Miss Pollie Whatson
die schwerste Dame der Welt
liefert den Beweis, dass der »Humbug« nicht allein in Amerika, sondern auch in anderen Theilen der Erde gedeiht und Blüthen zeitigt. Die Miss, eine geborene Engländerin und vor einiger Zeit in einem Museum in Liverpool als »schwerste Dame der Welt« ausgestellt, ist zwar »wohlbeleibt«, aber dem unbeeinflussten Beschauer konnte es doch nicht entgehen, dass ihre unbedeckten Arme in einem grellen Contraste zu ihrer Körperfülle standen und der Gedanke, dass letztere »Kunst«, nicht »Natur« sein müsse, drängte sich unwillkürlich in den Vordergrund.
Dieser Idee gab denn auch eines Tages ein pessimistischer Besucher Ausdruck, indem er der »Aufwärterin« eine der umfangreicheren landesüblichen Münzen in die Hand gleiten liess, und als Erkenntlichkeit dafür erfuhr er folgende Details über die schwerste Dame der Welt: »Bis vor ganz kurzer Zeit sei sie noch Fischhändlerin gewesen, die das immerhin ansehnliche Gewicht von 220 Pfund zwar gehabt habe, dass das aber doch für eine »Riesendame« nicht ausreichend gewesen sei. Da habe sie, die Aufwärterin, es unternommen, eine »vollwichtige« Riesendame aus ihr zu fabriciren und ihr Gewicht auf 728 Pfund zu erhöhen, ein Kunststück, das ihr auch in etwa einer Woche gelungen sei.«
Befriedigt über diesen Erfolg, warf der incurable Pessimist noch einen flüchtigen Blick zu der vom glaubensseligen Publicum umstandenen »Humbug-Riesendame« empor und berechnete im Stillen, wie viel überflüssige Schweisstropfen sie wohl täglich unter ihrer künstlichen Fetthülle vergiessen möge, in die der »Humbug« sie eingezwängt.