Die Anklage.

Der Eröffnungsbeschluß ward verlesen. Dem Händler Fritz Haarmann wird zur Last gelegt, die folgenden Personen vorsätzlich und mit Überlegung getötet zu haben:

1.Etwa September 1918 den Schüler Fritz Rothe.
2.Etwa Februar 1923 den Lehrling Fritz Franke.
3.Etwa März 1923 den Lehrling Wilhelm Schulze.
4.Etwa Mai 1923 den Schüler Roland Huch.
5.Etwa Mai 1923 den Arbeiter Hans Sonnenfeld.
6.Etwa Juni 1923 den Schüler Ernst Ehrenberg.
7.Etwa August 1923 den Bürogehilfen Heinrich Struß.
8.Etwa September 1923 den Lehrling Paul Bronischewski.
9.Etwa Oktober 1923 den Arbeiter Richard Gräf.
10.Etwa Oktober 1923 den Lehrling Wilhelm Erdner.
11.Etwa Oktober 1923 den Arbeiter Hermann Wolf.
12.Etwa Oktober 1923 den Schüler Heinz Brinkmann.
13.Etwa November 1923 den Zimmermann Adolf Hannappel.
14.Etwa Dezember 1923 den Arbeiter Adolf Hennies.
15.Etwa Januar 1924 den Schlosser Ernst Spicker.
16.Etwa Januar 1924 den Arbeiter Heinrich Koch.
17.Etwa Februar 1924 den Arbeiter Willi Senger.
18.Etwa Februar 1924 den Lehrling Hermann Speichert.
19.Etwa April 1924 den Lehrling Alfred Hogrefe.
20.Etwa April 1924 den Arbeiter Hermann Bock.
21.April 1924 den Lehrling Wilhelm Apel.
22.Ende April 1924 den Lehrling Robert Witzel.
23.Mai 1924 den Lehrling Heinz Martin.
24.Etwa Mai 1924 den Reisenden Fritz Wittig.
25.Etwa Mai 1924 den. Schüler Friedrich Abeling.
26.Etwa Juni 1924 den Lehrling Friedrich Koch.
27.Juni 1924 den Bäckergesellen Erich de Vries.

Es sind 147 Anzeigen eingelaufen. In 38 Fällen ist nachgewiesen, daß die Vermißten noch leben. In 114, daß Haarmann nicht als Täter in Betracht kommt. Es bleiben also: 30 Fälle. Davon können 27 Morde bewiesen und drei weitere (nicht mit zur Anklage gestellte) Fälle überführt werden.

Gegen Hans Grans, geboren am 7. Juli 1901 in Hannover, wird die Anklage erhoben, wegen Anstiftung zum Morde in zwei Fällen und eine zweite (später fallengelassene) Anklage wegen gewerbsmäßiger Hehlerei.