DORA 3
Er hatte es sich endlich, schließlich vorgenommen,
falls sie doch noch wiederkommen sollte, falls,
nicht von seinem japanischen Lehnsessel aufzustehen,
sondern nur in tiefster Ergriffenheit und Freude zu sagen: „Endlich!“
Das hatte er sich vorgenommen,
in diese Rolle seines Herzens hatte
er sich eingelebt, man kann sagen bei Tag und Nacht,
ein idealer Schauspieler seiner selbst!
Nun werdet ihr wohl glauben, daß, als sie kam,
es doch ganz anders war natürlich
als man sich’s in Gedanken vorgenommen!
Nein, es war ganz so.
Auf die Gefahr, euch zu enttäuschen!
Er blieb sitzen, schaute sie lange an und sagte: „Endlich!“
Nun war sie gekommen und gegangen — — —.
Er sah sein tiefes Unrecht ein an denen,
denen er etwas Besonderes seit Jahren war in ihrem
zerstörten Leben, ein Lichtschein, ein Geleite, durch ihre Wirrnisse!
Sie war gekommen und gegangen. Und nichts!
Langer Zeiten vielleicht hätte es bedurft, um sie
in jene Welten, sagen wir hinauf zu führen,
in welche jene anderen von selbst, kraft ihrer
Seele, flogen, im ersten Augenblicke der
Bekanntschaft — — —. Frauen werden nicht, sie sind!
Es war besser so. Die Sehnsucht hatte mich entbrannt,
und brannte mir die Seele aus, bei Tag und Nacht.
Nun bin ich wieder, kühl, bei denen, die mich schützen!