Wenn die Maiglöckchen blühn

von

Heinrich Seidel.

Nun in der schönen Frühlingszeit,

da singt und klingt es weit und breit,

Maiglöckchen blühn im Walde.

Es jauchzt im Busch die Nachtigall,

und überall mit süßem Schall

die Lerchen ob der Halde.

Und da nun alles tönt und klingt

und Gott im Himmel Lieder singt,

nimmt Hänschen die Trompete,

und Fritzchen steht in guter Ruh,

er singt und schlägt den Takt dazu

und mächtig kräht die Grete.

Der liebe Gott im Himmel spricht:

„Zwar allzu lieblich klingt es nicht,

doch will ich drauf nicht sehen!

Ein jeder macht’s so gut er kann,

und hört es sich auch mäßig an,

ich kann es doch verstehen!“