Geselligkeit
Ein Konsul war auf der Rückreise nach Europa in Konstantinopel angelangt. Weil er sich da einige Tage aufzuhalten gedachte, gab er, der seine Pflichten kannte, bei den Mitgliedern der Vertretung seines Vaterlandes und ihren Damen seine Karten ab und ward denn auch alsbald vom Botschafter und seiner Gemahlin zum Speisen gebeten. Es war eine liebenswürdige Gesellschaft miteinander vertraulich verkehrender Paare versammelt. Man ging zu Tische. Dem fremden Gaste war der Platz neben der Hausfrau angewiesen. Als einer der letzten Gänge erschienen Artischocken. Die damit zuerst bediente Dame verzichtete auf die Speise. Der Gast als nächster nahm davon aus Höflichkeit, obwohl er nicht wußte, wie er die grünbraune Frucht zu behandeln hätte. Er wollte vorsichtig abwarten, was die andern damit anfangen würden. Aber einer nach dem andern, Herren wie Damen, lehnten sie ab, so daß er mit seinem Stück verlegen allein blieb. – Später hat er erfahren, daß das Manöver zwischen den Teilnehmern ihm zu Ehren vereinbart gewesen war.