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Dahlen, Friedrich Statius v. Baumeister und Stadtingenieur in Riga. Er erhielt 1686 vom Rat zu Riga den Auftrag zur Anfertigung eines Entwurfs zum Neubau des Turmes der Petrikirche. Nach seinem Entwurf, den er am 7. Juni desselben Jahres einreichte, sollte der Turm „mit einer Kuppel und 8 Kandicht“ ausgeführt werden. Der schon nach diesem Plane in Ausführung begriffene Bau fand aber bei der Bürgerschaft keinen Anklang und auf Beschluss einer Ratssitzung, die am 2. Aug. 1688 unter Hinzuziehung der Ältestenbanken beider Gilden stattfand, wurde der Weiterbau eingestellt und der Baumeister [Ruppert Bindenschu] (s. d.) mit der Bearbeitung eines neuen Projekts beauftragt.
A. Buchholtz in den Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. und Altertumskunde 1891 S. 48 ff. — W. Neumann: das mittelalterliche Riga. Berlin 1892.
Dahlsteen, A..... Porträtmaler; lebte um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Riga. Von ihm ein Porträt von Anna Katharina Hollander geb. Poorten.
Dannenberg, Alice. Malerin. Geb. 4. April 1861 zu Annenhof in Kurland, besuchte die [Jung-Stillingsche] Zeichen- und Malschule in Riga und ging zu weiterer Ausbildung 1886 nach Karlsruhe, wo sie unter Prof. Kanoldt arbeitete, dann nach Bern, wo sie von 1887–1891 die Kunstschule besuchte. In Genf besuchte sie die Ecole des beaux arts und arbeitete dann in Paris unter Leitung von R. Collin, Olivier, Merson und Mucha. Neben der Genremalerei hat sie sich auch der graphischen Kunst zugewandt.
Dannenhauer, (Tannenhauer).... Porträtmaler. Malte in Riga (1726?) ein Porträt des Kaisers Peters I. für das Schwarzhäupterhaus; er wurde später kaiserl. Hofmaler in Petersburg.
Darbes, Joseph Friedrich August. Porträtmaler. Geb. 1747 in Hamburg (Dänischer Nationalität); gest. 25. Juni 1810 in Berlin. Er hatte seine Ausbildung in der Akademie in Kopenhagen unter dem Kupferstecher Joh. Martin Preissler und K. G. Pilo erhalten, bereiste dann Deutschland, Holland und Frankreich und kam 1775 nach Petersburg, wo er längere Zeit am Hofe tätig war. Auch in Kurland und in Riga ist er vorübergehend tätig gewesen. (Zwei im Mus. zu Mitau aufbewahrte von ihm von Berlin aus an den Hofrat v. Offenburg gerichtete Briefe v. 23. Septbr. 1787 u. 25. Febr. 1788 bestätigen seinen Aufenthalt in Kurland). Mehrere Porträts seiner Hand im Bes. des Grafen Lieven aus der Zeit von 1783–1784. In Riga sind von ihm nachweisbar: Ein Portr. der Frau Mary Hay, geb. Cramp. — Ein Portr. der Frau Gertrud v. Krüger, geb. Barber. — Ein Portr. des Rigaschen Ratsherrn Johann Heinrich Hast und dessen Gattin Katharina Elisabeth, geb. Baumgarten. — Das Portr. d. Anna Elisabeth Hollander, geb. Hast, Bes. Oberlehrer B. Hollander, Riga. — Das Portr. d. Schwarzhäupterältermannes Jobson, gem. 1784; (Bes. Ges. d. Schwarzhäupter, Riga). — Das Portr. des Pastors Aug. Wilh. Hupel, gest. v. C. Kohl, fol.
Daugull, August. Holzschneider. Geb. 1. Jan. 1830 in Dorpat; gest. 8. Nov. 1899 in Petersburg. War Anfangs Schüler des Malers [L. v. Maydell] und besuchte dann als freier Zuhörer die Petersburger Akademie, die ihm 1858 den Rang eines freien Künstlers erteilte für ein von ihm in Holz geschnittenes Porträt des Kaisers Alexander und einen Kopf nach Rembrandt. Daugull gehörte zu den beliebtesten Xylographen der Hauptstadt. Zu seinen hervorragenderen Arbeiten gehören: Die Porträts des Kaisers Peters I. 1875 u. der Kaiserin Katharina II. — Ein Porträt Luthers nach Cranach, 1883. — Die Alexandersäule in Petersb. qu. 8o. Als Vignette f. d. Ztg. Postimees. — Eine Anzahl Porträts, grösstenteils nach [W. Timm]. Ferner Ansichten von Gebäuden, Gegenden, Vignetten etc. für die Zeitschriften: Die nordische Biene, Русская иллюстрація u. a. (Sammlung des Dr. A. Buchholtz in d. Bibliothek der Ges. f. Gesch. u. Altertumskunde in Riga). — Kaiser Alexander II mit seiner Suite; gez. v. F. Teichel u. K. Brosch. Holzsch. Gr. fol. in Всем. иллюстрація 1869 S. 73.
Inland 1859 S. 459. — Rigasche Ztg. 1883 Nº 293. — Наши художники I S. 133.
Denffer, Dietrich Peter, gen. Jansen. Maler. Lebte in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. in Mitau als „Herzoglich Kurländischer Hofmaler“. Bis 1755 nachweisbar. Von ihm das Porträt des russischen Gesandten am Warschauer Hof Grafen Hermann Keyserling; gem. 1739, (Bes. Mus. Mitau).
Jahrbuch für Genealogie, Heraldik u. Sphragistik, 1898. S. 125.
Deutsch, Rudolf Friedrich von. Historienmaler. Geb. 27. Okt. 1835 in Moskau als Sohn des Dr. med. Staatsr. v. D., trat 1856 in die Dresd. Akad. und ging 1860 nach Darmstadt, wo er unter Prof. Hoffmann arbeitete, lebte 1863–66 in Italien, bereiste Belgien und England und liess sich dann in Berlin nieder. Zu seinen Hauptwerken zählen Kartons u. Federzeichnungen mythologischen Inhalts; eine siegreiche Germania; Trost in Tönen; Penelope und die Entführung der Helena (Nat. Gal. Berlin). Weniger gerühmt sind seine Genrebilder.
H. W. Singer. Allgem. Künstler-Lexikon.
Deutsch, Karl Ferdinand. Lithograph. Geb. 1806; gest. 23. Juni 1881 in Riga. Er gründete 1841 eine lithographische Anstalt, die noch heute besteht (Firma A. Grosset), aus der eine grosse Anzahl bemerkenswerter Arbeiten hervorgingen. Von diesen seien genannt: Ansicht von Riga von der Dünaseite, 1841. — Der kleine Violinspieler nach Fendi. Orig. in der Gal. Brederlo, städt. Museum in Riga. — Der Komiker Lehmann in 12 seiner versch. Rollen nach [H. Schlichting], 1841. — Die russ. Nationalhymne als kalligraphisches Bild, entw. von Ferd. Hess jun., 1842. — Portr. des Dr. C. Napiersky nach [G. W. Rosenberg], 1842. — Porträt des Generalgouverneurs M. von der Pahlen nach [G. W. Rosenberg]. — Porträt des Reinh. v. Patkul nach dem Original im Museum zu Mitau. — Das baltische Lieder- und Sängerfest nach [H. Schlichting]. — Porträt des Oberlehrers am Rigaschen Gymnasium Dr. Alex. Theod. Sverdsjö. — Porträt des Ratsherrn Carl Jakob Bergengrün. Farbige Lith. — Porträt des orthodoxen Bischofs Philaret, fol. — Porträt des Barons Carl Friedr. v. Schoultz-Ascheraden. — Porträt des Missionars C. H. Hahn. — Porträt des livländ. Gouverneurs Georg Friedr. Fölckersam, farb. Lith. — Porträt des Aeltermannes gr. Gilde in Riga, Robert Sigism. Hafferberg. — Porträt des Weinhändlers Dan. Ludw. Jäger, farb. Lith. — Porträt des Woldemar Pierson v. Balmadis. — Porträt der Frau Oberst Sophia Therese v. Rehbinder, geb. v. Butzkowsky. — Porträt des Generalmajors v. Wakulsky. — Porträt des Rigaschen Ratsherrn Dav. v. Wilcken. — Porträt der Gemahlin desselben Johanna, geb. v. Zimmermann.
Dietze, Otto. Architekt. Geb. 25. Dezember n. St. 1832 in Chemnitz; gest. 4. Oktober 1890 in Riga. Absolvierte die Chemnitzer Bauschule und kam um 1859 nach Riga, wo er bei der Abtragung der Wälle Beschäftigung fand. 1863 übernahm er das Amt eines Stadtarchitekten in Mitau, gab es aber 1872 wieder auf und liess sich in Riga nieder. Von ihm sind ausgeführt: Das Pastorat der lettischen Gemeinde an der Peterstr. in Mitau, 1864. — Umbau der Kirche zu Pankelhof und neuer Turm derselben, 1865. — Umbau der Kirchen zu Goldingen und Libau, 1866. — Rathaus in Goldingen 1868. — Synagoge in Mitau, 1868. — Das Bahnhofsgebäude in Mitau. — Brücke über die Windau bei Goldingen 1874 vollendet. — Das eigne Wohnhaus in Mitau (wurde 1874 verkauft).
Rigasche Stadtbl. 1861 Nº 7. — Rigascher Almanach 1871 S. IX. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 19. — Ztg. für Stadt und Land. 1873 Nº 9.
Dörbeck, Franz Burchard. Zeichner und Kupferstecher. Geb. 10. Februar 1799 in Fellin; gest. daselbst 20. September 1835. Kam 15 Jahre alt nach Petersburg, wo er Schüler des Kupferstechers Friedrich Neyer wurde und 1817 eine Stellung als Graveur in der Expedition der Staatspapiere erhielt. 1820 verlor er hier nach kaum sechswöchentlicher Ehe seine junge Gattin und siedelte infolgedessen nach Riga über, wo er sich durch kleine Arbeiten, wie Visitenkartenstechen und ähnliches kümmerlich durchbrachte. 1823 zog er nach Berlin und fand dort die Unterstützung des Kunsthändlers Gropius. Durch seine lithographierten, flüchtig, aber charakteristisch hingeworfenen Szenen aus dem Berliner Volks- und Strassenleben machte er seinen Namen schnell bekannt. Durch sie wurde er der Begründer des humoristischen Genres in der deutschen Kunst. Zunehmende Kränklichkeit veranlasste ihn zur Rückreise nach Fellin, wo er bald nach seiner Ankunft starb. — Von seinen bisher bekanntgewordenen Arbeiten nennen wir: Porträt des estnischen Dichters Christ. Jaak Petersohn. 8o. — Das eigene Porträt, rad. nach [Mäklenburg]; 4o. — Porträt des Rittmeisters der Rigaschen blauen und grünen Bürgergarde Th. Heinr. v. Schröder, rad. nach [Mäklenburg]; 4o. — Porträts Calvins, Körners und Luthers, rad. kl. 4o. — Titelvignetten zur römischen und preussischen Geschichte nach Zeichnungen von Joh. Martin Geisler. — Zwei Blätter zu der von Drouville herausgegeb. Reise durch Persien: Bildnis des Nestorianischen Bischofs, bez. 23. gravé par B. Dörbeck; der reguläre Kanonier, bez. Dörbeck sc. — 16 kolorierte Radierungen Berliner Strassenfiguren. — Berliner Witze; Szenen aus dem Berliner Volksleben, farb. Lithogr. 4o herausg. von Gebrüder Gropius im Diorama, Georgen- und Universitätsstrassen-Ecke in Berlin. Neu verlegt unter dem Titel: Berliner Humor vor 50 Jahren von Mitscher und Röstell, Berlin. — Album academicum. Bildliche Darstellungen aus dem Studentenleben. 1. Lief. 4o; 14 lith. und illumin. Blätter, 1832. Verl. von Bechtolt und Hartge, Berlin. — Wintermode für 1831. Herr und Dame in lächerlichen Anzügen, farb. Lith. 4o. — Zwei Blatt: Vor und während der Toilette, farb. Lith. qu. 8o. — Humoristische Badeszene in der Umgegend Berlins, farb. Lith. 4o. — Wie du mir, so ich dir. Ankleideszenen. Zwei Darstellungen auf einem Blatt. Kl. qu. fol. — Bockkneipe, Jubiläumsblatt für eine Schneidergesellschaft. Kl. qu. fol. — Zwei Blatt: Mariulf schickt Ihnen einen dummen Jungen. Kammergerichtsbote. Letzteres Blatt farb. 4o. — Hallescher Stiefelknechtgalopp. 13 Darstellungen mit Musik auf einem Blatt. gr. fol. 1832 (sehr selten). — Die Zeit ändert viel. Die Verkaufsbuden vor dem Prinzessinnenpalais unter den Linden. qu. fol. — Messvorstellungen 2 Blatt 4o u. qu. fol. — Berliner Currende. 4o. Kremser. Farb. Lith. kl. qu. fol. — Wie die Berliner nach Stralau gehen. Gruppe vom Stralauer Fischzug. kl. qu. fol. — Porträt eines Cholera-Präservativ-Mannes nach Saphir. Spottbild auf die Cholerafurcht. — Stiftungsfest des Vereins Berliner Künstler, 1838. Federzeichnung 4o. Kupferstich-Kab. Berlin.
A. Hagen: die deutsche Kunst im 19. Jahrhundert. Berlin 1857 S. 438. — Franz Kugler: Museum. Blätter für bild. Kunst, Jahrg. 3. 1835 S. 351–352. — W. Neumann: Balt. Maler u. Bildhauer. S. 49–51. — Kunstbeilage des „Rigaer Tageblatt“ 1908 Nº 21 u. 22. Johannes Trojan, Berliner Altväterisches, in Kunst u. Künstler VI, S. 224 ff.
Döring, Julius. Porträt- und Historienmaler. Geb. 19./31. August 1818 in Dresden; gest. 26. September 1898 in Mitau. Besuchte in seiner Vaterstadt von 1830 ab die Mittwochs- und Sonnabendsstunden der Akademie und wurde 1838 Schüler von Bendemann. Im Sommer 1844 unternahm er eine Studienreise durch Süddeutschland und einen Teil von Oberitalien, um farbige Trachtenbilder aufzunehmen für das von dem Dichter und Geschichtsschreiber Eduard Duller herausgeg. Werk „Geschichte des deutschen Volks“ (Leipzig, 3. Aufl. 1846). Im Juni 1845 folgte D. einer Aufforderung der Staatsrätin J. v. Klein zu einer Reise nach Kurland; er nahm dabei seinen Weg durch die Provinz Posen und hatte hier Gelegenheit zu mehrfachen Porträtausführungen. Erst im Dezember traf er in Mitau ein. Obgleich die Zeit seines Aufenthalts in Kurland nur auf zwei Jahre von ihm festgesetzt worden war, veranlassten ihn doch die mancherlei Aufträge, die ihm zuteil wurden, zu längerem Bleiben und führten endlich zu dem Entschluss sich völlig in Mitau sesshaft zu machen. 1859 wurde er zum Zeichenlehrer am Mitauer Gymnasium ernannt, welchem Amt er 31 Jahre vorgestanden hat; daneben erteilte er Privatunterricht. Die kurländische Gesellschaft f. Lit. u. Kunst erwählte ihn 1865 zu ihrem Bibliothekar und Schriftführer; beide Aemter hat er bis zum 30. Juni 1893 bekleidet. Auch hat sich D. sowohl auf dem Gebiete der heimischen Archäologie wie auf dem der Kunstforschung eifrig betätigt. Seiner Vorarbeiten für das vorliegende Lexikon ist im Vorwort eingehend gedacht. In den Jahren 1852, 1885 und 1889 unternahm er grössere Reisen nach Italien, Griechenland und Palästina. Sein Werk gibt D. auf 1106 Porträts aller Art, 23 Altargemälde und 3 historische Bilder an. Unter diesen hebt er hervor: Mehrere Porträts für die gräfl. Bernstorffsche Familie in Düben bei Leipzig, gem. 1839. — Wie Huldbrand seine Frau aus dem verrufenen Wald geleitet. Szene aus der Undine, gem. 1840 (Bes. Dr. Granickau, Mitau). — Der heil. Jakobus. Altargem. für die Kirche zu Myslowa in Polen, 1844. — Porträt zweier Kinder des Generalkonsuls v. Wöhrmann in Riga, 1849. — Der auferstandene Christus. Altargem. für die Kirche zu Assern, 1853. — Porträt des griech. orthod. Erzbischofs von Riga Platon, Kniestück, 1859. — Porträt des Präsidenten Samson v. Himmelstjerna. Zeich. durch Lithogr. vervielfältigt 1859. — Himmelfahrt Christi. Altargem. für die Kirche zu Sessau, 1860. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Bauske, 1860. — Christus auf dem Meere. Altargem. für die Kirche zu Borstein, 1861. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Ellern, 1861. — Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Kirche zu Ekau, 1862. — Ecce homo. Altargem. für die Kirche zu Neuenburg, 1863. — Die Sixtina nach Raffael für die kathol. Kirche zu Mitau, 1863. — Der heil. Antonius. Giebelbild über dem Bogen des Einganges zur kathol. Kirche in Mitau, 1864. — Christus am Kreuz mit Maria-Magdalena. Altargem. für die Kirche zu Baldohn, 1865. — Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Armenkirche zu St. Johann in Mitau, 1865. — Porträt des Staatsrats Dr. K. Bursy, 1865 (Bes. Mus. Mitau). — Christus am Kreuz. Kopie nach dem Bilde des Prof. K. Jäger in der Kirche zu Frauenburg in Kurl. Altargem. für die Kirche zu Annenhof, 1866. — Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Kirche zu Saucken, 1867. — Der heil. Joseph mit Maria und dem Christkind, für die kathol. Kirche in Mitau, 1868. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Holmhof an der Aa, 1871. — Die Enthauptung Konradins von Hohenstaufen. Vollendet 1871 (Bes. Mus. Mitau). — Bootfahrt auf der Aa; der Künstler und seine Familie, 1872 (in Privatbes. in Dresden). — Porträt seiner Gattin, 1872 (in Privatbes. in Dresden). — Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Kirche zu Bauske, 1880. — Der heil. Matthäus. Kolossalbild für die kathol. Kirche zu Nowomiasto in Litauen. 1880. — Christus Brot und Wein segnend. Altargem. für die Kirche zu Sallgaln, 1883. Darüber als Oberbild: Ein Engel, nach einem Motiv von Anna Maria Ellenrieder. — Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Altargem. für die Kirche zu Hofzumberge, 1888. — Porträt des kurl. Gouverneurs v. Lilienfeld, 1888 (Bes. Museum Mitau). — Porträt des Herzogs Gotthard Kettler. Vergrösserte Kopie nach einem alten Bilde, 1888 (Bes. v. Nolcken, Allatzkiwi). — Porträt des livl. Staatsmannes Reinh. v. Patkul. Kopie nach einem Bilde im Mus. zu Mitau (Bes. Ritterhaus, Riga. Eine zweite Wiederholung im Dommus. Riga). — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Szeymel, Litauen, 1890. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Zohden, 1891. — Porträt des Gouvern.-Prokureurs v. Klein und dessen Gemahlin Julie (Bes. Frau v. Bach, Mitau).
Nach seinen Porträts wurden von [D. Schabert] in Mitau lithographiert: Porträt des Hrn. A. v. Beitler, 1847, lith. 1848. — Porträt des Generals d. Kav. Graf Kreutz, 1850, lith. 1851. — Porträt des Oberhofgerichtsrats Gust. Joh. Baron Lieven, 1847, lith. 1851. — Porträt des Pastors Friedr. Ed. Neander, 1850, lith. 1850. — Porträt des Generalsuperintendenten Karl Ludwig Wilpert, 1848, lith. 1848. — Porträt des Dr. med. Lichtenstein, lith. von H. Schabert. — Porträt des Hrn. Otto von Mirbach, nach Zeichn. von [Döring], lith. v. H. Schabert. — Porträt des Pastors der reform. Kirche zu Mitau Herm. Wilh. Cruse, 1849, lith. im Kgl. lithogr. Institut in Berlin.
Nach Autobiographie.
Dorn, Johann Christoph. Geb. 1671. Vielbeschäftigter Baumeister aus Königsberg, wurde im Jahre 1742 vom Rat der Stadt Libau zur Erbauung der Trinitatiskirche daselbst berufen, wozu er die Pläne wahrscheinlich in Königsberg angefertigt hatte. Er traf am 8. März 1742 in Libau ein, am 12. März begann der Fundamentbau und am 19. Juni wurde der Grundstein gelegt. Vollendet wurde die Kirche, die zu den interessantesten Spätrenaissancebauten der Provinzen gehört, im Jahre 1748.
Tetsch, Kirchengesch. II, 350 ff. Mspt. im Museum Mitau.
Dorner, Johann Konrad. Porträt- und Historienmaler. Geb. 15. August 1809 zu Egg bei Bregenz am Bodensee; gest. 30. Juni 1866 in Rom, kam 1828 nach München auf die Akademie und wurde Schüler von Cornelius und Schnorr, beteiligte sich auch unter jenem an den Arbeiten in der Ludwigskirche. Veranlasst durch Baron Alfred Lüdinghausen-Wolff kam er 1835 nach Mitau. 1839 ging er nach Wilna, kehrte aber 1840 nach Mitau zurück und verheiratete sich hier im nächsten Jahre. 1843 zog er nach Petersburg, wo er vorübergehend an der malerischen Ausstattung der Isaakskirche beschäftigt war, und für die Kaiserliche Familie mehrere Porträts ausführte. Die Petersburger Akademie ernannte ihn am 25. September 1852 zum Akademiker. Seit dem Jahre 1853 nahm er seinen Aufenthalt in Rom. Von seinen bedeutenderen während seines Aufenthalts in Kurland gemalten Bildern nennen wir: Mädchen am Meeresstrand; in Mitau gem. — Portr. der Gräfin Medem geb. v. Löwenstern als Kind, 1836 gem. — Portr. des Hrn Otto v. Löwenstern, 1836 gem. (Bes. Graf Medem, Stockmannshof). — Gretchen am Spinnrad. (Bes. v. Schöpping, Grünhof). — Portr. seiner Gemahlin Karoline geb. Reter, in Mitau gem. — Portr. des Fräuleins Marie v. Rönne, Kniestück, in griechischem Kostüm; in Mitau gem. — Portr. einer Frau v. Rönne, in Mitau gem. — Porträt des Reichsgrafen L. v. Medem. (Bes. Graf Medem, Stockmannshof). — Heilige Familie. (Bes. Baron Ropp-Bixten in Kurland). — Thisbe. (Aus dem Bes. des Hrn Alexis v. Schöpping 1871 in den des Hrn v. Hahn-Rokischen übergegangen). — Für die Grossfürstin Maria v. Russland malte er in Rom „Die Unterredung des heil. Augustin mit seiner Mutter Monica“ und eine heilige Familie. — Eine von [Woldemar v. Mohrenschild] ausgeführte Kopie des von ihm über dem Eingange zum protestantischen Kirchhofe in Rom gemalten Friedensengels befand sich 1871 auf einer Kunstausstellung in Dorpat.
Inland 1853 S. 765. Augsburger Allgem. Zeitung 1866 Nº 207. — Singer, Künstlerlexikon.
Dreiling, Franz v. Maler. Sohn des Rigaschen Kaufmanns Dietrich v. D.; gest. 20. Oktober 1678. Seinen Bildern nach muss er von einem holländischen Künstler ausgebildet worden sein. Er lebte später als Kaufmann in Riga, wurde 1664 Dockmann und 1666 Aeltester der gr. Gilde. Von ihm die Porträts seines Vaters Dietr. v. D. († 30. X. 1637) und seiner Mutter Katharina, geb. Fuchs († 1651). Beide Bilder befanden sich früher im Himselschen Museum in Riga, jetzt im Dom-Museum. — Desgleichen eine Landschaft mit Ruinen eines Grabmals an einem Teich; auf Holz gem. bez. rechts unten: Frans Dreiling Diedrich Sohn fecit A. 1653. — Ein Porträt in der Sammlung der Gesellschaft Prussia in Königsberg.
Dücker, Eugen Gustav. Landschaftsmaler. Geb. 29. Jan. (10. Febr.) 1841 zu Arensburg auf der Insel Oesel, erhielt den ersten Zeichenunterricht von dem Maler [Fr. S. Stern] und kam 1858 nach Petersburg, wo er sich anfangs unter Prof. Jensen der Bildhauerkunst widmete, sich aber dann auf der Akademie der Landschaftsmalerei zuwandte. 1863 errang er sich die gr. gold. Medaille und zugleich ein sechsjähriges Reisestipendium. Er ging zunächst nach Karlsruhe, wo er sich an Lessing anschloss, dann nach München und 1864 nach Düsseldorf. Hier wurde er 1872 als Nachfolger von Osw. Achenbach an die Akademie berufen und ist nach einem zeitweiligen Rücktritt seit dem Herbst 1874 als Akademieprofessor tätig. 1873 ernannte ihn auch die Petersburger Akademie zum Professor. Als Vertreter eines gesunden Realismus wurde er zu einem Bahnbrecher der modernen Richtung der Landschaftsmalerei. Aus der Fülle seiner Schöpfungen, die sich zum grössten Teile in Privatbesitz befinden, heben wir hervor: Nach dem Regen, 1865 gem. (Bes. Akademie der Künste, Petersburg. Abb. in наши художники S. 144). — Meeresufer, 1865 gem. (Bes. Galerie Botkin, Petersburg). — Motiv von der Insel Rügen, 1870 gem. (Bes. Städt. Museum, Königsberg). — Wäldchen, 1870 gem. (Bes. Gesellschaft zur Förderung der Künste, Petersburg). — Motiv von der Insel Nargen bei Reval. (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch). — Motiv vom Ostseestrande; eine Barke wird von fünf Pferden ans Land gezogen. (Bes. Galerie Dresden). — Hohe Ufer, 1872 gem. (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch). — Sonnenuntergang an der Ostsee, 1876 gem. (Bes. Städt. Museum, Königsberg). — Mönchgut auf Rügen mit der Bucht bei aufgehendem Mond. (Bes. Nationalgal. Berlin, erworb. 1878. Abb. im Kat). — Am frühen Morgen, Harzlandschaft, 1871 gem. (Bes. Fürst Carolath-Beuthen, Berlin). Rügenscher Strand. (Bes. Museum, Hannover). — Nordseestrand mit Schiffswrack. (Bes. Museum Breslau). — Idylle am Meeresstrande, 1885 gem. (Bes. Stadtgalerie, Düsseldorf). — Motiv von Arkona auf Rügen. (Bes. Nationalgalerie, Berlin). — Sonnenaufgang auf Rügen, 1887 gem. (Bes. Kgl. Galerie, Dresden). — Oktoberabend. (Bes. R. Mosse, Berlin). — Flut, 1888 gem. (Bes. Nationalgalerie, Berlin). — Marine, Oktoberabend, 1888 gem. (Bes. R. Mosse, Berlin). — Fischer bei Reval. (Bes. Museum Reval). Sonnenuntergang an der Ostsee, 1908 gem. (Bes. städt. Museum in Riga). — Radierungen: Kornernte qu. fol. (Album für vervielf. Kunst). — An der Küste, 4o. (Originalradierung Düsseldorfer Künstler, Heft I). — Herbstlandschaft. (Originalradierung Düsseldorfer Künstler Heft II).
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 148–150.
Dücker, Marie. Malerin. Geb. 13. Juli 1847 in Arensburg auf der Insel Oesel. Schwester und Schülerin des [Vorigen]; hat sich durch vorzügliche Blumenmalereien bekannt gemacht. Sie lebt z. Z. in Pernau.