Otjimbingwe.
In Otjimbingwe residierte der schwache und darum sehr friedliebende Kapitän Zacharias (s. Kap. IX, S. 324). Ihn, der ohnehin wenig zum Aufstande geneigt war, konnte Missionar Olpp bis zum 23. Januar vom Aufstand zurückhalten. Der Kapitän sandte sogar noch ein Ergebenheitsschreiben an das Gouvernement in Windhuk. Daß dagegen Mord und Plünderung aus dem Bezirk Okahandja sofort auch in das Gebiet von Otjimbingwe übergriffen, konnte er nicht hindern. Schließlich gaben aber auch in Otjimbingwe der Druck des Zustromes von außen wie die Nachrichten aus Okahandja den Ausschlag zum Anschluß an den Aufstand. Diesen begann indessen der Häuptling mit seiner Flucht vom Platze, während seine zurückgebliebenen jungen Leute einen Weißen ermordeten, der zu lange in seinem Hause gesäumt hatte. Die hiermit eröffneten Feindseligkeiten führten aber in Otjimbingwe zu nichts weiter, als zu einem zwecklosen Hin- und Herschießen, verbunden mit Verwüstung des Platzes. Die Stationsbesatzung mit allen Weißen und den zum Teil treugebliebenen Bastards von Otjimbingwe hatte sich in der Gesamtstärke von 49 Gewehren unter Führung des Landmessers und Leutnants a. D. v. Frankenberg in das Gebäude der Firma Hälbich[133] zurückgezogen, da dieses günstiger gelegen war als die Station. Endgültig befreit von allen Belästigungen feindlicherseits wurde dann Otjimbingwe am 15. Februar durch das Landungskorps S. M. S. »Habicht«.
Okahandja.
Haus des Oberhäuptlings Samuel und Hereros vor Ausbruch des Aufstandes, am Morgen des 12. Januar 1904.