Nachschiller
von
Ludwig Eichrodt.
Rauschend in den Katarakt der Wonne
wogt die unbekannte Sonne
des Verlustes seelenvoll dahin:
ew’ge Harmonien wallen über,
in den bodenlosen Freudenzüber
schöpft der Menschen Danaidensinn.
Keine Hoffnung adelt ihren Schaden,
auch der Glücklichste fühlt sich beladen
und, den Stachel in der eignen Brust,
sinkt er abwärts, krank und schuldbewußt.
Durch ’s Getümmel ausgebrannter Krater
schleicht der Würde schwergeprüfter Vater
zu dem Traum des wandelnden Geschlechts;
der Vergeltung Antwort grüßt die Klage
und es schwankt die umgekehrte Wage
in den Ausdruck eines toten Rechts.
Ungeläutert aus den Wirklichkeiten
siehst du das Verhängnis rückwärts schreiten,
in der stillverbiss’nen Schranke starrt
schon die Zukunft durch die Gegenwart.
Einstens aber labt den Adamiden
der Erkenntnis trauter Seelenfrieden,
und das Urteil bricht sich ab den Zahn;
jenseits flüstert heimliche Gebärde,
auf der kummerlosen Vatererde
schweigt der ungerührte Wahn.
Welten lodern und Begierden schlummern,
Hermes selber nimmt sich einen krummern,
einen minder starren Todesstab
in die schatt’ge Unterwelt hinab.