Der große Hof.
Die Abtei wird gegen West und Nord von einem Meierhofe, Gasthofe und von Beamtenwohnungen umschlossen, welche den äußeren Stiftshof bilden. Die Façade des eigentlichen Stiftsgebäudes ist im Barockstyl erbaut. Unmittelbar über dem Hauptportale ist ein Wappenschild zu sehen, dessen linkes Feld eine schwörende Hand — das Wappen des Stiftes Heiligenkreuz, — zeigt, wie solches in den Räumen des Stiftes wiederholt angebracht ist.
Das Hauptportale, durch das man in den von Arcaden umschlossenen inneren Stiftshof kommt, überragt ein Thurm mit dem vom Abt Gerhard im Jahre 1720 erbauten Hornwerk, einer mächtigen Orgel, welche an hohen Feiertagen den C-Accord durch mehrere Octaven hindurch erklingen läßt — bei 1000 Pfeifen.
Gegenüber dem Portale der Kirche erhebt sich eine herrliche vom G. Giulliani erbaute Dreifaltigkeitssäule, welche einem Gelübde des Abtes Gerhard wegen der glücklichen Abwendung der im Jahre 1713 wüthenden Pest von Heiligenkreuz ihren Ursprung verdankt. Die Säule ließ erst Abt Robert in den Jahren 1734-1736 erbauen. Die drei Statuen in den Nischen des Unterbaues vis-à-vis der Kirche stellen den Gründer des Stiftes Leopold den Heiligen, links den heiligen Benedict, rechts den heiligen Bernhard, die oberen Statuen links den heiligen Sebastian, rechts den heiligen Rochus, rückwärts den heiligen Carl Borromäus vor. Die dazwischen liegenden Reliefs bedeuten auf der Vorderseite die heilige Rosalia, links die heilige Magdalena, rechts den heiligen Petrus, darüber thürmt sich eine Wolkensäule auf, deren Spitze die heilige Dreifaltigkeit krönt und in deren Mitte die Krönung Mariens dargestellt ist. Gleichfalls ein Werk Giulliani's ist der idyllische, unter Abt Robert (1728-1755) errichtete Josefsbrunnen, den heiligen Josef mit dem Jesukind darstellend. Um den Sockel herum drei Engel, Glaube, Hoffnung und Liebe vorstellend. Die Reliefs: Jesus am Jacobsbrunnen, Hagar und Ismael, Jacob und Rebekka.