Fußnoten:

[1] Die Bucht an der Ostsee westlich vom Lauf der Narowa. L.

[2] Identisch mit dem in dem ersten Bande häufig vorkommenden »alten Burschen« (dem Bösen). L.

[3] Vgl. Bd. 1, S. 67. Anm. L.

[4] Sterblichen im Elfen- oder Feenlande verfließt die Zeit, ihnen unbewußt, mit reißender Geschwindigkeit. S. Köhler's Anm. zu Bd. 1, S. 364. L.

[5] Vgl. Bd. 1, S. 89 Anm. und S. 104 Anm., sowie S. 30. An letzterer Stelle heißen die im Mondschein badenden Jungfrauen der Waldelfen und der »Rasenmutter Töchter«. Wenn in unserem Märchen der König des Nebelberges der Gemahl der Rasenmutter heißt, so möchte eine ursprüngliche Identität desselben mit den »Waldelfen« angenommen werden können. L.

[6] S. Bd. 1, S. 83 Anm. 2. L.

[7] Ehstn. liba hunt, eigentlich läufische Wölfin, soll nach dem Aberglauben das neunte Junge eines Wolfes sein, besonders gefräßig und gefährlich, mit spitzer Schnauze, welches die Thiere von hinten anfällt und ihnen das Eingeweide herausreißt (Wiedemann, Ehstnisch-Deutsches Wörterb. S. V). Hier ist es offenbar Wärwolf, d. h. Mannwolf. Vgl. über diesen Aberglauben Rußwurm Eibofolke S. 360. L.

[8] Wörtlich: Daß man nicht vor seinen Füßen sehen konnte. L.

[9] Wörtlich: Durch sieben Feuerstellen gehen. L.

[10] Ein Stof ist gleich einer halben Kanne; (3/4 Stof = 1 Bouteille). L.

[11] Keris, Hitzherd. Der Ofen ist doppelt; die untere Abtheilung enthält das Feuer und ist halb in der Erde; oben hat er ein durchbrochenes Gewölbe und eine Lage feuerbeständiger Geröllsteine (kerise kiwid), die von der Flamme umspielt werden und Wärme absorbieren und bewahren. Diese Steine werden als Rost zum Braten benutzt, so wie zum Dampfbade, indem man Wasser darauf gießt. Vgl. Bertram, Wagien, Dorp. 1868, S. 20 und Blumberg, Quellen und Realien des Kalewipoeg 1869. In den Verhandlungen der gel. estn. Gesellsch. zu Dorpat Bd. 5, Heft 4. L.

[12] Sprichwörtliche Redensart, die überall angewandt wird, wo man der Bemerkung, daß ein Gefäß größer sei als der dafür bestimmte Inhalt, entgegnen will. Nach Kreutzwald's gef. Mittheilung. L.

[13] Estnisch: »beim Schwanz oder Horne.« L.

[14] Die Vorstellung vom Waldgotte ist in der finnischen Mythologie reich ausgebildet, wo er am häufigsten unter dem Namen Tapio vorkommt und an der Spitze einer großen Hofhaltung (Tapiola) stehend gedacht wird. Er erscheint als ein alter Mann mit dunkelbraunem Barte, mit einem hohen Hut aus Föhrennadeln und einem Pelz aus Baummoos. Die hohe Verehrung, die ihm geweiht wird, theilt er mit seiner Gemahlin Miellikki. Wenn die Jagd ungünstig ausfällt, zürnt Tapio, der oft auch Waldgreis, Tapiola's (Tapioheim's) Alter heißt und zuweilen als Erdenwirth, Waldkönig, Gabenspender ja als erster Gott und großer Schöpfer oder Spender bezeichnet wird, so daß man an den späteren griechischen Pan erinnert wird. Spuren der Verehrung dieses Gottes sind wohl in dem Feste metsa- oder metsiku-pidu, das noch bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts in Estland gebräuchlich war, erhalten. Es wurde nämlich eine (am Tage Mariä Verkündigung angefertigte) große Strohpuppe auf eine lange Stange gesteckt, im Dorfe unter Gesang herumgetragen und dann in den Wald gebracht und auf einen Baum gestellt. Ein wildes ausgelassenes Fest schloß sich an. Vgl. Castrén, Vorles. über finn. Mythol. S. 92 ff. Boecler-Kreutzwald: Der Esten Gebräuche, S. 12-13, 81-82 L.

[15] Wörtlich: »verlobt«. L.

[16] Vgl. d. Anm. zur ersten Hälfte S. 84. L.

[17] Kiwi-alused, wörtlich: die unter dem Steine Befindlichen. L.

[18] Vgl. Bd. 1, S. 26. L.

[19] Vgl. Bd. 1, S. 128. L.

[20] Nach Kreutzwald's gef. briefl. Mittheilung gilt bei den Esten Mäusedreck mit Honig als Hausmittel gegen die Bräune, sowie eine frisch abgezogene Mausehaut gegen nässende Flechte. L.

[21] Wörtlich: das ungelegene Brotwiesel. L.

[22] Wörtlich: als ob Feuer in deiner Tasche brenne. L.

[23] S. Bd. 1, S. 102, Anm. 2. L.

[24] Cypripedium Calceolus. L.

[25] Vgl. Boecler u. Kreutzwald S. 112. Der fremde Mann, der Krumme, ist nach der Aussage desjenigen der Kreutzwald die Sage mittheilte, der Baumelf. Vgl. auch Bd. 1, S. 60, Anm. L.

[26] Man vgl. das Lessingsche Fragment des »Faust«. Die Schnelligkeit des menschlichen Gedankens nimmt hier die fünfte Stufe ein — die siebente und höchste Stufe ist — der Uebergang vom Guten zum Bösen. (Faust spricht mit den sieben schnellen Geistern der Hölle.) Lessings sämmtl. Schriften, Berl. 1827, Bd. 28, S. 174. L.

[27] Vgl. das in manchen Zügen verwandte Märchen 15 im ersten Bande: »Rõugutaja's Tochter« und m. Anm. daselbst. L.

[28] Vgl. Anm. zu Bd. 1, S. 203. L.

[29] Wörtlich: ihr Hals kann die Haube noch nicht tragen.

[30] Dresch- oder Darrscheune. L.

[31] Vgl. Boecler-Kreutzwald, S. 30. Der letztere sagt hier: »Der Brautzug macht etwa eine Werst vor dem festlichen Hochzeitshause halt, damit die Frauen ihre Toilette ordnen können, während einer von den Bräutigams-Buben vorausreiten und den Zug anmelden muß. Bald sprengt der eilende Bote zurück, mit einer hohen Bierkanne beladen, aus der zuerst das Brautpaar, dann sämmtliche Gäste getränkt werden. Den Rest trinkt der Ueberbringer selbst mit Wohlbehagen, damit er einen Sohn erzeuge, wenn er einst in den Ehestand treten wird. »Wer den Bodensatz trinkt, bekommt einen Sohn« ist Sprichwort.« L.

[32] Vgl. Bd. 1, S. 13. L.

[33] Kaetise rohu, wörtlich: Kraut gegen den bösen Blick. L.

[34] Vgl. Bd. 1, S. 25. Anm. L.

[35] Wörtlich: Brotvater. L.

[36] Wörtlich: wie Hagel. L.

[37] Wörtlich: Ueber einen Zwischenraum zwischen zwei Mahlzeiten. Der Este (der Arbeiter) rechnet solcher Mahlzeiten drei: vom Aufstehen bis acht Uhr, von da bis zwei Uhr, und von da bis zum Abend. S. Wiedemann, Wörterb. s. o. L.

[38] Neben dem analogen deutschen Märchen in der Grimmschen Sammlung vgl. man die höchst charakteristische Behandlung desselben Stoffes in dem »Märchen vom Fischer und der Fischerin« von Puschkin. Aus dem Russ. in der Bibl. ausl. Classiker, von E. Löwe. Bändchen 107. Hildburgh. 1870. L.

[39] Vgl. Bd. 1, S. 98 u. 359. L.

[40] Wörtlich: »Nasenmann«. L.

[41] Mere-karu ist nach Kreutzwald's gef. briefl. Mittheilung eine scherzhafte Benennung des Seehundes; Geld- und Tabacksbeutel aus Seehundsfell seien sonst bei den Esten sehr gebräuchlich gewesen und mere-karu nahast kotid oder pungad genannt worden. Auch die aus schwarzgefärbten Fellen junger Seehunde gemachten Pelze, bei Arrendatoren und Disponenten sehr beliebt, hießen mere-karu nahast kasukad. L.

[42] Wörtlich: als Heim- oder Wiedergänger. S. über diese Anm. zu der letzten der unten folgenden Localsagen von dem Wiedergänger-Schützen. L.

[43] So hielten die Heruler, von den Langobarden besiegt, auf der Flucht ein blühendes Leinfeld für einen See, stürzten sich hinein, als ob sie schwimmen wollten und wurden so von den nacheilenden Siegern ereilt und niedergemacht. Paulus Diaconus I, 20. Auch Goethe bei seinem Aufenthalt in Palermo sagt: Man glaubt in den Gründen kleine Teiche zu sehen, so schön blaugrün liegen die Leinfelder unten. Vgl. Hehn, Kulturpflanzen und Hausthiere S. 113. L.

[44] Wörtlich: eine Bremse. L.

[45] Vgl. zwei von Rußwurm mitgetheilte abweichende Fassungen dieses Märchens, die eine schwedisch, die andere estnisch. Rußwurm, Sagen aus Hapsal &c. 1861. S. 187, 188. Vgl. auch die erste Hälfte dieser Märchen S. 60 u. d. Anm. L.

[46] Von Insecten. L.

[47] Vgl. eben Märchen 5. Seite 27 Anm. L.

[48] S. Seite 27. Anm. L.

[49] Wörtlich: sackfinster. L.

[50] Die Esten unterscheiden zwischen wanad jõulud alte Weihnacht und uued jõulud neue Weihnacht. Die letzteren sind identisch mit Neujahr, so daß in vorchristlicher Zeit das estnische Jahr um Weihnacht begonnen haben muß, wie in Skandinavien und Deutschland. Die Benennung jõulud kommt dem nord. Julfest zu nahe, als daß man den Zusammenhang beider Namen bezweifeln könnte. (Vgl. Boecler-Kreutzwald der Ehsten abergl. Gebr. S. 92 u. 93. Rußwurm Eibofolke § 340). Uebrigens ist in diesem Märchen, wie in manchen andern der Sammlung eine gewisse Sympathie für die heidnischen Erinnerungen noch nicht erloschen — ein Bestreben, die heidnischen Anschauungen gegenüber dem Christenthum noch nicht ganz fallen zu lassen. Der estnische Landmesser J. Lagus in Walk, dem wir die Aufnahme alt-estnischer Gebets- und Zauberformeln verdanken, erhielt (1849) über den »Versöhnungsglauben oder Taaradienst« folgende Auskunft: Der Versöhnungsglauben oder Taaradienst war vor dem Mönchsglauben, und zu des Mönchsglauben Zeit ward in den Kirchen in lateinischer Sprache gelesen und die Mönche fürchteten des Versöhnungsglaubens Zauberer (Weise) sehr, welche die alten Gebete und Opferworte verstanden. Vgl. Kreutzwald und Neus, myth. und mag. Lieder der Ehsten S. 11 u. 12. L.

[51] Am Jõulofeste, das zugleich ein Todtenfest, mußte die größte Ruhe und Stille beobachtet werden, während im Gegensatze dazu am Sommerfest um Johannis Alles seine Freude laut äußerte. S. Kreutzwald-Boecler S. 86 u. 87. Vgl. Kreutzwald und Neus myth. und mag. Lieder der Ehsten S. 61. L.

[52] S. Anm. zu Bd. 1, S. 178.

[53] Vgl. Boecler-Kreutzwald der Ehsten abergl. Gebr., S. 128. L.

[54] Man sieht, daß hier selbst der Böse — Moral predigt! L.

[55] S. Anm. zu Bd. 1, S. 67. L.

[56] »Der altestnische Bauerschuh (pastal oder passel) besteht aus einem einzigen länglichen viereckigen Stück Pferde- oder Rindsleder von hellgelber Farbe. Vorn wird er spitz zusammengenäht. Der ganze Rand ist mit geschnittenen Löchern versehen, durch welche eine lange Schnur läuft, die den ganzen Schuh wie einen Beutel zusammenzieht. So bleibt nur das Fußblatt unbedeckt. Die Schnur kreuzt sich auf dem Schienbein und wird zwischen Wade und Knie befestigt, indem sie so zugleich als Strumpfband dient.« Bertram, Wagien. S. 74. Der russische Bauerschuh ist aus dem Bast der jungen Birke geflochten. L.

[57] Linnu-pete Vogelbetrug, ein Frühstück, das man aus Aberglauben im Frühling vor dem Ausgehen genießt, um nicht nüchtern den Kuckuck hören zu müssen, weil man sonst taub wird oder in dem Jahre stirbt. Wiedemann estnisch-deutsches Wörterb. u. d. u. Boecler-Kreutzwald S. 85 vgl. mit S. 140 und mit der Anm. zu Kalewipoeg XI, 14. deutsche Ausg. Dorpat, 1861. L.

[58] Vgl. die Anm. Bd. 1, S. 84. L.

[59] Vgl. die Goldruthe in dem Märchen 16 vom mildherzigen Holzhacker S. 123. L.

[60] Vgl. das Märchen 10, Klugmann in der Tasche. L.

[61] Vgl. oben Märchen 19 S. 142 L.

[62] Es ist auffällig, daß hier der »alte Bursche« nicht blos überlistet und gezüchtigt wird, sondern geradezu umkommt. In den Mythologien der meisten Völker und auch in Kalewipoeg kann das böse Princip, weil ewig dem Guten widerstrebend, nicht sterben — mindestens nicht vor einer gewaltigen an's Ende der Tage verlegten Katastrophe, nach welcher eine neue Weltschöpfung und Weltordnung anhebt. L.

[63] Die Entstehung dieser Sage erklärt sich durch den Umstand, daß der obere See wirklich, bei ungenügender Ableitung oder heftigem Sturme die Niederungen Revals überschwemmt. L.

[64] Der ostwärts von Reval von Norden nach Süden sich in's Land erstreckende Felsrücken. L.

[65] In Wierland, dem nordöstlichen Striche Estlands. L.

[66] Bei Wesenberg. L.

[67] In Livland. L.

[68] Russ. Pskow, am östlichen Süd-Ende des Peipus-See. L.

[69] Orja-wits, weißer Honigklee (Melilotus vulgaris W.). L.

[70] In Livland. L.

[71] Vgl. Bd. 1, S. 102, Anm. 1 und Neus Estnische Volkslieder, 428 ff; Kreutzwald und Neus, Mythische u. magische Lieder der Esten, 30; Verhandlungen der gelehrten Estnischen Gesellschaft zu Dorpat, IV, a, 48. 164.

[72] Welchen nach estnischer Sitte der den Freier begleitende Brautwerber anbietet.

[73] Die Esten haben die Vorstellung von den »Mondleuten«. Das ist ein unglückliches Ehepaar, welches zur Strafe dafür, daß es am Sonntage in die Badstube ging, um zu baden, sammt dem Wasserzuber in den Mond versetzt ward, wie im Vollmonde zu sehen. Vgl. Boecler-Kreutzwald S. 103, wo auch in der Anm. auf die vorliegende schon im »Inland« Jahrg. 1, No 2, Sp. 26 behandelte Volkssage hingewiesen wird. L.

[74] Wörtlich: Kupferfußbrücke. L.

[75] Vgl. über diese offenbar mit geogonischen Anschauungen zusammenhängende Sage Kreutzwald zu Boecler S. 8 und Rußwurm Sagen aus Hapsal u. s. w., S. 101. Der Wirtsjärw liegt im Felliner Kreise. L.

[76] Tolsburg: ein alter ganz herabgekommener Hafenort in der Nähe von Port Kunda. L.

[77] Tont war sonst bei den Esten ein Geist, der dem Hause Schätze zubrachte und deshalb auch schlechtweg meddaja d. h. Zuführer heißt. Jetzt bedeutet tont ein (gefürchtetes) Gespenst. Die Tonttu kamen auch in der finnischen Mythologie in der Bedeutung schützender und helfender Hausgeister vor. Das Wort hängt nach alten Autoritäten mit dem schwedischen tomtkubbe, tomtkarl, tomtrå-»lar« zusammen. Vgl. noch über den, in mancher Beziehung verwandten kratt (schwed. skratt) eine Reihe von Sagen bei Rußwurm, Sagen aus Hapsal &c., Reval 1861, S. 107-111. Desselben Eibofolke Th. 2, S. 241-248. Bd. 1 dieser Märchen, S. 32, Anm. 1. L.

[78] Der Herausgeber, Dr. Kreutzwald, macht zu diesem und den folgenden Sagen nachstehende Bemerkung (in estnischer Sprache): »Die folgenden alten Erzählungen haben sich als unvergängliche Ehrendenkmale für die Erbherren von Palms im Gedächtniß des Volkes erhalten. Meines Wissens giebt es hier zu Lande kein anderes Adelsgeschlecht, welchem die alten Sagen einen solchen Ehrenkranz geflochten haben, als das Geschlecht der Barone Pahlen. Wo Hörige ein derartiges Gedächtniß für ihre Herren bewahren, da darf man wohl den Schluß ziehen, daß jene Männer Freunde des Volkes waren und daß das Band, welches sie mit dem Volke verknüpfte, ein solches war, wie es zwischen Eltern und Kindern besteht.« L.

[79] So heißt das Gut derer von Pahlen. L.

[80] Offenbar identisch mit dem Bd. 1, S. 12 Anm. besprochenen Ahti. Sehr bezeichnend ist die weiterhin vorkommende heimliche Freundschaft des Meervaters mit der Windesmutter. L.

[81] M. vgl. die ähnliche Empfindung der Tochter Prospero's in Shakespeares »Sturm«. L.

[82] Rußwurm, Sagen aus Hapsal &c. S. 28., theilt eine ähnliche Geschichte mit, welche die Befreiung des von Polen belagerten Hapsals behandelt. L.

[83] Es wurden und werden vielleicht noch an vielen Orten Estlands die Todten mit allerlei Dingen ausgestattet, die man als die für das Jenseits unentbehrlichsten betrachtet, z. B. Nadel, Zwirn, Kopfbürste, Seife und Brot, Branntwein, eine kleine Münze: Kindern legt man wohl auch Spielzeug in den Sarg. Solche Verstorbene nun, welche in dieser Beziehung vernachlässigt wurden, gehen als nächtliche Heimgänger um und werfen den Angehörigen ihre Versäumniß vor. Boecler-Kreutzwald, S. 68, 69, 111. Die Inselschweden an den estnischen Küsten wissen von bösen Menschen, die aus ihren Gräbern zurückkommen, in den Stuben lärmen, sich in allerlei Gestalten verwandeln, Menschen und Thiere erschrecken u. s. w. Wenn der Hahn kräht, fliegen sie fort. Diese Wiedergänger heißen schwedisch ådelaupas. S. Rußwurm Eibofolke Th. 2, S. 262 ff, wo eine Menge Sagen und Züge von diesen gespenstischen Wesen gesammelt sind: Nach Ernst Willkomm kennt der Inselfriese ebenfalls Wiedergänger oder »Gonger«, Menschen, die in den Wellen ihren Tod gefunden haben und in Gestalt und Haltung Ertrunkener früheren Bekannten am Lande wieder erscheinen. S. dessen: Im Wald und am Gestade. Skizzen u. Bilder Thl. 1, S. 173. Vgl. noch Rußwurm, Sagen aus Hapsal, S. 122. Hurt, Beiträge zur Kenntniß estn. Sagen und Ueberlieferungen, Dorp. 1863, S. 21 ff. L.

[84] In Wierland. L.

[85] S. oben Anm. zu S. 167. L.

[86] Diese sollen nach Wiedergängern sehr lecker sein; ein schwed. Sprichwort sagt: Ohne die Wölfe wäre die Welt voller Trollen. S. Rußwurm Eibofolke, 2, 264. Rußwurm bemerkte auch daselbst, daß der Wolf eine dunkle Erinnerung an den Fenriswolf sei, den Bruder der Hel (des Todes), der die Seelen verschlingt. L.

[87] Das Räuchern mit verschiedenen Kräutern wird von den Esten in Fällen angewendet, wo man Einwirkungen böser Mächte voraussetzt, z. B. wenn eine Kuh nicht ordentlich melkt, vgl. Kreutzwald-Boecler, S. 86 u. oben Märchen 10, S. 68. Hier ist der Hund gegen solche im Voraus gefeit. L.

[88] Aehnlich neckt der Geist die Wölfe in der von Rußwurm Eibofolke § 388, 6 (Th. 2, S. 264) beigebrachten Erzählung aus Worms. L.