“ICH HATT’ EINEN KAMERADEN ...”

Gertrud Bäumer veröffentlicht in ihrer “Heimatchronik” einen Brief, in dem ein Offizier Zeugnis über den Werth eines einzelnen Mannes, eines einfachen Maurers, ablegt; der Brief ist ein schöner Beweis kameradschaftlicher Anerkennung des Untergebenen. Der Offizier schreibt:

... “Ich war bis zum 10. März Batteriechef der 5. Batterie und musste damals leider die Batterie, mit der ich den ganzen Feldzug in 18 Gefechten durchgemacht hatte, abgeben, um eine Abtheilung zu übernehmen.

Sch. kam erst hier an der Aisne bei F. von der leichten Munitionskolonne zur Batterie, aber vom ersten Tage an habe ich Achtung gewonnen vor seiner unermüdlichen Arbeitskraft. Trotzdem er ein einfacher Kanonier war, niemals eine Haubitze bedient hatte und lange Zeit schon vom Militär entlassen war, eignete er sich in kurzer Zeit alles das an, was zur Bedienung des Geschützes nöthig war. Er wurde Richtkanonier und die beste Stütze seines jungen Geschützführers. Seine Kenntnisse und Erfindungsgabe kamen uns allen zugute. Er baute uns Deckungen gegen das schwere Artilleriefeuer der Engländer und Franzosen, er schuf geradezu eine neue Art, die Geschützstellungen herzustellen, die nicht nur bei der Batterie, sondern beim ganzen Regiment mustergültig wurde. So hat er zum Siege beigetragen und manchen Kameraden vor der tödlichen Kugel beschützt.

Als wir in die jetzige Stellung kamen, war er es wieder, der der stille Leiter beim Batteriebau war. Ohne dass er Vorgesetzter war, folgte ihm jeder willig, und darum machte ich ihn Weihnachten für tapferes Verhalten vor dem Feinde zum Gefreiten.

Er war ein treuer Kamerad und mir ein lieber Freund geworden, und sein Tod hat mir die ersten Thränen in diesem schaurigen Krieg entlockt, weil er einen unersetzlichen Verlust für uns bedeutet.

In der von ihm seinerzeit ausgebauten kleinen Waldkapelle, einer Höhle aus weissem Sandstein, stand sein Sarg, und vor dem Eingang im Abendsonnenschein haben wir ihn am 14. April in fremder Erde bestattet. Hoch liegt sein Grab über dem weissen Aisnethal von Bäumen umrauscht, als ein Wahrzeichen echter deutscher Treue bis zum letzten Athemzug.

Sagen Sie seiner Frau, dass sie eines Helden Witwe sei, und sie möge ihren Sohn so erziehen, dass er dereinst sich seines Vaters würdig erweist.

Ich werde Ernst Schönbeck nie vergessen!

gez................

Hauptmann und Abtheilungskommandeur
1. Abtheilung Kurmark, Feldartillerie-Regiment.”

Wie England Belgien “schützt”: Folgen eines englischen Bombardements in Flandern.
England “protecting” poor little Belgium: Effect of English bombs in Flanders.

Chaillon, ein Ort in der Nähe von St. Mihiel, durch fortgesetztes Geschützfeuer total zerstört.
Chaillon, near St. Mihiel, completely destroyed by shells.

Deutsche Soldaten beim Gebet in einer kleinen Kirche in den Vogesen.
German soldiers at prayer in a church in the Vosges.

“Ich hatt’ einen Kameraden.”
“Comrades”—the last token of friendship.

Eine Waldkapelle in den Argonnen.
A chapel in the woods in the Argonnes.

Das Rathaus am Grand Place in Arras nach der Beschiessung.
Townhall on Grand Place of Arras after the bombardment.

Das Rathaus vor dem Bombardement.
The townhall before its destruction.

Eine zerstörte Kirche in Polen.
Church in Poland in ruins.

Deutsche Dragoner und Ulanen auf dem Wege nach Riga.
German cavalry—Dragoons and Ulans—advancing on Riga.

Bagageabtheilung folgt den in der Verfolgung der Russen begriffenen deutschen Truppen.
Commissary train following the German troops in Russia.

Oesterreichische Husarenpatrouille rückt zum Aufklärungsdienste aus.
Austrian Hussars patrolling to locate the enemy.

Vertheidigungsstellung der K. u. K. Truppen gegen einen russischen Angriff.
Austrians fortifying their positions against an attack by the Russians.

Tiroler Infantrie rastet auf dem Vormarsch gegen die Italiener.
Austrian infantry from Tyrol resting while on march against the Italians.

Ein Lager der deutschen Truppen in Russland.
A German camp in Russia.

Oesterreichische Truppen beim Durchqueren des Isonzoflusses.
Austrian troops crossing the Isonzo River.

Strasse aus der echt russischen Stadt Serock am Narew.
Street in the typical Russian town of Serock on the Narew.

Am Ufer des Narew bei Rozan. Vorn ein zerstörtes Gehöft.
On the banks of the Narew River. In the foreground a farm in ruins.

Feldgraue auf dem Marsch. Vorn plaudernde deutsche Soldaten und polnische Dorfbewohner.
Marching through Poland. In the back German soldiers marching; in front soldiers talking to natives.

Von Truppen der Armee von Gallwitz gemachte Russengefangene.
Russians taken prisoners by General von Gallwitz’s army.

General von Linsingen am Scheerenfernrohr.
General von Linsingen at the double-telescope.

General von Beseler, der Eroberer von Nowo-Georgiewsk.
General von Beseler, the conqueror of Nowo-Georgiewsk.

ENTHÜLLUNG DES EISERNEN HINDENBURG IN BERLIN.—Unveiling the “Iron Hindenburg” in Berlin.

Reichskanzler von Bethman-Hollweg hält die Festrede.—Chancellor von Bethman-Hollweg making the principal speech.

Der “Eiserne Hindenburg” vor der Siegessäule.
The “Iron Hindenburg” before the Victoria monument.

Prinzessin August Wilhelm (1) und Frau von Hindenburg (2).
Princess August Wilhelm (1) and Mrs. von Hindenburg (2).

FRAUEN BEI DER HERSTELLUNG VON GRANATEN.—Women working in German ammunition-factories.

Das Drehen der Granaten.
Forming the shells.
Das Poliren der Hülsen.
Polishing the shells.
Abstempeln der fertigen Granaten.
Stamping the finished shells.
Abwiegen der Munition.
Weighing the shells.
Prüfung durch Stabsoffizier vor der Uebernahme.
Staff-officer taking over the finished work.

General von der Goltz auf dem Wege nach den Dardanellen.
General von der Goltz on his way to the Dardanelles.

Arabische Kavallerie in der Nähe des Suezkanals.
Arabian cavalry near the Suez Canal.

Zurückkehrende Flüchtlinge zwischen Biala und Brest-Litowsk.
After the fall of Brest-Litowsk: Refugees returning to their homes.

Transcriber’s Note: The table below lists all corrections applied to the original text.