ANMERKUNGEN
[*] Saṃyuttakanikāyo vol. III. p. 138 (übers. Buddhist. Anthol. S. 188). Aehnlich in der hundertsten Rede der vorliegenden Sammlung, gegen Ende, sowie an anderen Orten.
[**] Eine nicht unwillkommene Beglaubigung der einheimischen Urkunden haben jene vortrefflichen Griechen geliefert, die nach dem ALEXANDER-Zuge sich längere Zeit in Indien aufhielten und indische Dinge eifrig und liebevoll studierten: so namentlich MEGASTHENES, der zu Beginn des dritten Jahrhunderts wiederholt in der Residenz des Großvaters Asokos, im Mittelpunkte des damaligen buddhistischen Lebens, zu Pāṭaliputtam weilte. Mit scharfem Blicke hat dieser Forscher beobachtet und geschildert was er gesehn und erfahren, und die wenigen uns erhaltenen Bruchstücke seiner Aufzeichnungen hören sich manchmal wie wörtliche Quellenberichte an. Ich habe mich ihrer gelegentlich bedient und möchte hier nur, als Beispiel, die 38. Anmerkung erwähnen.
[***] Proben aus den Werken dieses außerordentlichen Mannes hat uns GRIERSON in sehr schöner Uebersetzung gegeben, Indian Antiquary, August-Oktober 1893; man wird schon da viele Gleichnissparallelen finden, die theils dem Genius des Dichters, theils aber auch der großen indischen Vergangenheit angehören.
[†] nach der Smṛti, e. g. Mahābhāratam XIII, 108, 3 ff., śuddhe satyatoye dhṛtihrade snātavyaṃ mānase tīrthe... sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ, i. q. Majjhimanikāyo 7. Rede, p. 39, antaraṃ sinānam. Eine offenbare Blüthezeit des neogenen Buddhismus in Mittelindien noch vierzehnhundert Jahre nach seiner Entstehung hat BÜHLER aus Inschriften des achten bis zehnten Jahrhunderts, die sich an jene des vorhergehenden Jahrtausends folgerecht anschließen, Epigraphia Indica vol. II. p. 366 ff., nachgewiesen. Ein von mir erworbenes Granitbildniss des Buddho im rein indischen Jina-Stil vom Tempel bei Gayā trägt die Inschrift
[ye dharmā he] tuprabhavā hetuṃ t[e]ṣām tathāgato
[āha te]ṣā[ṃ] ca yo nirodha evamvādī mahā
[śra[ma]ṇaḥ (||)
in Lettern des zehnten bis elften Jahrhunderts. Eine etwa zweihundert Jahre spätere Inschrift, »Nach des Erhabenen Vollendung Jahr 1813« datiert, vom heutigen Sonnentempel zu Gayā, hat CUNNINGHAM im Archaeological Survey of India vol. I. p. 1 mitgetheilt und BHAGWĀNLĀL INDRĀJĪ im Indian Antiquary vol. X. p. 341–347 mit einem vorzüglichen Facsimile erklärt, ib. vol. XVII. p. 61 ff. KIELHORN eine noch spätere buddhistische Inschrift vom Jetavanam bei Sāvatthī veröffentlicht. So ist auch von außen, schon für die gröbere Wahrnehmung, durch eine ununterbrochene Reihe sprechender Ruinen, von Asoko bis in die neueren Zeiten der muhammedanischen Wüthensherrschaft, das Bestehn des Buddhismus in Indien verbürgt. Vereinzelt haben sich in Bengālen buddhistische Herrscher bis in das sechzehnte Jahrhundert — der Epoche des TUL’SĪDĀS — gehalten; von KERN in BÜHLERS Grundriss III. 8. p. 134 historisch belegt.
[1] zu kasaṭam cf. karṣū.
[2] Eine gute Uebersicht des unglaublich peinlichen Opferwesens hat HILLEBRANDT in seiner »Rituallitteratur« gegeben, BÜHLERS Grundriss III. 2. Vergl. daselbst p. 126 zum obigen magavisāṇena piṭṭhiṃ kaṇḍūvamāno, p. 110 zur Melksymbolik; zur gāvī sarūpavacchā die Gṛhyasūtren, e. g. Śāṃkhāyanas 5. 5. 7.
[3] saṉkhalikhitam, das ich von saṉkhya0 abgeleitet habe, kann möglicherweise doch auf śaṉkha0 zurückgehn: also »angereihte Gaurī-Schnecken (Cypraea moneta)«, statt »der Reihe nach geschrieben«. Die Bedeutung ist in diesem wie jenem Falle die selbe: Punkt für Punkt.
[4] ajjhattaṃ sampasādanam; cf. Chāndogyopaniṣat VIII, 3, 4: Atha ya eṣa saṃprasādo... eṣa ātmā. Entspricht der γαληνῃ ἑτυχιᾳ τε εν τῃ ψυχῃ PLATONS, De legibus 791a.
Vergl. Bd. 1, letzte Anm.
[5] Cf. Asoko, VI. Säulenedikt i. f.: E cu iyaṃ atunā pacūpagamane, se me mokhyamate.
[6] Vergl. Manus II, 245 f.
[7] Die Stadt Aṭṭhakam ist auf der Sāñci-Stele No. 204 aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert, als Heimath eines Mönches Gaṉgadatto, bezeugt: Epigraphia Indica vol. II. p. 378.
[8] Zu dieser Weihe des Hauses cf. den Spruch Ṛgvedas VIII. 17. 14.
[9] Lies mit dem siam. Texte santharāpetvā.
[10] Obiger Spruch findet sich, wie TRENCKNER bemerkt hat, auch in den anderen drei Sammlungen, und zwar im Dīghanikāyo Mitte der dritten und besonders Ende der 27. Rede, im Aṉguttaranikāyo XI., 1., Ende, im Saṃyuttakanikāyo XXI., 11., v. 1., und VI, 2., 1. Ja BÜHLER ist einem analogen Worte Sanaṉkumāros sogar im Mahābhāratam begegnet: worauf RHYS DAVIDS in seiner Uebersetzung des Dīghanikāyo, vol. I. p. 121, hingewiesen hat. Eine wichtige, wörtliche Parallele bietet die Bṛhadāraṇyakopaniṣat I., 4., 23: kṣatrāt paraṃ nāsti.
Vergl. auch die 37. Rede, im 1. Bande.
Die bekannte Gegenbehauptung der Priester wird in der 84., 93. und 98. Rede erörtert.
[11] Lies mit den barm. und siam. Texten oropeyya, von √ruh+ava.
[12] Potaliyo ist Halbasket gewesen, wie etwa Keṇiyo in der 92. Rede: nach der Smṛti zu den kuṭīcakās gehörig, die sich noch einen gewissen Besitz, und sei es auch nur eine Hütte, erlauben.
[13] komārabhacco, kaumārabhṛtyas, ist wohl insbesondere der Titel des Arztes im rājorodho. Der Kommentar, d. i. Vinayapiṭakam vol. I. p. 269, trägt, wie gewöhnlich, Legenden vor.
[14] Die Schlussfolgerung dieser Rede ist bei Manus V, 51 in den Spruch zusammengefaßt:
Anumantā viśasitā
nihantā krayavikrayī
saṃskartā copahartā ca
khādakaśceti ghātakāḥ.
Die Lehre vom brahmavihāro, von der Jīvako hat reden hören und hier Bürgschaft gesehn, wird nahezu gleichlautend von Āpastambas gepriesen, Dharmasūtram, 1, 8, 23, 1:
Ātmanpaśyansarvabhūtāni
na muhyeccintayankaviḥ:
ātmānaṃ caiva sarvatra yaḥ paśyet
sa vai Brahmā nākapṛṣṭhe virājati.
[15] Nāthaputto ist bekanntlich der Meister der Jainās gewesen. Vergl. Bd. 1 Anm. 9 und 24.
[16] Das Dogma der Jainās vom dreifachen (kamma-)daṇḍo findet sich in der großen Sannyāsopaniṣat, II. Theil v 97, bestätigt:
Vāgdaṇḍe maunamātiṣṭhet,
kāyadaṇḍe tvabhojanam,
mānase tu kṛte daṇḍe
prāṇāyāmo vidhīyate.
Dementsprechend ist Manus XII, 10 zu erklären.[A]
[17] Der jinistische Büßer darf allenfalls Flusswasser, aber kein Brunnenwasser trinken, um angeblich das Einschlürfen kleiner Lebewesen möglichst zu vermeiden. Vergl. die peinlichen Wasserregeln im Aupapātikasūtram § 80.
[18] Zur magischen Zornesmacht cf. die Legende von Asito Devalo und den Sieben Sehern, gegen Ende der 93. Rede.
Nach den kommentariellen Sagen des Milindapañho und Mahāvastu wäre Daṇḍakāraññam etc., der Daṇḍaker Wald, im weiteren Sinne als der Daṇḍaker Reich aufzufassen. Aber raññam in der Bedeutung rajjam ist mir nicht bekannt; auch würde da wohl der Text Daṇḍakāraññam etc. erfordern. Die siamesische lectio hat allerdings das zweifelhafte Daṇḍakīraññam, dagegen aber wieder ganz klar Kāliṉgā0, Mejjhā0, Mātangāraññam. Richtig erscheint demnach unser Daṇḍakāraññam im Saṃskṛt als Daṇḍakāraṇyam und wird nur als undurchdringlicher Urwald erklärt, z. B. in einer ungemein interessanten und geistvollen südindischen Legende, mitgetheilt vom Paṇḍit NAṬEŚA-ŚĀSTRĪ im Indian Antiquary vol. XVII. p. 259–264.
[19] Vergl. den schönen Brauch der dhanmmaparipucchā bei Asoko, VIII. Felsenedikt.
[20] anuvicca, √i+anu+vi; cf. anuvicarati.
[21] Lies mit dem siam. Texte bhagavato sāvakānam bh.0
[22] nisalho, yassa paṭibalo sabhāyaṃ n’atthi = appaṭipuggalo.
[23] Lies mit dem siam. Texte appabhītassa, a+pra.0
[24] Wie allgemein bekannt diese Rede noch im dritten Jahrhundert nach Gotamo war beweist ein Relief zu Barāhat mit der Unterschrift Dighatapasi sise anusāsati: offenbar eine Darstellung jener Szene oben Seite 58 f. Denn ein anderer Dīghatapassī kommt im Kanon nicht vor.
[25] Vergl. die z. Th. analoge Stelle der 12. Rede, p. 731. 13, 14, der obigen entsprechend; eine Berichtigung, welche ich dem Freunde ROBERT L’ORANGE verdanke.
[26] Aehnlich der tadvralaś catvāri varṣāṇi prayuñjāno muniḥ im Sāmavidhānabrāhmaṇam II, 4, 9; III, 9, 5.
[27] Von einem anderen Hundelehrling, der ein schmähliches Ende nimmt, berichtet die 24. Rede der Längeren Sammlung. — Auf das Hundegelübde bezieht sich vielleicht der śvaliḍ, cf. BÖHTLINGK-ROTH 1s. v.; das Kuhgelübde wird im Mahābhāratam dahin erklärt, dass dem Befolger da jederzeit jegliches Lager, jegliche Atzung, jegliche Kleidung recht sei, cf. das Citat ib. s. v. govratas. Das ist aber spätere Auslegung. Denn wir haben eine ganz eigentliche govṛtti, Kuhgehabung, jenes höchsten Asketen der Turīyātītāvadhūtopaniṣat und Paramahaṃsaparivrājakopaniṣat, in med.; ebenso eine gomukha- und ajagaravṛtti, eine Krokodil- und Schlangengehabung, jener äußersten Büßer der großen Sannyāsopaniṣat, II i. m., und der Nāradaparivrājakopaniṣat, V. i. m., VII i. f. — Eine allgemeine Behandlung der obigen Sätze findet man im 9. Kapitel der Subālopaniṣat. Lapidar ausgesprochen schon in der Bṛhadāraṇyakopaniṣat III, 2, 14, IV, 4, 6 ff.
Zu den metaphysischen Folgerungen dieser und der 19. Rede hat GIORDANO BRUNO, wie mir DE LORENZO einmal im Gespräche mittheilte, einen bewunderungswürdigen Kommentar geschrieben, auf Grund der wirklichen, täglichen Anschauung und Erfahrung, Mitte der Epistola esplicatoria zum Spaccio de la bestia trionfante, ed. WAGNER p. 113.
[28] nivāpo, Futterplatz, dann der bez. Ort selbst; vergl. die 77. Rede, Anm. 96.
[29] zu kappaṭṭho cf. das entgegengesetzte kappātīto, Suttanipāto v. 373, 521, 517, 860; auch akāliko. Die kommentarielle etc. Erklärung ist natürlich irrelevant.
[30] Die eingangs aufgestellte doppeldeutige Frage Nāthaputtos bezieht sich auf ein altes Wort der Dharmaśāstren, e. g. bei Manus IV, 138:
Satyaṃ brūyāt priyaṃ brūyān
na brūyāt satyam apriyam,
priyañ ca nānṛtaṃ brūyād:
eṣa dharmaḥ sanātanaḥ.
Gotamos Beantwortung ist in einem späteren Smṛti-Vers, als Viṣṇupurāṇe III, 12, paenult., leicht zu erkennen:
Priyaṃ yuktaṃ hitaṃ naitad
iti matvā na tad vadet:
śreyas tatra hitaṃ vācyaṃ,
yadyapyatyantamapriyam.
[31] Lies mit dem siam. Texte aṭṭhasatam pi vedanā vuttā. — Vergl. meine Anmerkung zu Vers 339 des Wahrheitpfades.
[32] Es mag hier auf die vollkommene Aehnlichkeit der formalen Gedankenfolge dieser und zahlreicher paralleler Reden mit einer Rede SAN FRANCESCOS VON ASSISI, im 8. Fioretto, hingewiesen sein.
[33] vambheti wird, ohne Zweifel richtig, von ROBERT L’ORANGE als vaṃghate erklärt; cf. WESTERGAARDS Radices. Vergl. TRENCKNERS Bemerkungen, Pāli Miscellany p. 59.
[34] Eine Verherrlichung dieser Lehre, atthi kiriyā, hat Asoko auf allen seinen Edikten, oft mit den selben Worten, in schlichter und machtvoller Rede gegeben. Vergl. besonders IX. Felsenedikt, Ṣāhbāzgarhī i. f.
[35] Ambalaṭṭhikā, nahe bei Rājagaham, von DE LORENZO richtig erklärt.
[36] Diese Rede, sowie die vierundzwanzigste der selben Sammlung, hat Asoko auf dem Bairāter Edikte den Mönchen und Nonnen, Anhängern und Anhängerinen, namentlich und mit genauer Kennzeichnung, empfohlen, als »Rāhulos Ermahnung: Abscheu vor Lüge«, bez. als »Upatissos Fragen«; cf. meine Anm. 25, Seite 625 des ersten Bandes, und in der Wiener Zeitschrift f. d. Kunde des Morgenlandes vol. XI. p. 159.
Vergl. den Archaeotropus im 537. Jātakam v. 35:
Sace pi vāto girim āvaheyya,
cando ca suriyo ca chamā pateyyuṃ,
sabbā va najjo paṭisotaṃ vajeyyuṃ:
na tveva ’haṃ rāja musā bhaṇeyyam.
[37] Vergl. die zehnte Rede; später auch die einundzwanzigste.
[38] Die tathāgatappaveditā bhāvanā dieser Rede, die paṭhavīsamā, āposamā, tejosamā, vāyosamā und ākāsasamā, sind späterhin von den Jainās offenbar als pārthivī, vāruṇī, āgneyī, mārutī und rūpavatī (bez. tatrabhū) dhāraṇā übernommen worden. Cf. BÜHLERS Grundriss III. 4. p. 39 § 7 i. f. —Zur ānāpānasati, der Bedachtsamen Ein- und Ausathmung, cf. Lieder der Mönche v. 548 Anm. und Längere Sammlung Bd. II S. 447 f.
Den letzten Satz der Rede giebt MEGASTHENES, bei STRABO p. 713, sehr deutlich wieder: διο τῃ ασκησει πλειστῃ χρησθαι προς το ἑτοιμοθανατον. Es ist wohl möglich, dass er zu Pāṭaliputtam wirklich den Satz gehört habe.
[39] Vergl. Sarvasāropaniṣat i. f.: anādirantavatī pramāṇāpramāṇasādhāraṇā, na satī, nāsatī, na sadasatī māyā.
[40] Vergl. die 12. Rede, S. 152 des ersten Bandes.
[41] Lies mit dem siam. Texte vekaṇṇaṃ. Cf. vikarṇas.
[42] Das Gleichniss findet sich im Anfang der Brahmopaniṣat: yathā kumāro niṣkāma ānandam upayāti, »wie ein Knabe, ohne Begier, in Wonne verharrt« etc.
[43] Lies mit den barm. und siam. Texten gacchissāmi. Die lectio samatitthikā verdient den Vorzug.
[44] Ein bemerkenswertes Analogon zu sabbasaṉkhārasamatho, dem Aufgehn aller Unterscheidung, findet sich bei JAKOB BÖHME als Einheit im Gegensatz zur Schiedlichkeit, Tafeln von den drei Prinzipien etc. § 68. Im folgenden Schlüssel etc. stellt er einige Glieder des paṭiccasamnuppādo dar, namentlich in den §§ 29–31, 34–37, 41, 42, 43, 44 und 80: freilich alles in apokalyptischen Träumen gesehn.
[45] ekāsanabhojanam = ekāśanabh0; cf. den ekabhattiko des Cūḷasīlam, e. g. vol. I. p. 180 l. 5, passim, und die 70. Rede. Ebenso in der 21. Rede; auch Dhp v. 305.
[46] Cf. die 70. Rede, in med.
[47] adhicca = a+dhitya, von dhi dhāraṇe.
[48] Cf. die 47. Rede, p. 318 i. f. — Vergl. Tao-te-king Kap. 18 u. 38.
[49] Lies khurakāse, von kṛṣ, und davatthe.
[50] Das ausführliche Gleichniss vom Pferde, womit diese Rede schließt, lässt es fraglich erscheinen, ob in den Theragāthā v. 45, 173, 659 mit bhaddo ājānīyo auch das edle Rassenross gemeint sei, nicht der Büffelstier, wenn schon bhaddo im Saṃskṛt allerdings gern letztere Bedeutung hat. Vergl. noch Dhp v. 208 dhorayhasīlo.
[51] Lies bhikkhu ’ssa ātumāri, bhikkhu ’ssa mātumāri; ātu = ātumā. Es ist Volksdialekt.
[52] Zu adhisallikhato cf. die 8. Rede und meine Anm. 4 zu Band 1.
[53] khaṭopikā, von khaṭvādi.
[54] »Fugere nos oportet omnem cognitionem multifariam distrahentem atque fallentem, ut ueritatem simplicissimam consequamur«: AGRIPPA, De occ. phil. p. 530, ex PROCLO.
[55] Eine Autobiographie Udāyīs, mit wenigen Zügen in antiker Größe gezeichnet, enthält der Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 89–90. (Uebersetzt in den Nachweisen zum dritten Band der Längeren Sammlung.)
[56] Āmalakī, hochgewachsen, mit gelblichen Blüthen, ist die Myrobalane.
[57] Cf. hierzu die 48. Rede p. 592. — Vergl. Ṛgv. III, 33, 3, Atharvavedas III, 30, 1; sowie das vātsalyam in der Muktikopaniṣat I i. f., im Rāmāyaṇam II, 96, 33, aliubi. Aehnlich ist auch das Gleichniss vom Säugling und der Amme, Aṉguttaranikāyo vol. III. p. 6, welches um seiner Anschaulichkeit willen dem großen Asoko so gefallen hat, dass er es in sein IV. Säulenedikt aufgenommen. — Brahmās Echo ist mahāyānische Improvisation; vergl. die analoge Stelle in der 85. Rede nebst Anm. 174.
[58] Vergl. Lieder der Mönche, Anm. zu v. 84; Akṣyupaniṣat v. 47; Māṇḍūkyakārikā III, 40: duḥkhakṣayaḥ prabodhaśca. — Die richtige Wiedergabe der obigen Stelle, die mit der entsprechenden der 29. und 30. Rede gleichlautet, verdanke ich meinem Freunde ROBERT L’ORANGE. Zu dem »Versunken in Geburt etc.« cf. den Topus vom Ewigen Ufer, e. g. in der 98. Rede v. 42. Dann i. a. Rāmottaratāpanīyopaniṣadi 2: garbhajanmajarāmaraṇasaṃsāramahadbhayam. Ganz ähnlich spricht JAKOB BÖHME von dem »gefährlichen Jammermeere«, Aurora Kap. 25, und SHAKESPEARE von der »sea of troubles«, Hamlet III. 1. 59; vergl. auch den φοινιον σαλον des Sophokles, Oed. r. 24.
[59] Der Laubwald schlechthin = palāsavanam, der palāso, butea frondosa, ist ein hoher, mächtiger Baum mit sehr großen, prachtvollen Blättern, mit vielen rothen, silbern schimmernden Blumendolden behangen.
[60] Vergl. den śraddhāvantaṃ satkulabhavaṃ śrotriyam und satkulabhavopanītam der Muktikopaniṣat und Nāradaparivrājakopaniṣat I i. f.
[61] In der 33. Rede der Längeren Sammlung als »Vier Stützpunkte« aufgezählt. Vergl. zu dieser subtilen Stelle die 2. Rede und auch Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 272–273: »Zur Willensüberwindung, chandapahānattham, wird beim Erhabenen das Asketenleben geführt; chanden’ eva chandam pajahati, eben durch den Willen wird der Wille überwunden: denn ist durch den Willen die Heiligkeit erreicht, so ist der Wille danach gestillt.«
Als vorbuddhistische Gleichnissparallele cf. die Verse Bṛhadāraṇyakopaniṣat III, 9 in fine.
[62] Lies na iti: maṃ etc.
[63] Eine vedāntische Hypostase des kāyasakkhī als jagatassākṣī prajñānaghanalakṣaṇaḥ findet sich in der Kaṭharudropaniṣat v. 8, und v. 23 als sākṣāddehī sukhī sarvatra.
[64] TRENCKNERS Konjektur uddisissāmi ist durch den siam. Text bestätigt. Lies mit dem siam. Texte āmisagaruko und na ca no evam assa, sowie avasissatu me sarīre, upasussatu; pariyogāya instr. von pariyogo. Cf. die 32. Rede in fine, Theragāthā v. 312. Auch Asokos I. Säulenedikt, in initio; Anm. 34.
Altrömisch ist unser Heroenwort von C. LUCILIUS geprägt, fragm. virtutis definitionem sequ.:
Vis est vita, vides; vis nos facere omnia facit.
[65] Ist ein Dogma der Jainās: cf. die 14. Rede; auch die 79ste. So heißt es z. B. im Aupapātikasūtram § 16 vom Jina-Meister: appaḍihayavaranāṇadaṃsaṇadhare savvaṇṇū savvadarisī — ganz wie oben.
[66] Von den drei Meistern der Nackten Büßer handelt das Ende der 76. Rede; vergl. auch die 36., im Anfang. Vacchagotto der Pilger scheint vorher Jünger des Nando Vaccho, des ersten jener drei Meister, gewesen zu sein. — Nackte Büßer (Ājīvikā, Acelakaā), Freie Brüder (Nigaṇṭhā, Jainās) und voran der buddhistische Orden (Saṉgho): das sind die großen gleichzeitigen Asketengilden, welche Asoko je namentlich nennt und mit ‚all den anderen und irgend sonstigen Genossenschaften‘ königlich beschirmt. Cf. Säulenedikt VII, 2, l. 4–5.
[67] Es ist mit den barmanischen und siamesischen Texten sabba-m-atthitānaṃ zu lesen.
[68] Vergl. die formal ähnliche Stelle in der Bṛhadāraṇyakopaniṣat II, 4, 13, 14: Atraiva mā bhagavān amūmuhat... Na vā are ’haṃ mohaṃ bravīmi, alaṃ vā ara idaṃ vijñānāya.
[69] Vergl. Chāndogyopaniṣat VII, 26: Tasya ha vā etasyaivaṃ paśyata evaṃ manvānasyaivaṃ vijānata... ātmata āvirbhāvatirobhāvau... sa ekadhā bhavati, tridhā bhavati, pañcadhā saptadhā navadhā caivādi.
[70] Cf. die analoge prāpti des Yogas, BÜHLERS Grundriss III. 4. p. 46. — Ob hier, wie ROBERT L’ORANGE vermuthet, etwa an den wohlbekannten somnambulen Sonnenkreis, e. g. Seherin von Prevorst 1, 231, zu denken sei, bleibe dahingestellt. Die Art und Weise, wie z. B. der Mönch im Kevaṭṭasuttantam, Dīghanikāyo vol. I. p. 215 u. 220, die Pfade zu den Göttern und zu Brahmā in seinem eigenen Inneren findet, scheint allerdings jene Vermuthung zu bestätigen.
Vergl. noch Nāradaparivrājakopaniṣat i. f. sūryo na tatra bhāti na śaśāṉko’pi, Harivaṃśam I. 50, 6:
Na tatra viṣayo vāyor
nendor na ca vivasvataḥ:
vapuṣaḥ padmanābhasya
sa deśas tejasāvṛtaḥ.
Auch Faust, gegen Ende, wo der Pater seraphicus die Säligen Knaben »in sich nimmt.«
[71] Vergl. Māṇḍūkyakārikā IV, 42:
jātis tu deśitā buddhair
ajātes trasatāṃ sadā.
Näher noch steht die wörtliche Parallele im Sāmavidhānabrāhmaṇam III, 7, 1: Atha yaḥ kāmayetāmuhyantsarvāṇyājanitrāṇi parikrāmeyam iti; sowie III, 8, 4 der vedische Wunsch: Nāhaṃ yoniṃ pravekṣyāmi bhūtottamāyā brahmaṇo duhituḥ saṃrāgavastrāyā — jāyate mriyate sandhīyate ca. Cf. auch das wichtige Smṛti-Wort von der paurvikī jāti, bei Manus IV, 148 f., wozu Kullūkas bemerkt: bahūni janmāni smaraṃs teṣu ca garbhajanmajarāmaraṇaduḥkhānyapi smaran, saṃsāre virajya... śravaṇamananadhyānaiḥ ... mokṣasukhaṃ prāpnoti.
[72] Vergl. der 98. Rede 50. Vers; Theragāthā 917 ͠= Viṣṇupurāṇe aṃ. 6 a. 5 (cit. in Rāmatīrthas’ Komm. zu Maitryup. I, 2):
Utpattiṃ pralayaṃ caiva
bhūtānām āgatiṃ gatim,
vetti vidyām avidyām ca,
sa vācyo bhagavān iti.
[73] Patronymische Anrede, gleichwie Gotamo nomen gentile eines jeden Sakyers ist; Dīghanakho ist offenbar ein Nāthaputtiyo. Cf. meine Anmerkung 24 zu Band 1.
[74] Vergl. Theragāthā 567–571 ͠= Manus VI, 76–77. Cf. auch Saṃyuttakanikāyo Bd. III, Th. XXII, No. 95 ͠= Maitryupaniṣat IV, 2; Subālopaniṣat 8: Medomāṃsakledāvakīrṇe śarīramadhye ’tyantopahate citrabhittipratīkāśe gandharvanagaropame kadalīgarbhavanniḥsāre jalabudbudavaccañcale niḥsṛtam ātmānaṃ... paśyanti vidvāṃsas.
[75] Zu den drei Arten von Gefühlen und ihrer Wandelbarkeit, wovon gegen Ende dieser Rede gesprochen wird, vergl. die klassischen Untersuchungen BICHATS über den Zusammenhang und die Auflösung der Wehgefühle, Wohlgefühle und indifferenten Gefühle, Recherches etc. 1e partie, article V, § 2.
Nicht ohne Werth für die hochindische Ueberlieferung ist das Ansehn, in welchem unsere Rede noch im nepālischen Buddhismus gestanden: cf. Mahāvastu, ed. SENART vol. III. p. 67 u. 474, und OLDENBERG in der Zeitschr. d. deutsch. morgenl. Ges. Bd. 52, S. 661.
[76] Diese lectio, und nicht Kammāssadammam, wird die richtige sein; vergl. Jātakam vol. V. p. 511.
[77] Das indische Jahr wird in diese drei Hauptzeiten zu je vier Monaten eingetheilt. Der Herbst ist die Regenzeit. Vergl. Mantrabrāhmaṇam II, v. 11:
Grīṣmo, hemanta uta no vasantaḥ,
śaradvarṣāḥ suvitanno astu:
teṣām ṛtūnāṃ śataśāradānāṃ
nivāta eṣām abhaye syāma.
In ebendiese Hauptzeiten ist das Jahr auch bei Asoko eingetheilt, Jaugoḍo-Edikt II, l. 15: Iyaṃ ca lipī a[nu]cātuṃmāsaṃ sotaviyā tisena. Die alte Eintheilung ist bis heute die volksthümliche geblieben. Siehe BÜHLERS lehrreiche Ausführungen in der Epigraphia Indica vol. II. p. 261–265; Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Ges. Bd. 41, S. 28. Auch Journal Royal As. Soc. [N.S.] vol. V. p. 182–184, Inschrift 1, 2, 4–7. — Dīghanikāyo, ed. Siam. vol. II. p. 286.
[78] Zu sāhulo cf. sopāko; Manus X, 37, 38; hu von √han, lo Suffix (Rāghulo). Suttanipāto 137.
[79] Lies mit den barm. und siam. Texten puthujjanagāthā; cf. munigāthā, theragāthā.
Aehnlich die gleichzeitige Paroemie:
Υγιαινειν μεν αριστον ανδρι θματῳ.
Bei GOETHE: Ist nicht Gesundheit Allen uns das höchste Gut? Prolog, Halle den 6. August 1811.
[80] Noch von PTOLEMAEUS, Geogr. lib. VII. cap. I. § XVII., genannt Κωσαμβα, εν Γαγγητικῳ κολπῳ; wodurch die von V. A. SMITH, Journ. Roy. As. Soc. 1898 p. 503–519, vorgebrachte Hypothese, das alte Kosambī sei in Barāhat zu suchen, widerlegt ist. Uebrigens war die Kosambī-Halle auf einem Relief in Barāhat dargestellt, mit der Inschrift Kosabakuṭi: natürlich als nicht einheimische Sehenswürdigkeit. Die Ruinen des alten Kosambī liegen ohne Zweifel im Gebiete von Mañjhānpur, wo heute die Dörfer Kosām und Pālī stehn, sechs bis acht Meter unter zweitausendjähriger Humus. Vergl. Epigraphia Indica vol. II. p. 240.
[81] Zu Devakaṭasobbho vergl. Devakhātabilam; auch TRENCKNERS Bemerkung, Pāli Miscellany p. 61.
[82] Ist die Lehre der Cārvākās, i. e. Wohlredner, der indischen Sensualisten; cf. die z. Th. wörtliche Parallele im zweiten Akte des Prabodhacandrodayam, wo es heißt: nāsti paralokaḥ, mṛtyur evāpavarga iti. Ebenso das erste Kapitel des Sarvadarśanasaṃgrahas. — Für diese extrem einseitige, also auch nur extrem gültige Auffassung hat bei uns CABANIS ein hübsches Merkwort gefunden: »vivre, c’est sentir«, Rapports etc. tome 1, mém. 2, § 2. Vergl. noch LUKREZ II, 999–1001, wo einer der obigen Sätze fast im Echo ertönt:
Cedit item retro, de terra quod fuit ante,
in terras; et quod missum est ex aetheris oris,
id rursum coeli fulgentia templa receptant.
[83] Ehebrecher werden in einem alten Spruche, Jātakam vol. VI. v. 487, uttamabhaṇḍathenā genannt, was wörtlich dem Satze SCHOPENHAUERS entspricht, Ehebruch sei der ärgste Diebstahl, Nachlass 4. Band § 355 i. f.
[84] Lehre der Bārhaspatyās, der indischen »Uebermenschen«: cf. Sāyaṇas’ Excerpt im Sarvadarśanasaṃgrahas, Ende des ersten Kapitels.
[85] Lehre der Fatalisten, der Daivaparās; cf. deren Placitum im P. W. 1s. v. — Die niyati entspricht genau der εἱμαρμενη, e. g. bei PLUTARCH, De plac. philos. I, 27: Ἡρακλειτος, παντα καθ’ εἱμαρμενην, την δ’ αυτην ὑπαρχειν και αναγκην.
[86] Zu kūṭaṭṭhā cf. Sarvasāropaniṣat i. m.: sarvaprāṇibuddhistho yadā tadā kūṭastha ityucyate.
[87] Cf. Bhagavadgītā II. 19., 30. Auch mit den Sāṃkhyās, zumal ihrem satkāryavādas, finden sich hier manche Berührungspunkte; vergl. GARBE, s. v. in seiner Sāṃkhya-philosophie.
[88] Der letzte Absatz erinnert an unsere naturhistorischen Weltprozessrealisten. — Zu suttaguḷo cf. goṭaviyo, auch von guḍas, 544. Jāt. v. 37.
[89] Dogma Nāthaputtos: siehe bes. die 79. Rede. — So giebt auch IARCHAS, in PHILOSTRATS Vita APOLLONII lib. III, cap. VI, sich und die Seinen mit παντα ειδοτας = sabbadassāvino alsbald für Jainās zu erkennen. Cf. Anm. 237.
[90] Die Orthodoxie der Śrautasmārtās. Vergl. Manus I, 108:
Ācāraḥ paramo dharmaḥ
śrutyuktaḥ smārta eva ca.
[91] Der takkī vīmaṃsī wird wohl naiyāyiko vaiśeṣikas, Logiker-Physiker, sein. Von ihnen, den prāmāṇās, dürfte STRABO p. 719 reden: als Πραμνας, εριστικους τινας και ελεγκτικους trefflich bezeichnend; und zwar allgemein, nicht als besondere Schule, wie LASSEN, Indische Alterthumskunde 2II, 731, angenommen. Vergl. den pramāṇapravīṇas im Vorspiel zum Prasannarāghavam.
[92] Lehre der Syādvādinas, der Skeptiker.
[93] Vergl. die vorwiegend buddhistische Nāradaparivrājakopaniṣat III, v. 38 (͠= Manus II, 98):
Śrutvā spṛṣṭvā ca bhuktvā ca
dṛṣṭvā ghrātvā ca yo naraḥ
na hṛṣyati glāyati vā,
sa vijñeyo jitendriyaḥ.
[94] Einen Auszug dieser Stelle giebt i. a. Jābālopaniṣat in fine, im Stil der Dharmasūtren.
[95] puttamatāya puttā; drastisches Sideroxylon. Entspricht dem bandhyāputrādivat der Vedāntācāryās etc. — Zur sadhammokkaṃsanā und paradhammavambhanā cf. Asokos XII. Felsenedikt.
[96] Moranivāpo; Moragiryādi, Pfauenberg etc., häufig in den Inschriften von Sāñci und Barāhat.
[97] Der siamesische Text hat Annabhāro.
[98] Wie der siam. Text wohl auch die anderen richtig kañ ca; vorher garu0.
Die Auskunft über die sechs anderen Meister, welche die Kommentatoren zu geben wissen, hat gewiss keinen höheren Werth als ihre sonstige Stegreif-Exegese. So wird z. B. vom ersten, Pūraṇo Kassapo, erzählt, er sei von gemeiner Geburt und ehedem eines großen Herrn Diener gewesen, und zwar der hundertste mit neunundneunzig anderen zusammen, habe also die Zahl gerade vollgemacht, pūretvā: daher der Name Pūraṇo, u. s. w., u. s. w. Solche Gassenetymologien sind ja allgemein recht beliebt, nicht nur in Indien. Eine vogtländische Sage weiß nicht minder verbürgt von einem »heiligen Loff« zu berichten, der als Klausner im Walde zwischen Roda und Gera lebte, und zu welchem die Leute von weither gewallfahrtet kamen: allmälig sei dann später ein Ort entstanden, von diesem »Gange zum heiligen Loff« St. Gangloff geheißen — der ursprüngliche GANGOLF war den biederen Nachfahren natürlich längst entschwunden. Indogermanische Volksverwandtschaft zeigt auch hier typische Züge.
[99] Lies mit dem siam. Texte adhiciṇṇaṃ.
[100] Ebenso heißt es noch auf einer Inschrift aus dem 1. Jahrh. n. Chr. von einem berühmten Jainameister in Mathurā bahavovacaka-ca-gaṇino-ca: Epigraphia Indica vol. II, p. 209, No. 36.
[101] So berichtet auch STRABO p. 712, nach MEGASTHENES: Τον δ’ ακροωμενον ουτε λαλησαι θεμις ουτε χρεμψασθαι αλλ’ ουδε πτυσαι. — Zum Gleichnisse cf. des ARISTONYMOS Wort, STOB. Flor. XIII, 23: Ὡσπερ το μελι τα ἡλκωμενα δακνει, τοις δε κατα φυσιν ἡδυ εστιν, οὑτω και οἱ εκ φιλοσοφιας λογοι.
[102] Nicht tödten, nicht stehlen, nicht ausschweifen, nicht lügen, nicht sich berauschen. — Die obige Klage vernimmt man wörtlich in einem Ausspruche Bhartṛharis’ wieder, den uns I-TSING aufbewahrt hat, bei MAX MÜLLER »India etc.« Exkurs F.
[103] In der editio P. T. S. ist der Satz yam pi bis vaṇṇavādī, ferner dhammaṃ vergessen, u. s. w.
[104] Eine Bilva fasst ungefähr einen drittel Liter. — Mit der hier und im Folgenden dargelegten strengen Zucht vergleiche man namentlich den zweiten Theil der großen Sannyāsopaniṣat, v. 59–103, sowie der Nāradaparivrājakopaniṣat fünften Theil, dessen v. 12 e. g. lautet:
Pāṃsunā ca praticchannaś
śūnyāgārapratiśrayaḥ
vṛkṣamūlaniketo vā
tyaktasarvapriyāpriyaḥ.
[105] nantakāni; von √nam, na(ṃ)tas. Cf. naṃtum, naṃtva; zur Bed.: pariṇatādi. Das nördliche namatam hat natürlich nichts damit zu schaffen.
[106] Lies mit dem siam. Texte daḷhāni suttalūkhāni.
[107] Es ist, wie der siam. Text andeutet, ucchepake va te ratā zu lesen. — Cf. die, dem Sinne nach identische, Variante Theragāthā v. 843, 1146: uñchā[ya] pattāgate ratā. Damit urverwandt ist unsere Unze, von uncia, uncus, ογκος, aṉkas, √añc, √vañc, √uñch; eine Unze ist demnach eigentlich gleich einer Krumme (panis, aeris etc.)
[108] nur für die Regenzeit eine Hütte sich selber errichten. Cf. Theragāthā v. 127 f.
[109] Zu dieser ursprünglichen Bedeutung von pāṭihāriyam, das patiggaho analog ist, cf. Chāndogyopaniṣat I, 11 i. f.: . . . sarvāṇi ha vā imāni bhūtānyannam eva pratiharamāṇāni jīvanti.
[110] Der siam. Text hat 0vimatthaṃ; es ist, wie vol. I, p. 385, 0vimaṭṭhaṃ zu lesen.
[111] Vergl. hiermit Maitryupaniṣat IV, 2: Citrabhittir iva mithyāmanoramam ityathoktam = Therīgāthā 393.
Eine eigenthümliche Gegenseitigkeit der obigen Ausführungen und der schönen Farbenversuche SCHOPENHAUERS ist in der Form sowohl als in der tieferen Bedeutung bis auf den einzelnen Fall nachweisbar.
[112] Ein verwandtes Gleichniss, palalapiṇḍaḥ snehena vyāptaḥ, findet sich Harivaṃśe II, 71, 27; Atharvaśiraupaniṣadi 4.
[113] Es darf hier wohl an den bekannten adhyāropas erinnert werden, rajjusarpavat: Nirvāṇopaniṣat i. m., im Vedāntasāras No. 34 u. No. 70; wiederum, auch zweimal, von SEXTUS EMPIRICUS vorgetragen, I. Pyrrhon. 227 u. I. Logic. 187.
[114] Einem der obigen Gleichnisse nahezu wörtlich entsprechend wird magische Schöpfung vom gewaltigen Hylourgen PARACELSUS beschrieben: »... wie ein Erd in deß Hafners Hand, der macht vnd formirt darauß was er will vnd was jhn gelust«: Straßburger Ausgabe 1603 vol. I. fol. 882.
[115] Zum Gleichnisse cf. Chāndogyopaniṣat VI, 14, 2; Rāmāyaṇam II, 108, 5–6.
[116] Aehnlich Chāndogyopaniṣat VIII, 6, 2: Tadyathā mahāpatha ātata ubhau grāmau gacchatīmaṃ cāmuṃ ca, evamevādi.
[117] Mallikā war die ebenso milde als geistvolle jüngste Gemahlin Pasenadis von Kosalo; vergl. die 87. Rede. Sie hatte, wie andere edle Gönner, Garten und Halle gestiftet. — Zur Samaṇamuṇḍikā cf. Smṛti-Stellen wie die von der śramaṇā dharmanipuṇā im Rāmāyaṇam I, 1, 55, Mhbh. XII, 320. Eine Matrone, die später in einen der geistlichen Schwesterorden eingetreten. So stehn z. B. die jinistischen Nonnen auch in der Gegenwart noch auf ziemlich hoher Stufe, wie die ausführlichen Belege im Indian Antiquary vom Oktober 1884 darthun.
[118] Lies kujjhitamattā. — Zum Gleichnisse cf. die 64. Rede, im Anfang.
[119] Vergl. Subālopaniṣat 1 i. f.: hṛdayāt sarvam idaṃ jāyate.
[120] Der Text hat yaṃ cittaṃ sarāgaṃ sadosaṃ samoham.
[121] Zu dieser typischen Bemerkung cf. das Wort vom lehrreichen Gespräche und dem heiligen Schweigen, in der Einleitung zur 26. Rede p. 161, welche Stelle noch von Parākramabāhus I. auf seiner schönen großen Galvihāre-Felseninschrift (b) l. 35, 36 wörtlich citiert ist, No. 137 von ED. MÜLLERS Ancient Inscriptions in Ceylon. — Aus gleichen Vorbedingungen zu feiernder, lautloser Versammlung, die des rechten Redners gewärtig ist, ist die Upaniṣat hervorgegangen, ja schon das Sattram, beide von √sad sitzen.
[122] Der Text hat natürlich yo.
[123] Siehe die 38. Rede, Seite 487–492 der Uebersetzung.
[124] Zu appāṭihīrakatam bhāsitam cf. Anm. 109.
[125] Dogma der Sāṃkhyās: cf. Lieder der Mönche p. 33 Anm. — Vergl. hiermit den verwandten Spruch im Cherubinischen Wandersmann I, 60
Die Seel ist ein Kristall, die Gottheit ist ihr Schein,
ein Bild, das auf eine im Mittelalter wohlbekannte Vorlage zurückweist, e. g. bei WALTHER VON DER VOGELWEIDE, im Leich v. 35.
[126] Zu kimi khajjopanako cf. Chāndogyopaniṣat, VI, 7, 5 ͠= Jātakam vol. VI. p. 371; Ancient Inscriptions in Ceylon, Obelisk No. 149 b, l. 14; TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59. Cf. SHAKESPEARE, Pericles, II, 3:
a glow-worm in the night,
The which has fire in darkness, none in light.
[127] Lies panassāma, cf. vol. I. p. 177 l. 20; von naśate +pra.
[128] Die sīlāni und jhānāni von idha bis so sind interpolierte Iteration.
[129] Lies *udekamaṇiko assa. — Cf. das Gleichniss am Ende der 5. Rede; dann ebenso der 15., welches auch in der Chāndogyopaniṣat VIII, 8 gegeben ist.
[130] Die allerhand gemeinen Dinge, wie Könige u. s. w., zu Beginn der letzteren Reden öfters erwähnt (S. 290, 315, 344, 354), haben, nebenbei gesagt, ganz die nämliche großartig heitere Abweisung von POPE erfahren, zu Beginn seines Meisterwerkes:
Awake, my St. John! leave all meaner things
To low ambition, and the pride of kings.
[131] nomen gentile Vekhanasos. — Vekhanaso, von vikhanas, ist offenbar eine ältere Variante zu Vekhānaso.
[132] Eine klare Bestätigung der aññadiṭṭhikenādi als karmadhārayās, p. 369, bez. 487 in No. 72, bietet Asokos X. Felsenedikt i. f.: Dukaraṃ tu kho etaṃ chudakena va janena usaṭena va añatra agena parākamena; desgl. das VI. i. f. sowie das I. Säulenedikt, Delhi-Sivalik l. 3 f. Vergl. ferner das von RHYS DAVIDS kürzlich entdeckte und von SENART besprochene Girnār-Fragment des XIII. Felsenedikts, im Journ. Roy. As. Soc. 1900 p. 435, wo in l. 5 añatra-yonesa[ṃ] zu lesen ist, d. h., wie BÜHLERS Kālsī-Version lehrt, añatra-yo (janapado) nesa[ṃ] (nikāyānaṃ yadidaṃ) baṃhmane cā samane cā. — Zur Sache cf. die 70. Rede S. 236, die 95. gegen Ende.
[133] Lies mit dem siam. Texte nisinno.
[134] Eine ähnliche Sage von einer solchen Stelle in der Nähe der uralten Stadt Sāṃkāśyā weist CUNNINGHAM im Archaeological Survey of India vol. I. p. 273 nach.
[135] sotthisinānī ist richtig, wie in der 93. Rede; zu sotthi cf. śothas etc., nicht etwa śāṭī.
[136] Auch Ghaṭīkāro gehört einem, zwar geringeren, Brāhmanengeschlechte an. Cf. infra Anm. 142.
[137] Lies yāv’ etado hi pi.
[138] König Kikī, der Kṛtī rājā der Purāṇen, wird ständig in Legenden, wie Vessantarajātakam i. in., als Zeitgenosse Kassapos angeführt. — Kikī-, Kṛtī-rājā entspricht unserem ‚König Karl‘, von der selben Wurzel kṛ karoti.
[139] Lies mit dem siam. Texte paṇḍumudikassa; vorher, mit den anderen Mss und TRENCKNER, khādaniyam bhojaniyam. — Reis lieben die Inder bekanntlich als vorzüglichste Nahrung: »Den reinen Reis, der Kraft verleiht«, wie es in den Liedern der Mönche v. 842 heißt. So nennt auch HOMER αλφιτα μυελον ανδρων, Mehl das Mark der Männer, Od. II, 290.
[140] Um kein lebendes Wesen zu verletzen. — Lies na musalena, sahatthā paṭhaviñ ca khanati.
[141] Lies paṭivibhattāni.
[142] Ghaṭīkāros nomen gentile: Der vom Seher Bhagu abstammt. Vergl. Dīghanikāyo No. 24.
Im 408. Jātakam wird gleichfalls ein Hafner mit ‚Bhaggaver‘ angesprochen.
[143] Vergl. die Legende vom magischen Obdach des Mucalindo, im Mahāvaggo I, 3, und Mahāvastu vol. III. p. 301. Auch die Olympier sind vor Niederschlägen immer geborgen, da ihr Saal ὡς ὑπερνεφη ουτε νιφεται ουτε κατομβρειται, nach EUSTATHIUS, Comm. ad Il, I, v. 420.
[144] Siyā bis ahosiṃ ist kommentarielle Jātakam-Interpolation; die ganze Rede apokryphe Sage. Schon im ersten Jahrhundert vor Chr. in das nordbuddhistische Saṃskṛt des Mahāvastu übersetzt, vol. I. p. 317–335: theils wörtlich genau, theils freilich recht missverständlich — e. g. p. 321 wo ovaṭṭikāya (von varti) parāmasitvā halsbrecherisch in kṛkāṭikāyāṃ gṛhya verzerrt wurde — theils auch mahāyānisch multipliziert, verfälscht und ausgeschmückt.
[145] Vergl. den alten Spruch, im Aitareyabrāhmaṇam II, 32, 3: Cakṣur vā etad yajñasya yat tūṣṇīṃśaṃsaḥ, »Denn das Auge ist es der Andacht: die stille Verehrung.«
[146] der Adeligen, Priester und Bürger.
[147] Vergl. HERODOT II, 78.
[148] So der barm. und siam. Text.
[149] Koravyo, Kauravyas, Der von den Kurū stammt, d. i. der Kurūner.
[150] Ganz ähnlich der pythagoraeische Arzt ALCMAEON: Της μεν ὑγειας ειναι συνεκτικην ισονομιαν των δυναμεων, ὑγρου, θερμου, ξηρου, ψυχρου, πικρου, γλυκεος, κτλ. την δ’ εν αυτοις μοναρχιαν, νοσου ποιητικην· φθοροποιον γαρ ἑκατερου μοναρχια ... την δε ὑγειαν συμμετρον των ποιων την κρασιν., bei PLUTARCH, De plac. philos. V, 30.
[151] Cf. Maitryupaniṣat I, 4.
[152] Der Topus vom Greisenalter, S. 408, hat seinen Gegenplatz im HOMER, z. B. Ilias letzter Gesang Mitte, wo Priamos ergreifend anhebt: Μνησαι πατρος σειο ... τηλικου, ὡσπερ εγων ογοῳ επι γηραος ουδῳ. Zum Ueberfluss und der Eroberung, S. 411, cf. Pyrrhus’ Gespräch mit Kineas, bei PLUTARCH cap. 14, auch des BAKCHYLIDES verwandte Strophe, 1, 36–39:
το δε παν-
των ευμαρειν ουδεν γλυκυ
θνατοιοσιν· αλλ’ αιει τα φευ-
γοντα διζμνται κιχειν.
Der vorletzte Lehrsatz, S. 410, ist von HORAZ ungemein schön und innig erkannt worden, carm. II, 14, 6:
Linquenda tellus et domus et placens
Uxor, neque harum quas colis arborum
Te praeter invisas cupressos
Ulla brevem dominum sequetur.
[153] Uralte Mangohaine, mit Steinaltaren, moosbewachsen, von hohen Akazien umstanden, sind auch heute noch vielfach anzutreffen, so in der weiten, stillen, fruchtbaren Ebene um Benāres, in Sārnāth, etc. Zum Namen Makhadevo cf. Śatapathabrāhmaṇam XIV, 1, 1, 13, und die Makhadevatās im Harivaṃśam III, 53, 38.
[154] Diesem Ideal eines indischen Königs ist Asoko in der That sehr nahe gekommen. Sagt er doch u. a. auch: hemevā savanikāyesu paṭivekhāmi, »Und so überwache ich alle Stände«, Säulenedikt VI l. 7; vergl. noch insbesondere VII 2 1. 4: dhaṃmamahāmātā pi me te bahuvidhesu aṭhesu ānugahikesu viyāpaṭā, se pavajītanaṃ ceva gihithānaṃ cādi; und Felsenedikt IV u. V. Cf. BÜHLER, Zeitschr. d. deutschen morgenl. Ges. Bd. 48, Seite 53–54.
[155] Zu palitas paliknī cf. urverwandtes pallidus blank ∼ bleich. Weitere Belege bei PRELLWITZ, Etym. Wörterb. d. griech. Spr. s. v. πελιδνος.
[156] Vergl. das letzte Kap. des Vāsiṣṭhadharmaśāstram; Mahābhāratam XIII, 7, 24:
Jīryanti jīryataḥ keśā,
dantā jīryanti jīryataḥ,
cakṣuḥśrotre ca jīryete:
tṛṣṇaikā na tu jīryate.
Auch Bhartṛharis, Vairāgyaśatake 12, 14. — Ganz in diesem Sinne fragt VERGIL, Aen. VI, 721:
Quae lucis miseris tam dira cupido?
[157] Vergl. Manus VI, 2.
[158] Vergl. Ṛgvedas VI, 47, 18.
[159] Siyā bis anuppavattesi ist kommentarielle Jātakam-Interpolation. — Makhadevo und seine Nachfolger sind Heroen aus jenen unermesslichen, cyklisch ab- und wieder aufsteigenden Aeonen, die zumal in den Sagen der 26. Rede der Längeren Sammlung bedeutsam und tiefsinnig zur Sprache gelangen. Der weit verbreitete ethnische Glaube, des Menschen Lebenskraft etc. sei einst unvergleichlich größer gewesen, wurde bei uns von SWIFT vorgetragen, der seinen Riesenphilosophen, recht im purāṇischen Stile, behaupten lässt, »that nature was degenerated in these latter declining ages of the world, and could now produce only small abortive births, in comparison of those in ancient times.«
[160] Andere Bearbeitungen dieser volksthümlichen, gewiss vor- und nachbuddhistischen Legende finden sich als richtige jātakāni, No. 9 und No. 541, vor; auch zu Barāhat auf einem Relief aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert als Maghādeviyajātakam dargestellt, im Indian Antiquary vol. X. p. 119 f. hübsch beschrieben. Cf. auch Śakuntalā, letzter Akt initio. — Verwandte Züge mit unserem Mātali, dem einstigen Mātariśvā, weist Savitā im Ṛgvedas auf, namentlich I, 35, 3. Cf. BÜHLERS Grundriss III. 1 A p. 32. Vergl. ib. p. 65 Indras-Śakras Stellung im letzten Buche des Ṛgvedas, 167, 1, mit dem genau entsprechenden Range unseres Sakko-Maghavā im Dhammapadam v. 30. — Die beiden Bahnen, von denen S. 423 die Rede ist, werden schon in einem alten Spruche, Jātakam 537 v. 43, sehr schön vergeistigt:
Weit sind die Wolken, weit die Erdenthale,
Weit überm Ozean das andre Ufer:
Doch weiter noch als diese, wahrlich, sagt man,
Dass gute Art und schlechte sei, o König!
[161] Vergl. Sprüche wie sarve vipraparā narāḥ, brāhmaṇo dvipadāṃ śreṣṭhaḥ, janmanā brāhmaṇo jñeyaḥ (cf. 98. Rede v. 3: jātiyā brāhmaṇo hoti); Lieder der Mönche p. 347 Anm. 2. Auch das recht bezeichnende Wort des Ūrvas im Harivaṃśam I, 45, 33:
Brahmayonau prasūtasya
brāhmaṇasyānuvartinaḥ
brahmacaryaṃ sucaritaṃ
Brahmāṇam api cālayet.
Mit brāhmaṇā va sukko vaṇṇo, kaṇho añño vaṇṇo vergl. brāhmaṇaḥ śvetavarṇaḥ... śūdraḥ kṛṣṇavarṇaḥ, in der Eingangsupanischad zur Vajrasūcī, WEBERS Ausgabe (Abhandlungen der königl. Ak. d. Wiss. Berlin von 1859) p. 212, l. 10, 11; in der Bombayer Hundertacht Upanischaden Ausgabe von 1895 p. 336a, l. 7, 8.
[162] Vergl. Lieder der Mönche v. 612. — Aehnlich der treffliche HANS SACHS, Fastnachtspiel ed. GOETZE 15, 88–90:
... ich hab... vernumen,
Von tugent sey der adel kumen.
[163] Ebenso bekennen auch die altsiṇhalesischen Könige auf ihren Inschriften, den Mönchen zum Heile diese vier Erfordernisse, catari paceni, darzubieten: so Gayabahugamini von Anurādhapura, auf ED. MÜLLERS Ancient Inscriptions in Ceylon No. 5, l. 6.
[164] Sehr schön, und ganz übereinstimmend, berichtet MEGASTHENES, Indica ed. SCHWANBECK p. 125: Μουνον σφισιν ανειται σοφιστην εκ παντος γενεος γενεσθαι, ὁτι ου μαλθακα τοισι σοφιστῃσιν εισι τα πρηγματα, αλλα παντων ταλαιπωροτατα.
[165] König Madhuro von Avanti war Gebieter über Mālavā, eines der blühendsten Reiche Mittelindiens, dessen Hauptstadt Ujjenī viele Jahrhunderte hindurch ein Hort des Buddhismus gewesen. Ebenda hat später Kālidāsas und noch mancher minorum gentium, bei Hofe willkommen, gelebt und gedichtet. Noch heute ragt hier im Lande, einen sanften Hügel krönend und rings bis zum fernen Horizont die schimmernden Auen und Wälder beherrschend, edelgewölbt wie die Peterskuppel, der sonnenhelle Sāñci-Dom auf, ein Denkmal großer Vergangenheit. Vergl. die epigraphischen Merktafeln, Lieder der Mönche S. 361. Anm. 1.
Den klassischen neun Dichterfürsten mit Kālidāsas als vornehmstem am Hofe der Könige von Mālavā steht die berühmte Neunzahl der griechischen Lyriker gegenüber, gleichwie den Sieben vedischen Sehern die Sieben griechischen Weisen u. s. w., ohne dass man hier an geschichtliche Begriffe zu denken brauchte, wie etwa bei der sonderbaren indo-iranischen, gnostisch-christlich-latomischen Dreiunddreißig, Anm. 255.
[166] Zu dieser festlichen Ausschmückung cf. die entsprechenden Edikte von Kosambī und Sāñci, i. f.: [o]dā[tā]ni [d]usāni naṃ dhāpayitu etc., und BÜHLERS Anmerkung hierzu, Indian Antiquary 1890, p. 126, Epigraphia Indica vol. II, p. 367. Weiß ist die festlich feierliche Farbe der Inder: daher auch, wie S. 5, 256, passim, die weiß gekleideten Hausleute, odātavasanā, cf. die Śvetāmbarās, auch Śuklāmbarās Man. IV, 35.
[167] Ist Lehrsatz der Jainās; cf. die 14. Rede, 1. Band S. 174. — Zum Folgenden die 36. Rede; später auch die 26ste. — Vergl. MATTH. XI. 29; GIORDANO BRUNO, De umbr. idear., Dedic. v. 2:
Et littera Pythagorae,
Bicorni acta discrimine,
Quaeis trucem ostendit vultum dextri tramitis:
Finem largitur optimum.
[168] εν ἡβῃ τουμον ευσθενει δεμας, genau so von EURIPIDES formuliert, Cycl., Anf.
[169] ākiñcaññāyatanam. Vergl. Yājñavalkyas’ These sa eṣa neti netyātmā, in der Bṛhadāraṇyakopaniṣat III, 9, 28, passim; und Tripurātāpinyupaniṣat 5, v. 4.
Nirastaviṣayāsaṉgaṃ
sannirudhya mano hṛdi
yadāyātyamanī bhāvas,
tadā tat paramaṃ padam.
[170] nevasaññānāsaññāyatanam. Cf. den berühmten Nāsadāsīnno-Hymnus, Ṛgvedas X, 129; und Tripurātāpinyupaniṣat 5, v. 6:
Naiva cintyaṃ na cācintyaṃ
na cintyaṃ cintyam eva ca:
pakṣapātavinirmuktam
brahma sampadyate dhruvam.
[171] Vergl. das urverwandte schöne Mythologem vom belebenden Morgenthau, im Vafthrúdhnismál v. 45.
[172] Vergl. Lieder der Mönche S. 358 Anm. 3.
[173] Zu ayaṃ dhammo... atakkāvacaro cf. idam... apratarkyam aprakāśyam: Subālopaniṣadi 3.
[174] Der Name Sahampati lässt verschiedene Deutung zu. Vergl. das Intermezzo im Kevaṭṭasuttantam, Buddhistische Anthologie p. 97–98; und auf der anderen Seite die recht ansprechende Etymegorie von √sah, sahas in einem jātakam des Saṃyuttakanikāyo, vol. V. p. 233. In vergangenen Aeonen, als Kassapo der Meister war, erzählt da Brahmā von sich, sei er ein machtvoller Jünger, sahako bhikkhu, gewesen: darum sei er jetzt ein mächtiger Herr, saham pati, geworden. — Die Art eines Brahmā wird, je nach Umständen, als verschieden angegeben: siehe die 90. Rede, gegen Ende. — Gotamos Zaudern und Sahampatis Angst und Anliegen und die verwandten wunderbaren Vorgänge überhaupt sind von ROBERT L’ORANGE als apokryph erkannt worden, gehören spezifisch der Mahāvaggo-Mahāvastu-Legende an. Wie rathlos willkürlich diese letztere den zwar sekundären, verhältnissmäßig aber weit älteren, ihr daher stellenweise unverständlichen Pāli-Text oft behandelt hat, und dies bei sonst oft sehr schöner, vollkommen getreuer Uebersetzung, zeige als typisches Beispiel der im Mahāvastu vol. III. p. 319 aus der obigen Rede versaṃskṛtisierte Spruch. Cf. Anm. 144.
[175] Vergl. Chāndogyopaniṣat IV, 14, 3: Yathā puṣkarapalāśa āpo na śliṣyante, evam evaṃvidi p[a]paṃ karma na śliṣyata iti.
In der Stelle app’ ekacce paralokavajjabhayadassāvine viharante wird vajja0 nicht von √varj sondern von √vad abzuleiten sein, wie Lieder der Mönche S. 212 Anm. 1 anderweitig belegt, und die richtige Uebersetzung demnach heißen: »und manche, die das Anpreisen einer anderen Welt für arg erachten.« Die Möglichkeit der Ableitung von √varj ist zwar nicht ausgeschlossen, scheint aber doch, nipuṇaṃ nirūpya, dem Geiste der Stelle kaum zu entsprechen. Die Lotusrosen des Gleichnisses, die emporragen, unbenetzt von Wasser, deuten eben auf solche, die noch in dieser Welt, diṭṭhe va dhamme, Vollendung erreichen. Vergl. hierzu Lieder der Mönche S. 159.
[176] Cf. Bd. 1, Anm. 21. — Zu Isipatanam vergl. Bhṛgupatanam, im Anfang von Kap. 4 des Daśakumāracaritam I, p. 22, das also doch wohl auf Bhṛgus den Seher deutet.
[177] Cf. Lieder der Mönche p. 79.
[178] Den ersten, im Wesentlichen schon ganz übereinstimmenden Bericht vom Leben Gotamos verdanken wir dem kühnen MARCO POLO, der es auf „Seilla“ voll Theilnahme gehört und dann — im Zeitalter DANTES — mit erstaunlicher Schlichtheit beschrieben hatte. Insbesondere erzählt er, im Texte BONIS vol. I. p. 185, von jenem Palaste mit den singenden und spielenden Mädchen, und dass der Prinz keine Freude daran finden mochte; wie er einst auf der Straße einen Todten gesehn, und wieder einen schlotternden, zahnlosen Greis; wie er tiefsinnig zum Palaste zurückgekehrt, voll Ekel an einer Welt wo man altern und sterben müsse, und gesagt habe, »che voleva cercare quello che mai non moriva, nè non invecchiava«, genau wie es in der 26. Rede, 1. Bd. S. 308, und oben S. 441 vorgetragen ist; wie er dann endlich, nach dem ergänzenden Texte PAUTHIERS p. 592 f., heimlich bei Nacht den Palast verlassen habe, »et s’en ala aux grans montaignes et moult desvoiables«, wie 1. Bd. S. 147. »Et illec demoura moult honnestement, et moult menoit aspre vie; et fist moult grans abstinences«, oben S. 449–454. Selbst durch das Medium fremder und trüber Idiome hatte sich die zeilonesische Tradition dem feinfühlenden Zuhörer verständlich gemacht, so dass er den Inhalt der — wenn man will trivialen — Legende rein wiederzugeben vermochte. Den Bericht nach dem Texte PAUTHIERS findet man in GRÜNWEDELS soeben erschienener Mythologie des Buddhismus in Tibet und der Mongolei S. 2–4 vollständig abgedruckt.
Die sitzende Gestalt Gotamos als yogischer Büßer, in athemlose Selbstverlierung verloren, mit den einzelnen Merkmalen wie S. 453 f. dargestellt, ein seltsames Meisterstück der Skulptur des 1. Jahrh. vor Chr., befindet sich im Museum zu Lahore. Eine Phototypie davon hat SENART veröffentlicht, im Journal asiatique von 1890 zu p. 144.
Eine plastische Gruppe der jugendlich blühenden Mutter mit einem Kinde an der rechten Hüfte, als Göttin Ṣaṣṭhī śiśurakṣinī, eine wirkliche Αφροδιτη κουροτροφος von idealer Schönheit und Anmuth, ist uns im Museum zu Lahore, unter den Trümmern von Jamalgarhi aus dem 1. Jahrh. vor Chr., erhalten. Auch hiervon hat SENART eine Phototypie leicht zugänglich gemacht, im Journal asiatique von 1890 zu p. 154.
[179] aṉgula-, aṉguli-, Finger, Daumen, wird da dem häufigen aṉgulīyam, aṉgulīyakam, Fingerlein, fingerlin, vingerlinc, Fingerring, gleichzusetzen sein; vergl. das aṉgulīyapradānam im Rāmāyaṇam, den aṉgulīyopalambhas in der Śakuntalā u. a. m. Aṉgulimālo für eigentlich Aṉgulīyamālo ist nach yena so gebildet.
[180] Die Ringe der Erschlagenen.
[181] Vergl. Āpastambīyadharmasūtre I, 8, 23, 6; Theragāthā 33; Asoko, Edikt von Dhauli II, l. 7, Jaugoḍo II, 1. 10.
[182] Ahiṃsako.
[183] Aṉgulimālos Wahrspruch, satyavacanam, S. 481, ist kāryārthe śapathaḥ, svapariśuddhau; in der Smṛti e. g. bei Manus VIII, 110. Deutlicher zu reden: satyakriyā als angewandte samayakriyā. Es ist der uralte Glaube an die magische Macht der Wahrheit, wie Ṛgvedas VII, 104, 15. Später sind Ordalien daraus geworden. Vergl. BÜHLERS Grundriss II, 8, § 51–52. — Ein ziemlich nahe gegründetes, kleineres Wahrzeichen kennt die deutsche Sage vom dürren Stabe, der sich dann frisch begrünt, wie beim Tannhäuser.
Antithetisch, und zwar rein philosophisch, ist dieser tiefe, ächt ārische Gedanke zu Beginn der 61. Rede behandelt, welche Asoko bekanntlich ganz besonders empfohlen hat; und ist, vollkommen gleich, von AESCHYLUS ausgesprochen, Prom. 685 f.:
νοσημα γαρ
αισχιστον ειναι φημι συνθετους λογους.
[184] Lies, wie der siam. Text hat, piyappabhūtikā.
[185] Nālījaṉghas, ‚Rabe‘, ähnlich als nomen ioculare eines Vertrauten im 8. Kap. von Daśakumāracaritam II, p. 60.
[186] Der siamesische Text hat ācamehi. — Zu ācāmayati (stutyarthe) cf. e. g. Hiraṇyakeśigṛhye I, 16, 1: ācamyopatiṣṭhate, 24, 8: ācamyopahvayate.
[187] Ānando wird in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, nicht selten dargestellt, mit Vorliebe in sanfter, trauernder Haltung an der Bahre des entschlafenen Meisters. Das jugendlich schöne, in tiefem Schmerz etwas geneigte Haupt erinnert sogleich an jenen berühmten bartlosen Christuskopf DA VINCIS in der Brera zu Mailand. — Es wäre ein verdienstvolles Unternehmen, die besten älteren Skulpturen von rein indischem Typus und Stil, fast sämmtlich noch in Indien theils in situ, theils in Museen, zumal dem von Kalkutta, befindlich, auch dem westlichen Kunstfreunde in sorgfältiger Reproduktion allgemeiner zugänglich zu machen, da bisher auf diesem Gebiete kaum irgend etwas Ernstes geleistet wurde. So ist z. B. das Handbuch zur Berliner buddhistischen Kuriositätensammlung — vom Verfasser Prof. GRÜNWEDEL „Buddhistische Kunst in Indien“ betitelt — trotz aller fleißigen Arbeit, für die Erkenntniss der wahren, strengen, ursprünglichen indischen, bez. buddhistischen Kunst nahezu werthlos: denn es giebt, mit Ausnahme eines einzigen ächten Kunstwerkes (No. 75 der 2. Aufl., p. 144), eben nur Proben aus barbarisch entarteten und nur wenig nationalen Kulturepochen oder beschäftigt sich mit tibetisch-mongolischer Miniatur, die allerdings in recht guten Exemplaren vorhanden ist, aber selbstverständlich nicht für buddhistische Kunst in Indien ausgegeben werden darf. Das gilt leider, wie gesagt, auch von anderen, sonst sehr schätzenswerthen archäologischen Arbeiten.[B]
[188] Aehnlich berichtet Asoko auf dem 6. Felsenedikt über seinen Aufenthalt im Palaste oder im abgelegenen Parke oder in den Gärten, wo ihm seine Minister, da wie dort, jederzeit und überall darzulegen haben, wie seine Anordnungen zum Wohle der Wesen ausgeführt werden, da er jederzeit und überall auf das Wohl der Wesen bedacht sei: denn es gebe kein vornehmeres Werk als der ganzen Welt zum Heile zu sorgen. — Wie Pasenadi gern unter den rukkhamūlāni vijanavātāni weilt, so Asoko im entsprechenden vacamhi vinītamhi, »im abgelegenen Parke«: vacam ist natürlich nicht von varcas stercus, sondern von vārkṣam Wald abzuleiten; vergl. das im 12. Edikt [Mansehra] genannte Amt der vracabhumika, vārkṣabhūmikās, d. i. Parkverwalter. Zur palatalen Surde für die Aspirate cf. die analogen ikkokkākādi.
[189] Lies ayaṃ kho me; später, wie der siam. Text hat, ayam pi kho me. Cf. die 12. Rede, p. 69.
[190] Genau bei STRABO p. 712 wiederzufinden. Ετη δ’ ἡπτα και τριακοντα οὑτως (ασκητει) ζησαντα αναχωρειν εις την ἑαουτου κτησιν ἑκαστον, και ζην αδεως και ανειμενως μαλλον.
[191] Cf. Anm. 127.
[192] Lies, wie der Text hat, puna ca param bhante ime Isidattapurāṇā thapatayo etc. Vergl. das überaus schöne Gespräch des Meisters mit den beiden Kammerherren, Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 348–352.
[193] Der siam. Text hat richtig yam pi kho bhante etc.
[194] Wahrscheinlich patite kutsanāyām; vergl. Manus IV, 184: Akāśeśās tu vijñeyā bālavṛddhakṛśāturāḥ.
[195] Es ist mit dem barmanischen Texte, und wie vol. I. p. 390, passim, savyābajjhā und avyābajjhā zu lesen.
Viḍūḍabhos subreptive Frage, ob es also die weltlichen Götter vermöchten die überweltlichen in die Flucht zu schlagen und deren Ort zu erobern, mahnt an bekannte Itihāsās von Kämpfen zwischen Asurās und Devās, wie Śatapathabrāhm. I, 2, 4, 8–12, und schon Ṛgved. X, 124, 8: Tā asya jyeṣṭham iṃdriyaṃ sacaṃte... bībhatsuvo apa vṛtrād atiṣṭhan. Vergl. OLDENBERG, Die Religion des Veda S. 166.
[196] Anando = Wohlmuth.
[197] Die zweite Hälfte dieses Buches der Könige, worin Pasenadi auftritt, nimmt, wie unser Text überhaupt, wenig Rücksicht auf die Zeitfolge der Reden. So sieht z. B. Pasenadi in der 90. Rede Ānando zum ersten Mal, der ihm zu Beginn der 88. wohlbekannt ist. Dagegen wird allerdings erst in letzterer Ajātasattu als König von Magadhā genannt, während in der 86. Rede noch dessen Vater, Seniyo Bimbisāro, den Thron innehat.
[198] Vergl. Saṃyuttakanikāyo vol. I. p. 108: Kurz ist das Leben der Menschen:... wer lange lebt, lebt hundert Jahre, oder etwas darüber. — Śatapathabrāhmaṇam I, 9, 3, 19; Chāndogyopaniṣat III, 16, 7, praesertim i. a. Jaiminigṛhyasūtram 8, 1, 2 (p. 10 des Wiener Grantha-Ms): jīvāhi śaradaśśataṃ, paśyāhi śaradaśśatam (sic).
PLINIUS VII, 28: CRATES PERGAMENUS Indos qui centenos annos excedant Gymnetas appellat, non pauci Macrobios. — Auch in den koptischen Biblia sacra wird das Leben des Menschen auf hundertzwanzig Jahre bemessen: siehe AMÉLINEAU, Vie de Schnoudi, in 12º p. 238 u. 359.
[199] Cf. die 83. Rede, in init., und Asokos I. Säulenedikt, fin.
[200] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Uttarassa māṇavassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.
[201] Das »tausendspeichige Rad« ist der Abdruck, den der Fersenball bei jedem Schritte auf staubigem oder feuchtem Boden zurücklässt: als śrīpādas schon im 1. Jahrh. vor Chr. schematisch dargestellt; cf. BÜHLER im Anzeiger phil.-hist. Cl. Wiener Akad. der Wiss. vom 3. Februar 1898.
[202] Den Typus dieser schlanken und doch kräftigen Asketenbeine mit hohem Unterschenkel zeigen außerordentlich schöne Buddho-Statuen aus Sārnāth im Museum zu Kalkutta, alte, ächt indische Kunstwerke. Wunderbar ähnlich hat bei uns DONATELLO seinen Johannes gebildet, in der Chiesa dei frari zu Venedig, erst von DE LORENZO erkannt. — Vergl. Eṇajaṉgho jaṉghākarikas, Daśakumāracarite II, 1: 1. fasc. p. 43; auch Valgujaṉghas, Mahābhārate XIII, 4, 152.
[203] Merkmal eines Helden. So wird auch Rāmas bekanntlich ājānubāhus genannt, Rāmāyane I, 1, 12; wozu A. W. VON SCHLEGEL in seiner Uebersetzung treffend angiebt: »Brachia brevia apud Indos deformia et ignobilia habita sunt; longa contra heroïci vigoris argumentum. Non mirarer, si Persae, idem statuentes, cognomine Artaxerxis prioris, μακροχειρ, male a Graecis intellecto, simile quid significassent.«
[204] Vergl. Längere Sammlung, II. Band, S. 65, Anm. 20.
[205] sattussado, d. i. sat-tuṣya-das. Cf. No. 95 in initio: Opāsādaṃ sattussadam. — Dīghanikāyo vol. III. p. 166 ist kommentarielles Quidinloco.
[206] rasaggasaggī von √ras, rasati śabde + gras (= grah, cf. Manus VIII, 43) + agrī.
[207] cattārīsadanto so bhavaṃ Gotamo, wörtlich ‚vierzigzähnig ist Herr Gotamo‘, womit natürlich, wie auch sonst bei Zahlenreihen, nur die begonnene vierte Dekade, d. h. über dreißig, gemeint ist. Caturo dasassa heißt es im Dīghanikāyo l. c. p. 182.
[208] Vergl. das avimuktam (bhruvor ghrāṇasya ca saṃdhiṣṭhānam), e. g. Jābālopaniṣat 2. Bei avimuktam darf auch an die seltenere Bezeichnung dhruvas als polaren Punkt zwischen den Augenbrauen, d. i. die Nasenwurzel, gedacht werden. Vergl. Suśrutasaṃhitā I, 5, 24. Deutlich und ohne jede symbolische Absicht, offenbar treu anatomisch nachgebildet, ist diesem Merkmal an der Herme des APOLLONIOS VON TYANA in Neapel zu sehn. — Hier sei noch die Vermuthung gewagt, die im P. W. 1s. v. dhruvas 2 i) genannten Viṣṇoḥ padāni bhrūmadhye möchten die oft vorkommenden drei vertikalen Stirnfalten sein, die von der Nasenwurzel entspringen, das mātṛmaṇḍalam aber die Pupille.
[209] Gegenüber diesen im Volksmunde beliebten sagenhaften Merkmalen eines großen Mannes vergl. das Gespräch des Meisters mit Sāriputto, im Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 158:
»Ein großer Mann, ein großer Mann«, sagt man, o Herr: inwiefern aber ist man, o Herr, ein großer Mann?
Hat man das Herz erlöst, Sāriputto, so ist man, sag’ ich, ein großer Mann: hat man das Herz nicht erlöst, so ist man es nicht.
Cf. ib., p. 216, wie der greise Meister sich in der Abendsonne wärmt, Ānandos Verwunderung, dass der Erhabene nun nicht mehr so stattlich erscheine wie früher, und die Antwort des Herrn:
So ist es, Ānando, dass der Jugend Altern, der Gesundheit Siechthum, dem Leben Sterben eignet, und dass nun die Hautfarbe nicht mehr so hell und rein ist, schwächlich die Glieder geworden, mit Falten überzogen sind, vornüber der Körper sich neigt, dass die Sinneswerkzeuge sich abgenutzt haben.
[210] Lies aḍḍhavam, von √ṛdh.
[211] Lies mit dem siam. Texte āraddhakāyo va na iñjati.
[212] Vergl. Nāradaparivrājakopaniṣat III, v. 66: yasya cakṣur na dūragaṃ, caturyugāṃ bhuvaṃ muktvā, parivrāṭ saḥ.
[213] Lies mit dem siam. Texte so bhuttāvī na pattam bhūmiyaṃ nikkhipati.
[214] Lies mit dem siam. Texte avijahantābhāvena.
[215] Der siam. Text hat richtig addasāma antaragharam pavisantam.
[216] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Brahmāyussa brāhmaṇassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.
[217] Der berühmte Denkspruch vom Entstehn und Untergehn, S. 541, 271, 68, ist später puthujjanagatam, der allerbekannteste Gemeinplatz der indischen Litteratur: überall von Philosophen, Rhapsoden und Dichtern rezipiert, variiert und ausgestaltet; vergl. e. g. Cūlikopaniṣat v. 17, 18, Māṇḍūkyakārikā II, v. 32; Daśakumāracaritam I, 1. Kap., p. 6: Jalabudbudasamānā virājamānā saṃpattaḍillateva sahasaivodeti naśyati ca.
[218] Die größte Begleitung, die in alten Texten je angegeben: in der Regel eine erheblich geringere. Gotamo weilt von Zeit zu Zeit allein zurückgezogen, z. B. zwei Wochen, auch drei Monate lang wie Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 320, ib. 325, oder ist von einer Anzahl ›edler Söhne‹ umgeben wie oben in der 68. Rede, oder wandert ›mit einer großen Schaar‹, ›mit vielen Mönchen‹, selten ›mit fünfhundert Mönchen‹, von Ort zu Ort weiter wie in der 51., 70., 91. Rede, passim. Im Dīghanikāyo, vol. III. p. 85 der siam. Ausg., heißt es in einer Sage, Metteyyo der künftige Buddho werde einst einige tausend Jünger, anekasahassam bhikkhusaṉgham, lenken, gleichwie Gotamo jetzt einige hundert, anekasatam, lenke.
[219] Brāhmanischer Halbasket, der das Haar in Flechten aufgewunden trägt. — Vergl. Nāradas’ Worte, im Aitareyabrāhmaṇam VII, 13, 8, auf welche später Selo, zu Beginn des Gespräches mit Keṇiyo, anspielt.
[220] Buddho. — Im Inneren von Zeilon, so in Anurāḍhapura und weiter, hat sich bis heute die Sitte erhalten, dass der Mann aus dem Volke, wenn er einen Hochstehenden mit einer Bitte angeht, als captatio benevolentiae also anhebt: »O Herr, der du einst einen Buddho schauen wirst, sei gegrüßt!«
[221] Lies mit dem siam. Texte bhavanto, später bhotā samaṇena Gotamena und kathāpariyosānaṃ ca me.
[222] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Selassa brāhmaṇassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.
[223] Die beiden ersten sapariso sind Glosse.
[224] Mit dem 3. Verse, S. 548 f., vergl. Theragāthā 1252. Mālavikāgnimitre II, v. 13 d: sarvair usraiḥ samagrais tvam iva nṛpaguṇair dīpyate saptasaptiḥ. Zum Gleichniss vom Golde im 4. Vers cf. die 7. Rede in med.; auch das ähnliche Bild Therīgāthā 278. Die beiden letzteren Metaphern hat der tiefe CRISTÓBAL DE CASTILLEJO treu indisch angewandt, indem die Verdad bei ihm sagt (Riv. XXXII, 237 b):
Soy como el oro enterrado
So la tierra, como muerto,
Que al fin siendo descubierto,
Se halla limpio apurado;
Como la perla preciada
Entre el cieno sepultada
Y perdida,
Que sale clara y pulida
Cuando viene á ser hallada.
[225] Der siam. Text hat richtig bhavataṃ.
[226] Zur Kenntniss fern entlegener Reiche und den weiten Land- und Seereisen indischer Kaufleute schon um etwa 800 vor Chr. cf. BÜHLERS Grundriss I. 11. § 5. — Es verdient Beachtung, dass auch Asoko, auf dem V. Felsenedikte, die Kābuler gleich nach den Ioniern anführt, und dann, weiter herabsteigend, die Kandahārer nennt. Kābul war den Indern zumal wegen seiner vorzüglichen Pferde- und Maulthierzucht wohlbekannt. Cf. die Kambojake assatare sudante im 506. Jātakam v. 23, und im 254. Jātakam die uttarāpathajānapade assavāṇije. — Siehe auch die beiden Votivtafeln zu Sāñci, Epigraphia Indica vol. II. p. 97 No. 7, p. 387 No. 287; und noch die beiden Inschriften ib. vol. I. p. 184 ff., p. 242 ff.
[227] An die sāpāna-sūkaradoṇī erinnert die śva-sūkarayoni der Chāndogyopaniṣat V, 10, 7.
[228] Lies *vekuranvāya = vaikriyānvayāya.
[229] Lies pāṭaliyo; wie Asito wird Kṛṣṇas als königlicher Gebieter Kanakadaṇḍas, Der Goldstabene, genannt: Harivaṃśe II, 155, 46.
[230] Lies mit dem siam. Texte gantā.
[231] Vergl. JESU Verfluchung des Feigenbaums: und εξηρανθη παραχρημα ἡ συκη, MATTH. XXI. 19.
[232] Vergl. Aśvaghoṣas, Vajrasūcī § 7.
[233] Die Macht des Zornes, die hier, und in größerem Umfange in der 56. Rede, S. 64, gleichnissweise, bez. legendär erwähnt ist, gehört ohne Zweifel mit anderen solchen mehr oder weniger fabelhaften Paenomenen in das Gebiet der praktischen Magie. Nun ist es bezeichnend, wie die schwarze Kunst der Sieben Seher in der obigen Legende von Asito Devalo kraft seiner moralischen Uebermacht zuschanden gemacht wird; der Geringschätzung entsprechend, die der Meister oft und oft allem Wunderthume bezeugt. Es kommt ja im yogischen Sinne gelegentlich auch die magische Macht als weiße Kunst zum Vortrage, z. B. in der 73., zumal 77. Rede: immer aber spielt die ganze Thaumatopoeie — man kann dies kaum genug wiederholen — eine völlig untergeordnete Rolle, und Gotamo nennt sie »nicht heilig«, vergl. die wichtige Stelle der Längeren Sammlung, III. Band, S. 113, worin Sāriputto des Meisters Worte anführt. Zum ersten Male gründlich geprüft und besprochen wurde die ganze Frage in der Flegrea II, 2, 4, Neapel 1900, von meinem lieben und berühmten Freunde G. DE LORENZO.
Auch heute noch legt die südliche, d. i. zeilonesische u. s. w. Ueberlieferung, der nördlichen, d. i. tibetischen u. s. w. entgegen, für myktyrische Phaenomene, bez. Paenomene und was damit zusammenhängt kühl ablehnende Geringschätzung an den Tag, was um so höheres Lob verdient, als man neuerdings von jener Seite, die »ins Reden keinen Vorzug setzt«, heimlich bemüht ist theosophischen Zauber einzuschmuggeln und sogar Männer wie HIKKAḌUWE SUMAṈGALA und HEVAVITARAṆA DHARMAPĀLA, unsere ehrwürdigen Freunde, in den unlauteren esoterischen und asoterischen Handel zu verwickeln gesucht hat, indem man gar zu gern kolchisches παινεται für kalchisches φαινεται ausgeben will: freilich nur skythischen und verwandten Geistern zudanke.
[234] Vergl. die 45. Rede, S. 567 der Uebersetzung. — Aehnlich Sannyāsopaniṣat 2 i. f., v. 77: pātram asya bhavet pāṇiḥ, »er habe zum Gefäß die Hand«; auch 1 i. m: pāṇipātreṇāśanaṃ kuryāt, »mit dem Handgefäße mag er Atzung einnehmen«, wo aber pāṇipātram ein handgroßes Gefäß, gleichwie udarapātram ein magengroßes Gefäß, bedeuten wird; vergl. die 77. Rede, S. 321 Anm. 104. Ebenso in den anderen Bhaikṣa-Upanischaden, e. g. der Kaṭhaśrutyādi. (Die von DEUSSEN, »Sechzig Upanishad’s« p. 696 f., gewählte Lesung Kaṇṭhaśruti mag wohl berechtigt sein, auch wäre an eine Kanthaśruti zu denken; die drei Titel schließen übrigens einander nicht aus, können vielmehr, nach gewohnter indischer Darstellung, friedlich nebeneinander gelten.) Der hatthāpalekhano, Handverköster, hat, nebenbei gesagt, ein ziemlich genaues Gegenbild im ‚Rasenden SOKRATES‘, wie PLATON bekanntlich den DIOGENES genannt.
[235] Den vier Schauungen dürfen vielleicht in gewisser Weise die sechs Staffeln Meister ECKHARTS verglichen werden, von deren letztem er sagt: »Der sehzt staffel ist dez hertzen ruͦwe und fride, daz chein liep noch leyde mag ez bewegen noch betruͤben.« Cf. Meister ECKHART, ungedruckte Texte etc. ed. JOSTES, Freiburg 1895, p. 105.
[236] 1 kahāpaṇo, Gulden, wiegt ca. 11⅓ Gramm; es kann nur die Silbermünze, bez. deren Wertheinheit, gemeint sein, die unserem Zweimarkstück ungefähr entspricht.
[237] Eine ähnliche Schenkung ist Ende der 52. Rede vorgekommen. Der altüberlieferten Sitte ist denn auch Asoko nachgefolgt, der auf dem Paḍeria-Edikt I. 3 u. a. berichtet, er habe nächst dem Dorfe Luṃminī (im nepālischen Gränzgebiete, heute Rummin-deī bei Bhagvānpur), an der Geburtstätte des Meisters, ein steinernes Schutzhaus errichten lassen, silā vigaḍabhī kālāpita; silā vigaḍabhī, d. i. silā vigaḍā (von gaḍayati gahane) abhī. Schon hatte er acht Jahre vorher Felsengrotten zu Barābar, nahe Belā bei Gayā, mit einer entsprechenden Inschrift den Ājīvikās gewidmet: lājinā Piyadasinā ... iyaṃ kubhā... dinā ājī[vi]kehi. Epigraphia Indica vol. V. p. 4; Indian Antiquary Oktober 1891 p. 364.
Der oben und oft dargestellten Enkratie hat APOLLONIOS eine schöne Bestätigung ertheilt, wenn er, bei PHILOSTRAT lib. III. cap. IV., also berichtet: Ειδον Ινδους Βραχμανασ οικυντας επι της γης, και ουκ’ επ’ αυτης, και ατειχιστως τετειχισμενους, και ξυδεν κεκτηλενους, η τα παντων. Solche autoptisch gewonnene Einsicht, insbesondere noch einige Stellen der, freilich sehr verderbt überlieferten, Gespräche mit dem jinistischen arhan IARCHAS (i. e. yo’rhas) zeigen, wie genau der große TYANEER indische Dinge erforscht hatte.
[238] Lies mit dem siam. Texte mukhā.
[239] Pauṣkarasādī; der ghoṣas ist, nach den besten Mss, zu einem aghoṣī geworden, was auch sonst gelegentlich vorkommt.
[240] Lies mit dem siam. Texte yathā yathā.
[241] Vergl. S. 410.
[242] Lies mit dem siam. Texte asambhinnā khattiyakulā.
[243] Der siam. Text hat richtig pāṇena.
[244] Wie oben pāṇena zu lesen; cf. den Schluss der 85. Rede.
[245] Vergl. Kaṭhopaniṣat 1, 9: atithir namasyaḥ, namas te ’stu.
[246] nomen gentile Kāpaṭhikos. — Zur hohen Auszeichnung, die hier, wie sonst, einem jungen hervorragenden Manne bezeugt wird, cf. Lieder der Mönche v. 486 Anm., Dhp v 260 etc.; gleicherweise von MEGASTHENES, bei STRABO p. 709, angeführt: ... ουδε τη ἡλικιᾳ των γεροντων προνομιαν διοασιν αν μη και τῳ φρονειν πλεονεκτωσι.
[247] Dichter der Ṛglieder, bekannt als Aṣṭakas, Vamrakas, Vāmadevas, Viśvāmitras, Jamadagnis, Āṉgirasas, Bharadvājas, Vāsiṣṭhas, Kaśyapas, Bhṛgus. Cf. OLDENBERG, Sacred Books of the East vol. XVII. p. 130, PISCHEL, Vedische Studien 1. Bd. p. 238 f. — Dem bhāsitam anubhāsanti, vācitam anuvācenti ist Ṛgvedas VII, 103, 5 ab homolog:
Yad eṣām anyo anyasya vācaṃ
śāktasyeva vadati śikṣamāṇaḥ.
[248] Dieses Gleichniss, in der Kaṭhopaniṣat (2, 5) und sonst kurz angedeutet, haben die Sāṃkhyās, wie so viel anderes, wörtlich übernommen, Sūtram III, 81. Es ist, nebenbei bemerkt, durch Vermittelung von MATTH. XV, 14., vom älteren BRUEGHEL auf seinem Gemälde zu Neapel meisterhaft veranschaulicht.
[249] Es ist, wie der Text hat, taccham zu lesen.
[250] Der Text hat richtig dhammā nijjhānaṃ khameyyuṃ etc.
[251] Der letzte Theil dieses Zwiegesprächs, S. 601–604, erinnert formal, in der großartigen Monotonie, an die eddischen Fragen und Antworten, besonders im Alvíssmál.
[252] Der Name Esukārī von Pāṇinis erwähnt IV, 2, 54.
[253] Lies pāpiyaṃso und seyyaṃso (= śreyas, n.); dies haben auch die siṇh. Ausgaben des Dhp in v. 43.
[254] Von dem Inhalte dieser und ähnlicher Reden giebt Asoko einen meisterhaften Auszug, auf dem 1. Śiddāpurer Edikte, I. 4–5: Pakamasa hi iyaṃ phale: no hīyaṃ sakye mahātpen’eva pāpotave, kāmaṃ tu kho khudakena pi pakamamiṇeṇa vipule svage sakye ārādhetave, entsprechend unserem Texte: Suddakulā ce pi... pabbajito hoti, so cādi ārādhako hoti ñāyaṃ, dhammaṃ kusalam.
[255] Es sei hier bemerkt, dass die »Dreiunddreißig Götter« bereits im ältesten Ṛgvedas, als Summe der schlechthin weltlichen Götter, genannt werden, nämlich im neunten Buche, 92, 4: viśve devās: traya ekādaśasaḥ. Desgleichen in der Bṛhadāraṇyakopaniṣat III, 9, 1, 3: trayastriṃśattveva devā iti. Cf. noch MACDONELLS Vedic Mythology p. 19 (BÜHLERS Grundriss III. 1 A), und BÖTHLINGK in den Berichten der königl. sächs. Ges. d. Wissensch. vol. 51 p. 33.
Ein Kuriosum ist es, dass JAKOB BÖHME in der »Philosophischen Kugel« seinem Gotte κατ’ εξοχην die Zahl 33 gegeben hat; vielleicht auf PLATONS τριτον περι τα τριτα zurückzuführen, von dem CLEMENS ALEXANDRINUS im V. Buche der Stromata spricht, vielleicht auch auf die avestischen 33 Amṣaspands, Yaśna I, 33: zunächst aber wohl auf den gnostischen Christus als [dreiund]dreißigfachen Erlöser, dessen Erdenjahre je eine himmlische Geisteraeon doketisch symbolisieren.
[256] Cf. Anm. 14. — PINDAR, fragm. 104: Τι θεος; ὁ τι το παν.
[257] Lies mit dem siam. Texte kālakato va brahmaloke upapanno. Vergl. die Meisterrede im Saṃyuttakanikāyo vol. V, p. 408–410.
Der kurzen Begrüßung der Jünger unter sich, S. 615, steht nach außen der solemne Empfangsgruß gegenüber, so zu sagen der feierliche Königsgruß, wie er z. B. in der letzten Rede des vorhergehenden Buches ausgesprochen, rājā... vandati, appābādham... phāsuvihāram pucchati, und der zu Beginn der Bairāter Inschrift wörtlich wiederkehrt, wo Asoko als König von Magadhā, ganz wie vor ihm Bimbisāro und Pasenadi von Kosalo, den Mönchen zunächst ehrerbietigen Gruß darbringt, lājā... abhivādemānaṃ āhā, und Gesundheit und Wohlsein wünscht, apābādhataṃ ca phāsuvihālataṃ ca, um erst dann auf Wichtiges überzugehn.
[258] Diese und noch andere hochberühmte Brāhmanen treten namentlich im letzten Buch der Bruchstücke der Reden recht anschaulich hervor.
[259] Lies mit dem siam. Texte vattasampanno.
[260] Vergl. Manus IX, 309.
[261] Lies aññamaññāhi.
[262] Lies:
Paccattaṃ sasarīresu
manussesvetaṃ vijjati.
[263] bhovādi kommt auch in der Smṛti vor, e. g. Harivaṃśe III, 3, 13: śūdrā bhovādinaścaiva bhaviṣyanti yugakṣaye; cf. ib. 36 f.:
brāhmaṇā dhanatṛṣṇārtā
yugānte samupasthite
bhośabdam abhidhāsyanti,
na ca kaścit paṭhiṣyati.
[264] Lies mit dem siam. Texte dhutavantaṃ, i. e. dhṛtavantaṃ.
[265] Cf. Suttanipāto 431:
Aṇumatto pi puññena
attho mayhaṃ na vijjati.
[266] Vergl. die 55. Rede, S. 51, und die 100. Rede, letzte Seite. — An den Ausspruch, dass Brahmā etc. den Verständigen im Heiligen dargestellt erscheine, also nur in ihm zur Wesenheit gelange, hat wohl Asoko gedacht, wann er in Sahasarām sagt: „Den Menschen in Indien, die bisher keine falschen Götter zu haben meinten, wurde gezeigt, dass sie falsche Götter hatten“: Etena ca aṃtalena Jaṃbudīpasi aṃmisaṃdevā saṃtā munisā, misaṃdevakaṭā.
Vers 8 ff. ist von Aśvaghoṣas in der Vajrasūcī frei behandelt worden, namentlich in § 22, sowie in den §§ 16 und 25. — Zu Vers 18 cf. KANTS Wort, Von den verschiedenen Rassen, 1775, p. 1:... alle Menschen auf der weiten Erde gehören zu einer und derselben Naturgattung... so große Verschiedenheiten auch sonst in ihrer Gestalt mögen angetroffen werden.
Zu Vers 52 cf. Suttanipāto 373 ͠= Nāradaparivrājakopaniṣat III, v. 25:
Atītān na smared bhogān
na tathānāgatān api
prāptāṃśca nābhinanded yaḥ,
sa kaivalyāśrame vaset.
[267] Vergl. Manus III, 77 f., VI, 89 f: gṛhastha ucyate śreṣṭhaḥ. — In diesem Sinne auch der Spruch οικος φιλος, οικος αριστος, und GOETHE, Vier Jahreszeiten 78. — Dagegen heißt es im Harivaṃśam III, 108, 14: teṣām agraś caturtho ’yam āśramo bhikṣukaḥ smṛtas, in Uebereinstimmung also mit dem Topus vom Mönche als der heiligsten Stätte der Welt, wie Ende der 65. Rede.
[268] Lies mit den siam. und siṇh. Texten samaṇo ca Gotamo pāpito bhavissatīti, wie auch in der 80. Rede, S. 372.
[269] Lies mit dem siam. Texte seyyā und sammucchā.
[270] Es ist mit dem siṇh. Texte erst nissaṭṭhatiṃakaṭṭhupādāno zu lesen; dann tiṇakaṭṭhupādāno. Cf. die drei Gleichnisse von den Holzscheiten, in der 36. und 85. Rede, S. 446–448.
[271] nomen gentile Subhos.
[272] divā divassa = mero meridie, mitten am Tage.
[273] Den fünf Bedingungen, S. 642, ist Bhagavadgītā XII, 12 analog. — Zum Leben im Hause als einer viel mühsamen Thätigkeit, ibid., cf. Theragāthā 111, Dhp v. 302. Den gleichen Ausdruck hat SOPHOKLES gebraucht. Trach. 116: το βιοτου πολυπονον, und ebenso POSEIDIPPOS die χαλεπας πρηξιες verstanden, in seiner berühmten Frage STOB. Flor. περι του βιου No. 57.
[274] Es wird, wie der siam. Text richtig hat, Paccalakappam zu lesen sein, pratīci; etwa »Westernhof«.
[275] Lies mit dem siam. Texte vijjamānānaṃ tevijjānam brāhmaṇānam und tassa muṇḍakassa samaṇassa.
[276] nomen gentile Saṉgāravos.
[277] Cf. Anm. 91.
[278] Im Text ist hier das Hauptstück aus der 85. Rede (S. 441–459) eingeschaltet. — Mit folg. uccena sammatam vergl. Ṛgvedas Ende:
samānam astu vo mano
yathā vaḥ susahāsati.
Zu Seite 62 Z. 15 v. o.:
In genealoger Beziehung zu den Manosattā devā scheint der vidyādharas Manovegas zu stehn, die Hauptperson in Amitagatis’ überschattender Dharmaparīkṣā, BHANDARKARS Report on the Search for Saṃskṛt Mss etc., Bombay 1894, p. 13–19.
Zu Seite 652, Zeile 4 v. u.: Eine Erläuterung zur Metonymie von der Posaune, deren Ton ohne Beschränkung überall hinreicht, hat ein Zeitgenosse Gotamos, der tieferfahrene geistige Vetter PYTHAGORAS in seinem Hymnus an die Musik, bei IAMBLICHOS 110, mit feinster Präzision gegeben: ειναι τινα μελη ... προς πασαν παραλλαγην της ψυχης. Der saṉkhadhamo śaṉkhadhmas, bez. βυκανητης bucinator, lässt nämlich ein αχορδον και αλυρον μεμος verlauten, so mächtig, dass die tosend emporwogenden inneren und äußeren Meere sich allmälig verglätten, ausgleichen, beschwichtigen müssen, und der Bläser, immer conchā canens, endlich eine neue Welt hervorgerufen, wie es der Dichter der Metamorphosen I, 333–347 des weiteren ausführt.
[A] Auf Manus XII, 10 hat, nach BÖHTLINGK-ROTH, bereits FEER im Journal asiatique 1888 II. p. 237 f. hingewiesen.
[B] Ein Werk über Buddhistische Kunst kündigt nun der Verlag Bruno Cassirer an.