3.
Blase, Trompeter, frei und hell, ich folge,
Und wie dein Vorspiel heiter froh verfließt,
Schwindet die fressende Welt, die Straßen, die lärmenden Stunden des Tags,
Heilige Stille senkt sich wie Tau auf mich nieder,
Ich wandle in kühl erfrischender Nacht die Pfade des Paradieses,
Mir duftet das Gras, die feuchte Luft und die Rosen;
Dein Lied entfaltet den starr gefesselten Geist – befreit mich, läßt mich los,
Ich schwimme wohlig im Himmelssee.
4.
Blase nur, Trompeter! und vor die sehenden Augen
Stell mir die alten Heiden, bring die feudale Welt.
Was Zaubers wirkt dein Spiel! es tauchen vor mir auf
Längst tote Herrn und Damen, Barone in ihren Schlössern, die Troubadoure singen,
Gewappnet ziehn Ritter dem Unrecht entgegen oder suchen den heiligen Gral;
Ich sehe Turniere und Streiter in schwerer Rüstung auf knirschenden Rossen,
Ich höre das Jauchzen, das Dröhnen von Hieben und Stichen;
Ich sehe der Kreuzzugsheere Getümmel – horch, wie die Zimbeln schallen,
Sieh dort den Zug der Mönche mit hoch erhobenem Kreuz.