Zu II.
[13] Nach Münsterberg ist das Psychische als der Gegenstand der Psychologie nichts Reales, sondern ein Abstraktionsprodukt, das Produkt einer Objektivierung, während die Geisteswissenschaften es mit dem konkreten, stellungnehmenden, zwecksetzenden Subjekt und dessen Akten zu tun haben, also „subjektivierend“ verfahren (Grundzüge der Psychol. I, 57f., 62, 202). „Die Einheit des geistigen Lebens ist gar nicht ein Zusammenhang psychologischer Objekte, sondern ein Zusammenhang von Tatsachen, aus denen psychologische Objekte abgeleitet werden können“ (a. a. O. S. 382; vgl. Psychology and Life 1899). Vgl. dagegen Höffding, Philos. Probleme, S. 13; G. Villa, Monist, 1902; Eisler, Zeitschrift für Philosophie und philos. Kritik, Bd. 122, S 80ff.; J. Cohn, Vierteljahrsschr. für wissensch. Philos. Bd. 26.
[14] Vgl. auch R. Wahle, Über den Mechanismus des geistigen Lebens, 1906.
[15] Die psychische Kausalität ist uns als innerer Zusammenhang unserer Erlebnisse unmittelbar, d. h. ohne daß es erst einer Deutung, Projektion, begrifflich-hypothetischen Ergänzung bedarf, gegeben (vgl. Wundt, Logik I 2, 625ff., System der Philos. 2, S. 291, 593f.). „So erleben wir beständig Verbindungen, Zusammenhänge in uns, während wir den Sinneserregungen Verbindung und Zusammenhang unterlegen müssen.“ „In dem Erlebnis wirken die Vorgänge des ganzen Gemüts zusammen. In ihm ist Zusammenhang gegeben, während die Sinne nur ein Mannigfaltiges von Einzelheiten darbieten. Der einzelne Vorgang ist von der ganzen Totalität des Seelenlebens im Erlebnis getragen, und der Zusammenhang, in welchem er in sich und mit dem Ganzen des Seelenlebens steht, gehört der unmittelbaren Erfahrung an.“ „Alles psychologische Denken behält diesen Grundzug, daß das Auffassen des Ganzen die Interpretation des Einzelnen ermöglicht und bestimmt.... Der erfahrene Zusammenhang des Seelenlebens muß die feste, erlebte und unmittelbar sichere Grundlage der Psychologie bleiben.“ (Dilthey.)
[16] Vgl. meine „Einführung in die Erkenntnistheorie“, Leipzig, 1907.
[17] Zu dieser Kausalität gehört auch das psychische Innensein der Faktoren, welche auf das erlebende Subjekt einwirken. Insofern hat Simmel mit seiner Bemerkung (Einleit. in die Moralwissenschaft II, 297) nicht unrecht. Vgl. Kreibig, Die Aufmerksamkeit, S. 51.
[18] Von diesem primären Subjektmoment ist das entwickelte Selbstbewußtsein wohl zu unterscheiden, welches die Psychologie nicht wie jenes hinnehmen kann, sondern genetisch erklären muß, soweit es mehr ist als einfache, nicht ableitbare Subjektivität.