BEKENNTNIS EINER SCHÖNEN SEELE
„Ich bin sehr, sehr schön. In meiner grauen Samtkappe mit der dicken grünen seidenen Troddel, die über meine aschblonden Schläfenhaare herabbaumelt, sehe ich direkt aus wie — — —. Nun, was bedeuten Vergleiche, alte Bilder, vergilbte Namen, da man doch Gott sei Dank noch ein lebendiges Kunstwerk ist!?! Aber etwas fehlt mir, was jede hübsche armselige Hure voraus hat. Man anerkennt mich, aber ich erwecke keine bösen teuflischen Instinkte, das einzige, was durcheinander bringt und alle besiegt! Ich bin innerlichst zu anständig, das heißt, ich habe nicht mehr die perfide Lebenskraft der Schlange, des Salamanders, des Regenwurmes!
Ich bin edel-feig!
Wenn man mich tritt, fühle ich mich getreten! Und das ist falsch. Da triumphieren die Treter! Trotz meiner bezwingenden Schönheit ist noch etwas in mir, das mich bezwingt! Das sollte nicht sein. Ich bin das Opfer von einem Stückchen Seele, das mich ewig stört, verhindert! Man sagt mir zwar: ‚Du wirst auch noch einen finden, den gerade das interessiert!‘ Gott, hoffentlich. Weshalb soll man denn auch gerade daran Schiffbruch leiden, was an einem sogenannt noch Besseres ist?!?“