Um die dritte Stunde

Die dritte Stunde nachmittags,

Das ist die müde Stunde,

Es geht das Zittern ihres Schlags

Wie Lähmung in die Runde.

Da liegt sie stumm, die heiße Welt,

Verschmachtet und begraben;

Der Glutengott alleine hält

Die Fackel noch erhaben.

Wie Wüstenodem tödlich drückt

Sein schwüles Reich die Matten,

Und von des Turmes Kuppel bückt

Sich welk der müde Schatten.

Verlechzend ist auf dürrem Moos

Das Flurgeräusch entschlafen,

Die Welle schlürft gedankenlos

Ums träge Schiff im Hafen.

Wie ein erschlagner Riese schweigt

Die glühe Felsenflanke;

Im Menschenhaupt hat sich geneigt

Zum Schlummer der Gedanke.

Kein Laut ergeht, kein Hauch, kein Lied

Gibt noch von Leben Kunde,

Als ob der Erdengeist verschied

Um diese dürre Stunde.

J. G. Fischer