POETA
Ein Dichter, der kein Sozialdemokrat ist, und sogar, mit Rücksicht auf Haß und Verachtung der durch Gewohnheit eingenisteten Vorurteile der Menschen, kein Anarchist ist, ist kein Dichter! Wer sich, seine Familie, seine Kinder, seinen Frieden mehr liebt als die fremde entfernte Menschheit, ist kein Dichter! Er dichtet, aber er ist kein Vertreter! Kein Fürsprecher, kein Vorsprecher aller! Er ist kein Standartenträger in der Schlacht der Welt! Er amüsiert, er rührt, aber er heilt nichts! Er ist kein Arzt der kranken Menschheit, also kein Dichter! Er dichtet für die Gesunden, Befriedigten, und die brauchen ihn nicht! Die können sich ohne ihn behelfen, sich durchfretten! Ein Dichter sagt das, nur das, woran alle anderen kranken, leiden, daß sie es nicht aussprechen können, dürfen! Sonst braucht man ihn ja nicht. Auf Reime, Verse, Phrasen wird verzichtet! Eine Dame der Gesellschaft sagte zu mir: „Wir wollen erhoben werden, erfreut von euch Dichtern!“ Ja, Schnecken, das möcht euch so passen, ihr Drohnen der arbeitsamen Weltentwicklung!