Vorwort.

Es soll in diesen Blättern der Versuch gemacht werden, Reisenden eine bequemere Anleitung zum Besuche des meißnischen Hochlandes zu geben, als die zeither erschienenen Schriften darzubieten scheinen. Die sonst auch ziemlich ausführliche Beschreibung desselben, die ich früher in dem Rundgemählde der Gegend von Dresden geliefert habe, konnte, ohne das Ebenmaaß in der Anlage des Ganzen zu stören, den Plan nicht befolgen, den die nachstehende Uebersicht des Inhalts darlegt. Nach diesem Plane beschreibt die erste Abtheilung die Merkwürdigkeiten, die sich auf der Reiselinie finden, welcher jeder Reisende von Dresden aus folgt, wenn er auch nur die kürzeste Zeit, 3 Tage, dem Besuche des Berglandes widmet. Von den Abschweifungen, die man zu beiden Seiten dieser Linie machen könnte, ist nicht mehr berührt worden, als was sich füglich besuchen ließe, wenn man die Reise etwa um einen Tag verlängerte. Alle andre merkwürdigen Gegenden, die seltner besucht und nur von Einigen an die Hauptwanderung geknüpft, oder auf der Rückreise berührt werden, beschreibt der zweite Abschnitt, wo die Reiselinien auch in einige der reizenden Gegenden Böhmens ausgedehnt werden, die man bei einem längern Aufenthalt in Schandau bequem besuchen kann. Alle diese einzelnen Wanderungen sind so abgemessen worden, daß sie von 6 Stunden bis eine Tagereise und nur in wenigen Fällen längere Zeit fodern. Ueberall findet man Anleitung, wie die eine sich an die andre knüpfen läßt, und bei passenden Gelegenheiten werden aus verschiedenen Gegenden, z. B. aus der nördlichen und südlichen Ober-Lausitz, aus Böhmen und aus dem Erzgebirge Reiselinien in die sächsische Schweiz gezogen. So schien für alle Wanderer und für jeden Reiseplan gesorgt zu sein. Eine neue Reisekarte war ein längst gefühltes Bedürfniß, und was hier geliefert wird, möchte ihm Befriedigung geben.

Dresden, im Mai 1823.

L.