FRÄNKISCHE DORFORDNUNGEN.

MITGETEILT VON Dr. HEINRICH HEERWAGEN.

Weistum des Marktes Bruck bei Erlangen[124].

(Ende des 15. Jahrh.)

NVn Volgt her nach wie man dyz recht besetzen soll Vnd jn waserley gestalt man sich gepräuchen soll da mit dem alten her kummen genung geschee.

NEmlich jst zu mercken erstlich wer der richter sein soll an disem rechte. —

Item man soll nemen nymant anders dann einen auß den gotzhaußpflegern zu der zeyt sand peters[125] der soll zu richten gesagt sein an wider red.

Vnd wie der richter sich halten soll mit sampt seinen schoppffen das Volgt her nach klerlichen. —

NVn jst zu mercken, so man ein recht tag halten will.

Das soll gescheen jn einer gewonheyt vnd gewonlicher stuben jn bruck vnd wol geraümig da mit yder man zu mag horen an geyrt der schoppffen vnd des richters.

So nun der richter mit sampt sein schoppffen jn dem ring sein nyder gesessen.

So soll der richter sein stab jn die hendt entpfangen.

ZV dem andern jst zu mercken wie die schoppffen ernennt sollen werden.

Item so man die schoppffen alle zwelff zu der pfar bruck gehaben mag so jst [nit][126] nott das man auß andernn gerichten dar zu fleissig pitte.

Het man aber mangel der schoppffenn Oder ob man hefftig hendel zu thun hett | so mag man woll auß bey ligenden gerichten etlich schoppffen dar zu gar fleissiglichen beruffen vnd pitten.

In bruck soll man nemen

Drey margräfisch

Drey nurmbergerisch.

Zu elterßdorff Drey man.

Zu dennelo[127] Drey man.

Also hat man zwelff schoppffen berufft als wie vor alter her jst kummenn.

Der richter soll sprechen Zu einem yetlichen schoppffen jnbesunderheyt wer der wer der vor mals zu dem rechten nye nit gelobt het der rür noch mals an disen stab Auff das er dar mit anzeyg als ein geschworner zu rechten.

Der richter sol weyter sprechen vnd sagen jn der gemeyn

Ab[128] yemant gebrechens het der an dysem gericht zu rechten het es wer an dem richter oder an den schoppffen der mag sich solchs laßen horen.

Dar nach soll der richter beschlissen seine wort vnd sprechen

Alle die an disem gericht zu rechten haben es wer kleger oder anttworter Vnd nach gerichtz ordnung jn freuel stroff oder anders erkent worden das sie solchs an alle Verzüg vnd wider sprechung bezalnn theten.

Vnd der solchem nach kumen wolt der rür an disen gericht stab.

Vnd wie solche Verlustung geschee oder werde das soll taxirt werden durch das gericht.

Avch jst zu wissen das dise arme lewt hinter keyner anderen herschafft des rechten sollen sein dan hinter disem wirdigen liben heyligen sand peters rechte.

Dar Vmb nach loblichem altem her kumen jst das zu mercken das ein ytlicher wer der sey der ye des rechten begert vnd an disem rechte zu rechten het ein entlichs recht widerfaren soll, an alle weigerung. Schub vnd appellation peder parthey zu gut vnd zu Vermeydung grossere kostung.

Vnd wie das gericht zu dem neulichisten jn brauch gehalten ist mit aller seiner zugehorunge Vnd wer zu rechten gehabt habt Vnd was für ein auß gang genumen hat das findt man klerlich zu endt des puchs hinten dor jnnen geschriben.

Wo dann pede red verhort werden in dem gericht vnd zu recht gesagt wirt.

So soll der richter mit seinem stab Einem ytlichen schoppffen bey seinem tauffnamen vnd zu namen nennen sprechen hanns kopff Ich frag euch des rechten vnd der gleychen nach volgents.

So aber die schoppffen des vrteyls sich bedencken wollen so mögen sie einmütiglich auß dem ring an ein heymlich ort tretten vnd da das vrteyl beschlissen bey jn.

Nvn so sie die vrteyl gemacht haben Vnd also wider jn dem ring sein gesessen.

So soll der richter an heben Vnd ein auß jn fragen Vnd dar nach die andern all.

Hanns kopff Ich frag euch des bedachten vrteyl oder |

kuntz holtzman Ich frag euch des bedachten vrteyl.

Vnd also ein nach dem andern zu fragen dar pey sols pleyben wie do gevrteylt sey.

Aber nach dem hanns hilprant des bekennet Allein Lenger frist vnd nachlaßing begeret.

Wurd solchs durch die schoppffen von dem rechten genumen vnd freuntlichen getaydingt Da mit yede parthey zu guten friden pleyben.

Vnd dem rechten wasen sie nichts pflichtig zu thun.

Hie mit was vollendt dieser recht tag auff zwen tag gehandelt vnd entlichen beschlossen.

Amen.......

Kupferstich von Hans Brosamer.


Letzter Entwurf Dürers vom Jahre 1518 für den Triumphwagen
Kaiser Maximilians. Handzeichnung in der Albertina zu Wien.