Liedtexte
Räuber-Lied.
Nicht zu schnell. Nachbildung von »Gaudeamus igitur.« (Vor 1717.)
1. Ein frei - es Le - ben füh - ren wir, ein
Le - ben vol - ler Won - ne! Der
Wald ist un - ser Nacht - Quar - tier, bei
Sturm und Wind han - tie - ren wir; der
Mond ist uns - re Son - ne, der
Mond ist uns - re Son - ne.
Krambambuli.
1. Kram - bam - bu - li, das ist der Ti - tel des
Tranks, der sich bei uns be - währt;
er ist ein ganz pro - ba - tes Mit - tel, wenn
uns was Bö - ses wi - der - fährt.
Des A - bends spät, des Mor - gens früh trink'
ich mein Glas Kram - bam - bu - li. Kram -
bim - bam - bam - bu - li, Kram - bam - bu - li!
2. Bin ich im Wirts - Haus ab - ge - stie - gen, gleich
ei - nem gro - ßen Ka - va - lier,
dann lass' ich Brot und Bra - ten lie - gen und
grei - fe nach dem Propf - en - Zieh'r,
dann bläst der Schwa - ger Tan - tran - ti zu
ei - nem Glas Kram - bam - bu - li. Kram -
bim - bam - bam - bu - li, Kram - bam - bu - li!
Blau blüht ein Blümelein.
Moderato.
1. Ach, wie ist's mög - lich dann, daß ich dich
las - sen kann! hab' dich von Her - zen lieb,
das glau - be mir! Du hast das
Her - ze mein so ganz ge - nom - men ein,
daß ich kein' an - dre lieb', als dich al - lein.
2. Blau ist ein Blü - me - lein, das heißt Ver-
giß - nicht - mein: dies Blüm - lein leg' an's Herz
und denk' an mich! Stirbt Blum' und
Hoff - nung gleich, wir sind an Lie - be reich;
denn die stirbt nie bei mir, das glau - be mir!
3. Wär' ich ein Vö - ge - lein, wollt' ich bald
bei dir sein, scheut' Falk und Ha - bicht nicht,
flög' schnell zu dir. Schöß' mich ein
Jä - ger tot, fiel' ich in dei - nen Schoß;
säh'st du mich trau - rig an, gern stürb' ich dann!
Gebet während der Schlacht.
Langsam und mit Würde. Friedrich Heinrich Himmel. (1813.)
1. Va - ter, ich ru - fe dich! Brül - lend um-
wölkt mich der Dampf der Ge - schü- tze,
sprü - hend um - zu - cken mich ras - seln - de
Bli - tze. Len - ker der Schlach - ten, ich
ru - fe dich! Va - ter du, füh - re
mich!
2. Va - ter du, füh - re mich! führ' mich zum
Sie - ge, führ' mich zum To - de:
Herr, ich er - ken - ne dei - ne Ge-
bo - te; Herr, wie du willst, so
füh - re mich! Gott, ich er - ken - ne
dich!
3. Gott, ich er - ken - ne dich! So im
herbst - li - chen Rau - schen der Blät - ter
als im Schlach - ten - Don - ner-
Wet - ter, Ur - quell der Gna - de, er-
kenn' ich dich! Va - ter du, seg - ne
mich!
Wenn die Schwalben heimwärts ziehn.
Franz Abt. (1842.)
Andantino.
1. Wenn die
Schwal - ben heim - wärts ziehn, wenn die
Ro - sen nicht mehr blühn, wenn der
Nach - ti - gall Ge - sang mit der
Nach - ti - gall ver - klang, fragt das Herz in ban -
Schmerz, fragt das Herz in ban - gem Schmerz:
ob ich dich auch wie - der
seh'? Schei - den, ach Schei - den,
Schei - den tut weh! Schei - den, ach
Schei - den, Schei - den tut weh!
2. Wenn die
Schwä - ne süd - lich ziehn, dort - hin
wo Ci - tro - nen blühn, wenn das
A - bend - Rot ver - sinkt, durch die
grü - nen Wäl - der blinkt, fragt das Herz in ban - gem
Schmerz, fragt das Herz in ban - gem Schmerz:
ob ich dich auch wie - der
seh'? Schei - den, ach Schei - den,
Schei - den tut weh! Schei - den, ach
Schei - den, Schei - den tut weh!
Jäger-Leben.
Lebhaft. Volks-Weise (1827.) Von Gehricke (?)
mf
1. Im Wald und auf der Hei - de, da
such' ich mei - ne Freu - de, ich bin ein
Jä - gers - Mann, ich bin ein Jä - gers-
Mann! Die For - sten treu zu pfle - gen, das
Wild - bret zu er - le - gen, mein'
Lust hab' ich da - ran, mein' Lust hab'
ich da - ran. |: Hal - li, hal - loh, hal-
li, hal - loh! mein' Lust hab' ich da - ran. :|
2. Im Wal - de hin - ge - streck - et, den
Tisch mit Moos mir deck - et, die freund - li-
che Na - tur; die freund - li - che Na-
tur; den treu - en Hund zur Sei - te, ich
mir das Mahl be - rei - te auf
Got - tes frei - er Flur, auf Got - tes
frei - er Flur. |: Hal - li, hal - loh, hal-
li, hal - loh! auf Got - tes frei - er Flur. :|
3. Und streich' ich durch die Wäl- der und
zieh' ich durch die Fel - der ein - sam den
gan - zen Tag; ein - sam den gan - zen
Tag; doch schwin - den mir die Stun - den gleich
flüch - ti - gen Se - kun - den, tracht'
ich dem Wil - de nach, tracht' ich dem
Wil - de nach. |: Hal - li, hal - loh, hal-
li, hal - loh! tracht' ich dem Wil - de nach. :|
4. Wenn sich die Son - ne nei - get, der
feuch - te Ne - bel stei - get, mein Tag - Werk
ist ge - than, mein Tag - Werk ist ge-
than, dann zieh' ich von der Hei - de zur
häus - lich - stil - len Freu - de, ein
fro - her Jä - gers - Mann, ein fro - her
Jä - gers - Mann! |: Hal - li, hal - loh, hal-
li, hal - loh! ein fro - her Jä - gers - Mann!
Lorelei.
(Zur 8. Sektion.)
Heinrich Heine. (1822.)
Andante.
1. Ich weiß nicht, was soll es be - deu - ten, daß
ich so trau - rig bin; ein
Mär - chen aus al - ten Zei - ten das
kommt mir nicht aus dem Sinn. Die
Luft ist kühl und es dun - kelt, und
ru - hig fließt der Rhein; der
Gi - pfel des Ber - ges fun - kelt im
A - bend - Son - nen - schein.
2. Die schön - ste Jung - frau sit - zet dort
o - ben wun - der [-][G-11] bar, ihr
gold - nes Ge - schmei - de blit - zet, sie
kämmt ihr gol - de - nes Haar. Sie
kämmt es mit gol - de - nem Kam - me, und
singt ein Lied da - bei; das
hat ei - ne wun - der - sa - me, ge-
wal - ti - ge Me - lo - dei.
3. Den Schif - fer im klei - nen Schif - fe er-
greift es mit wil - dem Weh; er
schaut nicht die Fel - sen - Rif - fe, er
schaut nur hin - auf in die Höh'. Ich
glau - be, die Wel - len ver - schlin - gen am
En - de Schif - fer und Kahn; und
das hat mit ih - rem Sin - gen die
Lo - re - lei ge - than.
Es ist bestimmt in Gottes Rat.
Poco sotenuto.
1. Es ist bestimmt in Got - tes Rat, daß
man vom Lieb - sten, was man hat, muß
schei - den. Wie-
wohl doch nichts im Lauf der Welt dem
Her - zen ach, so sau - er fällt, als
Schei - den, ja
Schei - den! :| 4. Nun mußt du mich auch
recht ver - stehn, ja
recht ver - stehn: wenn Men - schen aus - ein-
an - der gehn, so sa - gen sie: auf
Wie - der - sehn, auf Wie - der - sehn,
auf Wie - der - sehn!