Don Fadrique

von

Conrad Ferdinand Meyer.

Don Fadrique bringt ein Ständchen

der possierlichen Pepita:

„Liebchen, strecke durch die Türe

deines Füßchens Spitze nur!“

Und die drollige Pepita

streckt durch eine schmale Spalte

eines allerliebsten Fußes

weißes Spitzchen in die Luft.

Don Fadrique krümmt den Rücken,

will das weiße Spitzchen küssen,

Knabe Amor steht beiseite,

der den Bogen lachend spannt.

Nach dem ewigjungen Herzen

zielt er, doch wer lacht, der zielt schlecht:

In des Ritters alten Rücken

schießt er einen Hexenschuß.

Don Fadriques Knochen rasseln,

Don Fadrique stürzt zusammen,

Figaro holt eine Sänfte,

Figaro bringt ihn zu Bett.

„Frommer Bruder Agostino,

exorziere mir das frevle

allerliebste weiße Füßchen,

das durch meine Beichte tanzt!“

Don Fadrique sucht den Hades,

zierlich schreitend wie ein Stutzer,

tänzelnd leuchtet ihm ein weißes

Füßchen durch die Unterwelt.