Lob der edeln Musika
von
Emanuel Geibel.
Ein lust’ger Musikante marschierte am Nil,
o tempora, o mores!
da kroch aus dem Wasser ein großer Krokodil,
o tempora, o mores!
der wollt’ ihn gar verschlucken,
wer weiß, wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobet seist du jederzeit, Frau Musika!
Da nahm der Musikante seine alte Geigen,
o tempora, o mores!
und tut mit seinem Bogen fein darüber streichen,
o tempora, o mores!
Allegro, dolce, presto,
wer weiß wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobest seist du jederzeit, Frau Musika!
Und wie der Musikante den ersten Strich getan,
o tempora, o mores!
da fing der Krokodile zu tanzen an,
o tempora, o mores!
Menuett, Galopp und Walzer,
wer weiß, wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobest seist du jederzeit, Frau Musika!
Er tanzte wohl im Sande im Kreise herum,
o tempora, o mores!
und tanzte sieben alte Pyramiden um,
o tempora, o mores!
denn die sind alle wacklich,
wer weiß, wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobest seist du jederzeit, Frau Musika!
Und als die Pyramiden das Teufelsvieh erschlagen,
o tempora, o mores!
da ging er in ein Wirtshaus und sorgt für seinen Magen,
o tempora, o mores!
Tokaierwein, Burgunderwein,
wer weiß, wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobest seist du jederzeit, Frau Musika!
’ne Musikantenkehle, die ist als wie ein Loch,
o tempora, o mores!
und hat er noch nicht aufgehört, so trinkt er immer noch,
o tempora, o mores!
und wir, wir trinken mit ihm,
wer weiß, wie das geschah?
Juchheirassassa, o tempo-tempora!
Gelobest seist du jederzeit, Frau Musika!