beim Zahl-viel
Ans All-ziel
Erinnere dich.
Da drinnen
Beginnen,
Da draussen das Ende; –
Dass im Innern
Erinnern
Das Aussen fände,
Lern nennen
Lern kennen
Was aussen ist;
Werde jetzt
Was zuletzt
Von Anfang du bist.
Gewärtig
Unfertig
Die Einzelheit,
Doch vorwärts
Und rückwärts
Die Ewigkeit.
Das Leben
Ein Schweben
Um zuckende Flammen;
Folg allen,
Sie fallen
Zur Sonne zusammen.
Folg einer,
Stets kleiner
Zum Nichts sie verschwindet.
Tauchst dort du, immerfort du,
Ohne Rast du, so hast du
Im Nichts das All ergründet.
Du magst,
Wo du fragst
Wohl Antwort erwerben,
Vom Einen
Zum Keinen
Zum All wohl sterben.
Magst zählen,
Magst schwellen,
Zum Endlosen streben.
Durch Tod
Zu Gott;
Zu Gott durch Leben.
Im Innern
Erinnern
Und aussen Lernen.
Doch immer
Geflimmer
Von bekannten Sternen.
Wusstest schon
Die Lektion
Vorm Unterricht,
Siehst eben
Im Leben
Dein eigen Gesicht.
Was gewesen,
Was du vergessen,
Sagt dir Erinnerung.
Was alt
Wird bald
Im Gedächtnis jung –
Stets nur
Die Spur
Von deinem Sein.
Erinnern im innern
Und Lernen im Fernen;
Hier, dort, das Urselbstein.
Aus deinem Innern sollst du's heben,
Im Innern kreist die ganze Welt.
In dich hinein das Aussenleben
In einen tiefen Abgrund fällt.
Aus dir heraus – bist stets am Ende;
Hinauf, hinab, rundum ..... nur Wände.
Oh wolle nicht nach Aussen schweifen,
Wo deine Kerze flickernd tropft.
Erkennen nenne nicht Begreifen,
Gefühl nicht, wenn dein Finger klopft.
Dem Spiegel wuchsen keine Flügel,
Und doch siehst du die Welt – im Spiegel.
Oh trachte nicht dich auszudehnen!
Sink in dein Inneres still hinab.
Lass draussen der Erscheinung Wähnen,
Steig aus dem engen Weltengrab;
Dort wolle nicht zur Tiefe sinken –
Kann doch in dir das All ertrinken.
Woll' nicht der Gründe Grund ergründen,
Und nicht durchmessen Raum und Zeit!
Nur in der Seele kannst du's finden:
Das »Welteneng«, das »Weltenweit«.
Da ordnen sich des Chaos Trümmer:
Das Nichts, das All, das Ja, das Nimmer.
Der Kugel All ist ohne Ende,
In Punktes Nichts ist kein Beginn.
Von innen dich nach aussen wende
Zurück zum Innerstinnen hin.
Die Welt des Seins, das Nichts des Scheines,
Das Ipse, Tu – Allselbst, Alleines.
I.
Der Mensch ist allwissend, nur weiss er es nicht.
Es sendet die Sonne ihr strahlendes Licht
Hinaus ins weite Weltenrund.
Der Sonne aber wird es nicht kund,
Dass sie das Universum erhellt.
Sie selber schaut sich um in der Welt
Fragend und zagend von Stern zu Stern
Und sieht in jeglicher Himmelsfern
Die eine urewige finstere Nacht
Und nichts von all der leuchtenden Pracht.
Die Sonne sendet das schaffende Licht
Und sucht es in Sehnsucht und findet es nicht.
II.
Der Mensch ist allwissend, und dunkel er's fühlt.
In seinem Innern er suchend wühlt
Und findet langsam Stück um Stück.
Und heller und heller wird sein Blick,
Den ihm sein Ego so gänzlich getrübt.
Und wie den Säugling die säugende Amme
So liebt das Ipse die leuchtende Flamme,
Das eine urewige Objekt, das Tu.
So stirbt das Subjekt und findet die Ruh.
Allwissenheit schaff ich durch eigenen Tod,
Ich war, ich bin, ich werde – – Gott.