Inhaltsverzeichnis.

Seite

Literatur

[5]

I.

Einleitung: Systematik der zoologischen Wissenschaft

[7]

II.

Urgeschichte:

1.

Anfänge der Zoologie

[9]

2.

Zoologie der asiatischen Völker

[10]

III.

Antike Zoologie:

1.

Vor Aristoteles

[14]

2.

Aristoteles

[20]

3.

Griechische Zoologie nach Aristoteles

[32]

4.

Römische Zoologie

[34]

5.

Alexandrinische Anatomie

[38]

IV.

Mittelalterliche Zoologie:

1.

Patristik

[40]

2.

Hohes Mittelalter

[43]

3.

Ausgehendes Mittelalter

[45]

V.

Neuzeitliche Zoologie bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts:

A.

Periode der Zoographie:

1.

Philologische Zoologie

[48]

2.

Blütezeit der Zoographie

[50]

3.

Aufsplitterung der Zoographie

[54]

4.

Zootomie des 16. Jahrhunderts

[56]

5.

Zootomie des 17. Jahrhunderts

[58]

B.

Periode der Systematik:

1.

Praktische und theoretische Organisation der Zoologie

[66]

2.

John Ray

[67]

3.

Vermehrung der Tierkenntnis

[70]

4.

Biologische Dogmatik

[71]

5.

C. von Linné

[73]

6.

Pallas

[77]

7.

Zootomie des 18. Jahrhunderts

[78]

VI.

Französische Zoologie von der Mitte des 18. Jahrhunderts an

[82]

1.

Buffon

[83]

2.

Lamarck

[85]

3.

Et. Geoffroy St. Hilaire

[88]

4.

G. Cuvier

[90]

5.

Nachfolger Cuviers

[96]

6.

Nachfolger Et. Geoffroys

[99]

7.

Italienische Zoologie dieses Zeitraums

[101]

VII.

Deutsche Zoologie von der Mitte des 18. Jahrhunderts an:

[101]

1.

Aufklärungsperiode

[102]

2.

Naturphilosophie

[105]

3.

Empiriker

[109]

4.

Zellenlehre

[119]

VIII.

Englische Zoologie von der Mitte des 18. Jahrhunderts an:

1.

Zoologie, mit Ausschluß der Reisen und des Darwinismus

[123]

2.

Darwinismus in England

[128]

3.

Darwinismus in Deutschland

[137]

4.

Amerikanische Zoologie

[142]

IX.

Zoographie nach der Mitte des 18. Jahrhunderts:

1.

Fortbildung der Klassifikation

[143]

2.

Reisen und Meeresforschung

[148]

3.

Geschichte und Bibliographie der Zoologie

[151]

Register

[154]

Literatur[1].

I. Allgemeine Literatur der Geschichte der Zoologie:

Spix, J., Geschichte und Beurteilung aller Systeme in der Zoologie. Nürnberg 1811.

Cuvier, G., Histoire des sciences naturelles. Paris 1841-45.

Geoffroy Saint-Hilaire, I., Histoire naturelle générale. 1854. Bd. I.

Schmidt, O., Die Entwicklung der vergleichenden Anatomie. Jena 1855.

Carus, J. B., Geschichte der Zoologie. 1873.

Perrier, E., La philosophie zoologique avant Darwin. 1884.

Außerdem sind für die Geschichte der Zoologie die Handbücher der Medizingeschichte von K. Sprengel, H. Haeser, Th. Puschmann (Neuburger und Pagel), die Geschichte der Botanik von Ernst Meyer und die Geschichte der Geologie und Paläontologie von K. A. von Zittel beizuziehen.

II. Spezielle Literatur für einzelne Abschnitte der Geschichte.

1. Altertum.

Windelband, W., u. S. Günther, Geschichte der alten Philosophie. 1894.

Gomperz, Th., Griechische Denker. I. Leipzig 1897.

Grant, Sir Alex., Aristoteles. Übers. v. Imelmann. Berlin 1878.

Lewes, G. H., Aristoteles. Übers. v. J. B. Carus. 1865.

Meyer, J. B., Aristoteles’ Tierkunde. Berlin 1855.

Levysohn, L., Die Zoologie des Talmuds. 1858.

Ferner die literaturhistorischen und philosophisch-historischen Werke von Ritter, Brandis, Zeller, Susemihl, Teuffel, Krumbacher.

2. Mittelalter.

Pouchet, F. A., Histoire des sciences naturelles au moyen-âge. Paris 1853.

Harnack, A., Geschichte der altchristlichen Literatur. 1893.

Medici, M., Compendio storico della scuola anatomica di Bologna. 1857.

Schneider, J. G., Reliqua librorum Frederici II. Lipsiae 1788.

3. Neuzeit:

Die Literatur der Neuzeit hat mehr vorwiegend biographischen Charakter, daher für die Kenntnis der einzelnen Zoologen jeweilen die Biographien zu konsultieren sind. Außerdem ist die obenerwähnte allgemeine Literatur entsprechend ihrer Orientierung auf die jedesmal aktuelle Zoologie für das 18. und 19. Jahrhundert ausführlicher als für das Altertum, und für die neueste Zeit enthält begreiflicherweise die zoologische Literatur selbst hinreichende Hinweise auf die nächstliegende Vergangenheit.

Für das biographische Material sind am besten zu konsultieren die Allg. Deutsche Biographie, die Biographie universelle, das Dictionary of National Biography, woselbst auch die Nachweise ausführlicherer Biographien zu finden sind.

Hartmann, E. v., Die Abstammungslehre seit Darwin. Annal. d. Naturphilos. Bd. II.

Wigand, Alb., Der Darwinismus. Bd. III. 1877.

Zahlreiche Schriften W. Mays in den neuesten Jahrgängen der Verh. des Naturw. Vereins Karlsruhe, sowie desselben Autors, Die Ansichten über die Entstehung der Lebewesen. Karlsruhe 1905.

Hertwig, O., Die Entwicklung der Biologie im 19. Jahrhundert. Verh. Ges. D. Naturf. u. Ärzte. 1900.

Wasielewski, W. von, Goethe und die Deszendenzlehre. Frankfurt a. M. 1904 (enthält die frühere Literatur).

Camerano, L., Materiali per lo studio di Zoologia in Italia nella prima metà secolo XIX. (Ebenda Angabe der früheren Arbeiten desselben Autors.)

Graff, L. von, Die Zoologie seit Darwin. Graz 1896.

Dannemann, Fr., Grundriß d. Gesch. d. Naturwissenschaften. 1896.

Marcou, J., La science en France. 1869.

Radl, E., Geschichte der biologischen Theorien seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. 1905.

Flower, W., Essays on Museums. London. 1898.

Romanus, J., Darwin und nach Darwin (deutsch). 1892.

Boelsche, W., E. Haeckel, ein Lebensbild. 1905.

Goethe, Humboldt, Darwin, Haeckel von W. May. 1904.

[1] Von Aufzählung der Quellen, die vom Verf. mit wenigen Ausnahmen selbst beigezogen worden sind, mußte Abstand genommen werden; ebenso von der Erwähnung einer großen Zahl von Spezialarbeiten, schon weil die Mehrzahl derselben nicht auf Quellenstudium beruht.

I. Einleitung.
Systematik der zoologischen Wissenschaft.

Wollen wir die Leitlinien in der Entwicklung einer Wissenschaft verfolgen, so bedarf es der Kenntnis auch der obersten Gliederung dieser Wissenschaft selbst. Geschichte und Systematik der Zoologie sind also ohne einander undenkbar. Wir schicken daher die Grundzüge einer Systematik der Zoologie voraus, ehe wir ihre geschichtliche Entwicklung zu skizzieren suchen.

Als Biologie bezeichnet man den Inbegriff aller Wissenschaften vom organischen Leben, dem gegenwärtigen und vergangenen, in all seinen Äußerungen, also die organischen Naturwissenschaften. Man zerlegt sie nach dem üblichen Unterschiede von Pflanze und Tier in Botanik und Zoologie. Die Zoologie zerlegt man wiederum je nach den Teilen des Tierreiches in Teilgebiete, für die man mehr oder weniger eingebürgerte Bezeichnungen gebraucht. Man redet häufiger von Anthropologie (Lehre vom Menschen), Ornithologie (Lehre von den Vögeln), Entomologie (Insektenkunde), Helminthologie (Lehre von den Würmern), als etwa von Karzinologie (Lehre von den Krebsen), Mammalogie (Lehre von den Säugetieren), Protistologie (Lehre von den einzelligen Tieren und Pflanzen); doch werden viele Bezeichnungen für Teilgebiete innerhalb der speziell beteiligten Kreise der Forscher gebraucht. Die Zoologie wird aber auch in anderer Weise in Spezialgebiete getrennt. Wie ein höherer Organismus in Organe, Gewebe, Zellen zerlegt werden kann, so werden auch Teilgebiete nach diesen Teilen des Organismus abgesondert: die Organologie (Organlehre), die Histologie (Gewebelehre), die Zytologie (Zellenlehre). Aber nicht nur aus der Gliederung des Objektes selbst, der Tierwelt und des Einzelorganismus, werden die Unterabteilungen der Zoologie abgeleitet, sondern auch die Gliederung des Erforschungsprozesses wird zum Einteilungsprinzip erhoben. Dabei wird jedoch stets nur die Bezeichnung der Wissenschaft nach dem jedesmal vorherrschenden Gesichtspunkt gewählt. Demnach unterscheidet man als Zoographie die Beschreibung und bildliche Wiedergabe der Tiere. Die Zergliederung derselben wird Zootomie genannt. Zoographie und Zootomie weisen zunächst die Formen des Organismus nach. Unter dem Gesichtspunkt der Form beides zusammenfassend spricht man daher von einer Morphologie (Lehre von der Form), und stellt ihr zur Seite die Lehre von den Verrichtungen, auf die seit der Neuzeit die im Altertum für die gesamte Naturforschung übliche Bezeichnung Physiologie übertragen wurde. Das Studium der Seelenäußerungen der Tiere nach Analogie des Menschen pflegt die Tierpsychologie. Für die vergleichende Betrachtung der Organe erwachsener Tiere kam mit dem 17. Jahrhundert die Bezeichnung „vergleichende Anatomie“ auf. Ebenso wurde auch für eine vergleichende Betrachtung der Verrichtungen die Bezeichnung „vergleichende Physiologie“ gebräuchlich. Als Entwicklungsgeschichte (Embryologie, Ontogenie) sondert man die Lehre vom Bau und den Verrichtungen des sich entwickelnden Organismus aus. Als Paläontologie wird seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts die Wissenschaft von den ausgestorbenen Organismen bezeichnet. Seitdem man die Lebewelt als eine Einheit von gemeinsamer Abstammung und Verwandtschaft betrachtet, wird die synthetisch gewonnene hypothetische Darstellung dieser Einheit oder die Anwendung des Entwicklungsgedankens auf die organische Natur als Phylogenie (Stammesgeschichte, Haeckel) unterschieden. Mit der räumlichen Verbreitung der Tiere befaßt sich die Tiergeographie, mit den Beziehungen des Organismus zu seiner leblosen und lebenden Umgebung die Ökologie (Haeckel) oder die Lehre vom Haushalt in der Natur. Das Bedürfnis, die Tierwelt nach logischen Normen zu ordnen, erzeugte die Klassifikation der Tiere (oft irrtümlich mit dem Oberbegriff „zoologische Systematik“ bezeichnet). Auch in der Zoologie hat sich die Namengebung oder Benennung der Objekte zu einem besonderen Zweig, der Nomenklatur, ausgebildet.

Ganz im allgemeinen ist zu bemerken, daß diese Klassifikation der zoologischen Wissenschaften erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts bewußt entwickelt worden ist, und daß der Sprachgebrauch in ihr vielfach Verwirrung stiftet (z. B. wenn Biologie statt Ökologie gebraucht oder die Physiologie der Biologie überhaupt gleichgesetzt wird).