Monroe
der verknöcherte Afrikaner
ist ein unlösbares medicinisches Räthsel und zugleich eine Abnormität, die Jeder mit Wehmuth betrachtet.
Jetzt etwa vierundfünfzig Jahre alt, war er bis zu seinem zweiunddreissigsten Lebensjahre ein gesunder, kräftiger Mann von gebräunter Hautfarbe, glücklicher Ehegatte und Vater von drei Kindern, und functionirte als Schaffner an der New York Central-Railway.
Im Jahre 1875 wurde er Nachts von einem Frachtenzuge hinabgeworfen, und da das Unglück von Niemandem bemerkt worden war, blieb er schwer verwundet im Schnee liegen. Als er vermisst und aufgesucht wurde, da fand man den völlig erstarrten Körper endlich und den Bemühungen der Aerzte gelang es, ihn nicht nur wieder ins Leben zurückzurufen, sondern es ihm auch zu erhalten.
Infolge des Sturzes und der furchtbaren Erkältung traten jedoch nicht nur Gelenk-Entzündungen, sondern gleichzeitig auch Rheumatismus bei Monroe auf, die eine sich über den ganzen Körper verbreitende Ossification (Verknöcherung) zur Folge hatten. Sechs Jahre konnte der Unglückliche sein Bett nicht verlassen und seit dieser Zeit ist er nur noch ein lebendes unbewegliches Skelet, das, als wäre es aus Holz gearbeitet, aufgehoben, umhergetragen und wieder niedergelegt werden muss; doch empfindet er nicht die geringsten Schmerzen, ist stets heiter und zum Scherzen aufgelegt und giebt bei seinen Vorführungen selbst den Vortrag über sich. Trotzdem er reichliche substantielle Nahrung zu sich nimmt und auch gut schläft, wiegt er doch nur zweiundsechzig Pfund.
Seit etwa elf Jahren wurde Monroe in Museen etc. gezeigt, da er jedoch stets hohe Gagen bezog, so hat er sich nicht nur eine hübsche Besitzung unweit Buffalo (Amerika), sondern auch ein kleines Baar-Vermögen erworben, das ihm gestattet, sich aus der Oeffentlichkeit zurückzuziehen und als glücklicher Gatte und Vater im Kreise seiner Familie leben zu können.