MIMIKERINNEN

Mimik ist die Fähigkeit zu sprechen, ohne Worte dazu zu verwenden. Solche edle Mimikerinnen sind Elsa und Berta Wiesenthal. Sie sprechen zu uns unter Musikbegleitung sanfte, tiefe, kindliche, besondere Worte, ohne dabei zu reden. Eine Mama versteht das romantische Lallen ihres geliebten Wiegenkindchens, ein Jäger den Blick seines Hundes, ein Liebender das Schweigen seines Mädchens! Schon seinerzeit in der „Kunstschau“, in der Pantomime von Oskar Wilde „Der Geburtstag der Infantin“, überraschte Elsa Wiesenthal durch edle Würde, durch das Ausdrücken von allem, was der Dichter meinte, in Gebärde, im Blicken! Sie hat alles diesmal gehalten, was sie versprochen hatte, besonders in „Violettapolka“, „Türkischer Marsch“, „Faustwalzer“. Berta ist wie ein getreuer Knappe seiner edlen wunderschönen Herrin. Die Kostüme waren sehr gut. Im „Faustwalzer“ flogen eigentlich zwei herrliche weiße seidene Schmetterlinge! Wir haben bisher von Tänzerinnen folgende bemerkenswerte Typen gesehen: Cleo de Mérode, die ewige Jugend, Saharet, die Akrobatin, Ruth St. Denis, die Indierin, Carmen Aguileras, ganz Spanien, Maria Maraviglia, die Anmut, Grete Wiesenthal, der „modernste Typus“, Elsa und Berta, die Mimikerinnen, Esthère Vignon, das Genie!