Abschied

O Täler weit, o Höhen,

O schöner, grüner Wald,

Du meiner Lust und Wehen

Andächt’ger Aufenthalt!

Da draußen, stets betrogen,

Saust die geschäft’ge Welt;

Schlag noch einmal die Bogen

Um mich, du grünes Zelt!

Da steht im Wald geschrieben,

Ein stilles, ernstes Wort

Von rechtem Tun und Lieben

Und was des Menschen Hort.

Ich habe treu gelesen

Die Worte, schlicht und wahr,

Und durch mein ganzes Wesen

Ward’s unaussprechlich klar.

Bald werd’ ich dich verlassen,

Fremd in der Fremde gehn,

Auf bunt bewegten Gassen

Des Lebens Schauspiel sehn;

Und mitten in dem Leben

Wird deines Ernsts Gewalt

Mich Einsamen erheben,

So wird mein Herz nicht alt.

Eichendorff