Fünfzehnter Brief.

In See, 27. Januar 1806.

Es ist Abends 5 Uhr, der günstigste Wind treibt uns den vaterländischen Küsten zu. Gestern Abend begab ich mich nach Gravesand; diesen Morgen um 11 Uhr segelten wir die Themse hinab. Welche paradiesische Ufer bis hinter Chatham! Dann aber wird der Strom so breit, daß er fast einer Rhede gleicht. Man kann in der nämlichen Ferne nur wenig mehr sehen. Um 3 Uhr kamen wir mit 60 andern Schiffen glücklich in See. — Bald umarme ich Sie.

Helvoetsluis, 28. Jan. Mittag.

Wir gehen vor Anker, ich gebe diesen Brief einem Fischerboote mit, damit er noch um 2 Uhr in Rotterdam abgehen kann. Alles ist wohl und fröhlich an Bord, ich selbst bin höchstvergnügt. Heute vor einem Jahre und nun! O Freunde! o Vaterland! o Geliebte! Morgen bin ich bei Ihnen, und dann keine Trennung mehr!

Fußnoten:

[1] Oeffentliches Wirthshaus.

[2] Flöße, die man mit Ruder und Segel zugleich fortbringt.

[3] Hafendorf von Jaffanapatnam.

[4] So hieß der Freund des Verfassers.

[5] Alle indische Töpfer pflegen zu gleicher Zeit auch Wundärzte zu seyn.

[6] Kampaak genannt. Die Betelblätter sind wie ein Herz geformt, und außer der Areka noch mit Cardamom und Catchu gefüllt. Ein solcher Kampaak ist ein verblümtes Liebesgeständniß.

[7] Pipal, Fiscus indica. Nach der Behauptung der Hindus braucht dieser Baum zu seinem vollen Wachsthum fünfhundert Jahre.

[8] Sie gaben damit den Takt an, um gleichen Schritt zu halten, wie oben gesagt worden ist.

[9] Die herumziehenden Tänzerinnen werden in der Regel wenig geachtet. Ganz anders ist es mit den Devodaschis, die bei den Pagoden angestellt sind.

[10] Getrocknetes Feigenblatt. Man braucht diese Olas als Papier.

[11] Ein Paar hundert Tausend Pfund Sterlings.

[12] Durch die Fußpost, der einzigen, die in Ostindien gebräuchlich ist. Die Postboten heißen Toppals oder Dhaabs. Es gehen immer zwei zusammen, wovon der eine den Briefsack trägt, während der andere eine kleine gellende Trommel schlägt. Die Stationen sind nur zwei Stunden lang, und eigene Hütten dazu erbaut. In Calcutta, Madras, Pondichery, Negapatnam u. s. w. gehen diese Fußposten alle Abende nach allen Gegenden Indiens ab.

[13] Dieser Fluß durchschneidet Batavia.

[14] Wie z. B. Kampfer, Eisen, Opium u. s. w.

[15] Aus Isle de France.

[16] Fahrzeug zur Aufnahme von Personen eingerichtet, das von einem Pferde gezogen wird.

[17] Die hintere Cajüte, die sehr nett eingerichtet ist.

[18] Gerade so, wie an den Donau-, an den Elb-, Main- und Rheinschiffen hinten Kähne angehängt sind, nur daß der Zwischenraum größer ist.

[19] Holländischer Käse von vorzüglicher Güte, mit rother Rinde.

[20] Rum mit Wasser vermischt.

[21] Ein holländischer Gulden ist fl. 1, 4 kr. rhein.

[22] Ostindische Goldmünze, vier holländische Gulden an Werth.

[23] Ungefähr anderthalb Kreuzer rheinisch.

[24] Bekanntlich befindet sich jezt der General Bounaparte als Gefangener daselbst. D. H.

[25] Ungefähr eine Stunde.

[26] Schlafstelle in der Wand, mit Schiebbrettern versehen.

[27] Vordertheil des Schiffs.

[28] Französische Hunde, was der gewöhnliche englische Schimpfname ist.

[29] Neun Gulden Rheinisch.

[30] Ein Stüver ist ungefähr vier Kreuzer Rhein. werth.

[31] Nelson ist todt! Nelson ist todt!


Anmerkungen zur Transkription

Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die Korrektur.

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S. [121]

S. [263]

S. [297]

S. [334]