Gute Nacht
von
Gustav Falke.
Das war der Junker Übermut,
die Stirne frei, den schlappen Hut
verwegen nur im Nacken;
laut klirrten ihm die Hacken.
Das war die Jungfer züchtiglich,
ging stets einher, als schämt’ sie sich,
als könnt’ sie beim Spazieren
ihr Seelenheil verlieren. —
Das war, das war, das ist, das ist,
sein Rößlein ihren Hafer frißt,
er sitzt zu ihren Füßen
und muß im Garne büßen.
Draus wirkt sie ihm ein weiches Hemd,
das macht ihn welt- und menschenfremd,
der Rest, daß sie ihm nütze,
der Rest gibt eine Mütze.
Was sagt er jetzt, Herr Übermut?
Schön gute Nacht und schlaf er gut!
Das Spiel hat er verloren,
sein Weib gewann die Sporen.
De kloke[237] Spitz
von
Gustav Falke.
„Spitz,“ seggt[238] Fritz,
„sett di hen[239], Spitz!“
„Spring,“ röpt[240] Karlin,
„warst König, kriegst ’n Buddel Win[241].“
„Apport!“ kummandeert Hans.
„Na? Woans[242]?“
„Ach,“ denkt de Spitz,
„man hett ja sinen Witz,
strengt sik ok an
un deit[243], wat man kann.
Awerst dree Schoolmeester to hoop[244],
all upp’n mal: Sett di hen, spring, loop[245]!
Da kann ja’n Pudel de Geduld bi verleern,
un so’n Pudel deit so wat doch süß[246] ganz geern.
Wardt’t mi to veel — Hans kiekt[247] mi all so an —
nei ik ut[248]. All wat ik kann.“
„Spitz,“ seggt Fritz,
„sett di hen, Spitz!“
„Spring,“ röpt Karlin,
„warst König, kriegst ’n Buddel Win.“
„Apport!“ kummandeert Hans.
„Na? Woans?“
„Soans,“ knurrt Spitz,
un hei! weg is he, as[249] de Blitz.
Döntje[250]
von
Gustav Falke.
Dar weer mal’n lütt Hohn[251],
dat harr nix to dohn,
do leggt dat en Ei,
dat Ei güng entwei,
do keem dar’n lütt Katt rut[252],
de Katt, de seeg swatt ut[253]
un sä[254] to’t lütt Hohn:
„Du hest nix to dohn?
Denn wil ’k di wat wisen[255],
ik warr di verspisen,
ik freet di un denn
hett all Not ’n Enn[256].“