Weihnachtswünsche.

Fest der Freude, heil’ge Nacht!

Sei gegrüßt mit frohem Munde,

Sehnend harrten wir der Stunde.

Fest der Freude, heil’ge Nacht!

Bringe Glück, du Engelschar,

Unserm teuren Elternpaar.

Fr. Ernst.

*

Zwar ist das Jahr an Festen reich,

Doch ist kein Fest dem Feste gleich,

Worauf wir Kinder jahraus, jahrein

Stets harren in süßer Lust und Pein.

O schöne, herrliche Weihnachtszeit,

Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!

Wenn der heilige Christ in jedem Haus

Teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,

So kommt der heil’ge Christ hinein,

Und alle sind ihm lieb, wie die Seinen,

Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an alle denkt,

Ein jeder wird von ihm beschenkt.

Drum laßt uns freu’n und dankbar sein!

Er denkt auch unser, mein und dein.

Hoffmann von Fallersleben.

*

Weil du zuerst im Mutterarm

Uns hast getragen, weich und warm.

Weil du manch’ kalte Winternacht,

Dich um den süßen Schlaf gebracht,

Um in des weichen Bettleins Ruh’,

Die Kinderlein zu decken zu —

So magst du heute uns vergönnen,

Obwohl wir’s nicht vergelten können,

Daß für den Winter in der Stille

Wir bringen eine warme Hülle,

Um dich in ihren weichen Falten,

An kalten Tagen warm zu halten.

Nimm’s freundlich! — Sei nicht eingedenk’,

Daß so prosaisch das Geschenk.

Denk’, daß schon oft die Liebe lieh

Der Prosa ihre Poesie.

Ottilie Wildermuth.

*

Willkommen, schönster Abend

Der frohen Weihnachtszeit!

Wie bist du doch so labend,

Wie bringst du soviel Freud’!

Wie glänzt im hellsten Lichte

Der schöne Weihnachtsbaum!

Mit strahlendem Gesichte

Schau’ ich ihn wie im Traum.

Der schönste aller Bäume,

Ihm ist kein andrer gleich,

Er ist der Baum der Träume

Im Kinderhimmelreich.

Den hat uns Gottes Liebe

Mit seinem Sohn gebracht,

Daß daran unsre Liebe

Sich immer neu entfacht.

Der Engel heil’ge Liebe

Schmückt ihn so süß und hold,

Und macht des Herzens Triebe

So rein wie Weihnachtsgold. —

Euch dank’ ich all die Gaben,

Geliebte Eltern mein!

Ich will euch immer haben

Ein Herz, euch zu erfreu’n.

Ch. Grüß.

*

Heil’ger Christ,

Heute ist

Dein Geburtstag fein.

Bete fromm:

Komm, o komm!

Kehre bei uns ein!

Kehre ein,

Bring’ herein

Glück und Segen viel

Für Papa

Und Mama;

Mir etwas für’s Spiel.

Fr. Ernst.

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Nimm, was ich dir hier gestrickt,

Liebes gutes Mütterlein,

Weiß zwar nicht, ob’s mir geglückt,

Künftig soll es besser sein.

Fr. Ernst.

*

Nimm diese kleine Gabe,

Nimm freundlich sie von mir,

Wie sehr ich lieb dich habe,

Kann’s gar nicht sagen dir.

Fr. Ernst.

*

Zum Weihnachtsfeste bring’ ich heut’,

Mein liebstes, bestes Väterlein (Mütterlein),

Ein Wünschchen, das dein Herz erfreut,

Weil ich zur Arbeit noch zu klein.

Hab’ immer Freud’ und frohen Mut,

Der liebe Gott wird mit dir sein,

Behalt’ mich lieb und sei mir gut,

Mein liebstes, bestes Väterlein (Mütterlein).

P. Lindner.

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Kein Blümchen blüht im Garten mehr,

Das unser Herz erfreut;

Verstummt ist längst der Vögel Heer,

Das Feld ringsum beschneit.

Doch bringt der rauhe Wintersmann

Auch manche schöne Freude,

Und wer es nur erwarten kann,

Dem brennt ein Bäumchen heute!

So mag’s denn draußen frieren, schnei’n

Im Stübchen hier ist Frieden,

Und reiche Gaben, groß und klein,

Hat Liebe mir beschieden ...

Drum klopft vor Freude mir das Herz

Und dankt für eure Liebe;

Entfernt von euch sei jeder Schmerz

Und euer Blick nie trübe.

Und tat ich oft mit leichtem Sinn

Nicht immer, was ich sollte,

So nehmt den guten Willen hin,

Der euch nie kränken wollte.

Ernst Anschütz.