DAS GLASGESCHENK
Weshalb ein Glas, dickes Kristall, geschliffen nach
Altwiener Muster, mit deinem Namen in meiner
Schrift graviert?!
Leblose Dinge sollen dir auch lebendig werden,
wo’s keinen Gram gibt und keine Enttäuschung!
Nicht, daß du daraus trinkest, weil ich’s spendete!
Du sollst am Glas dich freuen, an der Form,
und daß es dein ist, zu eigenstem Gebrauche,
von allen anderen merkwürdig unterschieden!
Und solltest du dabei meiner gedenken,
so kann’s dem schönen Glase auch nicht schaden!
Heil dir und deinem Trunk!
Nicht, daß du sagest: „Ich hab ein Glas, es ist von ihm!“
Sondern: „Ich hab ein wunderschönes Glas,
und außerdem ist es von ihm!“